Vitamin B12 - was Sie wissen sollten!

Information, Mangel, Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen

Falls Sie wissen oder vermuten, dass Sie unter einem Vitamin B12 Mangel leiden, sind Sie nicht alleine. Aktuelle Studien zeigen, dass einer von vier Erwachsenen unter einem Mangel an diesem lebenswichtigen Vitamin leidet - fast die Hälfte der Bevölkerung weist suboptimale Blutwerte auf.

Bei unzureichender Aufnahme von Vitamin B12 über die Nahrung kommt es zu einem Vitamin B12 Mangel, der schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Nahrungsergänzungsmittel in Form von Vitamin B12 Präparaten stellen hier eine sinnvolle - und in vielen Fällen notwendige - Möglichkeit dar, einen Vitamin B12 Mangel zu beheben.

Was ist Vitamin B12?

Vitamin B12 ist ein essentielles und wasserlösliches Vitamin, dass viele wichtige Funktionen im Körper erfüllt. Dazu zählen vor allem die Unterstützung bei der Produktion roter Blutkörperchen, sowie bei der Entwicklung und Funktion des Nervensystems. Vitamin B12 wird über die Nahrung aufgenommen.

Vitamin B12 ist nur in Nahrung tierischen Ursprungs vorhanden. Veganer und Vegetarier sind daher besonders gefährdet, an einem Vitamin B12 Mangel zu leiden. Dies gilt auch für ältere Menschen, da die Fähigkeit, Vitamin B12 aus der Nahrung aufzunehmen und zu verwerten, im Alter abnimmt.

Vitamin B12 Mangel schleicht sich langsam ein

Vitamin B12, auch unter dem wissenschaftlichen Namen Cobalamin bekannt, ist wasserlöslich. Im Gegensatz zu anderen wasserlöslichen Vitaminen wird B12 nicht schnell über den Urin ausgeschieden.

Es wird in der Leber, den Nieren und anderem Körpergewebe gespeichert. Daher kann ein Mangel jahrelang unbemerkt bleiben, was von Ihrer Ernährung und der Fähigkeit Ihres Körpers, Vitamin B12 effizient aufzunehmen, abhängt.

Diese Zeitverzögerung ist ein ernstes Problem, da nach rund sieben Jahren des Vitamin B12 Mangels irreversible Gehirnschäden auftreten können.

Vitamin B12 wird passenderweise als Energievitamin bezeichnet, wobei es Ihr Körper für eine Vielzahl von Vitalfunktionen benötigt.

Zu ihnen gehören: die Energieproduktion, Blutbildung, DNA-Synthese und die Myelinbildung. (Myelin ist eine Isolierung, die Ihre Nervenenden schützt und es ihnen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren.)

Vitamin B12 Wirkung

Vitamin B12 genießt unter den Vitaminen eine gewisse Sonderstellung. Es ist nicht nur das größte und komplexeste aller Vitamine, es enthält außerdem als einziges ein metallisches Element: Cobalt. Dies zählt zu den seltenen Elementen. Es verleiht dem Vitamin B12 auch seinen chemischen Namen, Cobalamin.

Vitamin B12 kann von keinem pflanzlichen oder tierischen Organismus hergestellt werden, und muss daher über die Nahrung aufgenommen werden. Als ursprüngliche Vitamin B12 Quelle dient von Bakterien hergestelltes Vitamin B12, das durch Nahrungsmittel tierischen Ursprungs vom Körper aufgenommen wird. Vegane Ernährungsweisen müssen daher mit Vitamin B12 Vitaminpräparaten ergänzt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Vitamin B12 wurde ursprünglich durch seine heilende Wirkung bei Anämie bekannt, die durch Vitamin B12 Mangel entsteht. Mittlerweile weiß man, dass Vitamin B12 eine Reihe von lebenswichtigen Aufgaben und Funktionen im Körper erfüllt.

Vitamin B12 - Wandelbar und multifunktionell

Um seine Wirkung zu entfalten, wird Vitamin B12 über die Nahrung aufgenommen und ausschließlich im Krummdarm, dem letzten Teil des Dünndarms, absorbiert. Aufgrund seiner - für Moleküle - enormen Größe braucht Vitamin B12 für den Durchtritt durch die Schleimwand des Darmes die Hilfe von Transportproteinen. Dies ist ebenfalls nötig, um weiter in die Zellen des Körpers zu gelangen. In der Zelle wird Vitamin B12 dann in seine bioaktiven Formen, die sogenannten Coenzyme umgewandelt, Methylcobalamin und 5’-Desoxyadenosylcobalamin. [1] [2] [3]

Die Aufgaben von Vitamin B12 in der Zelle

Die beiden Coenzyme teilen sich somit die Aufgabenbereiche von Vitamin B12. Beide Coenzyme sind an grundlegenden zellulären Prozessen beteiligt. Methylcobalamin wird benötigt, um die Aminosäure Methionin herzustellen, ein wichtiger Baustein von Proteinen. Methylcobalamin ist außerdem zur Herstellung der strukturellen Elemente von DNA und RNA in der Zelle notwendig.

Fehlt Vitamin B12 hier, kann bei der Zellteilung nicht genügend DNA hergestellt werden. Diese Funktionen von Vitamin B12 sind besonders in Zellen mit hoher Zellteilungsrate entscheidend, wie z.B. dem Knochenmark. Ein Vitamin B12 Mangel wirkt sich daher auf die Produktionsrate von Blutzellen aus, und führt zu unzureichenden Mengen vor allem an roten Blutkörperchen - und damit zu Anämie.

Vitamin B12 gibt Energie

Das zweite Coenzym, 5’-Desoxyadenosylcobalamin, ist in den Mitochondrien wirksam. Dies sind Zellorganellen, welche die Energie für jede Zelle des Körpers bereitstellen. Vitamin B12 ist hier maßgeblich an der Herstellung von Fettsäuren und Strukturelementen weiterer Aminosäuren beteiligt. Vitamin B12 greift in den Citratzyklus ein, der organische Moleküle zur Energieproduktion und zum Aufbau neuer Substanzen aufarbeitet. Fehlt Vitamin B12 hier, kommt es zu neurologischen und kognitiven Störungen. [1] [3]

Die grundlegenden Funktionen von Vitamin B12 können also wie folgt zusammengefasst werden:
  • DNA und RNA Synthese
  • Fettsäurenproduktion
  • Aminosäurensynthese
  • Unterstützung der zellulären Energiegewinnung

Die Wirkungen von Vitamin B12 auf Ihre Gesundheit

Diese molekularen Funktionen von Vitamin B12 zeigen sich in der Wirkung von Vitamin B12 auf die Gesundheit:
  • steigert die Energie und verringert Müdigkeit und Ermüdung [4]
  • sorgt für eine gesunde Funktion des Nervensystems [5]
  • fördert das normale Wachstums und die Entwicklung der Nerven [6]
  • hilft bei der Produktion von roten Blutkörperchen [7]
  • reguliert eine gesunde Zellteilung und fördert die Langlebigkeit [8]
  • schützt das Herz-Kreislauf-System vor Homocystein [9]
  • sorgt für ein gesundes Immunsystem [10]
  • unterstützt die weibliche Fortpflanzungsgesundheit und Schwangerschaft [11]
  • fördert das mentale Wohlbefinden und reguliert die Stimmung [12]
  • fördert die mentale Klarheit, Konzentration und das Gedächtnis [13]
  • steigert die körperliche, emotionale und mentale Energie [14]

Vitamin B12 übt daher einen maßgeblichen positiven Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit aus. Einer unzureichende Versorgung von Vitamin B12 sollte daher auf jeden Fall vorgebeugt werden, besonders bei veganer Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel können helfen, den Vitamin B12 Spiegel anzuheben.

Vitamin B12 Mangel

Vitamin B12 ist ein essentielles Vitamin, dass über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist hauptsächlich in tierischen Produkten, wie z.B. Fleisch, Milchprodukten und Eiern enthalten. Ein Vitamin B12 Mangel bleibt oft lange unentdeckt, da der Körper Vitamin B12 über einige Zeit speichern kann. Unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 kann jedoch schwerwiegende Folgen für Blutbild, Nervensystem und Hirnfunktion haben.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass zwischen 2.5% und 26% der Bevölkerung an Vitamin B12 Mangel leiden.[15] Eine amerikanische Studie untersuchte diese Zahlen genauer und fand heraus, dass das Risiko, von einem Vitamin B12 Mangel betroffen zu sein mit dem Alter ansteigt.[16]

Wieviel Vitamin B12 braucht der Mensch?

Der Körper lagert normalerweise zwischen 3mg und 5mg Vitamin B12 ein.[16] Dieses wird hauptsächlich in der Leber gespeichert und von dort je nach Bedarf zur Verfügung gestellt. Die empfohlene tägliche Aufnahmemenge von Vitamin B12 beträgt 2.4µg. Diese Menge ist z.B. in 50g magerem Rindfleisch enthalten, in 120g Käse oder Eigelb, oder in etwa 70g Seelachs. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide oder Reis dienen nicht als Vitamin B12 Quelle.

Bei der Aufnahme von Vitamin B12 über die Nahrung muss weiters beachtet werden, dass die in Lebensmitteln enthaltene Menge von Vitamin B12 nicht unbedingt der verwertbaren Menge entspricht. Nur ungefähr die Hälfte bis zwei Drittel des z.B. mit Fleisch aufgenommenen Vitamin B12 steht dem Körper nachher in bioaktiver Form zur Verfügung.

Pro Mahlzeit können außerdem nur bist zu maximal 2µg Vitamin B12 aufgenommen werden, bevor das System im Dünndarm gesättigt ist. Deshalb muss die tägliche Vitamin B12 Dosis auf mehrere Mahlzeiten verteilt eingenommen werden.[17]

Wie kann der Vitamin B12 Spiegel gemessen werden?

Die Konzentration von Vitamin B12 kann durch eine Laboranalyse des Blutes gemessen werden. Dadurch kann die im Blutserum vorhandene Menge an Vitamin B12 bestimmt werden. Die normale Vitamin B12 Konzentration im Blut liegt zwischen 200 und 900 pg/ml.

Werte unter 200 pg/ml werden daher als Vitamin B12 Mangel angesehen. Normalerweise kommt es bei Serumkonzentrationen von weniger als 200 pg/ml zu Symptomen von Vitamin B12 Mangel. Bei älteren Menschen können jedoch auch bei Werten zwischen 200 und 500 pg/ml Symptome auftreten.[18]

Eine Studie an älteren Personen, die einen Hüftbruch erlitten hatten, zeigte, dass eine Serumkonzentration von Vitamin B12 von weniger als 350 pg/ml mit geringeren kognitiven Fähigkeiten einherging. Dies bedeutet, dass unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 den Verlust der Gedächtnis- und Erinnerungsleistungen in älteren Menschen fördern könnte.[19] Für eine optimale Versorgung mit Vitamin B12 sollten daher besonders bei älteren Menschen Serumkonzentration von über 500 pg/ml angestrebt werden.

Ein Vitamin B12 Überschuss ist auch bei übermässiger Einnahme nicht zu befürchten, da überschüssiges Vitamin B12 über den Urin ausgeschieden wird. Abnormal hohe Werte von Vitamin B12 treten normalerweise nur infolge von Leber- oder Knochenmarkserkrankungen auf.[18]

Was sind die Ursachen für einen Vitamin B12 Mangel?

Da Vitamin B12 über die Nahrung aufgenommen wird, liegen die Ursachen eines Vitamin B12 Mangels entweder in der Aufnahme oder der Verwertung von Vitamin B12.

  • Unzureichende Aufnahme von Vitamin B12 über die Nahrung (besonders häufig bei veganer oder vegetarischer Ernährung)
  • Ungenügende Resorption von Vitamin B12 im Verdauungstrakt (z.B. durch Zöliakie oder Morbus Crohn)
  • Einnahme von Medikamenten, die die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen (z.B. Metformin (Diabetes), sowie Protonenpumpenhemmer (Medikamente zur Säureregulation des Magens))
  • Fehlender Intrinsic Faktor (endogener Magenfaktor, der zur Resorption von Vitamin B12 durch die Darmschleimhaut notwendig ist)
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Risikogruppen für einen Vitamin B12 Mangel

Das Risiko, an einem Vitamin B12 Mangel zu leiden, ist durch die bekannten Ursachen nicht bei jeder Person gleich hoch. Es gibt Risikogruppen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit an einem Vitamin B12 Mangel leiden. Zu ihnen gehören:

  • Langjährige Veganer oder Vegetarier
  • Personen mit einem Alter von über 50 Jahren
  • Personen, die Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) oder Medikamente gegen Geschwüre einnehmen[20]
  • Diabetiker, die Metformin einnehmen
  • Personen mit Krankheiten, die die Resorption von Vitamin B12 beeinträchtigen (Morbus Crohn, Zöliakie, etc)
  • Personen mit einem genetisch bedingten Defekt in der Aufnahme von Vitamin B12 (Intrinsic Faktor oder Transcobalamin)

Personen, die zu einer der Risikogruppen gehören sollten ihren Vitamin B12 Status bestimmen lassen und gegebenenfalls ihre Vitamin B12 Einnahme durch Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen.

Was sind die Folgen eines Vitamin B12 Mangels?

Durch die langfristige Speicherung von Vitamin B12 in der Leber, können Symptome eines Vitamin B12 Mangels oft mit Verspätung auftreten, beispielsweise erst Jahre nach einer Umstellung auf eine völlig vegane Ernährungsweise.

Die Symptome werden daher oft nicht direkt mit der Ursache in Verbindung gebracht. Im Zweifelsfall kann durch einen Umkehrschluss und die Einnahme von zusätzlichem Vitamin B12 und eine darauf folgende Verbesserung der Symptome die Ursache bestätigt werden.

Grundlegend betreffen die Symptome eines Vitamin B12 Mangels entweder die Blutbildung oder das Nervensystem, können jedoch auch Auswirkungen auf die Psyche oder das Herz-Kreislauf System haben.

Auswirkungen eines Vitamin B12 Mangels:[21]


Hämatologische Auswirkungen:

  • Perniziöse Anämie mit Megaloblasten (stark vergrösserte Vorläufer der roten Blutkörperchen)
  • Panzytopenie (Blutzellenmangel, kann alle drei Arten von Blutzellen betreffen - weiße oder rote Blutkörperchen, sowie Blutplättchen)

Neurologische Auswirkungen:

  • Parästhesie (Nervenempfindung wie z.B. Kribbeln, Prickeln, Jucken, etc. ohne erkennbaren physikalischen Reiz)
  • Periphere Neuropathie (Empfindungsstörungen in Händen und Füßen)
  • Demyelinierung der Nerven (Verlust der isolierenden Schutzhülle der Nerven)

Psychische Auswirkungen:

  • Persönlichkeitsstörungen
  • Verlust des Erinnerungsvermögens, Demenz
  • Depression
  • Psychosen

Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf System:

  • Erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko

Wie erkennt man einen Vitamin B12 Mangel?

Ein möglicher Vitamin B12 Mangel kann sich durch folgende Symptome äußern:
  • Erschöpfung, unerklärliche Schwäche und fehlende Energie
  • Schwindel, Gleichgewichtsprobleme und Ohnmacht
  • Mentale Verworrenheit und Verwirrtheit
  • Gedächtnisverlust oder Demenz
  • Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit
  • Kälte, Taubheit oder Kribbeln in den Händen und Füßen
  • Langsame Reflexe oder reduzierte Funktion des Nervensystems
  • Blasse Haut oder Gelbfärbung der Haut
  • Schmerzender Mund oder Zunge
  • Stimmungsschwankungen
  • Fehlende Motivation und Gefühl der Apathie
  • Muskelschwäche

Bei langanhaltendem Auftreten einer oder mehrerer dieser Symptome sollte ein Vitamin B12 Mangel in Betracht gezogen werden. Die Bestimmung der Konzentration von Vitamin B12 im Blut kann zur Klärung des Vitamin B12 Status herangezogen werden.

Wie kann ein Vitamin B12 Mangel behoben werden?

Ein bestehender Vitamin B12 Mangel kann durch die Einnahme von hochdosiertem Vitamin B12 behoben werden. In schweren Fällen und bei perniziöser Anämie werden intramuskuläre Injektionen von 1000µg Vitamin B12 jeden zweiten Tag bis zum Abklingen der Symptome empfohlen, gefolgt von langfristiger Einnahme in Form von Vitamin B12 Tabletten.

Bei stark verringerter Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm, wie z.B. bei fehlendem Intrinsic Faktor oder bei Einnahme von magensäureregulierenden Medikamenten, empfiehlt sich die Einnahme von Vitamin B12 Lutschtabletten, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.[22]

Zusammenfassend kann ein Vitamin B12 Mangel schwerwiegende Folgen für das Nervensystem, Produktion der Blutzellen, Hirnfunktion und das Herz-Kreislauf System haben. Personen, die zu einer der Risikogruppen gehören und/oder älter sind, sollten daher eine Ergänzung der Vitamin B12 Einnahme durch Vitamin B12 Präparate in Erwägung ziehen.

Vitamin B12 Formen

Nahrungsmittel enthalten von Natur aus verschiedene Formen von Vitamin B12. Diese Formen werden auch als Vitamin B12 Präparate angeboten. Welche Vitamin B12 Form ist nun die Beste? Sind manche Vitamin B12 Formen wirksamer als andere?

