Arginin – Aminosäure für gesunde Gefäße und mehr

Information, Wirkung, Mangel, Dosierung, Nebenwirkungen

L-Arginin, in Kurzform auch einfach Arginin genannt, ist eine semi-essenzielle Aminosäure. Das bedeutet, dass sie nicht nur über die Nahrung zugeführt, sondern auch vom Körper aus anderen Aminosäuren und Nährstoffen gebildet werden kann. Arginin gehört zu den proteinogenen Aminosäuren, die als Bausteine der Eiweiße im Körper fungieren und die somit im genetischen Code angelegt sind.

Die Aminosäure übernimmt im menschlichen Organismus zahlreiche Aufgaben. So weitet sie die Blutgefäße und verbessert dadurch die Durchblutung, beeinflusst die hormonelle Regulation und weist einen erektionsfördernden Effekt auf. Ein Mangel an Arginin kann zu verminderter Leistungsfähigkeit und Schlafstörungen führen, eine Verschlechterung der Herzleistung zur Folge haben und Stimmungsschwankungen hervorrufen. [1]⁠⁠

Obwohl der Körper in der Lage ist, L-Arginin zu Teilen selbst herzustellen, kann es zu Defiziten kommen. Während der Schwangerschaft, in Wachstumsphasen sowie nach Verletzungen und bei Stress kann der Bedarf erhöht sein, sodass die Zufuhr über die Nahrung und die körpereigene Produktion nicht ausreichen. Um Mangelzuständen vorzubeugen, kann eine Nahrungsergänzung deshalb sinnvoll sein.

Was ist L-Arginin?

L-Arginin ist eine α-Aminosäure. Aminosäuren (AS) sind chemische Verbindungen, die neben einer Aminogruppe auch eine Carbonsäuregruppe aufweisen. Sie sind die kleinsten Bausteine der Eiweiße (Proteine) und spielen damit eine entscheidende Rolle für den Aufbau der Gewebe im Körper. Die einzelnen proteinogenen α-Aminosäuren werden dazu im Rahmen der Proteinbiosynthese in den Körperzellen zu Ketten verknüpft.

Entdeckt wurde die Substanz erstmalig im Jahr 1886 von dem deutschen Chemiker Ernst Schulze und seinem Doktoranden. Arginin ist mit vier Stickstoffgruppen die Aminosäure mit dem höchsten Stickstoffanteil. Deshalb kommt der Aminosäure eine entscheidende Rolle bei der Produktion von Stickstoffoxid (NO) zu. NO findet sich als regulative Substanz nicht nur in den Blutgefäßen und im Gehirn, sondern übernimmt unter anderem auch eine Kontrollfunktion bei der Herstellung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). [2] [3]

L-Arginin ist eine Aminosäure, die weit verbreitet ist. Sie kommt zum Beispiel in Erbsen, Fleisch oder Kuhmilch vor. Allerdings enthalten diese Lebensmittel Arginin nicht in der freien, sondern in der gebundenen Form als Proteinbestandteil. Im menschlichen Organismus entsteht die Aminosäure im Harnstoffzyklus, auch Ornithin- oder Krebs-Henseleit-Zyklus genannt, aus den Aminosäuren Aspartat und Ornithin sowie dem Carbamoylphosphat. [4]

Arginin – Funktion und Wirkung

L-Arginin ist wohl eine der vielseitigsten Aminosäuren im menschlichen Körper. So ist die Substanz nicht nur Bestandteil des Harnstoffzyklus, sondern auch an der Bildung von Stickstoffoxid beteiligt. Ebenso kann Arginin in verschiedene andere bioaktive Stoffe wie beispielsweise Kreatin oder Agmatin umgewandelt werden.

Arginin im Harnstoffwechsel

Im menschlichen Proteinstoffwechsel entsteht beim Abbau stickstoffhaltiger Substanzen Ammoniak. Dieses wird im Harnstoffzyklus in der Leber über mehrere Zwischenstufen wie beispielsweise die Spaltung von Arginin in ungefährlichen Harnstoff umgewandelt, der dann über die Niere ausgeschieden werden kann. Bei Störungen des Harnstoffzyklus kommt es zu einem pathologisch erhöhten Ammoniakgehalt im Blut und damit zu Nervenzellschädigungen. [5]

Arginin und Stickstoffmonoxid

Nicht nur die Bildung von Harnstoff, sondern auch die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) hat eine zentrale Bedeutung für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Stickstoffmonoxid, das aus einem Sauerstoff- und einem Stickstoffatom aufgebaut ist, wird in der innersten Schicht der Blutgefäße (Endothel) und anderen Geweben im Körper in einer mehrstufigen Reaktion produziert und bei Bedarf freigesetzt.

Ausgangssubstanz für diese Reaktion ist die Aminosäure L-Arginin. Ohne Arginin ist die Produktion von NO also nicht möglich. Stickstoffmonoxid steuert verschiedene wichtige Stoffwechselprozesse im Körper. So fördert NO nicht nur die Gefäßweitstellung und verbessert dadurch den Blutfluss, sondern vermindert auch Ablagerungen in den Gefäßwänden. Ebenso kann NO freie Radikale reduzieren und über die Wachstumshemmung der glatten Muskelzellen die Elastizität der Blutgefäße erhalten. [6] [7] [8]

Arginin, Kreatin und Agmatin

In den Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse kann der Körper aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin zudem Kreatin herstellen. Diese nicht-proteinogene Aminosäure trägt vor allem zur Energieversorgung der Muskulatur bei. Kreatin kann ferner die Sauerstoffaufnahme im Gehirn verbessern und so mentale Erschöpfung reduzieren. [9]

Agmatin ist ein weiteres Stoffwechselprodukt der Aminosäure Arginin. Die Guanidin-Verbindung übernimmt nicht nur eine Funktion als Botenstoff (Neurotransmitter), sondern weist auch neuroprotektive Effekte auf. Es kann also zum Schutz der Nervenzellen beitragen. Des Weiteren spielt die Substanz eine Rolle bezüglich der Funktionalität des Immunsystems. [10] [11]

Arginin Wirkung

Das vielseitige Arginin übernimmt im Körper verschiedene Aufgaben:

  • es wirkt sich positiv auf die Durchblutung aus
  • hat eine blutdrucksenkende Wirkung
  • wirkt stoffwechsel- und kreislauffördernd
  • regt die Insulinproduktion an
  • verbessert die Insulinsensitivität der Zellen

Darüber hinaus hat die Aminosäure Einfluss auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem. [12] [13] [14]

Arginin Formen

Grundsätzlich kann bei der Arginin-Nahrungsergänzung zwischen L-Arginin und L-Arginin Hydrochlorid (HCL) unterschieden werden. In Rohstoffform sind sowohl die Arginin-Base als auch Arginin-HCL erhältlich. Diese beiden Formen unterscheiden sich deutlich im Hinblick auf die Reinheit und auch auf den pH-Wert.

