Vitamin K2 und Osteoporose

Knochen sind kein totes Gewebe, sondern werden ständig auf- und abgebaut. Sie bestehen aus einer harten Schale und sind innen mit einer Gewebsmatrix gefüllt.

Werden Vitamin D, Calcium und sonstige Mineralstoffe sowie Vitamin K in ausreichender Menge zugeführt, wird das Skelett im Abstand von 7 bis 10 Jahren durch stabile, dichte Knochen ersetzt.

Dieser Vorgang wird von den Osteoblasten (aufbauende Zellen) und Osteoklasten (abbauende Zellen) reguliert. Solange die knochenbildende Aktivität der Osteoblasten höher ist als die Aktivität der Osteoklasten, ist die Erhaltung gesunder Knochen gesichert.

Osteoblasten produzieren Osteocalcin, ein Vitamin-K-abhängiges Protein, mit dem Calcium in der Knochenmatrix gebunden und der Mineralstoffgehalt somit erhöht werden kann. Seine Aufgabe besteht darin, das Skelett stabiler und resistenter gegen Frakturen zu machen.

Um optimal wirken zu können, benötigt Osteocalcin Vitamin K. Vitamin-K-Mangel führt langfristig zu signifikant geringerer Knochendichte und Knochenqualität. Die abbauenden Zellen (Osteoklasten) bauen mehr Knochengewebe ab, als die aufbauenden Zellen (Osteoblasten) bilden können, und verursachen langsam, aber sicher vermehrten Knochenschwund.

Die Knochen werden dünn und zerbrechlich, und das Frakturrisiko steigt. Denn selbst wenn die Knochenstruktur von außen normal aussieht, kann sie innen zerbrechlich sein.

Was ist Osteoporose?

Von Natur aus kommt es ab dem 35. Lebensjahr es zu einer gesteigerten Aktivität der Osteoklasten, wodurch die Knochen pro Jahr etwa 1 bis 1,5% an Substanz verlieren.

Geht dieser Abbau rascher vor sich als normal, spricht man von Osteoporose.

Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Resorption der benötigten Nährstoffe nicht richtig funktioniert. Besonders bei Frauen nach den Wechseljahren kommt Osteoporose häufig vor. Denn dann nimmt das weibliche Hormon Östrogen, welches bei der Einlagerung von Calcium in die Knochen mithilft, rasch ab.

Osteoporose wird auch als Knochenschwund bezeichnet, da es sich dabei um einen Abbau der Knochensubstanz und Struktur handelt. Osteoporose wird auch als "schleichende Krankheit" bezeichnet, da sie Jahrzehnte benötigt, um sich zu entwickeln und in vielen Fällen ist ein Knochenbruch das erste "Symptom".

Bereits 1984 beobachteten Wissenschafter, dass Patienten mit Osteoporose-bedingten Frakturen um 70 % weniger Vitamin K im Serum aufwiesen als eine Vergleichsgruppe gleichen Alters. Diese Befunde wurden in späteren Untersuchungen bestätigt, in denen eine verminderte Knochendichte in Verbindung mit einem niedrigen Vitamin K-Niveau gebracht werden konnte.

Besonders besorgniserregende Ergebnisse brachte eine Statistik mit Hinweisen darauf, dass Frauen mit dem niedrigsten Niveau an Vitamin K im Serum ein um 65% erhöhtes Risiko eines Hüftbruchs haben verglichen mit jenen, die das höchste Vitamin K-Niveau aufweisen.

In Deutschland schätzt man die von Osteoporose betroffenen Personen auf zirka 8-10 Millionen, in Österreich auf ungefähr 700.000. Ein Drittel aller Frauen nach dem Wechsel sind davon betroffen, bei Frauen über 80 Jahren sind es bereits 2/3. Auch Männer können Osteoporose bekommen, bei Frauen tritt sie jedoch dreimal häufiger auf.