Vitamin B12 gehört zu der chemischen Gruppe der Cobalamine, die alle Formen von Vitamin B12 umfasst. Cobalamine besitzen als Zentralatom das Spurenelement Cobalt. Vitamin B12 ist der einzige Naturstoff, also von Organismen gebildete Verbindung, der ein Cobalt Element enthält.

An diesem zentralen Cobalt Element sind 5 Stickstoffatome gebunden, sowie ein weiterer Ligand. Diese zentrale Struktur ist von einem stabilen Gerüst aus Ringstrukturen umgeben, wie die Nobelpresiträgerin Dorothy Hodgkins mittels Röntgenbeugung zeigte.[23]

Entscheidend für die verschiedenen Vitamin B12 Formen ist der sechste Ligand am zentralen Cobalt Element. Dieser kann verschiedenen chemischen Gruppen angehören, und ist maßgeblich für die spezifische Funktion der jeweiligen Form von Vitamin B12 verantwortlich.

Nachfolgend werden die verschiedenen Vitamin B12 Formen besprochen: [24]

  • Cyanocobalamin: inaktive Form
  • Hydroxycobalamin: inaktive Form
  • Methylcobalamin: bioaktives Coenzym
  • Adenosylcobalamin: bioaktives Coenzym

Welche Funktionen haben die verschiedenen Vitamin B12 Formen?

Inaktive Formen von Vitamin B12, wie Cyanocobalamin und Hydroxycobalamin werden nach der Aufnahme im Körper gespalten und in die bioaktiven Formen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin umgewandelt.

Dabei wird erst die -HO bzw. -CN Gruppe entfernt, und in einem weiteren Schritt die -CH3 oder -5’ Desoxyadenosyl-Gruppe angehängt. Die jeweiligen Schritte werden durch spezifische zelluläre Enzyme durchgeführt. Ist eines dieser Enzyme nicht funktionsfähig, kann kein bioaktives Vitamin B12 hergestellt werden.

Nach der Umwandlung in bioaktive Formen, arbeiten die Vitamin B12 Coenzyme ihrem Namen entsprechend mit Enzymen zusammen. Dabei sind die Coenzyme für die Funktion der Enzyme notwendig, können also nicht durch andere Faktoren ersetzt werden.

Methylcobalamin agiert in der Zelle mit dem Enzym Methioninsynthase, das für die Produktion des Erbmaterials DNA und RNA notwendig ist. Methylcobalamin ist damit besonders wichtig in sehr aktiven Zellen, wie jene des Knochenmarks, wo die Blutzellen gebildet werden. Bei einem Mangel an Methylcobalamin werden nicht ausreichend funktionstüchtige rote Blutkörperchen gebildet - es kommt zu Anämie.[25] [26]

Adenosylcobalamin ist in den Mitochondrien wirksam. Dies sind kleine Zellorganellen, in denen Energie für die Zelle generiert wird. Adenosylcobalamin aktiviert hier das Enzym Methylmalonyl-CoA Mutase.

Dies ist für die Produktion von Fettsäuren und Bausteinen der DNA von entscheidender Bedeutung, ebenso wie für den Citratzyklus, der der zellulärren Energiegewinnung dient. Bei einem Mangel an Adenosylcobalamin kann es zu neurologischen und kognitiven Störungen kommen.[25] [26]

Hydroxycobalamin hat noch eine weitere spezielle Funktion neben der als Vitamin B12 Coenzym Vorläufer. Hydroxycobalamin kann eine -CN Gruppe aufnehmen, die ansonsten als Zyanid abgespalten wird. Hydroxycobalamin wird daher bei Blausäurevergiftung zur Entgiftung eingesetzt.

Welche Formen werden über die Nahrung aufgenommen?

Die Hauptformen von Vitamin B12, die über die Nahrung aufgenommen werden, sind Methylcobalamin, Adenosylcobalamin und Hydroxycobalamin. Zu den Formen, die nur sehr selten in der Nahrung zu finden sind, gehören Cyanocobalamin und Sulfitcobalamin, ein weiteres Cobalamin Derivat.[27]

Welche Formen sollte man als Vitamin B12 Präparate einnehmen?

Cyanocobalamin ist die am günstigsten synthetisch herzustellende Form von Vitamin B12 und wird deswegen häufig als Vitamin B12 Präparat angeboten. Hydroxycobalamin ist die in Lebensmitteln am häufigsten vorkommende Vitamin B12 Form. Hydroxycobalamin ist jedoch nicht sehr stabil und daher schwieriger herzustellen und zu lagern.

Ein Vergleich der beiden inaktiven Vitamin B12 Formen zeigt folgendes: [24]

  • Hydroxycobalamin stellt 50% des aufgenommenen und an Transcobalamin gebundenen Vitamin B12 im Blutplasma dar und ist damit die am häufigsten gefundene Form von Vitamin B12 im Blut.

  • Hydroxycobalamin wird länger im Körper gespeichert und langsamer über die Nieren ausgeschieden als Cyanocobalamin.

  • Unter Versuchsbedingungen zeigte sich Hydroxycobalamin als effizienter bei der Umwandlung in die bioaktiven Vitamin B12 Formen als Cyanocobalamin.

Ausgehend von diesen Resultaten ist die Einnahme von Hydroxycobalamin der von Cyanocobalamin vorzuziehen.

Da die beiden aktiven Formen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin jedoch die einzigen direkt verwertbaren Vitamin B12 Formen darstellen, empfehlen immer mehr Ernährungswissenschafter diese Vitamin B12 Formen.

Besonders Methylcobalamin zeigt die höchste Aktivität bei der DNA-Methylierung. Dies ist die Hauptaufgabe des aktiven Vitamin B12 Enzyms. Methylcobalamin ist deshalb die am häufigsten empfohlene Form von Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel.

Vitamin B12 Intrinsic Faktor

Vitamin B12 wird über Nahrung tierischen Ursprungs aufgenommen, um letztendlich als aufgereinigtes Coenzym zellulären Enzymen zur Verfügung zu stehen. Dafür muss das Vitamin B12 Molekül durch die Dünndarmwand geschleust werden. Dieser entscheidende Schritt kann durch die Größe des Vitamin B12 Moleküls nur mithilfe eines Transportmittels bewältigt werden.

Ein Protein namens Intrinsic Faktor schleust hierbei das Vitamin B12 Molekül durch die Darmschleimwand und stellt es so den Körperzellen zur Verfügung. Der Intrinsic Faktor steht daher im Mittelpunkt der Vitamin B12 Aufnahme. Fehlt der Intrinsic Faktor, so kann aufgenommenes Vitamin B12 nur durch passive Diffusion, nicht aber durch aktiven Transport mittels Intrinsic Factor aufgenommen werden.

Wie funktioniert der Intrinsic Faktor?

Vitamin B12 ist in der Nahrung an Proteine und Peptide gebunden, und wird im Speichel beim Kauen und im Magen von diesen gelöst. Der geringe pH Wert der Magensäure erleichtert hier die Auslösung von Vitamin B12. Zuerst wird Vitamin B12 hier an das sogenannte R Protein gebunden, welches in Speichel und Magensäure Vitamin B12 besser bindet als der Intrinsic Faktor. [28] [29]

Obwohl R Protein eine höhere Bindungskraft für Vitamin B12 hat, weist der Intrinsic Faktor die höhere Spezifität für Vitamin B12 auf. So werden beispielsweise Vitamin B12 Analoge ebenfalls von dem R Protein gebunden, jedoch nicht von dem Intrinsic Faktor. Das an den Intrinsic Faktor gebundene Vitamin B12 bindet dann an einen Rezeptor und wird durch die Wand des bis zu 3m langen Krummdarms (auch Ileum genannt) im letzten Teil des Dünndarms geschleust.[28] [29]

Wo wird der Intrinsic Faktor hergestellt?

Der Intrinsic Faktor wird von den Parietalzellen des Magens produziert. Diese stellen den Intrinsic Faktor in großen Mengen her, welche die physiologisch benötigte Menge um ein 50faches übersteigt. Der Grund für diese Massenproduktion ist derzeit ungeklärt, dient aber unter Umständen der Absicherung der Vitamin B12 Aufnahme, die nur durch den letzten Teil des Dünndarms und fast ausschliesslich mithilfe des Intrinsic Faktors möglich ist.[28] [29]

Was passiert, wenn kein Intrinsic Faktor hergestellt wird?


1. Erblich bedingtes Fehlen des Intrinsic Faktors

Das Fehlen des Intrinsic Faktors kann verschiedene Ursachen haben. Bei einer Mutation jenes Gens, welches für den Intrinsic Faktor codiert, wird dieser nicht hergestellt. Die Folge davon wird als erblich bedingter Intrinsic Faktor Mangel (englisch: hereditary intrinsic factor deficiency, HIFD) beschrieben. Hierbei handelt es sich um eine autosomal rezessive Erbkrankheit, bei der jeder Elternteil eine defekte Genkopie vererbt.

Das Immerslund-Gräsbeck Syndrom ist eine der HIFD sehr ähnliche Krankheit; die Mutationen liegen hier jedoch nicht in dem Gen für den Intrinsic Faktor, sondern in jenen für die Untereinheiten des Rezeptors für den Intrinsic Faktor im Ileum. Beide Erbkrankheiten äußern sich in typischen Symptomen für einen Vitamin B12 Mangel, mit Magen-Darm Beschwerden, Panzytopenie (Mangel an Blutzellen) und Anämie. Zur Diagnose wird das Fehlen des Intrinsic Faktor mittels spezifischer Antikörper bestätigt. Beide Krankheiten können durch regelmäßige parenterale Verabreichung von Vitamin B12 behandelt werden.[30] [31]

Alternativ dazu kann ein Vitamin B12 Mangel in Abwesenheit des Intrinsic Faktors auch mit einer hochdosierten Einnahme von Vitamin B12 behoben werden. In diesem Falle beruht der Aufnahmemechanismus auf passiver Diffusion von Vitamin B12 durch die Darmwand. Nachdem durch Diffusion nur etwa 1.2% des aufgenommenen Vitamin B12 verwertet werden können, muss in diesem Fall eine entsprechend höhere Dosierung von Vitamin B12 (1000µg bis 2000µg pro Tag) eingenommen werden.[32] [33]

2. Autoimmunreaktion gegen den Intrinsic Faktor

Im Falle einer perniziösen Anämie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen den Intrinsic Faktor hergestellt werden. Diese binden an den Intrinsic Faktor und verhindern so, dass Vitamin B12 gebunden und durch die Darmschleimwand transportiert wird .[34]

Unzureichende Produktion des Intrinsic Faktors

Wird nicht ausreichend Intrinsic Faktor hergestellt, dann ist der Körper auch nicht in der Lage, die physiologisch notwendige Menge an Vitamin B12 aufzunehmen. Unzureichende Produktion des Intrinsic Faktors kann in folgenden Fällen vorkommen:

  • Im Zuge des normalen Alterns


    Die Analyse der Intrinsic Faktor Konzentration mittels spezifischer Antikörper in Personen über 70 Jahren ergab, dass in etwa bei 1% bis 2% der Personen nicht genug Intrinsic Faktor hergestellt wurde, was zu einem Vitamin B12 Mangel führt.[35]

  • Durch mangelnde Funktion der Parietalzellen


    Der Intrinsic Faktor wird von den Parietalzellen im Magen produziert und abgesondert. Im Rahmen bestimmter Erkrankungen, wie z.B. der Immunschwäche AIDS, sind diese Zellen kompromittiert und scheiden zu wenig Magensäure, Pepsin, und Intrinsic Faktor aus. Eine unzureichende Intrinsic Faktor Produktion wurde in 40% der untersuchten AIDS Patienten gefunden.[36]

  • Durch operative Eingriffe im Magen-Darm-Trakt


    Im Zuge bestimmter Operationen, wie z.B. bei einer gastrischen Überbrückung oder einer Gastrektomie (teilweise Entfernung des Magens), wird die Produktion des Intrinsic Faktor durch Verlust der Parietalzellen reduziert oder geht gänzlich verloren.[28] [29] [34]

Intrinsic Faktor und Infektionen

Die Wechselwirkung zwischen dem Intrinsic Faktor und bakteriellen Infektionen ist zweiseitig. Zum einen können Bakterien die Vitamin B12 Aufnahme durch Interaktion mit dem Intrinsic Faktor negativ beeinflussen; zum anderen scheint der Intrinsic Faktor beim Schutz gegen Infektionen eine Rolle zu spielen.

  • Helicobacter pylori, ein häufiger Auslöser für Magengeschwüre, kann eine Autoimmunreaktion gegen Parietalzellen und den Intrinsic Faktor begünstigen, und somit die Aufnahme von Vitamin B12 verhindern.[37]
  • Übermäßige Belastung des Dünndarms mit Gram-negativen Bakterien (z.B. E. coli) verringert ebenfalls die Intrinsic Faktor Funktion.[29]
  • Parasitenbefall mit Lamblien oder Fischbandwurm führt zu reduzierter Bindung des Intrinsic Faktors an die spezifischen Rezeptoren des Dünndarms.[29]
  • Experimente in Mäusen haben gezeigt, dass das Fehlen des Intrinsic Faktors zu einer höheren Anfälligkeit für Infektionen mit Salmonellen oder Citrobacter (Enterobakterien) führt.[38]

Diese wissenschaftliche Belege weisen auf eine - oder mehrere - noch nicht ganz geklärte Rollen des Intrinsic Faktors bei bakteriellen Infektionen und Parasitenbefall hin.

Zusammenfassung

Der Intrinsic Faktor besitzt eine Schlüsselrolle bei der Aufnahme von Vitamin B12 über den Dünndarm. Zu geringe oder nicht vorhandene Intrinsic Faktor Produktion führt zu Vitamin B12 Mangel, der nur durch hochdosierte (1000mcg bis 2000mcg pro Tag) orale Einnahme von Vitamin B12 oder durch Vitamin B12 Injektionen korrigiert werden kann.

Vitamin B12 und zu wenig Magensäure

Bei Magenverstimmungen, Sodbrennen und Refluxösophagitis hat man üblicherweise Symptome, die sich so anfühlen, als würde der Magen zu viel Säure produzieren. In den meisten Fällen ist aber das Gegenteil der Fall - es wird zu wenig Magensäure produziert.

Um die Situation noch zu verschlechtern, greifen viele Menschen bei Magenverstimmungen und Sodbrennen zu einem Säureblocker, was die Fähigkeit des Magens, Salzsäure zu bilden, noch zusätzlich hemmt.

Fehlende Säure im Magen stört die Verdauung und reduziert die Menge der Nährstoffe, die aus den Nahrungsmitteln aufgenommen werden kann.

Da zu wenig Magensäure einen Intrinsic-Faktor Mangel zur Folge haben kann, dieser aber entscheidend für die Vitamin B12 Aufnahme ist, ist dies eine weitere Erklärung, warum so viele Menschen keine ausreichende Mengen an Vitamin B12 aufnehmen.

Vitamin B12 Dosierung

Vitamin B12 ist ein essentielles Vitamin, das zwar im Körper (vor allem in der Leber) gespeichert werden kann, durch seine Wasserlöslichkeit jedoch großteils über die Niere wieder ausgeschieden wird. Für eine optimale Versorgung muss Vitamin B12 daher täglich über die Nahrung aufgenommen werden.

Ist dies nicht möglich (z.B. durch vegane Ernährung) oder nicht ausreichend (z.B. durch verringerte Resorption im Darm bei älteren Menschen), sollte Vitamin B12 zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Doch wieviel Vitamin B12 braucht der Mensch?

Empfohlener Tagesbedarf von Vitamin B12

Der Tagesbedarf von Vitamin B12 hängt vom Körpergewicht ab, weswegen es unterschiedliche Richtlinien für Kinder und Erwachsene gibt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Werte als Richtlinien an:[39]
  • Säuglinge:

  • 0 bis 4 Monate: 0,4 µg/Tag
    4 bis unter 12 Monate: 0,8 µg/Tag
  • Kinder:

  • 1 bis unter 4 Jahre: 1,0 µg/Tag
    4 bis unter 7 Jahre: 1,5 µg/Tag
    7 bis unter 10 Jahre: 1,8 µg/Tag
    10 bis unter 13 Jahre: 2,0 µg/Tag
    13 bis unter 15 Jahre: 3,0 µg/Tag
  • Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene:

    3,0 µg/Tag
  • Schwangere:

    3,5 µg/Tag
  • Stillende:

    4,0 µg/Tag

Interpretation der Richtlinien

Der von der DGE empfohlene Tagesbedarf an Vitamin B12 ist jedoch lediglich als Richtlinie zu empfehlen, um einem akuten Vitamin B12 Mangel in ansonsten völlig gesunden Personen vorzubeugen.

Ganz entscheidend ist, dass nur ein geringer Teil der aufgenommenen Vitamin B12 Menge letztendlich tatsächlich dem Körper zur Verfügung steht. Der Tagesbedarf an Vitamin B12 ist daher nicht unbedingt gleich der aufzunehmenden Menge an Vitamin B12.

Vitamin B12 wird normalerweise über die Nahrung aufgenommen, und in Teilen des Dünndarms mithilfe eines Transportfaktors durch die Darmschleimwand geschleust, bevor es in bioaktive Vitamin B12 Coenzyme umgewandelt wird.[40] Dabei geht ein bedeutender Teil des aufgenommenen Vitamin B12 verloren.

Wieviel Vitamin B12 kann der Körper aufnehmen?