L-Arginin-Base entspricht der eigentlichen Aminosäure L-Arginin. Die Reinheit beträgt zwischen 98 und 100 Prozent. Das bedeutet, dass die Nahrungsergänzung zu fast 100 Prozent aus der reinen Aminosäure Arginin besteht. Arginin ist zwar eine Aminosäure, chemisch betrachtet zählt sie jedoch zu den Basen. Der pH-Wert der Arginin-Base beträgt gemäß internationaler Standards zwischen 10,5 und 12 und ist für den Organismus somit gut bekömmlich.

Arginin-Hydrochlorid (HCL) setzt sich aus einer Base und einer Salzsäure zusammen. Anders als bei der Arginin-Base liegt die Reinheit hier bei nur etwa 75 Prozent. Dafür ist die Substanz besser in Wasser zu lösen und neutraler im Geschmack. Der pH-Wert beträgt zwischen 6 und 6,5 und liegt damit im sauren Bereich.

Die Nahrungsergänzungsmittel können ferner anhand der Herstellungsverfahren differenziert werden. Bei der Produktion der Arginin-Base kommt die Fermentation zum Einsatz. Hier wandeln Bakterien und Enzyme pflanzliche Grundstoffe wie beispielsweise Gerste um. Arginin-Hydrochlorid wird hingegen in der Regel mittels Extraktion gewonnen. Ausgangsstoffe sind vor allem Federn, die von Enten aus der Massentierhaltung stammen. In vielen Fällen ist jedoch nicht auszuschließen, dass diese Ausgangssubstanzen – und damit auch das Arginin-Hydrochlorid – Arzneimittelrückstände oder Schwermetalle enthalten.

Der Reinheitsgrad und der basische pH-Wert sind deutliche Vorteile der Arginin-Base. Da die Substanz pflanzlichen Ursprungs ist, eignet sich die Arginin-Base auch für Vegetarier und Veganer. Insbesondere bei der Dosierung ist die Unterscheidung zwischen Arginin-Base und Arginin-Hydrochlorid wichtig. So enthält eine Kapsel mit 700 mg Arginin-Base auch nahezu 700 mg Arginin, wohingegen ein Nahrungsergänzungsmittel mit 700 mg Arginin-Hydrochlorid nur rund 525 mg der Aminosäure enthält.

Arginin Mangel

Der natürliche Eiweißbaustein Arginin ist im menschlichen Körper für zahlreiche Prozesse (mit-)verantwortlich. Zwar ist die Substanz in verschiedenen Lebensmitteln enthalten und auch der Körper selbst stellt Arginin her, dennoch kann es zu einem Mangel kommen.

Bei Erwachsenen produziert der Organismus nur noch sehr geringe Mengen der Aminosäure, obwohl der Bedarf mit zunehmendem Alter steigt. Insbesondere Menschen mit Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose sowie Patienten mit Bluthochdruck oder Demenz benötigen mehr Arginin. Der Bedarf ist zudem in der Schwangerschaft sowie bei psychischem und körperlichem Stress erhöht. Lässt sich der Tagesbedarf nicht durch Lebensmittel wie Sonnenblumenkerne oder Hülsenfrüchte decken, kann es zu einem Arginin-Mangel kommen.

Symptome bei Arginin-Mangel

Besonders kritisch ist ein niedriger Arginin-Spiegel bei gleichzeitig hohem ADMA-Spiegel im Blut. ADMA, das Asymmetrische-Di-Methyl-Arginin, fungiert im Körper als eine Art Gegenspieler des Arginins. Es hemmt die Umwandlung der Aminosäure in Stickstoffmonoxid und kann so zu einem NO-Mangel führen. Eine ausreichende Versorgung mit Arginin kann dem entgegenwirken.

Ein Arginin-Mangel kann zur Entstehung folgender Beschwerden beitragen:[15] [16] [17] [18]

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Arteriosklerose
  • Leistungsstörungen im Gehirn bis hin zur Demenz
  • Stimmungsschwankungen
  • Infektanfälligkeit
  • Wundheilungsstörungen
  • Unruhe und Schlaflosigkeit

Arginin Dosierung

Eine klare Dosierungsempfehlung für die Einnahme von L-Arginin gibt es nicht. Die Dosierung hängt sowohl vom Alter als auch von der eigenen Lebenssituation, der Ernährung, dem Körpergewicht und dem Gesundheitszustand ab. Die empfohlene Mindestmenge beträgt zwischen 3000 und 6000 mg pro Tag. Die Wirkung der Aminosäure setzt bereits rund 20 Minuten nach der Einnahme ein und hält ungefähr drei Stunden an. Um eine dauerhafte Wirkung zu erreichen, sollte Arginin über den Tag verteilt eingenommen werden. [19]

Arginin und Stoffwechselerkrankungen

Es gibt verschiedene Stoffwechselerkrankungen, die mit Störungen im Argininhaushalt einhergehen. Dazu gehören neben dem Ornithintranscarbamylase-Mangel, kurz OTC-Mangel, auch die Argininbernsteinsäure-Krankheit und die Argininämie. Diese Erkrankungen sind allesamt angeboren, sodass die ersten Symptome häufig bereits im Kindesalter auftreten.

Arginin und Stoffwechselerkrankungen bei Kindern

Der OTC-Mangel wird geschlechtsgebunden auf dem X-Chromosom vererbt, sodass sowohl Jungen als auch Mädchen erkranken können. Häufiger sind jedoch Jungen von der Erkrankung betroffen. Infolge des Enzymmangels ist der Harnstoffzyklus gestört. Es kommt zu erhöhten Ammoniakspiegeln im Blut und zu erniedrigten Konzentrationen von Citrullin und Arginin im Blut. Neben ammoniakbindenden Medikamenten müssen die Betroffenen auch Aminosäuren substituieren.

