Vitamin K2: Studie zeigt positive Wirkung auf Herz und Arterien

Die Einnahme von Vitamin K2 über längere Zeit kann die Entwicklung und das Fortschreiten altersbedingter Arteriosklerose hemmen. Diese zeigte eine Studie, die mit Frauen nach der Menopause durchgeführt wurde.

Weiters wurde eine tägliche Einnahme von 180 mcg Vitamin K2 über einen Zeitraum von 3 Jahren mit einer statistisch signifikanten Verbesserung der Gefäßelastizität in Zusammenhang gebracht. Diese Studie wurde im Journal Thrombosis and Haemostasis veröffentlicht.

„Bei Frauen, die Vitamin K2 als Nahrungsergänzungsmittel nahmen, konnte das für diese Altersgruppe typisches Fortschreiten der Arteriosklerose nicht festgestellt werden, und es wurde im Vergleich zur Placebogruppe sogar eine statistisch signifikante Verbesserung der Gefäßelastizität beobachtet“, so Dr. Cees Vermeer, Leiter der Studie und renommierter Vitamin K2 Forscher an der Universität Maastricht in den Niederlanden. „Unsere Daten zeigen, dass sich die zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 tatsächlich positiv auf Herz und Gefäße auswirkt.“

Details der Studie: Vitamin-K2 Nahrungsergänzungsmittel verbessern die Arterienfunktion bei gesunden Frauen

Die Studie mit dem Titel „Menaquinone-7 Supplementation Improves Arterial Stiffness in Healthy Postmenopausal Women“ ist von großer Bedeutung.

„Dies ist die erste Studie, die nachweist, dass sich die Einnahme von Vitamin K2 in Form von MK-7 über einen längeren Zeitraum günstig auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt“, so Vermeer. „Vorherige bevölkerungsbasierte Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin K2 und dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen aufgezeigt, doch dies ist die erste Interventionsstudie, die sich auf die Einnahme von Vitamin K2 mit kardiovaskulärem Endpunkt konzentriert.“

Dr. Vermeer und sein Team rekrutierten 244 gesunde postmenopausale Frauen im Alter von 55-65 Jahren und verordneten ihnen nach dem Zufallsprinzip für einen Zeitraum von drei Jahren entweder eine tägliche Dosis Vitamin K2 (täglich 180 mcg natürliches Vitamin K2) in Form einer Nahrungsergänzung oder ein Placebo.

Die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System wurden mithilfe von Pulswellengeschwindigkeit und Ultraschallverfahren gemessen.

Die Daten der 227 Frauen, die die Studie abschlossen, zeigten, dass die Einnahme von MK-7 zu einer signifikanten Abnahme sowohl der Pulswellengeschwindigkeit als auch der Arteriosklerose führten.

Ein positiver Effekt wurde auch hinsichtlich der Elastizität der Halsschlagader bei jenen Frauen festgestellt, die zu Beginn der Studie eine erhöhte Gefäßsteifigkeit aufwiesen.

Die Ergebnisse bestätigten somit, dass Vitamin K2 nicht nur altersbedingte Arteriosklerose hemmte, sondern auch eine statistisch signifikante Verbesserung der Gefäßelastizität bewirkt.

Die Forscher untersuchten auch die Werte von dephosphoryliertem, nichtcarboxyliertem Matrix-Gla-Protein (dp-ucMGP), ein Marker für den Vitamin-K-Status, und stellten einen Risikofaktor für Arteriosklerose fest.

Eine Einnahme von MK-7 über drei Jahre ergab gegenüber dem Placebo eine Abnahme von 50 % des dp-ucMGP. Diese Wirkung wurden im ersten Jahr der Studie beobachtet und blieben in den darauf folgenden beiden Jahren bestehen. Es wurden außerdem keine Entzündungsparameter oder Marker für eine Endotheldysfunktion festgestellt.

Positive Wirkung auf Herz und Knochen

Bereits 2013 in im Journal Osteoporosis International eine Studie veröffentlicht, die eine positive Wirkung von MK-7 auf die Knochen zeigte.

Beide Studien sind von großer Bedeutung, da es sich um Langzeitstudien handelt – eine Teilnahme über drei Jahre mit anschließender Untersuchung der Ergebnisse. Denn das Beobachten von Veränderungen der Gesundheit von Herz und Knochen braucht seine Zeit.

Die Geduld und Ausdauer haben sich mit dieser Studie ausgezahlt, denn sie wurde von hoch angesehenen medizinischen Fachzeitschriften angenommen. Die Studie beweist, was Vitamin K2 Wissenschafter schon lange wussten: dass Vitamin K2 sich tatsächlich positiv auf Herz und Knochen auswirkt.

„Vitamin K2 sorgt dafür, dass sich Kalzium an die Knochenmineralmatrix bindet und von Gefäßen ferngehalten wird“, erklärt Dr. med. Dennis Goodman, Facharzt für Kardiologie und Leiter der Abteilung Integrative Medizin am NYU Langone Medical Center in New York. Dies ist wichtig, denn wenn sich Kalzium in den Arterien ablagert, kann es Arteriosklerose und Blockaden verursachen, die zu schwerwiegenden kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen können.

Laut Dr. Goodman, der an der Fertigstellung eines neuen Buches über die wichtige Rolle von Vitamin K2 für die Gesundheit von Knochen und Herz arbeitet, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Flexibilität der Gefäße und der Langlebigkeit eines Menschen. Einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie (Rosenhek, et al., 2000) zufolge erhöht Arteriosklerose das biologische Alter eines Menschen um bis zu 10 Jahre.

Eine weitere Studie, die in der Fachzeitschrift Atherosclerosis veröffentlicht wurde (Shaw et al., Nr. 188, 206), zeigt, dass das biologische Alter eines Menschen je nach Fortschritt der altersbedingten Arteriosklerose um 10 Jahre höher oder niedriger sein kann.

Diese Studie zu Vitamin K2, die eindeutig eine Verbesserung der Arterienfunktion nachweist, hat das Potenzial, die Art, wie wir mit Prävention in Sachen Herzgesundheit umgehen, dramatisch zu verändern.

Formen von Vitamin K

Es gibt zwei Hauptformen von Vitamin K: Phyllochinon (Vitamin K1), das in grünem Blattgemüse wie Kopfsalat, Brokkoli und Spinat enthalten ist und etwa 90 % der Vitamin-K-Zufuhr bei der typischen westlichen Ernährungsweise ausmacht.

Weiters gibt es Menaquinon (Vitamin K2), das etwa 10% des westlichen Vitamin-K-Aufnahme ausmacht und auch teilweise von der Darmflora hergestellt wird.

Menaquinon (MK-n, wobei das n die Anzahl der Prenyl-Seitenketten angibt) wird auch über die Nahrung aufgenommen. MK-4 ist in Fleisch enthalten, MK-7, MK-8 und MK-9 in fermentierten Nahrungsmitteln wie Käse und Natto, welche eine reichhaltige Quelle von MK-7 ist.

Vitamin K2 Wirkung

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