Die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm erfolgt großteils über die Bindung von Vitamin B12 and das Transportmolekül Intrinsic Faktor. Dabei ist zu beachten, dass pro Mahlzeit nur bis zu 1,5µg an Vitamin B12 aufgenommen werden können, bevor das System gesättigt ist.

Forscher haben jedoch anhand von Studien an Personen, denen der Intrinsic Faktor fehlt, herausgefunden, dass ein Teil des aufgenommenen B12 Vitamins auch durch passive Diffusion durch die Wand des Dünndarms aufgenommen wird, unabhängig von Transportmechanismen.[32] Etwa 1,2% der aufgenommen Vitamin B12 Menge werden so durch passive Diffusion aufgenommen, selbst bei fehlendem Intrinsic Factor.

  • Aktive Aufnahme von Vitamin B12 durch den Intrinsic Faktor: 1,2µg pro Mahlzeit
  • Passive Aufnahme durch Diffusion: 1,2% der aufgenommenen Vitamin B12 Menge

Diese Aufnahmemengen können bei älteren Personen durch geringere Effizienz des Darmtraktes jedoch reduziert sein. Dies ist der Grund, warum Personen ab 50 häufiger an Vitamin B12 Mangel leiden als jüngere Personen.[33]

Der gesunde Körper kann also maximal 1,5µg pro Mahlzeit plus 1,2% der zugeführten Vitamin B12 Menge aufnehmen, um den Tagesbedarf zu decken.

Optimale Vitamin B12 Dosierung

Durch die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Systems ist es also notwendig, dem Körper wesentlich mehr Vitamin B12 als die empfohlene Tagesdosis zuzuführen. Doch wie geht man sicher, den Körper optimal mit Vitamin B12 zu versorgen, ohne allzu viel Vitamin B12 im wahrsten Sinne des Wortes über die städtischen Abwassersysteme zu entsorgen?

  • Bei einem akuten Vitamin B12 Mangel sollten täglich 1000µg bis 2000µg (also 1-2mg) Vitamin B12 eingenommen werden. Studien haben gezeigt, dass die orale Einnahme von Vitamin B12 hier ebenso wirksam ist, wie die im medizinischen Bereich öfter angewendete intramuskuläre Injektion (4). Diese Menge ist auch ausreichend, um die entleerten Vitamin B12 Speicher wieder aufzufüllen.[41]

  • Eine Dosisfindungsstudie der holländischen Universität von Wageningen ergab, dass einem leichten Vitamin B12 Mangel in älteren Menschen mit einer Dosierung von 500µg bis 1000µg entgegengewirkt werden muss, um diesen effektiv zu beheben.[42]

  • Eine dänische Studie hinterfragte den empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin B12 und zeigte, dass junge, gesunde Menschen täglich mindestens 4µg bis 7µg Vitamin B12 zu sich nehmen müssen, um einen adäquaten Vitamin B12 Spiegel zu halten.[43] Bei Kindern und Jugendlichen scheint eine Einnahme von mehr als 10µg/Tag keine weitere Steigerung des Vitamin B12 Spiegels zu verursachen und erscheint daher nur bei Verdacht auf Vitamin B12 Mangel notwendig.[44]

Empfohlene Vitamin B12 Dosierung

Ausgehend von den wissenschaftlichen Ergebnissen, ergeben sich folgende Dosisempfehlungen:

  • Gesunde Personen unter 50 Jahren: 4µg bis 7µg/Tag

  • Personen über 50 Jahren, Vegetarier, Veganer, Schwangere, Stillende oder andere Risikogruppen: 500µg bis 1000µg/Tag

  • Personen mit akutem Vitamin B12 Mangel: 1000µg bis 2000µg Vitamin B12/Tag

  • Gesunde Personen werden als Personen ohne erhöhten Bedarf definiert. Ein möglicher erhöhter Bedarf kann durch körperliche Belastung und Sport, Stress, Alkohol- oder Koffeinkonsum, Mangelernährung oder unausgewogene Ernährung entstehen.

Zusammenfassend ist anzunehmen, dass der offiziell empfohlene Tagesbedarf an Vitamin B12 unter dem tatsächlichen Bedarf junger, gesunder Menschen liegt. Die optimale Dosierung von Vitamin B12 zur Behebung oder Vorbeugung möglicher Mangelerscheinungen ist abhängig von Alter, Lebensumständen und Ernährung.

Vitamin B12 für Veganer und Vegetarier

Warum gehören Veganer und Vegetarier zu den Risikogruppen?

Vitamin B12 wird durch Nahrung tierischen Ursprungs aufgenommen, und muss dem menschlichen Körper täglich zugeführt werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Die meisten Nahrungsmittel pflanzlicher Basis enthalten so gut wie kein Vitamin B12. Dies liegt daran, dass Vitamin B12 nur von Bakterien produziert werden kann und durch Anreicherung in der Nahrungskette letztendlich in Fleisch und anderen tierischen Produkten enthalten ist.[45]

Vegane und vegetarische Ernährung wird oft aus gesundheitlichen, ökologischen oder ethischen Gründen gewählt, kann jedoch auch kulturelle, religiöse oder finanzielle Hintergründe haben. Während Vegetarier kein Fleisch, jedoch andere tierische Produkte wie Eier und/oder Milchprodukte zu sich nehmen, verzichten Veganer gänzlich auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs.

Ganzheitlich betrachtet, unterstützen vegetarische und vegane Ernährungs- und Lebensweisen die Nachhaltigkeit und verringern das Risiko, an typischen Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes zu erkranken.[46] Weltweit gibt es etwa 75 Millionen Vegetarier, die diese Ernährungsweise gewählt haben, sowie fast 1.5 Milliarden Menschen, deren Möglichkeiten eine omnivore Ernährung (die Zufuhr von tierischer sowie pflanzlicher Ernährung) ausschließen.[47]

Eine ausgewogene vegetarische oder vegane Ernährung, in Verbindung mit Sonnenlicht, kann - fast - den gesamten Bedarf an Nährstoffen und lebenswichtigen Vitalstoffen, wie Vitamine und Mineralien, abdecken. Die entscheidende Ausnahme bildet hier Vitamin B12.

Da Vitamin B12 in den meisten Pflanzen fehlt, zählen Veganer und Vegetarier zu einer der Risikogruppen, einen Vitamin B12 Mangel zu bekommen. Bei veganer und vegetarischer Ernährung muss Vitamin B12 daher bewusst durch gezielt angereicherte Nahrungsmittel oder durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Der Vitamin B12 Status sollte regelmäßig kontrolliert werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.[46]

Sind alle Veganer und Vegetarier betroffen?

Dass Veganer und Vegetarier mit höherer Wahrscheinlichkeit an einem Vitamin B12 Mangel leiden, wurde von verschiedenen Studien eindeutig belegt. Während geschätzte 2.5% bis 26% der Gesamtbevölkerung (inklusive Veganer und Vegetarier) an einem Vitamin B12 Mangel leiden, wurde bei Personen mit vorwiegend pflanzlicher Ernährung durchgehend höhere Wahrscheinlichkeiten gefunden.[48]

Eine Analyse aller dazu publizierten Studien, bestätigte einen Vitamin B12 Mangel bei Veganern und Vegetariern in

  • 25% bis 86% der Kindern
  • 21% bis 51% der Jugendlichen
  • 11% bis 90% der älteren Menschen
  • 62% der schwangeren Frauen

Genauere Untersuchungen der Ergebnisse zeigten, dass Veganer häufiger an Vitamin B12 Mangel leiden als Vegetarier und dass der Zeitraum der veganen oder vegetarischen Ernährungsweise eine entscheidende Rolle spielt. Personen, die sich seit Geburt vegan oder vegetarisch ernähren, tragen ebenfalls ein höheres Risiko, an einem Vitamin B12 Mangel zu leiden, als solche, die ihre Ernährung zu einem späteren Zeitpunkt umstellen.[49]

Vitamin B12 Testergebnisse bei Veganern und Vegetariern

Messungen der Vitamine B12 Werte bei Veganern und Vegetariern ergeben, wie bei allen anderen Personen, je nach angewandter Methode, verschiedene Ergebnisse, die unterschiedliche Schlüsse zulassen. Studien der Vitamin B12 Werte bei Veganern und Vegetariern in Deutschland ergaben, dass bei Anwendung des Holotranscobalamin-Tests 61% bis 72%, bei Kombination der Ergebnisse aus Holotranscobalamin und MMA Test zwischen 58% und 66% der Veganer und Vegetarier an einem Vitaminn B12 Mangel leiden.[45]

Eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Vitamin B12 Tests in allen Ernährungsgruppen, durchgeführt am Universitätskrankenhaus Saarland, ergab, dass

  • 11% der Omnivoren, 77% der Vegetarier und 92% der Veganer unzureichende Holotranscobalaminwerte (> 35 nmol/L) aufweisen
  • 5% der Omnivoren, 68% der Vegetarier und 83% der Veganer zu hohe MMA Werte (> 271 nmol/L) aufweisen
  • 16% der Omnivoren, 38% der Vegetarier und 67% der Veganer erhöhte Homocysteinwerte (> 12 nmol/L) aufweisen [50]

Diese Ergebnisse bestätigen den in anderen Studien belegten, weit verbreiteten Vitamin B12 Mangel bei Veganern und Vegetariern, und zeigen eindeutig, dass die Aufnahme von Eiern und/oder Milchprodukten bei Vegetariern nicht ausreicht, um einem Vitamin B12 Mangel vorzubeugen.

Wann treten Mangelerscheinungen auf?

Vitamin B12 muss durch die Nahrung aufgenommen werden, wird jedoch auch im Körper, vor allem in der Leber, gespeichert. Es kann daher einige Zeit dauern, bis die ersten Symptome eines Vitamin B12 Mangels nach Umstellung auf vegetarische oder rein pflanzliche Ernährung auftreten.

Studien belegen jedoch, dass die ersten Symptome bereits nach 2 Jahren auftreten können und der Vitamin B12 Mangel durch Serumtests auch bereits in den ersten 5 Jahren nach der Nahrungsumstellung evident wird.

Unzureichende Vitamin B12 Werte durch vegetarische Ernährung in werdenden Müttern werden außerdem an das ungeborene Kind weitergegeben, und können zu Entwicklungsstörungen führen. Wichtig ist, dass einige der Konsequenzen eines Vitamin B12 Mangels, wie z.B. der Verlust der Markscheide, die die Nerven umhüllt, irreversibel sind.[45]

Vorsicht bei pflanzlichen Vitamin B12 Quellen

Es gibt tatsächlich einige pflanzliche Nahrungsmittel, in denen relevante Mengen an Vitamin B12 gemessen wurden. Diese Berichte sollten jedoch unter dem Aspekt verstanden werden, dass die meisten Pflanzen kein Vitamin B12 brauchen. Gemessene Vitamin B12 Werte in pflanzlicher Nahrung können daher starken Schwankungen unterworfen sein und sind abhängig vom Vitamin B12 Gehalt des Nährbodens. Bei Massenproduktion derselben Pflanzen unter veränderten oder sterilen Bedingungen, könnte sich der Vitamin B12 Gehalt daher stark ändern.

Vitamin B12 Formen in Pflanzen

Der menschliche Körper kann nur bestimmte Formen von Vitamin B12 aufnehmen und verwerten. Bei den in Pflanzen identifizierten Formen von Vitamin B12 handelt es sich jedoch häufig um Vitamin B12 Analoge, also Substanzen, die Vitamin B12 ähnlich, aber nicht bioaktiv sind. Eine Studie befand, dass es sich bei bis zu 80% der in Pflanzen gefundenen Vitamin B12 Formen um inaktive Analoge oder Pseudovitamin B12 handelt.[51] [52] [53]

Vitamin B12 in Pilzen und Algen

Pilze und Algen stellen die einzigen Gruppen dar, von denen möglicherweise aktives Vitamin B12 aufgenommen werden könnte. Bei den Pilzen handelt es sich hier jedoch um bestimmte Austernpilze, die in Süditalien oder auf Sizilien wachsen, sowie seltenere Spezies, wie die Herbsttrompete oder der Amethyst-Pfifferling.

Die beliebten Shiitake Pilze können bis zu 5.6 µg Vitamin B12 pro 100g Trockengewicht aufweisen. Problematisch sind hier jedoch die enorm schwankenden Vitamin B12 Gehalte, die stark von den Umwelt- und Bodenbedingungen abhängen.

Meeresalgen wie Nori, Chlorella oder Spirulina sind die zweite Gruppe mit möglichem relevanten Vitamin B12 Gehalt. Spirulina scheidet hier jedoch durch den sehr hohen (83%) Gehalt an inaktivem Pseudovitamin B12 aus.[53]

Die Mengen an in Nori gefundenem aktiven Vitamin B12 variieren auch stark, die Untergrenze der Messwerte liegt hier jedoch bei über 50 µg pro 100g Trockengewicht.[54] Eine Untersuchung von Chlorella Produkten ergab, dass der Vitamin B12 Gehalt hier ebenfalls sehr stark schwankt und zwischen 0.1 bis 415 µg pro 100g Trockengewicht liegen kann.[55]

Weitere mögliche pflanzliche Quellen von Vitamin B12 sind fermentierte Lebensmittel, wie z.B. Sauerkraut, Sojabohnenprodukte (Tempeh) und Tee. Die Mengen an gemessenem Vitamin B12 liegen hier jedoch um 1 µg pro 100g Trockengewicht.[45] [54]

Funktioniert pflanzliches Vitamin B12?

Entscheidend für die Nützlichkeit pflanzlicher Vitamin B12 Quellen ist jedoch der Wirkungsbeweis. Dieser steht für viele Nahrungsmittel mit gemessenem Vitamin B12 Gehalt noch aus. Regelmäßiger Verzehr von Nori senkt den MMA Wert und erhöht den Vitamin B12 Leberwert in Ratten. Eine Beobachtungsstudie mit 6 veganen Kindern deutet an, dass der Verzehr von Nori Vitamin B12 Mangelerscheinungen vorbeugen kann.[54]

Eine frühere niederländische Studie zeigte im Gegensatz dazu jedoch keinen Effekt von Nori oder Spirulina in veganen Kindern. Hier wurde allerdings ein anderer Vitamin B12 Test angewandt.[56]

Eine amerikanische Studie zeigte, dass die tägliche Einnahme von 9g Chlorella Nahrungsergänzungsmitteln über 2 Monate eine Reduktion der MMA und der Homocystein Werte in den veganen und vegetarischen Testpersonen bewirkte, und damit als bioaktiv angenommen werden kann.[57]

Diese Resultate bezeugen, dass pflanzliche Vitamin B12 Quellen vor Vitamin B12 Mangel schützen können, die Verlässlichkeit der Produkte und deren Wirkung is jedoch im Moment noch fraglich.

Wie können sich Veganer und Vegetarier vor Vitamin B12 Mangel schützen?

Den optimalen Schutz vor einem Vitamin B12 Mangel bei veganer und vegetarischer Ernährungsweise bieten Vitamin B12 Präparate, sowie mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel. Im Gegensatz zu pflanzlichen Quellen sind hierbei Dosierung, Qualität und Bioaktivität garantiert.

Hochdosierte Vitamin B12 Präparate (1000 µg) können nicht nur einen Mangel verhindern, sondern sind auch in der Lage, die durch vorwiegend pflanzliche Ernährung aufgebrauchten Depots in Leber und Niere wieder aufzufüllen.

Sind Vitamin B12 Nahrungsergänzungsmittel vegan?

Bei strikt veganer Ernährungsweise sollte beim Hersteller die genaue Zusammensetzung eines Vitamin B12 Nahrungsergänzungsmittels erfragt werden. Vitamin B12 Produkte von VitaminExpress sind 100% vegan.

Vitamin B12 und Depression

Die Ursachen, die einer Depression zugrunde liegen geben Forschern nach wie vor Rätsel auf. Der Einfluss der Ernährungsweise und vor allem der Aufnahme von Mikronährstoffen auf Entwicklung und Verlauf von Depression werden von der Wissenschaft immer wieder aufgegriffen. Ob und welche Rolle Vitamin B12 bei dem Krankheitsverlauf von Depression spielt, wird derzeit von Experten diskutiert.

Homocystein, Folsäure, Vitamin B12 und Depression

Eindeutig ist, dass ein erhöhter Spiegel von Homocystein im Blut mit dem Auftreten von depressiven Symptomen korreliert. Ein erhöhter Homocystein Spiegel wiederum ist in der Regel indikativ für unzureichende Vitamin B12 Konzentration im Blut, und wird auch oft mit einem zu niedrigen Folsäure Spiegel in Verbindung gebracht.

Reduzierte Folsäure und Vitamin B12 Werte wurden auch oft, aber nicht immer, in Verbindung mit Depression gefunden. Hinweise auf einen Zusammenhang ergaben sich beispielsweise aus der weitaus höheren Depressionsrate von 31% in Vegetariern mit niedrigen Vitamin B12 Werten, im Vergleich zu 12% in Omnivoren.[58]

Eine Analyse des wissenschaftlichen Status Quo in Bezug auf schwere Depressionen rief bereits im Jahre 2005 dazu auf, eine Kombinationstherapie von Folsäure mit hochdosiertem Vitamin B12 zur Behandlung einzusetzen.[59]

Keine eindeutigen Studienergebnisse

Trotz dieses eindeutigen Aufrufs liefern relevante Studien oft widersprüchliche Ergebnisse. In der Rotterdam Studie wurden 3.884 ältere Personen auf ihren Vitamin B12, Folsäure und Homocystein Status, sowie auf depressive Symptome geprüft. Eine Analyse der Ergebnisse zeigte eine eindeutige Korrelation zwischen niedrigen Vitamin B12, erhöhten Homocysteinwerte und Depression.[60]

In Gegensatz dazu fand die Hordaland Homocystein Studie keine Korrelation zwischen Folsäure oder Vitamin B12 und Depression, bestätigte jedoch die bekannte Verbindung zwischen Homocystein und Depression. Neben dem ganzheitlich gesehen negativem Ergebnis liefert diese Studie jedoch einen ersten Hinweis auf die mögliche Komplexität der Verbindung zwischen Vitamin B12 und Depression.