Bei der Argininbernsteinsäure-Krankheit liegt ein Defekt des Enzyms Argininosuccinat-Lyase vor. Dieses Enzym ist bei gesunden Menschen für die Spaltung von Argininosuccinat zu Arginin und Fumarat zuständig. Bei einem Defekt kommt es zu Störungen im Ablauf des Harnstoffzyklus mit Symptomen wie Erbrechen oder Lethargie. Während die frühe Form bereits im Säuglingsalter auftritt, manifestieren sich Symptome wie Bluthochdruck oder Lebererkrankungen bei der späten Form erst im höheren Lebensalter. Auch bei der Argininbernsteinsäure-Krankheit ist eine Supplementierung von Arginin erforderlich.

Bei der Argininämie, die durch einen Mangel an dem Enzym Arginase hervorgerufen wird, treten hingegen neben erhöhten Ammoniakwerten im Blut auch erhöhte Argininspiegel auf. Es kann zu neurologischen Schäden und einer verzögerten geistigen Entwicklung kommen. [20]

Arginin und Arteriosklerose

Im Jahr 1998 erhielt der amerikanische Pharmakologe Louis José Ignarro zusammen mit Robert F. Furchgott und Ferid Murad den Nobelpreis für Medizin für seine Forschungen über den Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO). Die Aminosäure Arginin spielte in den Erkenntnissen eine entscheidende Rolle. So betonte der Nobelpreisträger eindrücklich, das Arginin Gefäßschädigungen entgegenwirken kann. [21]

Arteriosklerose – Ursachen und Entstehung

Die Arteriosklerose, auch als Gefäßverkalkung bekannt, ist eine chronische Entzündungsreaktion in den Gefäßwänden, die mit einer Einlagerung von Fetten und Cholesterinestern – und damit auch mit einer Gefäßverengung – einhergeht. Die Erkrankung zeigt sich bevorzugt an den Herzkranzgefäßen sowie an den Beinarterien und der Halsschlagader. In Deutschland gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch eine Arteriosklerose entstanden sind, zu den häufigsten Todesursachen.

Für die Entstehung der Arteriosklerose gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Eines dieser Modelle ist die Stickstoff-Hypothese.

Stickstoffmonoxid, Arginin und Arteriosklerose

Bei der Entstehung und dem Voranschreiten der Erkrankung ist neueren Forschungsergebnissen zufolge die Substanz Stickstoffmonoxid beteiligt. Das Gefäßendothel, also die innere Schicht der Blutgefäße, verfügt über Zellen, die NO produzieren können. NO sorgt zum Beispiel für eine Weitstellung der Gefäße und wirkt der Anlagerung von Plaques in den Gefäßwänden entgegen. Produzieren diese Zellen jedoch nicht ausreichend Stickstoffmonoxid, liegt eine sogenannte endotheliale Dysfunktion vor. Diese wiederum begünstigt die Entstehung einer Arteriosklerose und erhöht damit auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Ein NO-Mangel in den Blutgefäßen kann verschiedene Ursachen haben. Eine dieser Ursachen ist ein (relativer) Argininmangel. Adipositas, Rauchen oder Diabetes mellitus können die Arteriosklerose zusätzlich fördern. Professor John Cooke aus Houston, auch als Pionier in der Arginin-Forschung bekannt, bezeichnete die Arteriosklerose sogar als eine Art „Arginin-Mangel-Krankheit“. In seinen Tiermodellen konnte Cooke zeigen, dass die Gabe von L-Arginin zu einer verbesserten endothelabhängigen Entspannung der Gefäße und zugleich zu einer verminderten Bildung der gefährlichen arteriosklerotischen Plaques führte. [22]

Diese positiven tierexperimentellen Studienergebnisse konnten Drexler et al. 1991 mit Erfolg auf Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen übertragen. Auch hier verbesserte die (intravenöse) Gabe von L-Arginin die Gefäßbeweglichkeit und -entspannung. Insbesondere bei Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten und koronarer Herzkrankheit (KHK) fielen die Effekte von Arginin auf den Gefäßzustand auch in weiteren Studien positiv aus. [23] [24]

Arginin und Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine häufige Erkrankung, die sich oft schleichend entwickelt und schwerwiegende Folgen haben kann. Entsprechend den Richtlinien der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention liegt eine Hypertonie dann vor, wenn der Blutdruck systolische Werte von 140-159 mmHg und/oder diastolische Blutdruckwerte von 90-99 mmHg mehrfach überschreitet. Bis zu 45 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden unter Bluthochdruck, wobei sich ein Anstieg mit dem Alter beobachten lässt. [25]⁠⁠

Bluthochdruck Risiken

Bei einer Hypertonie ist der Druck in den Blutgefäßen erhöht. Bleibt der Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum unbehandelt, überlastet dies lebenswichtige Organe wie beispielsweise das Herz. Infolge dessen ist das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie für Nierenversagen oder Sehbehinderungen deutlich erhöht. Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Herzklopfen können auf einen erhöhten Blutdruck hinweisen, häufig bleibt eine Hypertonie jedoch lange unbemerkt.

Bluthochdruck mit L-Arginin senken

L-Arginin kann der Erhöhung des Blutdrucks auf verschiedene Arten entgegenwirken. So ist die Aminosäure wichtiger Baustein des Stickstoffmonoxids, das für die Weitstellung der Blutgefäße (mit-)verantwortlich ist. Ein Mangel an Arginin und NO führt zu einer verminderten Elastizität der Blutgefäße, erhöht das Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose und begünstigt damit auch Bluthochdruck. [26]

Arginin moduliert ferner das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS oder kurz RAS). Das RAAS reguliert den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers und nimmt damit entscheidenden Einfluss auf den Blutdruck. In einer Studie von Higashi et al. zeigte Arginin einen hemmenden Effekt auf das Angiotensin Converting Enzyme (ACE). Dieses fördert die Umwandlung von der Substanz Angiotensin I in die Form Angiotensin II. Angiotensin II regt wiederum die Ausschüttung des Antidiuretischen Hormons (ADH) und des Hormons Aldosteron an und bewirkt so eine Steigerung des Blutdrucks. Über die Hemmung des Angiotensin Converting Enzyms kann Arginin somit der Blutdrucksteigerung entgegenwirken. Denselben Mechanismus machen sich die ACE-Hemmer, die zur medikamentösen Blutdrucksenkung eingesetzt werden, zunutze. [27]

Arginin bei Durchblutungsstörungen

Die Körperzellen benötigen ständig Sauerstoff, um zu überleben und ihren Aufgaben nachgehen zu können. Das sauerstoffreiche Blut gelangt aus der Lunge über das Herz in den Organismus. Verengte oder verstopfte Arterien können den Blutfluss und damit auch den Sauerstofftransport behindern. Die Folge sind arterielle Durchblutungsstörungen, die zunächst mit kalten Händen oder Füßen sowie Schwindel und in späteren Stadien mit Geschwürbildung oder Angina pectoris einhergehen. Auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine mögliche Folge von Durchblutungsstörungen. Hauptursache für diese Störungen der Durchblutung ist die Arteriosklerose.