Schon heute werden für die Behandlung allein der Oberschenkelhalsbrüche mehr Krankenhaus-Bettentage benötigt, als für Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen. Damit gehört die Osteoporose zu den teuersten Erkrankungen für das Gesundheitswesen.

Fast zwei Millionen Frauen und nahezu eine Million Männer haben bereits Wirbelbrüche erlitten, und nach neuen Erhebungen treten in Deutschland jedes Jahr 150.000 neue Oberschenkelhalsbrüche auf - Tendenz steigend (Zahlen: Prof. Helmut Minne, 2002)!

Knochen benötigen Vitamin K2

Seit Jahrzehnten dienen Calcium und Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel erster Wahl, um den Knochenbau zu stärken. Der größte Calciumanteil (99 %) befindet sich im Skelett, ein geringer Anteil in den Zähnen und nur 1% im Blutkreislauf. Wir brauchen Calcium für die regelmäßige Knochenerneuerung.

Vitamin D3 gilt seit seit langem als Knochenvitamin, weil es für die Bildung von Osteocalcin benötigt wird. Mehrere Studien haben jedoch ergeben, dass die alleinige Zufuhr dieser beiden Vitalstoffe für einen gesunden Knochenbau nicht ausreichen.

Vitamin K2 hat in Studien gezeigt, dass es für den Aufbau kräftiger Knochen genauso wichtig ist wie Calcium und Vitamin D3. Vitamin D3 bewirkt zwar die Bildung von Osteocalcin. Aber nur Vitamin K2 kann Osteocalcin aktivieren, jenem Protein, welches Calcium in die Knochen einlagert.

Bei einem Mangel an Vitamin K2 kommt es deshalb selbst bei ausreichender Zufuhr von Calcium und Vitamin D3 zur Abnahme der Knochendichte und zu Osteoporose.

Studien über Osteoporose bewiesen darüber hinaus, dass Vitamin K2 den Knochenaufbau, Knochendichte und Festigkeit verbessert, die Mineralisierung (Ablagerung von Calcium) stimuliert und den Collagen-Aufbau fördert – das ist ein gitterartiges, faserartiges Gewebe, das harte und gleichzeitig biegsame Knochenstrukturen ergibt, wodurch diese resistenter sind gegen Frakturen.

Die nächste Frage, die sich stellt: Was passiert mit Calcium, wenn es nicht dafür verwendet wird, Knochenmasse zu bilden?

Bei einer Unterversorgung mit Vitamin K lagert der Körper jenes Calcium, welches eigentlich zur Stärkung von Knochen eingenommen wird, in den Arterienwänden ab, was wiederum zur Entstehung von Atherosklerose beiträgt.

Tatsächlich reagiert der Körper auf einen Vitamin K-Mangel mit einer enormen Ablagerung an Calcium an den Arterienwänden. Das erklärt auch, warum so viele ältere Menschen an verhärteten, verkalkten Arterien leiden und trotzdem spröde und calciumarme Knochen haben.

Studien beweisen die Wirkung

In der Osteo-Studie wurde 2003 nachgewiesen, dass Vitamin K2 Knochenschwund verhindern kann.

  • In einer dreijährigen Studie wurden zwei Patientengruppen begleitet: die Kontrollgruppe erhielt keine Ergänzungsmittel und die zweite bekam eine synthetische MK-4-Therapie.
  • Aus den Ergebnissen ging eindeutig hervor, dass die Einnahme von Vitamin K2 während der Dauer der Studie mit einem verringerten Verlust an Knochenstabilität einherging.

Eine bahnbrechende Studie zum Nachweis der Korrelation zwischen dem Konsum von Natto und Osteoporose wurde davor von Wissenschaftern unter der Leitung von Masao Kaneki publiziert.

  • Die Forschungsarbeit erwies, dass ein höheres MK-7-Niveau infolge des Konsums von Natto zur Verbesserung der Knochengesundheit beitragen kann.
  • Die vermehrte Aufnahme von MK-7 in Form von Natto führte zu einem höheren Niveau an aktiviertem Osteocalcin und einem geringeren Frakturrisiko.