Laut der Ergebnisse erscheinen nämlich sowohl sehr niedrige wie auch sehr hohe Blutkonzentrationen von Vitamin B12 das Risiko einer Depression zu erhöhen, der Trend steigt jedoch nicht linear an. [61]

Komplexes Zusammenspiel zwischen Vitamin B12 und Depression

Hinweise auf eine höchst komplexe Wirkungsweise von Vitamin B12 wurden auch in anderen Studien gefunden. So zeigte ein hoher Vitamin B12 Spiegel eine schützende Wirkung vor Depression in älteren Männern, während Vitamin B6 bei Frauen wirksamer vorbeugte.[62]

Eine Analyse aller relevanten Studien zum Thema Vitamin B12 und Depression ergab, dass eine Behandlung mit Folsäure oder Vitamin B12 zu keinen kurzfristigen Verbesserungen depressiver Symptome führt. Die Behandlung könnte jedoch bei langfristiger Anwendung Erfolg zeigen.[63]

Eine Langzeitstudie über 2 Jahre in älteren Menschen ergab, dass die Einnahme von 500µg Vitamin B12 und 400µg Folsäure keine Verbesserung der depressiven Symptome ergab, jedoch eine Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität mit sich führte. Als Anmerkung zu dieser Studie ist zu erwähnen, dass die Studienteilnehmer zwar alle erhöhte Homocysteinwerte aufwiesen, jedoch nicht unbedingt an Depression litten.[64]

Diese Ergebnisse beweisen, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Mikronährstoffen und depressiven Symptome ist. Es ist daher unbedingt notwendig, auf die Details der Studien zu achten, bevor man endgültige Schlüsse zieht.

Vitamin B12 im Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel

Der Grund, warum Vitamin B12, Homocystein und Folsäure als attraktive Kandidaten für eine mögliche therapeutische Unterstützung bei Depression in Frage kommen, liegt an deren zentralen Rolle im sogenannten Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel (One-Carbon-Metabolism). In diesem biochemischen Zyklus sind Folsäure und Vitamin B12 zentrale Elemente, die ein Kohlenstoffatom an andere Moleküle abgeben und dabei zu wichtigen Funktionen des zentralen Nervensystems beitragen.

Vitamin B12 trägt hier unter anderem zur Produktion von Neurotransmittern und Monoaminen, den Botenstoffen des Gehirns, und Phospholipiden, wichtigen strukturellen Elementen, bei. Bei einem Vitamin B12 Mangel ist dieser Zyklus daher unterbrochen; das Nervensystem ist unterversorgt. Veränderungen im Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel durch unzureichende Vitamin B12 Versorgung kann daher entscheidend zu der Entwicklung neuronaler und psychischer Störungen wie Depression beitragen.[61]

Zusammenfassung

Die eindeutige Entschlüsselung der Rolle von Vitamin B12 in Entwicklung und Krankheitsverlauf von Depression ist daher noch ausständig, trägt allerdings die Hoffnung, eine Therapie dieser schwerwiegenden psychischen Krankheit mittels Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B12 zu unterstützen. Klar ist allerdings, dass Depression nur eine der Krankheiten ist, die durch unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 bedingt sein könnte. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 durch ausgewogene Ernährung oder durch Nahrungsergänzungsmittel ist daher auf jeden Fall anzuraten.

Vitamin B12 - Demenz und Alzheimer

Demenz ist eine immer häufiger auftretende Erkrankung, welche die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Gedächtnis-, Urteils- und Orientierungsvermögen, sowie Sprache und Erinnerung können progressiv so sehr beeinträchtigt werden, dass erkrankte Personen ihre Selbständigkeit verlieren und vollständige Betreuung benötigen.

Weltweit wurde die Zahl der an Demenz erkrankten Personen im Jahre 2015 auf 46.8 Millionen geschätzt. In Deutschland leben laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft fast 1.6 Millionen Menschen mit Demenz. Eine der häufigsten Ursachen für die Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, diese liegt bei ungefähr zwei Dritteln aller Demenzkranken vor.[65] [66]

Wie erkennt man Demenz und Alzheimer?

Diagnose von Demenz und Alzheimer beruht auf klinischer Anamnese, neuropsychologischen Untersuchungen und möglicherweise zusätzlichen bildgebenden Verfahren wie z.B. Magnetresonanztomographie. Bei Alzheimer treten charakteristische Ansammlungen von abnormal gefalteten Eiweißkörpern (Proteinen) auf, die sich zu “Plaques” zusammenballen.

Diese Plaques beeinträchtigen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und führen zum Absterben derselben. Durch ebendiesen Verlust der Nervenzellen kommt es zu den erkennbaren Symptomen wie Gedächtnisverlust und Sprachstörungen.

Neue Studien an humanen neuronalen Zellsystemen zeigen, dass Vitamin B12 die Aggregation dieser Plaques direkt verhindern kann. Vitamin B12 bietet den Zellen auch Schutz gegen die tödliche Toxizität dieser Plaques, und schützt die Neuronen vor dem Absterben.

Wissenschaftler hoffen, diese Ergebnisse in einen aktiven Wirkstoff zum Schutz der Nervenfunktion durch Vitamin B12 umzusetzen und damit der zerstörerischen Wirkung von Alzheimer Einhalt zu gebieten.[67]

Was sind die Ursachen für Demenz und Alzheimer?

Die Ursachen für Demenz und Alzheimer sind nicht vollständig geklärt, und es gibt derzeit keine Heilung. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine Mischung von genetischen und Umweltfaktoren bei der Krankheitsbildung eine Rolle spielen.

Einer der einflussreichsten Umweltfaktoren ist die Ernährung, insbesondere die Aufnahme von Mikronährstoffen. Diese können die Entwicklung von Demenz und Alzheimer sowohl negativ als auch positiv beeinflussen. Die B Vitamine, und besonders Vitamin B12 scheint bei der Entstehung von Demenz und Alzheimer eine sowohl präventive, wie auch die Krankheit beeinflussende Rolle zu spielen.[66]

Genetische und epigenetische Faktoren bei der Entstehung von Demenz und Alzheimer

Es wird angenommen, dass eine Kombination von genetischen und sogenannten epigenetischen Faktoren letztendlich die Entwicklung von Demenz und Alzheimer bedingen. Als genetische Faktoren bezeichnet man Veränderungen in dem Abschnitt der DNA, die für ein Protein kodiert, welches mit Demenz und Alzheimer in Verbindung steht, wie z.B. ApoE oder Presenilin. Mutationen in der DNA können hier z.B. zu einem Fehlen des Proteins führen; dies begünstigt die Entstehung von Alzheimer.

Dies ist jedoch nur ein Ausschnitt der Gesamtursache. Epigenetische Faktoren scheinen eine ebenbürtige Rolle zu spielen. Diese sind Regulationsmechanismen, welche direkt auf das Erbgut einwirken. Epigenetische Faktoren werden großteils von Umweltfaktoren wie z.B. Umwelt- und anderen Giftstoffen, Rauchen, Ernährung, aber auch Verletzungen wie Hirntraumata, beeinflusst.

Epigenetische Faktoren können den Krankheitsbeginn und -verlauf vorantreiben oder bremsen. Zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Demenz und Alzheimer gehören die Umweltgifte Blei, Cadmium, Arsen, Aluminium und Ethanol (Alkohol).

Zu den Faktoren, die das Risiko einer Demenz oder Alzheimererkrankung verringern, gehören vor allem die Vitamine B12, B9 und B6, Vitamine A, C, D und Vitamin E, sowie Omega-3 Fettsäuren, Ingwer, Curcumin, und andere Nährstoffe.[66]

Wie schützt Vitamin B12 vor Demenz und Alzheimer?

Vitamin B12 nimmt unter den möglicherweise schutzgebenden Faktoren eine Sonderstellung ein, da es hier zusätzlich zu der Beobachtung, dass die Einnahme von Vitamin B12 das Risiko verringert, auch ein zugrunde liegender Mechanismus bekannt ist.

Das Verbindungsglied ist das Molekül Homocystein im Blutserum. Ein hoher Homocysteinwert geht meist mit einem zu geringen Vitamin B12 Wert einher, lässt sich aber durch Einnahme von Vitamin B12 senken. Diese Kontrolle von Vitamin B12 über Homocystein könnte das Fortschreiten von Demenz und Alzheimer bremsen, bestätigen Forschungsergebnisse.

Vitamin B12 und Homocystein in Demenz und Alzheimer

Erhöhte Homocysteinwerte fördern die Atrophie, also den Masseverlust des Hirns, beeinträchtigen die kognitiven Fähigkeiten und unterstützen die Entwicklung von Demenz und Alzheimer. Bereits bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung sieht man wesentlich öfter erhöhte Homocysteinwerte und unzureichende Vitamin B12 Werte, verglichen mit Kontrollpersonen.[68]

Wie genau erhöhte Homocysteinwerte zu Demenz und Alzheimer beitragen, beginnt die Wissenschaft erst allmählich zu verstehen. Homocystein dient als Quelle für die Methylgruppe, ein chemischer Baustein, der an die DNA gehängt werden kann und dadurch deren Umsetzung in Proteine reguliert. Homocystein wird außerdem zur Herstellung von Neurotransmittern benötigt, die zur Kommunikation zwischen Nervenzellen dienen.

Auch für Myelin, das als Schutzhülle um einzelne Nerven liegt, wird Homocystein benötigt. Jede einzelne dieser Funktionen von Homocystein könnte zur Ursache und den Symptomen von Demenz und Alzheimer beitragen.[69]

Hilft Vitamin B12 bei Demenz und Alzheimer?

Mehrere Studien an älteren und demenz-kranken Personen haben belegt, dass die Einnahme von Vitamin B12, meist in Verbindung mit Vitamin B6 und Folsäure, die Symptome von Demenz und Alzheimer verbessern kann:[69]

  • Eine Studie in älteren Männern zeigte, dass die langfristige Einnahme von 400µg Vitamin B12 über 2 Jahre die Homocysteinwerte, sowie die Konzentration von Amyloid-beta Plaques, einem ersten Anzeichen für Alzheimer, reduziert.[70]

  • Die Einnahme von 500µg Vitamin B12 über 2 Jahre in älteren Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung bremste den Abbau kognitiver Fähigkeiten und reduzierte die Atrophie des Gehirns, was zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung führte.[71]

  • Dieselbe Einnahme von Vitamin B12 führte zu einer Verlangsamung des Schwunds der grauen Masse in ebenjenen Regionen, die von Alzheimer am meisten betroffen sind.[72]

  • Diese Studien zeigen klar, dass Vitamin B12 nicht nur vor der Entstehung von Demenz und Alzheimer schützen kann, sondern den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Symptome verbessern kann. Dies kann zu einer deutlich erhöhten Lebensqualität von Personen mit Demenz und Alzheimer beitragen.

    Zusammenfassung

    Ein Vitamin B12 Mangel und eine damit verbundene Erhöhung der Homocysteinwerte tragen zu der Entstehung und den Symptomen von Demenz und Alzheimer bei, besonders bei älteren Personen.

    Langfristige Einnahme von hochdosierten Vitamin B12 Präparaten kann zur Erhaltung der kognitiven Leistung beitragen und den Masseverlust des Gehirns verlangsamen. Eine dadurch bedingte Verbesserung der Symptome kann gerade bei älteren betroffenen Menschen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens führen.

    Präventive Einnahme hochdosierter Vitamin B12 Produkte könnte außerdem das Einsetzen von Demenz und/oder Alzheimer verhindern oder verzögern. Die Einnahme von hochdosiertem Vitamin B12 ist älteren Personen, sowie Personen mit erhöhtem Risiko, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, zu empfehlen.

    Vitamin B12 Blutarmut und perniziöse Anämie

    Denkt man an Blutarmut oder Anämie, zieht man als erste mögliche Ursache wohl Eisenmangel in Betracht. Dies ist in der Tat der häufigste Grund für Blutarmut. Blutarmut kann jedoch auch von einem Vitamin B12 Mangel hervorgerufen werden. Die Behandlung einer besonderen Form der Blutarmut, der perniziösen Anämie, mit einer Diät mit hohem Gehalt an Leber führte ursprünglich zu der Entdeckung von Vitamin B12 und dem Intrinsic Faktor.[73]

    Warum verursacht Vitamin B12 Mangel Blutarmut?

    Zu den Aufgaben von Vitamin B12 in der Zelle gehört die Herstellung bestimmter Aminosäuren, die für die Produktion von Proteinen (Eiweißkörpern) benötigt werden. Vitamin B12 ist auch für die Herstellung von DNA und RNA erforderlich, und damit an der Erhaltung und Weitergabe des Erbguts beteiligt. Proteine, DNA und RNA sind in jeder Zelle des Körpers enthalten.

    Kommt es zu einem Vitamin B12 Mangel, sind davon daher zuerst Zellen betroffen, die besonders viel dieser biologischen Materialien benötigen. Die roten Blutkörperchen werden ungefähr alle 120 Tage erneuert. Sie gehören damit zu den Zellen, die am öftesten ersetzt werden müssen. Kommt es durch einen Vitamin B12 Mangel hier zu einem Engpass an Grundmaterialien, ist die Bildung der roten Blutkörperchen nicht effizient genug - es kommt zu Blutarmut.

    Besteht eine Verbindung zwischen Eisen und Vitamin B12?

    Vitamin B12 und Eisen verursachen beide Blutarmut, wenn sie in unzureichender Menge im Körper vorkommen. Das liegt daran, dass die Auswirkungen von Eisenmangel und Vitamin B12 Mangel in diesem Falle die gleichen sind - der Körper wird mit zuwenig Sauerstoff versorgt. Dies äußerst sich in den typischen Symptomen für Anämie. Die Ursache für die Unterversorgung mit Sauerstoff ist jedoch unterschiedlich: [74] [75]

    • Bei einem Eisenmangel kann der Körper nicht genug Hämoglobin herstellen. Hämoglobin besteht aus Eisen und Sauerstoff, und wird von den roten Blutkörperchen durch den Körper transportiert. Steht keine ausreichende Menge an Eisen zur Verfügung, kann nicht genug Hämoglobin hergestellt werden. Die roten Blutkörperchen bleiben klein, da ihnen das Hämoglobin Molekül fehlt. Man spricht auch von mikrozytärer Anämie.

    • Bei einem Vitamin B12 Mangel kommt es zu ungenügender Produktion roter Blutkörperchen. Obwohl diese mit Hämoglobin beladen sind, kommt es durch die unzureichende Anzahl zu Sauerstoffmangel im Körper. Durch die fehlerhafte Produktionsrate sind die roten Blutkörperchen oft größer als normal. Man spricht von makrozytärer Anämie. Diese abnormal geformten Blutkörperchen werden häufig von der Milz abgebaut, was maßgeblich zu einem Sauerstoffmangel beiträgt.

    Eisen und Vitamin B12 sind also unabhängig voneinander an der Sauerstoffversorgung des Blutes beteiligt. Beide Moleküle werden jedoch über die Nahrung aufgenommen, und kommen hauptsächlich in Fleisch und tierischen Produkten vor. Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, haben daher ein erhöhtes Risiko an beiden Arten von Blutarmut zu erkranken.

    Eine Studie an palästinensischen Studentinnen fand heraus, dass Teilnehmerinnen mit Eisenmangel bedingter Anämie auch besonders niedrige Vitamin B12 Werte, sowie erhöhte Homocysteinwerte aufwiesen.[76] Dies zeigt auf, dass bei der häufiger vorkommenden Eisenmangel bedingten Blutarmut der Vitamin B12 Wert unbedingt mit bestimmt werden sollte, um einer möglichen Fehlbehandlung oder unzureichenden Behandlung vorzubeugen.

    Was sind die Anzeichen für Vitamin B12 Blutarmut?

    Typische Anzeichen von Vitamin B12 bedingter Blutarmut sind:
    • Blässe
    • Müdigkeit
    • Konzentrationsschwäche
    • Erhöhte Anfälligkeit für Infekte
    • Gewichtsverlust
    • Zahnfleischbluten
    • Verdauungsstörungen
    • Neurologische Symptome, wie z.B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Gliedmaßen

    Wie diagnostiziert man Vitamin B12 Blutarmut?

    Bei länger anhaltendem Auftreten einiger dieser Symptome sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand der Anzahl der roten Blutkörperchen und eines Vitamin B12 Tests die Diagnose Blutarmut bestätigen oder ausschließen.

    Eine genaue mikroskopische Untersuchung der Blutkörperchen kann ebenfalls einen Vitamin B12 Mangel als Ursache bestätigen. Vitamin B12 bedingte Blutarmut führt zu makrozytärer Anämie mit vergrößerten roten Blutkörperchen. Viele der roten Blutkörperchen haben bei Vitamin B12 bedingter Blutarmut auch die Form eines Fisches, belegen neue Forschungsergebnisse der Universität Graz.[77] Diese Besonderheit könnte in Zukunft zu eindeutiger Diagnose beitragen.