Arginin und pAVK

Die chronische arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten ist durch den fortschreitenden Verschluss der Arm- und/oder Beinarterien gekennzeichnet. Leitsymptom ist der Schmerz bei der Gehbewegung. Die Patienten müssen den Gehvorgang unterbrechen, sodass es wirkt, als würden Sie vor jedem Schaufenster verweilen und es betrachten. Die Erkrankung ist deshalb auch als Schaufensterkrankheit bekannt.

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass L-Arginin die unangenehmen Symptome der Schaufensterkrankheit lindern kann. So erhielten Patienten mit pAVK in einer Studie von Böger et al. aus dem Jahr 1998 zweimal täglich acht Gramm L-Arginin über einen Zeitraum von drei Wochen. In dieser Zeit verbesserte sich die Symptomatik deutlich. Traten vorher beim Gehen schnell Schmerzen auf, konnten die Patienten nach der Einnahme mehr als doppelt so lange Strecken schmerzfrei zurücklegen. Ebenso zeigte sich eine durch das Gefäßendothel vermittelte Weitstellung der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis). Weitere Studien fanden ebenfalls einen Zusammenhang zwischen L-Arginin und der chronisch arteriellen Verschlusskrankheit. [14] [28]

Durchblutungsstörungen und oxidativer Stress

Durchblutungsstörungen können aber nicht nur die Arterien der Arme und Beine, sondern auch die Blutgefäße im Gehirn oder in den Herzkranzgefäßen betreffen. Hier hat die Sauerstoffunterversorgung besonders drastische Folgen. So gehören Schlaganfall und Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Für eine Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte der Einfluss von oxidativem Stress auf die Krankheitsentstehung nachgewiesen werden. [29]

Bei oxidativem Stress entstehen im Körper bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen vermehrt freie Radikale. Diese reaktiven Sauerstoffverbindungen können Moleküle, Zellen und Gewebe schädigen oder sogar komplett zerstören. Die kurzlebigen und äußerst reaktionsfreudigen Molekülfragmente werden vermehrt gebildet, wenn die Verbrennungsprozesse in den Mitochondrien, also in den „Kraftwerken“ der Zellen, überlastet sind. Auch exogene Faktoren können die Entstehung begünstigen. Dazu gehören unter anderem:

  • Hitzeeinwirkung
  • Zigarettenrauch
  • Umweltgifte
  • UV- und ionisierende Strahlung

Der Spezies der Superoxide, auch als Sauerstoffradikale bekannt, kommt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Gefäßerkrankungen zu. Die Superoxide fangen das Stickstoffmonoxid aus den Gefäßwänden ab und wandeln es in stark oxidatives Peroxynitrit um. Stickstoffmonoxid ist eine wichtige gefäßweitende Substanz, ein sogenannter Vasodilatator. Ein Mangel fördert die Entstehung von Arteriosklerose, Bluthochdruck und anderen Durchblutungsstörungen. Arginin kann in dieses Ungleichgewicht eingreifen und fungiert deshalb als wichtiger Schutz vor oxidativem Stress. [30] [31]

Arginin und erektile Dysfunktion

Wenn ein Mann in mehr als zwei Drittel aller Fälle über einen Zeitraum von sechs Monaten keine Erektion bekommt oder seine Erektion nicht halten kann, liegt eine erektile Dysfunktion (ED) vor. Geschlechtsverkehr ist so nicht mehr möglich. Je nach Alter ist jeder zehnte bis jeder dritte Mann von der ED betroffen. Die erektile Dysfunktion kann sich negativ auf das Selbstbewusstsein auswirken und zudem die Partnerschaft belasten.

Ursachen der erektilen Dysfunktion

Während die ED bei jüngeren Männern überwiegend auf psychischen Auslösern beruht, stecken im höheren Alter vor allem körperliche Ursachen hinter Störungen der Erektion. So basiert die ED in vielen Fällen auf einer Verkalkung der kleinen Arterien, die das männliche Glied mit Blut versorgen. Um steif zu werden, müssen sich die Schwellkörper des Penis mit Blut füllen. Ist die Durchblutung nicht ausreichend, bleibt der Penis schlaff. Auch Nervenschädigungen sowie Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder Multiple Sklerose können in selteneren Fällen zu Erektionsstörungen führen. Ebenso können Beziehungsprobleme, Alkohol, Drogen und Depressionen die Potenz beeinträchtigen.

Arginin gegen ED

Die erektile Dysfunktion kann als Frühwarnzeichen gewertet werden. Liegt den Erektionsstörungen eine Durchblutungsstörung zugrunde, handelt es sich keinesfalls um ein lokales Problem. Vielmehr sind auch andere Gefäße im Körper betroffen, sodass eine erhöhte Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall besteht. Arginin als Vorstufe des Stickstoffmonoxids kann zur Entspannung der Gefäßwände und zur Verbesserung der Durchblutung beitragen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Erektionsfähigkeit aus, sondern trägt auch zu einer guten Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des gesamten Körpers bei. [32] [33] [34]

NO und damit auch L-Arginin sind aber nicht nur für den Zustand der Penisarterien von Bedeutung. Damit sich die Penisschwellkörper mit Blut füllen können, muss sich die glatte Muskulatur entspannen. Dadurch weiten sich die Blutgefäße des Penis, sodass vermehrt Blut einströmen kann. Zugleich drücken die Muskelzellen die Venen zusammen, sodass mehr Blut im Penis verbleibt. Die Entspannung der Schwellkörpermuskulatur ist ein Prozess, der vom Parasympathikus vermittelt wird und Stickstoffmonoxid benötigt. [35]

Arginin, Pinienrindenextrakt und Erektionsstörungen

In einer Studie aus dem Jahr 2010 hat sich insbesondere die Kombination aus L-Arginin und Pinienrindenextrakt als wirksame Behandlungsmethode der Erektionsstörungen erwiesen. Pinienrindenextrakt wird aus den Rinden der Seekiefer hergestellt und weist neben Polyphenolen und Catechinen auch einen hohen Anteil an oligomeren Procyanidinen (OPC) auf.