Diese Ergebnisse wurden 2006 in einer von Ikeda durchgeführten Studie bestätigt.

  • Ikeda erkannte, dass der Konsum von Natto – das große Mengen Menaquinone-7 enthält – die Entwicklung von Osteoporose verhindern kann.
  • In der dreijährigen Studie mit 944 weiblichen Teilnehmern (zwischen 20 und 79 Jahren) wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von MK-7 und einem verminderten Abbau der Knochendichte nachgewiesen.

Eine aktuelle im European Journal of Epidemiology publizierte Studie von Yaegashi et al. (2008) zeigte, dass ein besserer Vitamin-K-Status zu einem geringeren Risiko, eine Hüftfraktur zu erleiden, führt.

  • In der Studie erwiesen sich Calcium, Magnesium, Zink und Vitamin D als mäßig wichtig für die Knochengesundheit, während natürliches Vitamin K2 aus Natto als Hauptfaktor identifiziert wurde: Zwischen der Einnahme von Vitamin K2 und einem geringeren Risiko, eine Hüftfraktur zu erleiden, konnte ein enger Zusammenhang erwiesen werden.
  • Das weist auf die wichtige Funktion von MK-7 bei der Verhinderung von Osteoporose hin.

Eine systematische Übersichtsarbeit über alle randomisierten, kontrollierten Studien, in denen Erwachsenen mindestens sechs Monate lang Vitamin K1- oder Vitamin K2-Nahrungsmittelergänzungspräparate verabreicht wurden, ergab Folgendes:

  • Es liegen insgesamt 13 Studien mit Daten über Knochenabbau vor und 7 Studien, in denen Frakturen verzeichnet wurden.
  • Außer einer einzigen Studie haben alle genannten Studien am Menschen ergeben, dass die zusätzliche Zufuhr von Vitamin K1 oder K2 den Abbau der Knochendichte bremst.
  • Ein besonderer Zusammenhang besteht zwischen Vitamin K2 und einer erhöhten Knochendichte.
  • In allen 7 Studien über das Fraktur-Risiko erwies sich Vitamin K2 als am wirksamsten. Es senkte das Risiko von Wirbelbrüchen um 60 %, von Hüftfrakturen um 77 % und das Risiko für alle Frakturen, die nicht den Wirbelapparat betreffen, um erstaunliche 81 %.

Vorbeugen ist besser als heilen

Die frühzeitige Diagnose von Osteoporose ist nicht einfach, da sie sich schleichend entwickelt. Auch die Messung der Knochendichte gibt oft nicht ausreichend Klarheit darüber.

Meist macht sie sich erst durch stechende und ziehende Knochen- und Rückenschmerzen, durch eine veränderte Körperhaltung oder durch einen spontanen Knochenbruch, Wirbelbruch oder Oberschenkelhalsbruch bemerkbar.

Leider konzentriert sich die Pharmaindustrie auf Arzneimittel, die in vorangeschrittenem Alter eingenommen werden sollen – wenn das Risiko, Knochenbrüche zu erleiden, bereits hoch ist. Diese aber können einen Prozess, der sich über Jahrzehnte entwickelt hat, kaum mehr aufhalten, sondern nur verzögern.

Mit Nahrungsergänzungsmitteln wird ein anderer Ansatz gewählt. Einerseits kosten sie nicht so viel und haben keine Nebenwirkungen wie rezeptpflichtige Medikamente.

Wer etwas gegen Osteoporose tun möchte, sollte daher spätestens ab 40 damit beginnen und diese Vitalstoffzufuhr 20, 30 oder noch mehr Jahre lang fortführen, um eine vermutlich größere Wirkung zu erzielen als durch eine medikamentöse Therapie ab 60 Jahren, mit der sich ein Prozess, der sich über Jahrzehnte entwickelt hat, kaum mehr aufhalten lässt.