    Wie behandelt man Vitamin B12 Blutarmut?

    Vitamin B12 bedingte Blutarmut wird durch Einnahme oder Injektion von Vitamin B12 behandelt. Eine Langzeitstudie verglich die beiden Behandlungsformen und bestätigte, dass diese gleich gut wirken. Die orale Einnahme in Form von Vitamin B12 Kapseln, Tabletten oder Lutschtabletten zeigte zudem bessere Verträglichkeit und geringere Kosten.

    Die Behandlung von Vitamin B12 bedingter Blutarmut erfordert die Einnahme oder Injektion von hochdosiertem Vitamin B12 (1000 µg pro Tag).[78]

    Was ist perniziöse Anämie?

    Perniziöse Anämie ist eine besondere Form der Anämie. Es ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Proteine bildet. Bei perniziöser Anämie ist der Intrinsic Faktor betroffen. Dieser wird benötigt, um Vitamin B12 durch die Darmschleimwand zu den Zellen zu transportieren. Die gebildeten Antikörper stehen hier in Konkurrenz zu Vitamin B12, da dieses dann nicht mehr an den Intrinsic Faktor binden kann. Eingenommenes Vitamin B12 wird daher großteils wieder ausgeschieden und kann nur durch passive Diffusion aufgenommen werden.

    Schätzungen zufolge leiden ungefähr 4% der Bevölkerung in Europa an perniziöser Anämie. Der Antikörpertest zur Bestätigung der Diagnose bei perniziöser Anämie ist kostspielig, weshalb die tatsächliche Verbreitung von perniziöser Anämie über den Schätzungen liegen könnte.[79]. Die Symptome ähneln der einer Vitamin B12 bedingten Anämie.

    Wie behandelt man perniziöse Anämie?

    Die Behandlung von perniziöser Anämie gleicht der von Vitamin B12 bedingter Blutarmut. Im Regelfall werden täglich 1000 µg Vitamin B12 verabreicht. Da Vitamin B12 allerdings hier durch den Ausfall des Intrinsic Faktors nicht mehr in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden kann, sind Personen mit perniziöser Anämie lebenslang auf Vitamin B12 Verabreichung angewiesen, welches dann über Diffusion in die Zellen gelangt. Eine Analyse der Fachliteratur zeigte auch hier, dass die orale Einnahme von Vitamin B12 ebenso wirksam wie die intramuskuläre Injektion ist.[79]

    Vitamin B12 und Schlafprobleme

    Ausreichender, hochqualitativer Schlaf ist für eine optimale Gesundheit entscheidend. Falls Sie Schlafprobleme haben, könnte der Grund dafür ein Melatoninmangel sein. Melatonin ist als „Schlafhormon“ bekannt. Während Sie altern, lässt die Effizienz Ihres Körpers nach, dieses Hormon zu produzieren.

    Vitamin B12 spielt eine ausschlaggebende Rolle bei der Melatoninproduktion, was unterstreicht, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass sich eine angemessene Menge dieses Vitamins in Ihrem Blut befindet.

    Vitamin B12 - neurologische und neuropsychiatrische Krankheiten

    Eine unzureichende Menge an Vitamin B12 wurde neben Demenz und Alzheimer mit zahlreichen neurologischen Krankheiten in Verbindung gebracht, welche Rückenmarkserkrankungen und periphere Neuropathie inkludieren.

    Die periphere Neuropathie ist eine Krankheit oder Dysfunktion der peripheren Nerven und kann zu Taubheitsgefühl und Zittern, sowie gegenteiligen Empfindungen, wie Kribbeln, Schmerzen, Jucken und dem Gefühl von Nadelstichen führen.

    Ihre Haut wird überempfindlich - irgendwann können Sie es nicht mehr ertragen, dass bestimmte Stellen Ihres Körpers berührt werden. Sogar Kleidung und Bettwäsche können Schmerzen hervorrufen.

    Falls Ihre Muskeln beteiligt sind, könnten diese schwach, müde oder schwer sein, außerdem könnten Sie unter Muskelkrämpfen, Zittern und Schmerzen leiden.

    Ein Vitamin B12 Mangel kann auch mit Migräne und Parkinson in Verbindung gebracht werden, welche neurologische Krankheiten sind.

    Außerdem soll ein Vitamin B12 Mangel mit psychiatrischen Krankheiten in Zusammenhang stehen, welche in folgende Erscheinungsformen unterteilt werden können:

    1. Stimmungsstörungen - Apathie, Depression, Essstörungen und Verhaltensstörungen, welche vor allem in der Nacht auftreten.
    2. Hyperaktivität - Erregbarkeit, Euphorie, Reizbarkeit, fehlende Hemmungen und Bewegungsstörungen.
    3. Psychose - Halluzinationen und Wahnvorstellungen

    Optische Neuropathie ist ein weiteres Resultat eines Vitamin B12 Mangels. Ein langfristiger, chronischer B12 Mangel ist bekannt dafür, die Sehnerven zu beeinträchtigen, was zu Blindheit führt. Das ist ein nicht umkehrbarer Zustand.

    Vitamin B12 - Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören zu den sogenannten Zivilisationskrankheiten, und sind auf dem Vormarsch. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache. Rund 40% aller Todesfälle in Deutschland lassen sich, laut dem Statistischen Bundesamt, auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zurückführen.

    Mehr als 90% der Menschen, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, sind über 65 Jahre alt.[80] Vitamin B12 kann helfen, den Ursachen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung vorzubeugen.

    Wie steht Vitamin B12 in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

    Die Brücke von Vitamin B12 zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird hier über das Molekül Homocystein geschlagen. Erhöhte Homocysteinwerte im Blut sind ein so zuverlässiges Anzeichen für unzureichende Vitamin B12 Werte oder einen Vitamin B12 Mangel, dass die Messung der Konzentration dieses Moleküls zu den Standardtests zur Bestimmung der Vitamine B12 Werte zählt.[81]

    Was ist Homocystein?

    Homocystein zählt chemisch zu der Gruppe der Aminosäuren. Es ist ein Zwischenprodukt zur Herstellung der beiden Aminosäuren Methionin und Cystein, Bausteine zur Herstellung von Proteinen, den essentiellen Bestandteilen und Botenstoffen unseres Körpers. Homocystein spielt außerdem eine entscheidende Rolle in der Methylierung, einer zellulären Reaktion zur Regulierung der DNA, und damit des Erbguts. Homocystein selbst wird aus über die Nahrung aufgenommenem Methionin gebildet.[82]

    Was bedeutet Hyperhomocysteinämie?

    Hyperhomocysteinämie ist der medizinische Begriff für erhöhte Homocysteinwerte. Die folgende Aufstellung zeigt Richtwerte zur Interpretation des Homocysteinwertes: [82]

    • 5 bis 15 µmol/L: normaler Homocysteinwert in nüchternem Zustand
    • 16 bis 30 µmol/L: moderat erhöhter Homocysteinwert (leichte Hyperhomocysteinämie)
    • 31 bis 100 µmol/L: mittelschwere Hyperhomocysteinämie
    • über 100 µmol/L: schwere Hyperhomocysteinämie

    Mittlere bis schwere Hyperhomocysteinämie entsteht fast ausschließlich durch einen zugrundeliegenden genetischen Defekt in der Verstoffwechselung von Homocystein. Moderat bis mittelmäßig erhöhte Homocysteinwerte treten häufiger auf und sind meist die Folge eines Vitamin B12, Vitamin B6 und/oder Folsäuremangels.[82]

    Homocystein und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    Mitte der 70er Jahre erkannten Wissenschaftler erstmals den Zusammenhang zwischen Homocystein und Arteriosklerose, der Verkalkung der Blutgefäße. Sie zeigten, dass eine Erhöhung der Homocysteinwerte zu Ablagerungen, sogenannten ‘Plaques’, in den Arterien führten.[83]

    Diese Ablagerungen können zu einer Unterbrechung der Blutversorgung und damit zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen führen.[84] Seitdem haben eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt, dass erhöhte Homocysteinwerte mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.[85]

    Kann Vitamin B12 vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen?

    Kausale Zusammenhänge sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen experimentell schwer nachweisbar, da ein komplexes Zusammenspiel von genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen, Ernährung und Lebensweise hier meist als Ursache interagieren. Es ist daher schwer, eindeutig nachzuweisen, ob allein die Einnahme von Mikronährstoffen und Vitaminen ausreicht, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen gänzlich zu verhindern.

    Eine Meta-Analyse von 15 wissenschaftlichen Studien mit insgesamt mehr als 70.000 Patienten zeigte jedoch, dass eine Verringerung der Homocysteinwerte, z.B. durch Vitamin B12, zumindest das Schlaganfallsrisiko senkt.[86]

    Die Einnahme von Vitamin B12 zur Senkung der Homocysteinwerte, besonders von Personen mit erhöhtem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Raucher, stark Übergewichtige oder ältere Personen, wird jedoch, trotz ausständiger Beweisführung, von vielen Stellen empfohlen. Vitamin B12 sollte hier jedoch Teil einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise sein, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen optimal vorzubeugen.

    Vitamin B12 und Krebs

    Die Anzahl der Krebserkrankungen steigt seit Jahrzehnten stetig an und hat sich seit 1970 verdoppelt. Die WHO schätzt, dass im Jahre 2030 jährlich mehr als 21 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken werden. In Deutschland allein erhalten fast eine halbe Million Menschen jedes Jahr die Diagnose Krebs - Tendenz steigend.[87] [88]

    Ursachen für Krebs

    Diese Statistiken geben einen sofortigen Einblick in einige mögliche Ursachen sowie eindämmende Maßnahmen für und gegen Krebs. Zum einen hängt Krebs von der Aufnahme krebserregender Stoffe (Kanzerogene) ab, z.B. beim Rauchen oder durch Kanzerogene in der Nahrung. Lebensstil und Ernährung sind daher direkt mit der Entwicklung einiger Krebsarten verbunden.

    Auf der anderen Seite hat sich die Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen enorm verbessert, was zu einem Absinken bestimmter Krebsarten führte. Medizinischer Fortschritt bedingt allerdings nicht nur die Heilung von Krankheiten - die Tatsache, dass Menschen heute länger leben erhöht leider auch das Krebsrisiko, da Alter bei der Entstehung von Krebs eine große Rolle spielt.

    Krebs, Ernährung und Vitamin B12

    Was wir zu uns nehmen kann jedoch nicht nur Krebs begünstigen, sondern ihn auch verhindern, sagt die Wissenschaft. Die richtige Ernährung und Versorgung mit Vitaminen und anderen Mikronährstoffen kann das Krebsrisiko entscheidend beeinflussen.[87]

    Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 ist Teil einer ausgewogenen Ernährung. Ob Vitamin B12 darüber hinaus das Krebsrisiko verringern kann, ist derzeit wissenschaftlich umstritten.

    Schützt Vitamin B12 vor Krebs?

    Erste Hinweise auf eine mögliche Verbindung zwischen Vitamin B12 und Krebs gibt eine Langzeitstudie der Universität Harvard in Boston. Mehr als 32.000 Frauen wurden hier über einen Zeitraum von 6 bis 17 Jahren beobachtet, ob ihre Vitamin B12 Serumkonzentration mit der Entwicklung von Brustkrebs korreliert. Das Ergebnis zeigt, dass hohe B12 Serumkonzentrationen mit einem niedrigen Brustkrebsrisiko in Frauen vor der Menopause einhergehen.

    Folsäure und Vitamin B6 zeigten ebenfalls einen schützenden Effekt.[89] Diese Ergebnisse wurden in einer französischen Studie mit mehr als 62.000 postmenopausalen Frauen bestätigt. Ausreichende oder erhöhte Folsäure Werte zeigten hier eine präventive Wirkung auf Brustkrebs. Vitamin B12 schien diese Wirkung zu unterstützen oder zu verstärken.[90]

    Im Gegensatz dazu zog eine Studie mit mehr als 5000 Frauen mit Herz-Kreislauferkrankung im Alter von 42 Jahren oder älter differenzierte Schlüsse. Hier wurde über 7 Jahre ein Kombinationspräparat auf Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 verabreicht. Die Autoren der Studie konnten jedoch keinen Einfluss der Kombinationstherapie auf die Entstehung von Brustkrebs feststellen.[91] Der Grund könnte hier jedoch in der unterschiedlichen Selektion und Vorerkrankung der Studienteilnehmerinnen liegen.

    Vitamin B12 Mangel und Krebs

    Andere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Vitamin B12 Mangel das Krebsrisiko erhöht. Eine finnische Studie zeigte, dass unzureichende Vitamin B12 Serumwerte das Risiko, an Magen-Darm-Krebs zu erkranken, um ein 5,8-faches erhöht.[92]

    Ein Vitamin B12 Mangel wurde auch in älteren Menschen mit einem erhöhten allgemeinen Krebsrisiko verknüpft. Das Risiko hämatologischer Krebserkrankungen (z.B. Leukämien) stieg bei einem Vitamin B12 Mangel um ein 5.7-faches an.[93] Diesen Ergebnissen lassen auf eine schützende Wirkung von Vitamin B12 vor Krebs schliessen.

    Vitamin B12 als Krebsmarker

    Einigen Studien zufolge ist es jedoch möglich, dass stark erhöhte Vitamin B12 Serumkonzentrationen das Krebsrisiko erhöhen. Eine Analyse des dänischen Gesundheitsregisters zeigte, dass Personen mit außergewöhnlich hohen Vitamin B12 Werten (über 600 pmol/L) ein stark gesteigertes Krebsrisiko haben, besonders in Bezug auf hämatologische Krebserkrankungen und Leberkrebs.[94]

    Da die Studienteilnehmer jedoch keine Vitamine B12 Nahrungsergänzungsmittel zu sich nahmen, könnten Vitamin B12 Spiegel aus noch nicht erforschten Gründen kurz vor einer Krebserkrankung drastisch erhöht werden. Diese Ergebnisse weisen Vitamin B12 als einen mögliche Früherkennungsmarker für Krebs aus.

    Erhöht Vitamin B12 das Krebsrisiko?

    Die entscheidende Frage ist nun, ob die Einnahme von Vitamin B12 das Krebsrisiko senkt oder erhöht. Ein norwegisches Forscherteam ging dieser Frage nach und zeigte, dass die Einnahme von Folsäure in Kombination mit Vitamin B6 und Vitamin B12 (400µg/Tag) in Patienten mit ischämischer Herzkrankheit das Krebsrisiko tatsächlich erhöht.[95]

    Die Ursache für diese abweichenden Ergebnisse könnte hier jedoch erneut in der Wahl der Studienteilnehmer liegen, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Krebsrisiko erhöhen, und dieser Effekt unter Umständen durch Vitamin B12 nicht abgefangen werden kann.[96]

    Diese Ergebnisse weisen dennoch darauf hin, dass der Link zwischen Vitamin B12 und Krebs den Wissenschaftlern noch lange Rätsel aufgeben wird.

    Vitamin B12 reduziert die Nebenwirkungen von Chemotherapie

    Ein weiterer interessanter Aspekt in der Liaison zwischen Vitamin B12 und Krebs ist ein kürzlich entdeckter Effekt von Vitamin B12 in der Chemotherapie. Diese ist oft mit sehr schmerzhafter peripherer Neuropathie verbunden, die zu Therapieabbruch führen kann.

    Behandlungsmöglichkeiten für periphere Neuropathie sind momentan limitiert, weshalb eine systematische Analyse der gesamten relevanten Literatur durchgeführt wurde, um diese Situation zu verbessern. Die Analyse von 259 wissenschaftlichen Artikel ergab, dass Vitamin B12 einen wesentlichen lindernden Einfluss auf periphere Neuropathie in der Chemotherapie hat, und als Therapiezusatz empfohlen wird.[97]

    Zusammenfassung

    Die konkrete Verbindung zwischen Vitamin B12 und Krebs ist derzeit noch umstritten. Klar scheint jedoch zu sein, dass ein Vitamin B12 Mangel sich negativ auf das Krebsrisiko auswirken kann. In Verbindung mit anderen gesundheitsbedenklichen Auswirkungen eines Vitamin B12 Mangels sollte daher auf einen ausreichenden Vitamin B12 Spiegel geachtet werden.

    Vitamin B12 und Fruchtbarkeit

    Der Wunsch, eine Familie zu gründen, ist oft der Beginn einer spannenden und ereignisreichen Zeit. Diese kann jedoch in eine sorgenvolle Periode übergehen, wenn der ersehnte Kinderwunsch selbst nach Monaten oder Jahren unerfüllt bleibt. Man spricht von Unfruchtbarkeit, wenn es innerhalb der ersten 12 Monate ungeschützten Geschlechtsverkehrs zu keiner Empfängnis kommt. Unfruchtbarkeit betrifft rund 15% aller Paare, die versuchen ein Kind zu bekommen.[98]

    Die Gründe für Unfruchtbarkeit können vielfältig sein. Ein Mangel an Vitamin B12 stellt eine oft wenig beachtete mögliche Ursache für geringe Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit dar.

    Vitamin B12 und die Fruchtbarkeit der Frau

    Erste Hinweise auf eine Verbindung zwischen Vitamin B12 und Probleme mit Fruchtbarkeit ergab eine Studie, in der Frauen mit mehrfachen Fehlgeburten und darauf folgender Unfruchtbarkeit auf ihren Vitamin B12 Status untersucht wurden.