In der Studie von Stanislavov et al. erhielten 40 Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, die unter Erektionsstörungen litten, über einen Zeitraum von einem Monat 1,7 g L-Arginin pro Tag. Nach diesem Einnahmezeitraum berichteten lediglich zwei Männer über eine Verbesserung ihrer Symptomatik. Diese Dosis wurde auch im zweiten und dritten Monat beibehalten, allerdings um 40 beziehungsweise um 120 mg Pinienrindenextrakt ergänzt. Nach diesen drei Monaten war bei 92,5 Prozent der Studienteilnehmer eine normale Erektionsfähigkeit vorhanden. [36]

Anwender berichten zudem über eine Verbesserung der Potenz durch die Kombination aus der Aminosäure Arginin und Maca. Die Knolle der Maca-Pflanze wird seit rund 2000 Jahren als Nahrungs- und Heilpflanze genutzt. Mittlerweile ist Maca auch in Europa als sogenanntes Superfood und natürliches Aphrodisiakum bekannt. Bisher haben sich eher wenige Studien mit der Wirkung von Maca bei erektiler Dysfunktion beschäftigt. In den wenigen vorliegenden Forschungsarbeiten zeigt sich jedoch durchaus ein positiver Effekt, sodass eine Einnahme zusammen mit Arginin unter Umständen sinnvoll sein kann.

Diabetes und Arginin

Weltweit leiden mehrere Millionen Menschen an der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, die im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bekannt ist. Grundsätzlich kann zwischen dem Typ-1- und dem Typ-2-Diabetes unterschieden werden. Während beim Diabetes Typ 1 ein absoluter Insulinmangel vorliegt, beruht der Diabetes vom Typ 2 vor allem auf einer Insulinresistenz. Das bedeutet, dass eigentlich genug Insulin vorhanden ist, die Körperzellen aber nicht mehr adäquat auf das Hormon ansprechen.

Infolge kommt es zu chronisch erhöhten Blutzuckerspiegeln und einem deutlich erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie dem diabetischen Fußsyndrom, der diabetischen Nephropathie oder der diabetischen Angiopathie. Insbesondere die Gefäße leiden unter den hohen Blutzuckerwerten. Besteht die Zuckerentgleisung über einen längeren Zeitraum fort, nimmt die Arterienverkalkung zu und es kommt zu Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Nerven- und Nierenschäden.

Gefäßschäden vorbeugen mit L-Arginin

Arginin ist die einzige Aminosäure, die als Vorstufe des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) fungiert. NO spielt eine entscheidende Rolle für die Gefäßgesundheit. So trägt die Substanz nicht nur zur Entspannung und damit auch zur Weitung der Blutgefäße bei, sie ist ferner an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Die Verfügbarkeit der Aminosäure Arginin ist somit wichtige Voraussetzung für die Gefäßgesundheit und kann den Gesundheitszustand insbesondere bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus verbessern. [26] [37] [38]

L-Arginin und Insulinsensitivität

L-Arginin als Vorläufersubstanz des Stickstoffmonoxids kann aber auch direkten Einfluss auf die Insulinsensitivität der Körperzellen nehmen. Bei Menschen mit Diabetes mellitus vom Typ 2 reagieren die Körperzellen weniger auf das Hormon Insulin als die Zellen gesunder Menschen. Dies zeigt sich vor allem bei den Leberzellen, den Zellen der Muskulatur und dem Fettgewebe. Dieses Phänomen beeinträchtigt nicht nur die Wirkung des körpereigenen, sondern auch des von außen zugeführten Insulins.

Über die Aktivierung des Stickstoffmonoxids kann Arginin die Insulinsensitivität der Körperzellen verbessern. Diese reagieren schneller auf das Insulin, sodass der Blutzuckerspiegel sinkt. Unter Umständen können Diabetiker mit einer Insulinresistenz bei regelmäßiger Supplementierung von L-Arginin ihre Insulindosis verringern oder sogar komplett auf extern zugeführtes Insulin verzichten. [39] [40]

Arginin, Zuckerstoffwechsel und Insulinproduktion

Arginin hat nicht nur einen Einfluss auf die Insulinsensitivität, sondern auch auf die Produktion von Insulin sowie den gesamten Zuckerstoffwechsel. So kann Arginin die Zellen der Bauchspeicheldrüse zur Produktion und Ausschüttung des wichtigen Hormons anregen. Ferner wirken sich die antioxidativen Eigenschaften der Aminosäure positiv auf die Blutzuckerwerte aus. Dabei zeigt sich sowohl eine kurzfristige Senkung der Blutzuckerwerte als auch eine positive Beeinflussung des sogenannten HbA1c-Werts. Dieser Laborwert erlaubt eine Beurteilung der Blutzuckerwerte der letzten acht bis zwölf Wochen. [41] [38]

Tinnitus und Arginin

Menschen mit einem Tinnitus vernehmen dauerhaft oder zeitweise ein Summen, Pfeifen, Brummen oder ähnliche Geräusche, die objektiv nicht existieren. Dabei kann der Tinnitus auf einem Ohr oder auf beiden Ohren auftreten. Zu den möglichen Ursachen der Ohrgeräusche gehören unter anderem:

  • Knall- oder Schalltraumata
  • Hörsturz
  • der Morbus Meniére
  • Tumore der Gehörnerven
  • Substanzen, die das Ohr schädigen

Stress kann die Intensität und die Häufigkeit der Ohrgeräusche erhöhen. Nicht selten geht der Tinnitus mit Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Depressionen oder sogar Angstzuständen einher.

Die Durchblutung des Ohrs verbessern

In vielen Fällen lässt sich keine direkte Ursache für die Ohrgeräusche finden. Mediziner sprechen hier auch von einem idiopathischen Tinnitus. Neri et al. konnten in ihrer Studie aus dem Jahr 2006 jedoch einen Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und idopathischem Tinnitus darlegen. Sie fanden im Blut der Jugularvene bei Tinnituspatienten erniedrigte Konzentrationen von Stickstoffmonoxid (NO) und vermuteten, dass es dadurch zu einer Dysfunktion der Gefäße und somit zu einer schlechten Durchblutung in den kleinen Gefäßen des Ohrs kommt.