Idealerweise sollte zur Vorbeugung von Osteoporose eine Nahrungsergänzung gewählt werden, welche neben Vitamin K2, Calcium und Vitamin D3 auch noch andere Vitalstoffe enthält, welche für den Knochenaufbau wichtig sind, wie z.B. Magnesium, Kupfer, Selen, Zink, Mangan, Bor, Vitamin B und Vitamin C. Hier finden Sie eine komplette Formel zur Vorbeugung von Osteoporose.

Neben einem effektiven Nahrungsergänzungsprogramm wird zur Vorbeugung von Osteoporose empfohlen, den übermäßigen Genuss von Kaffee und Kohlensäure-hältigen Getränken zu vermeiden, welche viel Phosphor enthalten und dem Körper große Mengen Calcium entziehen. Auch durch Rauchen wird das Osteoporose-Risiko erhöht.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Knochendichte bei jenen Frauen, welche dreimal pro Woche 40 Minuten leichtes Krafttraining machen oder anderen Sport betreiben, erhalten bleibt. Ebenso sollte man sich täglich 30 Minuten im Sonnenlicht aufhalten, wodurch die Bildung von Vitamin D3 in der Haut angeregt wird.

Wie wichtig ist Vitamin K2 für starke Knochen bei Kindern und Jugendlichen?

Knochen wachsen und entwickeln sich in der Kindheit und in der Pubertät am stärksten. Die Knochenmasse erreicht mit etwa 30 bis 35 Jahren ihren Höhepunkt. Danach nehmen die Knochenmineralien mit dem Alterungsprozess langsam wieder ab.

Je höher daher die maximalen Werte in jungen Jahren sind, desto länger kann die Knochenmasse erhalten werden. Das Ziel sollte daher sein, Kalzium in der gesunden Knochenmatrix zu binden und die Konzentration an Knochenmineralien zu maximieren, um die Knochenmasse und Knochenhärte auch im höheren Lebensalter zu erhalten.

Ohne ausreichend Vitamin K und Osteocalcium kann Kalzium aber nicht richtig verwertet werden, um gesunde, kräftige Knochen aufzubauen.

Untersuchungen der Bevölkerung und auch klinische Studien haben gezeigt, dass ein verbesserter Vitamin K Status (dies bedeutet ein hoher Gehalt an Vitamin K im Blutserum) bei Kindern im engen Zusammenhang mit der Entwicklung starker und gesunder Knochen steht.

In einer 2008 veröffentlichten Studie, durchgeführt von van Summeren, wurde aufgezeigt, dass ein verbesserter Vitamin K Status über 2 Jahre bei Kindern zu stärkeren und dichteren Knochen führt.

Junge Knochen sind sehr aktiv und ihr Osteocalcingehalt ist 8-10 mal höher als bei Erwachsenen. Daher ist auch ihr Bedarf an Vitamin K dementsprechend erhöht. Kürzlich durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Großteil der Kinder aber unter einem Vitamin K Mangel leidet.

Die durchschnittliche Zufuhr an K Vitaminen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert und die momentane Aufnahme scheint für eine optimale Entwicklung und den Erhalt der Knochenmasse nicht ausreichend zu sein.

Dieser Mangel resultiert aus dem zu hohen Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln, zu geringe Zufuhr von Gemüse und die insgesamt unzureichende Zufuhr an Vitamin-K-reichen Lebensmitteln.

Führende Experten empfehlen daher dringend, ausreichend Vitamin K haltige Lebensmittel zu essen oder Kindern eine Nahrungsergänzung mit Vitamin K2 zu verabreichen.

Vitamin K2 Wirkung

Die Wirkung von Vitamin K ist einzigartig unter den Vitaminen. Vitamin K aktiviert die GLA Proteine (Gamma-Carboxylglutaminsäure), welche für die...

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