    Vitamin B12 Mangel führt zu Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit

    Von den 14 untersuchten Frauen, die einen Vitamin B12 Mangel hatten, erlitten 11 Frauen Fehlgeburten, und in 4 Fällen gab es unfruchtbare Perioden von 2 bis 8 Jahren. Die Ursache für Aborte und Unfruchtbarkeiten vermuten die Wissenschaftler in einer erhöhten Blutgerinnbarkeit (Hyperkoagulabilität), bedingt durch die hohen Homocysteinwerte im Blutplasma der Frauen. Diese entsteht durch den zugrundeliegenden Vitamin B12 Mangel und führt zum Abgang des Fötus. Länger anhaltende Unterversorgung mit Vitamin B12 führt dann zu Unfruchtbarkeit.

    Die physiologischen Ursachen dafür können entweder in Veränderungen im Eisprung, in der Entwicklung der Eizelle, oder während der Einnistung der befruchteten Eizelle zu finden sein. Behandlung der Frauen mit Vitamin B12 zeigte, dass der Vitamin B12 Mangel tatsächlich die Ursache für die Unfruchtbarkeit war.

    In 10 der Fälle kam es nach einer Behandlung mit Vitamin B12 zu einer erfolgreichen Schwangerschaft. In 6 Fällen kam es zur erstmöglichen Empfängnis nach Beginn der Behandlung.[99] [100]

    Vitamin B12 erhöht die Fruchtbarkeit

    Paaren, die von Unfruchtbarkeit betroffen sind, stehen heutzutage assistierte Reproduktionstechnologien zur Verfügung. Diese umfassen in vitro Befruchtung und intrazytoplasmatische Spermieninjektion. In Europa entstehen mittlerweile zwischen 2% und 6% aller Schwangerschaften mithilfe von assistierter Reproduktion. Trotz der großen Fortschritte bei assistierter Reproduktion liegt die Erfolgsquote pro Zyklus nach wie vor bei 30%.

    Eine Studie an 100 Frauen, die 1 bis 5 Runden assistierter Reproduktion durchliefen zeigte, dass Frauen mit hohen Vitamin B12 Serumwerten signifikant höhere Chancen auf erfolgreiche Implantation des Embryos, sowie eine 2fach erhöhte Rate erfolgreicher Lebendgeburten haben.[99]

    Vitamin B12 und die Fruchtbarkeit des Mannes

    In 40% aller unfruchtbaren Paare ist die Samenqualität des Mannes ausschlaggebend. Zu geringe Spermienanzahl, unzureichende Spermienmotilität (Geschwindigkeit) oder ungenügende Befruchtungskapazität der Spermien kommen als Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch in Frage.

    Eine vor kurzem erschienene systematische Zusammenfassung und Analyse der gesamten relevanten Literatur zum Thema Vitamin B12 und männliche Unfruchtbarkeit ergab, dass:[101]

    • Vitamin B12 Plasmawerte in unfruchtbaren Männern niedriger sind als in fruchtbaren Männern
    • Vitamin B12 Behandlung (1500µg/Tag) von unfruchtbaren Männern die Spermienmotilität innerhalb von 8 Wochen um 50% erhöhen kann
    • Vitamin B12 die Qualität des Samens, die Spermienanzahl und die Integrität des Erbguts (DNA) in der Samenzelle erhöht
    • Vitamin B12 keinen Einfluss auf Hormonwerte wie z.B. Testosteron hat
    • Eine Erhöhung der Homocysteinwerte scheint toxisch für die Spermien zu sein. Reduzierung der Homocysteinwerte durch Vitamin B12 könnte hier die Spermienqualität retten.

    Zusammenfassend häufen sich die wissenschaftliche Beweise, dass Vitamin B12 ein entscheidendes “Zünglein an der Waage” zwischen Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit sein könnte. Es empfiehlt sich daher, bereits zu Beginn der Familienplanung einen Vitamin B12 Test zu machen um eventuelle Folgen eines Vitamin B12 Mangels zu vermeiden.

    Alternativ dazu empfiehlt sich die Einnahme von Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel bei Verdacht auf einen Vitamin B12 Mangel, z.B. durch eine vegetarische oder vegane Ernährung.

    Vitamin B12 - Schwangerschaft, Stillzeit und Frühentwicklung des Kindes

    Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist wichtig, besonders in Zeiten, in denen der Körper einiges leisten muss. Dies ist wohl ganz besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit der Fall - Zeiten, in denen der weibliche Körper wahrhaft Außergewöhnliches vollbringt. Während vor allem während der Schwangerschaft viele mögliche Mängel durch Heißhungerattacken und natürliche Nahrungsumstellung aufgefangen werden, können manche Defizite unerkannt bleiben - und schwerwiegende Folgen haben.

    Obwohl einem Folsäure- oder Eisenmangel während Schwangerschaft und Stillzeit durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln meist vorgebeugt wird, kann ein Vitamin B12 Mangel leicht unbeachtet bleiben. Dabei ist Vitamin B12 während der Schwangerschaft und Stillzeit für das Wohlbefinden der Mutter und für eine gesunde Entwicklung des heranwachsenden Kindes unerlässlich.

    Empfohlener Tagesbedarf von Vitamin B12 während der Schwangerschaft und Stillzeit

    Die Bedeutung von Vitamin B12 für das Wohl der Mutter und dem heranwachsendem Kind ist an dem höheren empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin B12 während der Schwangerschaft und Stillzeit zu erkennen: [102]

    • Empfohlener Tagesbedarf für Schwangere: 3,5 µg/Tag
    • Empfohlener Tagesbedarf für Stillende: 4,0 µg/Tag
    • Im Vergleich dazu der empfohlene Tagesbedarf für Erwachsene: 3,0 µg/Tag

    Zu beachten ist, dass das Vitamin B12 schon früh in der Schwangerschaft von enormer Bedeutung ist. Dies hat mehrere Gründe.

    Vitamin B12 für die Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit

  • Die Erythropoese, die Bildung der roten Blutkörperchen, läuft während der ersten beiden Trimester der Schwangerschaft auf Hochtouren, um den erhöhten Bedarf der Mutter und den des wachsenden Embryos abzudecken. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Vitamin B12 Bedarf während der ersten 27 Wochen besonders hoch ist. Im letzten Drittel der Schwangerschaft unterstützt Vitamin B12 die Aufnahme und Verwertung von Folsäure.[103]

  • Unzureichende Vitamin B12 Werte verringern die Fruchtbarkeit, und werden mit erhöhtem Risiko von frühen Fehlgeburten in Verbindung gebracht. Untersuchungen an Frauen mit wiederholten, sehr frühen (vor der 5. Schwangerschaftswoche) und frühen (vor der 12. Schwangerschaftswoche) Aborten ergaben, dass neunmal so viele Frauen in dieser Gruppe an einem Vitamin B12 Mangel litten, als Frauen mit normalen Schwangerschaften.[104]

  • Unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 erhöht das Risiko der Mutter, an Diabetes in der Schwangerschaft (Gestations Diabetes) zu erkranken. Das Risiko ist besonders hoch in Verbindung mit erhöhten Folsäurewerten.[105] Diese neuesten Ergebnisse zeigen auf, wie wichtig die Bestimmung der Folsäure- und Vitamin B12 Werte während der Schwangerschaft ist.

  • Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 während der Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Frühgeburt, und kann zu einem zu geringen Gewicht des Neugeborenen führen, besagt eine Analyse aller relevanten Studien.[106]
  • Vitamin B12 für Embryo und Säugling während der Schwangerschaft und Stillzeit

    Der Großteil an Erfahrungen von den Auswirkungen eines Vitamin B12 Mangels auf das ungeborene oder neugeborene Kind stammen von Müttern, die sich hauptsächlich oder ausschließlich vegetarisch oder vegan ernähren. Hier hat sich gezeigt, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 dramatische Konsequenzen haben kann. Wichtig dabei ist, dass eine Schwangerschaft das Risiko eines Vitamin B12 Mangels erhöht, da der heranwachsende Fötus bzw. Embryo vorhandene Vitamin B12 Speicher der Mutter auslaugt.

    Das Risiko eines Vitamin B12 Mangels beschränkt sich daher nicht auf langjährig vegan oder strikt vegetarisch lebende Frauen, sondern betrifft sehr oft auch jene, die erst seit kurzem die Ernährungsweise geändert haben, sowie jene, die zu wenig Fleisch oder Tierprodukte zu sich nehmen, ohne sich streng vegetarisch zu ernähren.[107]

    Mögliche Auswirkungen eines Vitamin B12 Mangels:

  • Neurologische Defekte: Unzureichende Vitamin B12 Versorgung während der ersten Schwangerschaftswochen kann zu Neuralrohrdefekten führen, einer Klasse von Geburtsdefekten, die das Gehirn und das Rückenmark des Neugeborenen betreffen. Spina bifida (offener Rücken), welche zu Lähmungen führen kann, und Anenzephalie, welche tödlich verläuft, sind Arten des Neuralrohrdefekts.[108]

  • Eine leichte Unterversorgung mit Vitamin B12 während der Schwangerschaft kann beim Kind zu langfristigen neurologischen und kognitiven Schäden führen, selbst wenn der Vitamin B12 Mangel in der frühen Kindheit behoben wird. Zu den typischen möglichen Symptomen gehören Reizbarkeit, Wachstumsstörungen, Entwicklungsstörungen und verringerte intellektuelle Leistungen (3). Ein Vitamin B12 Mangel in der Frühentwicklung wurde auch mit einem niedrigeren IQ im Alter von 8 Jahren in Verbindung gebracht.[109]

  • Unzureichende Versorgung des Embryos mit Vitamin B12 kann das Risiko erhöhen, an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit, und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie an Krebs, zu erkranken.[110] [111] [112]
  • Wie kann man einem Vitamin B12 Mangel während der Schwangerschaft und Stillzeit vorbeugen?

    Die ausreichende Versorgung für die Mutter und das heranwachsende Kind kann durch die Einnahme von Vitamin B12 gewährleistet werden. Dieses wird durch die Plazenta an den Embryo weitergegeben, und ist auch in der Muttermilch enthalten.[113]

    Um eine optimale Versorgung zu garantieren, empfehlen Experten, den Vitamin B12 Wert bereits vor der Schwangerschaft auf mindestens 221 pmol/L anzuheben. [108] Aufgrund der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Körpers für Vitamin B12 empfiehlt sich bereits ab der Entscheidung zu einer Schwangerschaft die Einnahme einer Tagesdosis von 500 µg bis 1000 µg Vitamin B12.

    Vitamin B12 und Osteoporose

    Knochendichte ist besonders in älteren Menschen ein wichtiges Thema. Geringe Knochendichte kann zu Osteoporose führen, und ist mit einem bedeutend höheren Risiko von Knochenbrüchen bei einem Fall verbunden. Lebensweise und Ernährungsstil können das Osteoporose und Knochenbruch Risiko senken.

    Zu den Faktoren, die Knochendichte beeinflussen, gehören neben genetischen Komponenten vor allem körperliche Aktivität, Gewicht, Alkoholkonsum, Rauchen, Östrogenspiegel, sowie Versorgung mit ausreichend Kalzium.[114]

    Dass auch Vitamine den Knochenaufbau unterstützen und helfen, die Knochendichte zu bewahren, ist den meisten Menschen bewusst. Dass es sich dabei jedoch nicht nur um Vitamin D, bekannt durch seine vorbeugenden Wirkungen bei Osteoporose handelt, ist ein relativ neues Thema. Auch die Gruppe der B Vitamine, wie z.B. Vitamin B12, erheben immer deutlicher den Anspruch, für gesunde Knochen verantwortlich zu sein.

    Vitamin B12 Mangel erhöht das Knochenbruch Risiko

    Zahlreiche Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass eine geringe oder unzureichende Vitamin B12 Konzentration im Blut mit eindeutigen Anzeichen von verringerter Knochendichte einhergeht:

    • Eine schwedische Studie ermittelte die Vitamin B12 und Homocysteinwerte von 790 Männern zwischen 70 und 81 Jahren. Die Wissenschaftler folgten den Studienteilnehmern über die nächsten 6 Jahre und dokumentierten eventuelle Knochenbrüche.

      Dabei stellten sie fest, dass das Knochenbruch Risiko signifikant mit dem Absinken der Vitamin B12 Konzentration ansteigt. Das bedeutet, je geringer die Vitamin B12 Konzentration im Blut, desto größer ist das Risiko eines Knochenbruches bei einem Fall. Teilnehmer im untersten Viertel, also jene mit den geringsten Vitamin B12 Werten, hatten ein 70% höheres Risiko. Für spezielle Brüche im Lendenbereich stieg das Risiko dieser Gruppe sogar auf 120% an.[115]


    • Eine Meta-Analyse von 6 klinischen Studien über den Zusammenhang zwischen Vitamin B12 ergab, dass ausreichende Vitamin B12 Versorgung auch in älteren Frauen das Knochenbruch Risiko verringert.[116]

    • Vegetarier stellen, neben älteren Personen, eine weitere Gruppe mit erhöhtem Risiko eines Vitamin B12 Mangels, da Vitamin B12 vorwiegend in tierischen Produkten vorkommt. Interessanterweise wurde auch bei Vegetariern eine durchschnittlich geringere Knochendichte und ein erhöhte Knochenbruch Risiko beobachtet.[117]

    Eine Gesamtanalyse der relevanten Fachliteratur zeigt einen ganz klaren Trend: eine Steigerung des Vitamin B12 Serumspiegels um 50 pmol/L verringert das Risiko eines Knochenbruchs um jeweils 4%.[118] Wie genau Vitamin B12 die Knochen stärkt ist jedoch noch unklar.

    Kann Vitamin B12 den Verlust der Knochendichte stoppen?

    Ausgehend von der Erkenntnis, dass ein Vitamin B12 Mangel das Knochenbruch und Osteoporose Risiko erhöht, wäre die Annahme schlüssig, dass die Einnahme von Vitamin B12 das Risiko senkt. Die wissenschaftliche Beweislage zu dieser Fragestellung ist jedoch nicht eindeutig.

    Ergebnisse der B-PROOF Studie (B Vitamine in der Prävention osteoporotischer Knochenbrüche) zeigte keinen Effekt einer Vitamin B12 Einnahme. Im Zuge dieser Studie wurden fast 3000 älteren Teilnehmern täglich 500µg Vitamin B12 und 400µg Folsäure verabreicht, sowie Vitamin D3. Knochenbrüche wurden in rund 4% der Patienten dieser Gruppe, und in 5% der Teilnehmer in der Placebogruppe beobachtet.

    Die Einnahme der Vitaminkombination verringerte also das tatsächliche Knochenbruch Risiko, der Unterschied war jedoch statistisch betrachtet nicht aussagekräftig. Statistische Signifikanz wurde jedoch in der Gruppe der über 80-jährigen Teilnehmer erreicht, bei denen die Vitamineinnahme das Knochenbruch Risiko weiter senkte.[119]

    Im Moment und in Erwartung weitere Ergebnisse muss daher davon ausgegangen werden, dass die hochkonzentrierte Einnahme von Vitamin B12 bei einem bereits bestehenden Vitamin B12 Mangel das Knochenbruch Risiko nicht mehr oder nur geringfügig vermindern kann.

    Optimale Vorbeugung gegen Osteoporose und erhöhtes Knochenbruch Risiko

    Um die Situation des erhöhten Knochenbruch und Osteoporose Risikos zu vermeiden, sollte daher auf Vorbeugung gegen einen Vitamin B12 Mangel im Alter gesetzt werden. Ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 kann durch ausgewogene Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Produkten erreicht werden. Bei geringerem oder keinem Konsum tierischer Produkte sowie im Alter sollte Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, um einen Mangel zu vermeiden.

    Vitamin B12 in Lebensmitteln

    Der Körper benötigt täglich die Zufuhr von ausreichend Vitamin B12, um einem Vitamin B12 Mangel und dessen potenziell schwerwiegenden Folgen vorzubeugen. Doch welche Lebensmittel eignen sich am besten, um Vitamin B12 aufzunehmen?

    Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Die Menge des vorkommenden Vitamin B12 hängt jedoch nicht nur von der Quelle ab, sondern auch von der Art der Zubereitung. So kann man davon ausgehen, dass durch Kochen rund 30% des Vitamin B12 verlorengeht.[120]

    Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture, USDA) hat eine umfassende Vitamin B12 Lebensmitteltabelle von über 7000 Nahrungsmitteln und deren Vitamin B12 Gehalt erstellt.[121] Darin ist klar ersichtlich, dass die besten Vitamin B12 Lieferanten Innereien wie Leber und Niere von Rind, Lamm, Gans und Ente sind. Daneben sind Muscheln und Austern Spitzenreiter unter den Vitamin B12 reichen Lebensmitteln.