NO dient aber nicht nur der Gefäßgesundheit, sondern spielt auch eine Rolle für die Funktion der Nerven. So ist die Substanz unter anderem für die Entwicklungs- und Regenerationsvorgänge der Neurone zuständig. Die Forscher Pall und Bedient betrachten Störungen in der NO-Synthese sogar als einen der ursächlichen Mechanismen bei der Entstehung des Tinnitus. Arginin als Vorläufersubstanz des Stickstoffmonoxids ist daher als ein wichtiger Bestandteil der Tinnitus-Therapie zu bewerten. [42] [43]

L-Arginin und das Immunsystem

Unser Körper wird ständig von Viren, Bakterien und anderen Mikroorganismen angegriffen. Einige dieser Erreger können lebensgefährliche Infektionen hervorrufen. Das Immunsystem schützt den Körper vor fremden Strukturen und somit auch vor Krankheiten. Die körpereigene Abwehr ist ein komplexes System, das von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Einer dieser Faktoren ist die Aminosäure Arginin.

Arginin und T-Lymphozyten

Die Aminosäure hat einen bedeutenden Einfluss auf die T-Lymphozyten. Diese weißen Blutkörperchen sind ein wichtiger Bestandteil der erworbenen Immunabwehr, denn sie zirkulieren im Blut und halten Ausschau nach körperfremden Antigenen. Haben die T-Zellen mithilfe sogenannter antigenpräsentierender Zellen einen Erreger identifiziert, werden sie bei zeitgleichem Vorliegen einer Costimulanz aktiviert. Die T-Zellen wachsen und differenzieren sich zu T-Helferzellen, regulatorischen T-Zellen oder T-Killerzellen.

Die T-Helferzellen produzieren Zytokine, die andere Zellen des Immunsystems zur Bekämpfung des Erregers anlocken. T-Killerzellen können die kranke oder befallene Zelle direkt zerstören. Im Gegensatz dazu sollen die regulatorischen T-Zellen vor allem intakte Körperzellen vor einer überschießenden Immunreaktion schützen.

Arginin fungiert im Immunsystem als wichtiger Modulator der T-Zellfunktion. Die Proliferation, also die Vermehrung, und die Differenzierung der T-Zellen sind von der Aminosäure abhängig. Bei einem Mangel an Arginin produzieren die T-Helferzellen zudem weniger Zytokine. Ohne diese wichtigen löslichen Botenstoffe ist aber keine adäquate Immunantwort möglich. Ein Arginin-Mangel beeinträchtigt ferner den CD3-Komplex. Dieser ist an der Übertragung des Signals zur Aktivierung der Zelle beteiligt. Eine Downregulation des CD3-Komplexes spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krebs und chronischen Infektionen. Auch bei gesunden Menschen stimuliert Arginin die Bildung von Lymphozyten. Somit könnte sich die Aminosäure auch zur generellen Stärkung des Immunsystems und zur Prävention von Krankheiten eignen. [44] [45] [46] [18]

Arginin und das neonatale Immunsystem

Die Entwicklung des menschlichen Immunsystems beginnt bereits in den ersten Schwangerschaftswochen. Das Immunsystem ist zwar zum Teil angeboren, bei der Geburt jedoch noch unreif. Insbesondere Frühgeborene neigen deshalb zu Infektionen mit schweren Krankheitsverläufen. Bei Neu- und Frühgeborenen scheint Arginin vor allem für die Darm-Schleimhaut-Immunität von Bedeutung zu sein. Ein Mangel an Arginin bei Neugeborenen erhöht die Anfälligkeit für die Ansiedlung darmpathogener Keime. Diese schädigen den Darm nicht nur lokal, sondern können das gesamte kindliche Immunsystem schwächen. [47]

Die Supplementierung von L-Arginin unmittelbar nach der Geburt kann die Entwicklung des Immunsystems unterstützen und so vor Infektionen schützen. Briana et al. verabreichten in einer Studie Neugeborenen mit einem sehr geringen Geburtsgewicht Arginin. Dadurch konnten sie das Risiko für die fortgeschrittenen Stadien der gefürchteten nekrotisierenden Enterokolitis signifikant senken. In einer Metaanalyse von Garg et al. fand sich ebenfalls ein Zusammenhang zwischen der Supplementierung von L-Arginin bei Neugeborenen und einer geringeren Sterblichkeitsrate durch die gefährliche Darmerkrankung. [48] [49]

Arginin zum Muskelaufbau

Die Aminosäure Arginin erfreut sich in der Sportszene großer Beliebtheit, da sie den Muskelaufbau und die Regenerationsfähigkeit der Muskeln fördern soll. Da die Aminosäure an der Freisetzung des Wachstumshormons STH beteiligt ist, wird ihr oft eine anabole Wirkung zugesprochen. Diese ließ sich jedoch bisher in Studien nicht nachweisen. So zeigten sich zum Beispiel in einer Studie von Tang et al. bei jungen Männern, die im Rahmen ihres Krafttrainings L-Arginin einnahmen, keine positiven Auswirkungen auf den Muskelaufbau.

Arginin und Muskeldurchblutung

Auch die Muskeldurchblutung verbesserte sich nicht. Hier kam jedoch die Studie von Álvares et al. zu einem anderen Ergebnis. Durch die Supplementierung von L-Arginin konnte hier eine verbesserte Durchblutung der Muskulatur erreicht werden, diese hatte jedoch keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Studienteilnehmer. Auch eine Verbesserung der Regenerationsfähigkeit nach dem Krafttraining ließ sich wissenschaftlich bisher nicht nachweisen. [50] [51] [52] [53]

Arginin zur Leistungssteigerung im Ausdauersport

Zu einem anderen Schluss kommt hingegen die Studie von Bailey et al. aus dem Jahr 2010 im Hinblick auf den Ausdauersport. Die Forscher verabreichten neun gesunden Männern im Alter zwischen 19 und 38 Jahren ein Getränk mit sechs Gramm Arginin beziehungsweise ein Placebogetränk ohne Wirkstoff. Bei der Arginin-Gruppe fand sich nach dem Training ein höherer Gehalt an Stickstoffmonoxid im Blut. Dies deutet auch auf eine verbesserte Durchblutung hin. Ferner zeigte sich eine Verbesserung der VO2max. Die VO2max repräsentiert die maximale Menge an Sauerstoff, die eine Person unter Belastung aufnehmen und verwerten kann. Je besser die VO2max ist, desto bessere Ausdauersportleistungen lassen sich in der Regel erzielen. [54]

Arginin bei Stress

Ob zu Hause oder auf der Arbeit – immer mehr Menschen leiden unter Stress. Stress und Burnout sind längst keine Managerkrankheiten mehr, sondern betreffen Menschen jeden Alters und jeder Berufsgruppe. Auch Schüler und Mütter zeigen vermehrt stressbedingte Symptome wie Gereiztheit, Magen- und Darmprobleme, Schlafstörungen oder Rückenschmerzen.