    Vitamin B12 Vorkommen in Lebensmittel (pro 100g):

    Fleisch:

  • Rindsleber, gekocht: 96 µg
  • Kalbsleber, roh: 91 µg
  • Enten- oder Gänseleber, roh: 54 µg
  • Kalbsniere, roh: 50 µg
  • Schweineleber, roh: 26 µg
  • Hühnerleber, gebraten: 21 µg
  • Rindersteak, gegrillt: bis zu 8 µg (je nach Teilstück)
  • Rind (Lendenstück), gegrillt: 4 µg
  • Wild (Reh), geschmort: 3 µg
  • Lamm (Schulter), roh oder gekocht: 3 µg
  • Hühnerfleisch, gegrillt: 0,7 µg

  • Fleischprodukte:

  • Leberwurst: 13 µg
  • Salami: 3 µg
  • Faschiertes vom Rind, gekocht: 3 µg
  • Frankfurter Würstchen: 1,6 µg
  • Knackwurst: 1,2 µg
  • Schinken (Schwein): 1,1 µg
  • Ribs (Rind): 1,1 µg
  • “Bürgermeisterstück” (Rind), ohne Fett, roh: 1,1 µg
  • Blutwurst: 1 µg
  • Fast Food Burger: 0,9 µg

  • Fisch und Weichtiere:

  • Muscheln, gedünstet: 99 µg
  • Kraken (Octopus), gedünstet: 36 µg
  • Austern, gedünstet: 29 µg
  • Räucherlachs: 18 µg
  • Fisch (Dorsch, Hering), roh: 10 µg
  • Wildlachs, gekocht: 3 µg
  • Thunfisch in der Dose: 3 µg
  • Tintenfisch: 1,3 µg
  • Thunfischsalat: 1,2 µg

  • Milchprodukte und Eier:

  • Milchpulver (mager): 4 µg
  • Schweizer Käse: 3 µg
  • Molkepulver: 2,4 µg
  • Mozarella, Parmesan: 2,3 µg
  • Brie: 1,7 µg
  • Edamer, Gouda: 1,5 µg
  • Parmesan, gerieben: 1,4 µg
  • Camembert: 1,3 µg
  • Griechischer Joghurt: 0,8 µg
  • Schafsmilch: 0,7 µg
  • Joghurt natur: 0,6 µg
  • Milch, Buttermilch: 0,5 µg
  • Eiscreme, Frozen Yoghurt: 0,5 µg
  • Sauerrahm: 0,3 µg
  • Schafkäse, weich: 0,2 µg
  • Butter: 0,2 µg
  • Sahne (flüssig): 0,2 µg
  • Muttermilch: 0,05 µg

  • Entenei, roh: 5 µg
  • Ei, getrocknet: 3 µg
  • Ei, gekocht: 1,1 µg
  • Ei, roh: 0,9 µg
  • Rühreier: 0,8 µg
  • Pochiertes Ei: 0,7 µg

  • Produkte angereichert mit Vitamin B12:

  • Angereicherte Frühstücksflocken: bis zu 20 µg (produktabhängig)
  • Mandelmilch, Kokosnussmilch: 1,3 µg
  • Sojamilch: 1,1 µg
  • Reismilch: 0,6 µg

  • Weitere Lebensmittel, zubereitete Produkte und Speisen:

  • Seegras, getrocknet: 2,3 µg*
  • Seegras, eingeweicht: 0,3 µg*
  • Kartoffelpüree: 0,2 µg
  • Pfannkuchen: 0,2 µg
  • Croissant: 0,2 µg
  • Mayonnaise: 0,1 µg
  • Margarine: 0,1 µg
  • Nudeln (mit Ei), gekocht: 0,1 µg
  • Miso, Tempeh: 0,1 µg
  • Kartoffelsalat mit Ei: 0,1 µg
  • Müsli: 0,1 µg

  • Lebensmittel die Spuren an Vitamin B12 enthalten (zwischen 0,01 µg und 0,05 µg):

  • Pilze*
  • Bier
  • Brot
  • Süßkartoffeln*
  • Wein

  • Lebensmittel, die nachweislich kein Vitamin B12 enthalten:

  • Fette
  • Öle
  • Lebertran
  • Obst
  • Gemüse
  • Gewürze
  • Hülsenfrüchte
  • Salate
  • Kräuter
  • Mehl
  • Reis
  • Nudeln (ohne Ei)
  • Gelatine
  • Hefe

  • * Anmerkung: die in Pflanzen, Pilzen und Seegras gemessenen Vitamin B12 Werte hängen vom Nährboden ab und unterliegen oft starken regionalen Schwankungen.[121]

    Gibt es tatsächlich keine pflanzlichen Vitamin B12 Quellen?

    Im Gegensatz zu den Messergebnissen der USDA fanden andere Quellen erwähnenswerte Mengen an Vitamin B12 in einigen Meeresalgen wie Nori, Chlorella und Spirulina. Problematisch sind hier jedoch die sehr stark schwankenden Testergebnisse, sowie der potentiell sehr hohe Gehalt an Pseudovitamin B12.[120] [122] [123]

    Die Bioverfügbarkeit von Vitamin B12 - ein wichtiges Thema !

    Die hier angeführten Lebensmittel mit Vitamin B12 sind mit den Durchschnittswerten an gemessenem Vitamin B12 pro 100g versehen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht das gesamte enthaltene Vitamin B12 dem Körper auch tatsächlich zur Verfügung steht.

    Die Bioverfügbarkeit des enthaltenen Vitamin B12 schwankt stark je nach Lebensmittel und Zubereitungsart. So stehen nach einer Aufnahme von 200 g gekochtem Lammburger theoretische 3 µg Vitamin B12 zur Verfügung, der Körper verwertet jedoch nur ungefähr 80% davon.

    Bei Milch liegt die Bioverfügbarkeit bei rund 60%, bei Leberpastete können jedoch nur etwa 10% des aufgenommenen Vitamin B12 verwertet werden. Als Faustregel gilt, dass gesunde Erwachsene rund 50% des über die Nahrung aufgenommenen Vitamin B12 verwerten.[120]

    Zusammenfassung

    Ausreichende Mengen, die den Vitamin B12 Bedarf decken können, sind nur in tierischen Lebensmitteln und deren Erzeugnissen zu finden. Spitzenreiter sind hier Innereien wie Leber und Niere. Milchprodukte und Eier sowie damit hergestellte Lebensmittel stellen ebenfalls wertvolle Vitamin B12 Quellen.

    Personen, die fast oder gänzlich auf tierische Nahrungsmittel verzichten, können ihren Bedarf nur mit Vitamin B12 angereicherten Lebensmittel abdecken. Als Alternative dazu bieten sich Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 an, um einem Vitamin B12 Mangel vorzubeugen.

    Vitamin B12 Mangel durch Medikamente

    Die meisten Medikamente haben neben ihrer primären und erwünschten Wirkung oft unerwünschte Effekte und Nebenwirkungen, die das Wohlbefinden des Patienten beeinträchtigen können. Einige Medikamente beeinflussen die Aufnahme von Vitamin B12 in den Körper. Diese oft vernachlässigte Nebenwirkung kann zu einem Vitamin B12 Mangel und damit einhergehenden Symptomen führen.

    Die folgenden Medikamentengruppen können zu einem Vitamin B12 Mangel führen:[124]

    • Protonenpumpenhemmer
    • Antibiotika (Chlorapmhenicol)
    • Histaminrezeptor Antagonisten
    • Metformin

    Vitamin B12 Mangel durch Protonenpumpenhemmer

    Protonenpumpenhemmer werden zur Reduktion überschüssig produzierter Magensäure eingesetzt. Dies tritt beispielsweise bei gastroösophagealer Refluxkrankheit, Sodbrennen, Gastritis, oder nach einer Infektion mit Helicobacter pylori auf.

    Protonenpumpenhemmer werden oft auch als “Magenschutz” verschrieben, wenn magenreizende Medikamente eingenommen werden müssen. Die in Protonenpumpenhemmern enthaltenen Wirkstoffe sind unter anderem als Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Rabeprazol und Lansoprazol bekannt.

    Neben einer langen Liste von bedenklichen Nebenwirkungen kann die langfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern zu einem ausgeprägten Vitamin B12 Mangel führen. Dies liegt daran, dass durch die Reduktion der Magensäure Vitamin B12 im Magen nicht mehr effektiv aus der Nahrung ausgelöst werden kann. Der Effekt ist progressiv, d.h. je länger Protonenpumpenhemmern eingenommen werden, desto geringer ist die Vitamin B12 Konzentration.[125]

    Vitamin B12 Mangel durch Antibiotika

    In seltenen Fällen wurde beobachtet, dass das Breitband Antibiotikum Chloramphenicol einen akuten Vitamin B12 Mangel, beispielsweise bei bestehender Anämie, noch weiter verschlechtert, bzw. die Wirkung von Vitamin B12 aufhebt. Der Grund hierfür ist nicht geklärt.[126] Diese möglicherweise fatale Wechselwirkung zwischen Chloramphenicol und Vitamin B12 tritt jedoch nur in einigen Ausnahmefällen auf. Die Einnahme von Chloramphenicol bei Anämie wird daher weiter als unbedenklich eingestuft.[127]

    Vitamin B12 Bestimmung ist wichtig

    Entscheidend ist hier jedoch die Messung der Vitamin B12 Werte. Eine Studie an Patienten, die Protonenpumpenhemmern einnehmen zeigte, dass ein Vitamin B12 Serumtest bei 10% der Patienten einen Vitamin B12 Mangel aufzeigte. Zusätzlich Messungen der MMA und Homocysteinwerte ergaben jedoch, dass tatsächlich 31% der Patienten an einem Vitamin B12 Mangel litten.[125]

    Diese unterschiedlichen Ergebnisse könnten auch der Grund dafür sein, dass ein Vitamin B12 Mangel durch Protonenpumpenhemmer noch als nicht eindeutig bewiesen gilt.[128]

    Neben der Einnahme von hochdosiertem Vitamin B12 könnte Kalzium ebenfalls dazu beitragen, einen durch Protonenpumpenhemmer bedingten Vitamin B12 Mangel auszugleichen.[129]

    Vitamin B12 Mangel durch H2 Histaminrezeptor Antagonisten

    Hinter diesem Fachbegriff verstecken sich Antihistaminika, die den H2 Histaminrezeptor blockieren. Dadurch werden weniger Histamine produziert. H2 Rezeptoren kommen großteils im Herz, den Blutgefäßen und besonders in der Magenschleimhaut vor. H2 Antihistaminika werden oft bei der Therapie von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt.

    Ähnlich wie die Protonenpumpenhemmer hemmen auch die H2 Antihistaminika die Produktion der Magensäure. Dies führt ebenfalls zu einer verringerten Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung. Dadurch kommt es auch bei langfristiger Einnahme von H2 Antihistaminika zu einem Vitamin B12 Mangel.[130]

    Vitamin B12 Mangel durch Metformin

    Bei Metformin handelt es sich um ein Medikament, welches zur Behandlung von Typ 2 Diabetes mellitus eingesetzt wird. Metformin ist ein orales Antidiabetikum, welches das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen im Zuge von Typ 2 Diabetes verringert.

    Eine Studie an 231 Typ 2 Diabetes Patienten hat gezeigt, dass die Einnahme von Metformin das Risiko eines Vitamin B12 Mangels drastisch erhöht. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, in der rund 6% an einem Vitamin B12 Mangel litten, lag der Prozentanteil mit Metformin Einnahme bei 18%.

    Das Risiko erhöhte sich bei gleichzeitiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern und/oder H2 Antihistaminika weiter.[131]

    Der Grund für das erhöhte Risiko eines B12 Mangels ist noch unklar. Es wird vermutet, dass Metformin die Aktivität von Kalzium an der Zelloberfläche beeinflusst. Dies könnte die Aufnahme von Vitamin B12 mithilfe des Intrinsic Faktor blockieren, da dieser Prozess kalzium-abhängig ist.[132]

    Kontakt mit Lachgas (Lachgasanästhesie)

    Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass auch der Kontakt mit Lachgas die Vitamin B12 Reserven zerstören kann. Lachgas wird von Zahnärzten zur Schmerzreduktion und in Operationssälen als Betäubungsmittel verwendet. Die Anwendung von Lachgas kann ein signifikantes Risiko für alle Menschen mit einem existierenden, nicht diagnostizierten oder nicht behandelten Vitamin B12 Mangel sein.

    Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind und regelmäßig Lachgas ausgesetzt werden, sind ebenfalls gefährdet. Ein schwerwiegendes Problem ist der Missbrauch des Gases durch medizinisches Personal, Teenager und junge Erwachsene, die es für seine euphorische Wirkung einsetzen. Diese Anwendung kann zu schweren neurologischen Schäden führen.

    Wie kann man einen Vitamin B12 Mangel durch Medikamente behandeln oder diesem vorbeugen?

    Bei langfristiger Einnahme von Medikamenten mit Wirkstoffgruppen, die nachweislich einen Vitamin B12 Mangel bedingen können, sollte der Vitamin B12 Spiegel regelmässig kontrolliert sowie auf mögliche Symptome geachtet werden. Es ist in jedem Fall zu einer vorbeugenden Einnahme von Vitamin B12 zu raten. Am geeignetsten sind hier Vitamin B12 Lutschtabletten, bei denen Vitamin B12 großteils über die Mundschleimhaut aufgenommen wird und der Magen-Darm-Trakt umgangen wird.

    Vitamin B12 Wechselwirkungen

    Die Versorgung des Körpers mit den richtigen Nährstoffen ist ein komplexer Vorgang, bei dem alle beteiligten Elemente ein Gleichgewicht bilden sollten. Oft müssen Nährstoffkombinationen zugeführt werden um jedes einzelne Element optimal zu verwerten.

    Vitamin B12 reagiert ebenfalls mit einer Vielzahl von Molekülen und Nährstoffen. Diese Wechselwirkungen von Vitamin B12 können dabei helfen, Vitamin B12 sowie andere Vitamine und Nährstoffe effektiver aufzunehmen und Mängeln vorzubeugen, bzw. diese zu beheben.

    Wechselwirkung von Vitamin B12 und Folsäure

    Eine der bekanntesten Wechselwirkungen von Vitamin B12 besteht mit Folsäure. Beide Moleküle sind entscheidend am Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel (One-Carbon-Metabolism) beteiligt. Hier ist Vitamin B12 dafür zuständig, Homocystein eine Methylgruppe (chemische Verbindung eines Kohlenstoffatoms mit drei Wasserstoffatomen) anzuhängen, und Homocystein damit zu deaktivieren.

    Homocystein ist ein natürliches Abbauprodukt der in der Nahrung enthaltenen Aminosäure Methionin. Erhöhte Homocysteinwerte können zu Störungen des Nervensystems, Depression, Demenz und anderen Erkrankungen beitragen. Vitamin B12 arbeitet hier eng mit Folaten (natürlich vorkommende Form der Folsäure) zusammen. Während Vitamin B12 Homocystein durch direkte Methylierung bremst, bewirkt Folsäure, dass dieser Zustand des Homocysteins durch Re-methylierung aufrecht erhalten bleibt.[133] [134]

    Die Wechselwirkung von Vitamin B12 und Folsäure ist zwar keine direkte, beide Elemente beeinflussen sich aber gegenseitig durch Zusammenwirken in denselben chemischen Abläufen. Vitamin B12 reguliert außerdem die Aktivierung von Folsäure. Steht zu wenig Vitamin B12 zur Verfügung, kann auch Folat nicht mehr methyliert werden, und bleibt in einer inaktiven Vorstufe stecken, dem 5-Methyltetrahydrofolat. Ein Vitamin B12 Mangel kann daher zu einem Folsäuremangel führen.[135]

    Klinische Auswirkung der Wechselwirkung von Vitamin B12 und Folsäure

    Folsäure oder Vitamin B12 Mängel haben klinisch ähnliche Auswirkungen, die von Nervenerkrankungen und psychischen Störungen über Anämie bis zu Geburtsdefekten führen können. Die Ähnlichkeiten sind durch die von beiden Molekülen bedingte Beeinflussung des Homocysteinspiegels bedingt.[135] [136]

    Aufgrund der Wechselwirkung von Vitamin B12 und Folsäure kann jedoch auch umgekehrt von einem erhöhten Homocysteinspiegel nicht eindeutig entschieden werden, ob ein Vitamin B12 oder ein Folsäuremangel - oder beides - vorliegt. Hier sind zusätzliche spezifische Vitamin B12 bzw. Folsäure Bestimmungen notwendig. Im Zweifelsfall, und beispielsweise während der Schwangerschaft, ist es ratsam, ein Kombinationspräparat von Folsäure und Vitamin B12 einzunehmen.

    Wechselwirkung zwischen Vitamin B12 und anderen B Vitaminen

    Die Familie der B Vitamine umfasst 8 wasserlösliche Vitamine, die wichtige Funktionen in den Zellen des menschlichen Körpers erfüllen. B Vitamine sind besonders wichtig für das Gehirn. Sie können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und werden im Gehirn angereichert. Die Konzentration von Vitamin B5 und B7 beispielsweise ist im Hirn 50mal so hoch wie im Blutplasma.

    Aus Studien mit verschiedenen Vitamin B Kombinationen geht hervor, dass Funktionen und Wirkungen aller B Vitamine miteinander verbunden sind. Details dieser Wechselwirkungen sind jedoch großteils noch unklar.[137] Es gibt jedoch einige Vitamin B Familienmitglieder, deren Wechselwirkung mit Vitamin B12 etwas genauer untersucht wurde:

    • Vitamin B12 und Vitamin B6: Beide Vitamine spielen im Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel eine Rolle. Aus diesem Grund müssen beide.[133]

    • Vitamin B12 und Vitamin B7 (Biotin): Vitamin B12 ist Teil des Cytratzyklus, durch den organische Bausteine zur Energiegewinnung und zum Aufbau neuer Substanzen wiederverwertet werden. Biotin und Magnesium sind hier notwendige Partner zur Aktivierung von Vitamin B12.