Das Stresshormon Cortisol

Cortisol ist eines der wichtigsten Stresshormone. Es gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und wird in Stresssituationen vermehrt produziert und ausgeschüttet. Aus Sicht des Körpers ist das durchaus sinnvoll, denn das Hormon erhöht den Blutzuckerspiegel und stellt somit Energie für die Zellen bereit. Es erhöht zudem den Blutdruck und wirkt entzündungshemmend sowie immunsuppressiv. All diese Eigenschaften sind bei akutem Stress nützlich. Problematisch wird es erst, wenn durch ständigen Stress die Cortisolwerte dauerhaft erhöht sind. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel steht in Verbindung mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht.

Arginin senkt Cortisol

Um Folgeerkrankungen vorzubeugen, sollte der Cortisolspiegel bei dauerhaftem Stress gesenkt werden. Hier kann die Aminosäure Arginin hilfreich sein. Insbesondere in Kombination mit der essenziellen Aminosäure Lysin kann Arginin die Cortisol-Konzentration im Blut signifikant reduzieren. In einer japanischen Studie zeigte sich der normalisierende Effekt auf den Cortisolspiegel nach einem stressbewirkenden Ereignis allerdings nur bei Männern. Bei Frauen hatte die Kombination aus Lysin und Arginin hingegen keine Wirkung. [55]

Arginin gegen Stressfolgen

Chronischer Stress führt zu einer dauerhaften Aktivierung des Sympathikus. Dieser ist Teil des vegetativen Nervensystems und steht normalerweise in einem ausgeglichenen Verhältnis zum beruhigenden Parasympathikus. Bei Stress und Burnout gewinnt der Sympathikus jedoch die Oberhand. Er steigert die Herzfrequenz, verengt die Blutgefäße der Haut und hemmt die Insulinproduktion sowie die Verdauungsfunktionen. Eine übermäßige Aktivität des Sympathikus über einen längeren Zeitraum begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßschäden.

Als Vorstufe des gefäßerweiternden und blutdrucksenkenden Stickstoffmonoxids kann die Aminosäure L-Arginin den Symptomen von Stress entgegenwirken und eine Verbesserung der Blutzirkulation bewirken. [23] [26]

L-Arginin und Krebs

Neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die häufigste Todesursache in Deutschland. Während bei Männern Tumore der Verdauungsorgane sowie Lungen- und Bronchialkrebs am häufigsten diagnostiziert werden, ist die häufigste Einzeldiagnose bei Frauen der Brustkrebs. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt stetig an. Schätzungen der WHO zufolge werden im Jahr 2030 weltweit jedes Jahr mehr als 21 Millionen Menschen an Krebs erkranken. [56]

Krebs und Ernährung

Max Parkin und sein Forschungsteam vom Zentrum für Krebsprävention an der Queen Mary Universität in London kommen in ihrer Forschungsarbeit zu dem Schluss, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar wären. Ein Mangel an Nährstoffen durch eine ungesunde Ernährung ist demnach für rund neun Prozent aller Krebsfälle verantwortlich. Insbesondere Krebserkrankungen des Darms korrelieren in hohem Maße mit ungesunder und unausgewogener Ernährung. Eine ausreichende Versorgung mit allen (semi-)essenziellen Aminosäuren ist unbestritten Teil einer präventiven Ernährung. Ob Arginin das Krebsrisiko verringern kann, ist jedoch aus wissenschaftlicher Sicht umstritten. [57]

Erhöht Arginin das Krebsrisiko?

Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Arginin das Krebswachstum begünstigen kann. Dies ist vor allem bei Tumoren der Fall, die selbst kein Arginin herstellen können und somit auf eine externe Zufuhr der Aminosäure angewiesen sind. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Leberkrebserkrankungen, das Melanom und einige Leukämieformen.

Sie benötigen Arginin für ihr Wachstum, sind jedoch nicht in der Lage, Citrullin in Arginin umzuwandeln. Einige Studien berichten über Erfolge in der Behandlung dieser Krebsarten mit dem Enzym Arginase. Dieses ist in der Lage, Arginin in Ornithin umzuwandeln und so den Krebszellen ihre Nahrung zu entziehen. [58] [59]

⁠Kann Arginin vor Krebs schützen?

Da Arginin einen positiven Einfluss auf das menschliche Immunsystem hat, ist jedoch auch eine präventive Wirkung denkbar. Das Immunsystem dient nicht nur dem Schutz vor Viren und Bakterien, es kämpft auch gegen entartete Zellen im Körper. Funktioniert dies nicht richtig, können sich die entarteten Zellen vermehren und im Körper ausbreiten.

Arginin unterstützt vor allem die T-Zellen der Immunabwehr. Diese benötigen Arginin, um sich zu vermehren und zu differenzieren. Insbesondere die Differenzierung in T-Killerzellen spielt zur Bekämpfung von Krebs eine entscheidende Rolle, da diese die Tumorzellen gezielt angreifen können.

Ferner kann Arginin die Produktion von Zytokinen fördern. Diese körpereigenen Signalmoleküle versetzen das Immunsystem in Alarmbereitschaft und leiten verschiedene Zellen des Immunsystems in die Region, in der sich die entarteten Zellen befinden. Bei Krebspatienten finden sich häufig erniedrigte Argininwerte im Blutserum. Möglicherweise führt dies zu einem teilweisen Versagen des Immunsystems im Hinblick auf die Krebszellen. [60] [61] [62]

Mit Arginin Komplikationen vermeiden

Nicht nur die Krebserkrankung selbst, auch die Behandlung ist mit Risiken und Komplikationen verbunden. Einigen Komplikationen und Nebenwirkungen der Krebsbehandlung kann mit Nahrungsergänzungen vorgebeugt werden. Patienten, die Nahrungsergänzungsmittel mit L-Arginin und anderen Nährstoffen wie Glutamin oder Omega-Fettsäuren erhalten, haben ein geringeres Risiko, nach einer Operation eine Infektion zu erleiden. Ebenso heilen die Wunden von Patienten, die Supplemente erhalten, oft schneller und sie müssen weniger Zeit im Krankenhaus verbringen. [63] [64]

L-Arginin gegen Kachexie

Ein positiver Einfluss von L-Arginin zeigt sich auch im Hinblick auf die gefürchtete Kachexie. Diese häufige Folge von Krebserkrankungen ist durch den Abbau von Fett- und Muskelmasse sowie durch starkes Untergewicht charakterisiert. Rund 20 Prozent aller Krebstode sind eine direkte Folge der Tumorkachexie. Umso wichtiger ist es, der Auszehrung und dem vermehrten Abnehmen frühzeitig entgegenzuwirken.

In einer Studie aus dem Jahr 2002 erhielten Krebspatienten mit einem Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent einen Mix aus Aminosäuren, darunter auch die Aminosäure Arginin. Damit konnten die Forscher eine Gewichtszunahme bei den ausgezehrten Patienten erreichen. Eine Studie mit Krebs- und HIV-Patienten aus dem Jahr 2004 kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Aminosäuren-Mix führte nicht nur zu einer Zunahme der Muskelmasse, die Patienten fühlten sich auch deutlich leistungsfähiger. Ebenso verbesserten sich die Blutwerte der Probanden wie beispielsweise die Anzahl der roten Blutkörperchen sowie der Hämatokrit und der Hämoglobingehalt signifikant. [65] [66]

Zusammenfassung

Die konkrete Verbindung zwischen L-Arginin und Krebs ist bisher noch nicht vollständig erforscht. Während das Wachstum bestimmter Krebsarten durch Arginin angeregt werden kann, zeigen einige Studien, dass die Aminosäure einen positiven Einfluss auf das Immunsystem hat und so zur Krebsprävention beitragen kann. Auch in der Nachsorge hat sich die Aminosäure durchaus als wertvoller Therapiebestandteil erwiesen.

L-Arginin in Lebensmitteln

Der Körper kann die Aminosäue L-Arginin zwar zu Teilen selbst herstellen, ist aber für eine ausreichende Versorgung dennoch auf die externe Zufuhr angewiesen. Doch welche Lebensmittel eignen sich besonders, um genügend Arginin aufzunehmen?

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) hat eine umfassende Liste mit dem Arginingehalt von mehr als 4000 Lebensmitteln erstellt. Hieraus wird ersichtlich, dass insbesondere Nüsse und Samen viel Arginin enthalten.

Arginin Vorkommen in Lebensmitteln in Gramm (pro 100 g)

[67] Nüsse und Samen:
  • Sesam 7,44
  • Erdnüsse 6,24
  • Kürbiskerne 5,53
  • Hanfsamen 4,55
Gemüse:
  • Schnittlauch 1,53
  • Zwiebeln 1,20
  • Edamame 0,72
  • Limabohnen 0,52
  • Spinat 0,48
  • Erbsen 0,43
  • Rosenkohl 0,22
Fleisch und Fisch:
  • Schwein 2,51
  • Kabeljau 3,76
  • Truthahn 2,3
  • Lamm 2,24
  • Huhn 2,17
  • Oktopus 2,18
Milch, Milchprodukte und Ei:
  • Eiweiß 4,81
  • Ei (komplett) 3,08
  • Parmesankäse 1,53
  • Milch 1,31
  • Mozzarella 1,06
  • Joghurt 0,33

Arginin Herstellung

Die Aminosäure Arginin kann in zwei Verfahren hergestellt werden. Zum einen ist eine Extraktion aus Eiweißhydrolysaten von Federn tierischen Ursprungs sowie von Gelatine möglich. Das Eiweißhydrolysat, ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, wird hier mittels Kristallisation oder mit einem chromatographischen Verfahren zum Austausch von Ionen getrennt. Anschließend lassen sich verschiedene proteinogene Aminosäuren, darunter auch das Arginin, isolieren.

Arginin lässt sich auch durch Fermentation pflanzlicher Grundstoffe gewinnen. Dazu eignen sich Pflanzenstoffe wie Weizen oder andere Getreidearten. Diese werden von Bakterien und Enzymen im Fermentationsprozess chemisch umgewandelt. Dabei entsteht schlussendlich Arginin.

Aufnahme und Verfügbarkeit

Es ist jedoch zu beachten, dass nicht die gesamte Menge der enthaltenen Aminosäuren vom Körper aufgenommen werden kann. Zum einen verringert sich der Arginingehalt durch Garverfahren wie das Kochen oder Braten, zum anderen spielen die Darmgesundheit und die Verdauungsleistung im Allgemeinen eine Rolle für die Aufnahme der Aminosäure. Pfefferextrakt kann die Aufnahme und die Verfügbarkeit von Arginin verbessern.

Arginin Wechselwirkungen

Arginin weist Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln auf:

  • Gerinnungshemmer (Antikoagulantien) wie Marcumar oder Dabigatran: Bei zusätzlicher Einnahme von Arginin besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko.
  • Blutdrucksenkende Medikamente wie ACE-Hemmer oder Beta-Blocker: Es besteht die Gefahr einer Hypotonie (niedriger Blutdruck).
  • Medikamente gegen Diabetes wie Metformin: Arginin kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Möglicherweise muss die Dosis der Diabetesmedikamente entsprechend angepasst werden.
  • Isoproterenol: In Kombination mit diesem Herzmedikament kann L-Arginin zu niedrigem Blutdruck führen.
  • Nitroglycerin: Nitroglycerin wird in Form von Sprays zur Behandlung von plötzlich auftretenden Herzschmerzen (Angina pectoris) genutzt. Bei gleichzeitiger Einnahme von L-Arginin besteht die Gefahr eines Blutdruckabfalls.
  • Kaliumsparende Diuretika: Wenn Arginin mit kaliumsparenden Diuretika eingenommen wird, kann die Kaliumkonzentration im Blut bis hin zu einer Hyperkaliämie ansteigen. Hier kann es zu lebensbedrohlichen Arrhythmien kommen.
  • PDE-5-Hemmer wie Sildenafil (Viagra): Wird Arginin in Kombination mit dem Wirkstoff Sildenafil eingenommen, droht ein Abfall des Blutdrucks. [68]

Arginin Überdosierung

Bei der Einnahme von moderaten Mengen Arginin sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Eine Überdosierung kann ab einer Einnahme von 15 Gramm Arginin pro Tag auftreten.

Wer unter Herpesinfektionen leidet, sollte bei der Einnahme von Arginin vorsichtig sein. Schon kleinere Dosen können die Viren triggern und einen Ausbruch der Erkrankung fördern. Ebenso sollte auf die Einnahme von L-Arginin nach einem Herzinfarkt verzichtet werden. [68]⁠⁠

Arginin Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten unter der oralen Supplementierung von L-Arginin eher selten auf. Bei starker Empfindlichkeit und/oder zu hoher Dosierung kann Arginin folgende Nebenwirkungen haben: [68]

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Schlafstörungen

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