    • Vitamin B12, Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin B3 (Niacin): Zusammen mit Folat, Vitamin B12 und B6 ist auch Vitamin B2 am Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel beteiligt, der die Methylierung anderer Moleküle sowie Homocysteins reguliert. Außerdem sind Vitamin B2 und Vitamin B3 zur Umwandlung von Vitamin B12 in seine aktiven Formen, Methylcobalamin und Adenosylcobalamin notwendig.[138]

    Wechselwirkung zwischen Vitamin B12 und Calcium

    Vitamin B12 kann nur durch Bindung an den Intrinsic Faktor durch die Darmschleimwand geschleust und den Körperzellen zur Verfügung gestellt werden. Für diese Bindung ist Calcium notwendig, sowie der richtige pH Wert. Bei saurem pH Wert oder einem Mangel an Calcium ist Vitamin B12 nicht in der Lage, an den Intrinsic Faktor zu binden.[139]

    Sollte Vitamin B12 allein oder in Kombination eingenommen werden?

    Ausgehend von den hier beschriebenen Wechselwirkungen von Vitamin B12 mit anderen B Vitaminen, Folsäure, Magnesium und Calcium stellt sich die Frage, ob Vitamin B12 sinnvoller in Kombination mit interagierenden Nährstoffen eingenommen werden sollte. Dies hängt von dem individuellen Fall und möglichen spezifischen Mangelerscheinungen ab. Besteht nur Verdacht auf einen Vitamin B12 Mangel, beispielsweise bei veganer Ernährung, kann die Einnahme von Vitamin B12 alleine ausreichen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

    In anderen Situationen, wie z.B. bei einer Schwangerschaft, wird Vitamin B12 normalerweise zusammen mit Folsäure verabreicht, um Geburtsdefekten optimal vorzubeugen. Neueste Studien zeigen jedoch, dass Behandlungen mit Vitamin B Kombinationen wesentlich effektiver sein könnten als angenommen.

    Durch die Bedeutung aller B Vitamine für Gehirn und Nervensystem könnten B Vitamine an der Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt sein. Wissenschaftler spekulieren, dass eine Behandlung mit Vitamin B Kombinationen die Ursache für Multiple Sklerose aufheben und den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen könnte.[140]

    Vitamin B12 Überdosierung

    Vitamine sind (lebens)notwendig, unterstützen essentielle Körperfunktionen und helfen, die Gesundheit zu bewahren. Manche Vitamine müssen jedoch in der richtigen Dosierung eingenommen werden, da übermäßige Mengen zu Nebenwirkungen führen können.

    Vitamin B12 wird oft hochdosiert verabreicht oder eingenommen - kann es hier zu einer Überdosierung kommen? Woran erkennt man eine Überdosierung von Vitamin B12?

    Vitamin B12 hat selbst bei hohen Dosierungen kaum Nebenwirkungen

    Bereits sehr früh nach der Entdeckung von Vitamin B12 als Auslöser von - und Heilmittel für - Anämie und Blutarmut wurden die Wirkungen verschiedener Dosierungen von Vitamin B12 untersucht. Es zeigte sich bald, dass Vitamin B12 “bemerkenswert wenige Nebenwirkungen” hat.[141] Dies liegt daran, dass überschüssiges Vitamin B12 über die Niere und den Urin ausgeschieden werden kann. Mengen bis zu 3000 µg können daher als unbedenklich angesehen werden.[142]

    Ist eine Vitamin B12 Überdosierung möglich?

    Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist eine Überdosierung mit Vitamin B12 durch die automatische Ausscheidung praktisch unmöglich. Bei extrem hohen Dosierungen könnte es zu einer Vitamin B12 unspezifischen Überbelastung der Nieren kommen. Diese scheint jedoch aus medizinischer Sicht als geringes Risiko.

    Extrem hohe Dosierungen von 5000 µg werden als Gegengift bei einer Cyanidvergiftung durch Rauchgasinhalation eingesetzt. Selbst diese Dosierungen werden als sicher zur Behandlung von Kindern und Schwangeren im Falle einer Rauchgasvergiftung eingestuft.[143]

    Ist eine Vitamin B12 Überdosierung sinnvoll?

    Abgesehen von dem Falle einer Cyanidvergiftung oder akuter perniziöser Anämie sind Dosierungen von Vitamin B12 über 1000 µg kaum sinnvoll. Bei einem Vitamin B12 Mangel oder verringerter Vitamin B12 Aufnahmekapazität - beispielsweise durch Wechselwirkungen mit Medikamenten oder bei fehlendem Intrinsic Faktor - sind Dosierungen bis zu 1000 µg pro Tag jedoch durchaus anzuraten.

    Der Grund dafür liegt an der relativ geringen tatsächlichen Verwertung von Vitamin B12 über den Intrinsic Faktor als auch über passive Diffusion. Während die Aufnahme über den Intrinsic Faktor auf 1,5 µg pro Mahlzeit limitiert ist, wird über passive Diffusion gerade einmal knapp über 1% der aufgenommenen Vitamin B12 Menge dem Körper zur Verfügung gestellt.

    Hochdosierte Einnahme von Vitamin B12 führt daher kaum zu einer Überversorgung. Sie verhindert jedoch die Entstehung eines Vitamin B12 Mangels, dessen Auswirkungen wesentlich folgenreicher als jene einer möglichen Überdosierung sein könnten.

    Vitamin B12 und Akne-ähnlicher Ausschlag

    In einigen Fällen trat nach intramuskulärer oder oraler Verabreichung unterschiedlicher Dosen von Vitamin B12 ein Akne-ähnlicher Hautausschlag auf. Dieser wurde im Gesicht und dem oberen Bereich des Oberkörpers beobachtet, und trat innerhalb der ersten 6 Behandlungsmonate auf. Der Hautausschlag klang jedoch nach Absetzen der Vitamin B12 Behandlung rasch ab.[144]

    Diese ebenfalls sehr selten beschriebene Nebenwirkung von Vitamin B12 ist jedoch nicht auf eine tatsächliche Überdosierung zurückzuführen, da teilweise geringe Mengen Vitamin B12 der Auslöser waren. Die Ursache für das Auftreten dieses Hautausschlages ist ungeklärt und scheint individuelle zugrunde liegende Gründe oder Unverträglichkeiten zu haben, da kein eindeutiges Muster vorliegt. Eine Beendigung der Vitamin B12 Aufnahme dürfte jedoch in jedem Fall zu einer Auflösung der Symptome führen.

    Vitamin B12 Nebenwirkungen

    Mögliche Nebenwirkungen, die in sehr seltenen Fällen beobachtet wurden gleichen jenen bei ähnlich verabreichten Medikamenten - so wurden beispielsweise vereinzelte Fälle von anaphylaktischem Schock nach Vitamin B12 Injektionen beobachtet.[141] [145]

    Dies dürfte jedoch eher auf die Verabreichungsmethode oder Trägermaterialien zurückzuführen sein. Dies könnte auch auf weitere lokale und systematische Reaktionen nach Vitamin B12 Injektionen zutreffen, wie z.B. Hautreizungen, Schwindel, Hitzewallungen oder Übelkeit.[146]

    Interessanterweise scheinen die verschiedenen Formen von Vitamin B12 zu differenzierten Nebenwirkungen zu führen. So wurden unmittelbare Überempfindlichkeitsreaktionen des Typ 1 (wie z.B. anaphylaktische Reaktionen) eher mit Cyanocobalamin beobachtet, während Einzelberichte von aufgetretenen Allergien gegen Hydroxylcobalamin beobachtet wurden.[146] [147]

    Vitamin B12 Test

    Wenn ein konkreter Verdacht auf Vitamin B12 Mangel besteht, empfiehlt es sich, einen Vitamin B12 Test durchführen zu lassen, um Gewissheit zu erlangen. Besonders bei Personen mit veganer oder vegetarischer Ernährung, sowie bei älteren Menschen erhöht sich das Risiko, an einem Vitamin B12 Mangel zu leiden. Aber auch andere Personen, die durch das Auftreten möglicher Symptome einen Vitamin B12 Mangel befürchten, sollten den Verdacht durch einen Vitamin B12 Test überprüfen lassen.

    Welchen Vitamin B12 Test gibt es?

    Es gibt zur Zeit keinen einheitlich durchgeführten Test für Vitamin B12. Dies liegt daran, dass alle angebotenen Tests Vor- und Nachteile mit sich bringen und die Wahl des geeignetsten Tests für jeden individuellen Fall im Ermessen des Arztes liegt. Weitere Entscheidungskriterien können durch die Angebote lokaler Labors gegeben sein, da einige der Tests aufwändige und teure Geräte benötigen. Außerdem können individuelle Präferenzen bei der Wahl eines geeigneten Vitamin B12 Tests ausschlaggebend sein, da je nach Test entweder Blut- oder Urinproben zur Testauswertung herangezogen werden.

    
 Diese Vitamin B12 Tests sind derzeit möglich:
    • Vitamin B12 Serumtest
    • Holo-TC Test
    • Homocystein Test
    • MMA Urin Test

    Vitamin B12 Serumtest

    Der Vitamin B12 Serumtest misst das gesamte im Blut vorkommende Vitamin B12 und gilt am Ehesten als Standardtest. Vergleiche mit anderen Vitamin B12 Tests zeigen jedoch, dass der Serumtest limitierte Aussagekraft hat. Prägnante Vitamin B12 Mängel werden zwar bei diesem Test klar erkannt, die Aussagekraft erhöhter Vitamin B12 Werte ist jedoch gering. Dies liegt daran, dass Vitamin B12 in verschiedenen Formen im Blut vorkommt - und nicht alle diese Formen stehen den Zellen auch zur Verfügung.

    Der Vitamin B12 Serumtest misst die beiden Proteine, an die Vitamin B12 im Blut gebunden ist - Haptocorrin und Transcobalamin (TC). Es ist jedoch nur in etwa 20% des zirkulierenden Vitamin B12 an TC gebunden. Nur dieses Vitamin B12 steht den Zellen tatsächlich zur Verfügung.[148] [149] Ein normaler Vitamin B12 Serumtest bedeutet demnach nicht unbedingt, dass auch ausreichend aktivierbares Vitamin B12 zur Verfügung steht.

    Eine amerikanische Studie, in der der Vitamin B12 Serumtest an rund 1600 Patienten mit Vitamin B12 Mangel getestet wurde, ergab, dass dieser Test nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 22% korrekt ist.[150] Er kann daher als Routinetest nur in Verbindung mit anderen Untersuchungen empfohlen werden.

    Holo-TC Test

    Dieser Vitamin B12 Test misst nur die an das Transportprotein gebundene Form von Vitamin B12, sogenanntes Holotranscobalamin. Dieser Test dient damit spezifisch der Messung des tatsächlich verfügbaren Vitamin B12. Zur Messung wird wie beim Serumtest eine Blutprobe abgenommen. Der Holo-TC Test gilt als zuverlässige Methode zur Bestimmung des Vitamin B12 Spiegels. Ein Vitamin B12 Mangel kann hier mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% festgestellt, und mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% ausgeschlossen werden.[148]

    Homocystein Test

    Dieser Vitamin B12 Test basiert auf der Messung der Aminosäure Homocystein im Blut. Aminosäuren sind die Bausteine aller Proteine im Körper. Eine Anreicherung von Homocystein im Blut stellt einen Hinweis auf einen Vitamin B12 Mangel dar. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei um die Messung eines Stoffwechselproduktes handelt und nicht um eine direkte Messung des B12 Vitamins.

    Es müssen daher andere mögliche Ursachen für einen erhöhten Homocystein Spiegel ausgeschlossen werden. Dennoch gilt dieser Test als relativ zuverlässig, da ein Vitamin B12 Mangel praktisch immer mit einer Erhöhung der Homocystein Werte einhergeht. [151]

    MMA Test

    Dies ist der einzige Vitamin B12 Test, bei dem Urin als Ausgangsprodukt verwendet werden kann. In diesem Vitamin B12 Test wird die Menge der Methylmalonsäure im Harn bestimmt. Ist diese erhöht, dann ist dies ein Hinweis darauf, dass ein Vitamin B12 Mangel vorliegt. Die Durchführung des MMA Tests benötigt jedoch relativ aufwändige Geräte, die nicht in jedem Labor bereitstehen.[151] [152] MMA kann auch im Blutserum bestimmt werden. Der MMA Test gilt als zuverlässige Alternative zum Holo-TC Test. [153]

    Vitamin B12 Tests im Vergleich

    • Bei einem Vergleich des Serumtests, Holo-TC Tests und des MMA Tests in 700 älteren Personen schnitt der Holo-TC Test eindeutig am Zuverlässigsten ab, gefolgt von dem Serumtest und dem MMA Test.[148]
    • Ein andere Studie, durchgeführt am Universitätskrankenhaus Saarland, verglich die Vitamin B12 Konzentrationen in Omnivoren, Vegtariern, älteren Personen und Dialysepatienten mittels des Homocystein, MMA und Holo-TC Tests. Zu geringe Vitamin B12 Werte wurden mittels der Holo-TC Methode hauptsächlich in Veganern und Vegetariern gefunden. Diese Werte gingen oft mit erhöhten MMA Werten einher, die ebenfalls auf einen Vitamin B12 Mangel hinweisen.

      Erstaunlicherweise wurden zu geringe Holo-TC und zu hohe MMA Werte auch in Personen gefunden, deren Serumtest einen Vitamin B12 Gehalt von bis zu 300 pmol/L anzeigte, also weit im grünen Bereich lag. Diese Studie zeigt damit auf, dass der Holo-TC Test bei diesen Risikogruppen mit größerer Sicherheit einen Vitamin B12 Mangel bestimmen kann als der Serumtest.

      Anders in einer anderen Risikogruppe: bei älteren Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Dialysepatienten kann selbst bei normalen Holo-TC Werten ein Vitamin B12 Mangel nicht ausgeschlossen werden, da die Blutwerte von Vitamin B12 und MMA mit gesunder Nierenfunktion verknüpft sind. [154]

    • Ähnliches wurde auch in einer Studie an mehr als 1000 Versuchspersonen mit Verdacht auf Vitamin B12 Mangel gezeigt. Niedrige Holo-TC Werte und erhöhte MMA Werte korrelierten dabei in Personen mit gesunder Nierenfunktion, nicht jedoch in Personen mit eingeschränkter Funktion. Ein durch Holo-TC und MMA Test bestätigter Vitamin B12 Mangel wurde bei der Mehrheit der Personen trotz normaler Vitamin B12 Serumtests festgestellt.[149]

    Zusammenfassung

    Der Vitamin B12 Spiegel kann mittels verschiedener Tests ermittelt werden, von denen sich keiner bislang als Standardtest durchgesetzt hat. Die Vergleiche der verschiedenen Vitamin B12 Tests zeigen, dass eine Bestimmung des Vitamin B12 Wertes am zuverlässigsten durch die Holo-TC Methode erfolgt. Vorsicht ist bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion geboten, da diese die Testergebnisse stark beeinflussen kann.

    Vitamin B12 Studien und Referenzen

    1. Kapadia CR. Vitamin B12 in health and disease: part I--inherited disorders of function, absorption, and transport. Gastroenterol. 1995 Dec;3(4):329-44.
    2. Obeid R, Fedosov SN, Nexo E. Cobalamin coenzyme forms are not likely to be superior to cyano- and hydroxyl-cobalamin in prevention or treatment of cobalamin deficiency. Mol Nutr Food Res. 2015;59(7):1364-1372.
    3. Quadros EV. Advances in the Understanding of Cobalamin Assimilation and Metabolism. Br J Haematol. 2010;148(2):195-204.
    4. E. Wiebe. N of 1 trials. Managing patients with chronic fatigue syndrome: two case reports. Can Fam Physician. 1996 Nov; 42: 2214–2217.
    5. Kumar N. Nutrients and Neurology. Continuum (Minneap Minn). 2017 Jun;23(3, Neurology of Systemic Disease):822-861.
    6. Finkelstein JL, Layden AJ, Stover PJ. Vitamin B-12 and Perinatal Health. Adv Nutr. 2015 Sep 15;6(5):552-63.
    7. Ockrent C. Relation between vitamin B12 and the red blood cells. Nature. 1950 Feb 18;165(4190):280.
    8. Hausman DB, Fischer JG, Johnson MA Nutrition in centenarians. Maturitas. 2011 Mar;68(3):203-9.
    9. Stanger O, Herrmann W, Pietrzik K. Clinical use and rational management of homocysteine, folic acid, and B vitamins in cardiovascular and thrombotic diseases. Z Kardiol. 2004 Jun;93(6):439-53.
    10. TAMURA J, KUBOTA K, MURAKAMI H, et al. Immunomodulation by vitamin B12: augmentation of CD8+ T lymphocytes and natural killer (NK) cell activity in vitamin B12-deficient patients by methyl-B12 treatment. Clin Exp Immunol. 1999;116(1):28-32.
    11. Bennett M. Vitamin B12 deficiency, infertility and recurrent fetal loss. J Reprod Med. 2001 Mar;46(3):209-12.
    12. Karakuła H1, Opolska A, Kowal A. Does diet affect our mood? The significance of folic acid and homocysteine. Pol Merkur Lekarski. 2009 Feb;26(152):136-41.
    13. Bryan J1, Calvaresi E, Hughes D. Short-term folate, vitamin B-12 or vitamin B-6 supplementation slightly affects memory performance but not mood in women of various ages. J Nutr. 2002 Jun;132(6):1345-56.
    14. Coppen A, Bolander-Gouaille C. Treatment of depression: time to consider folic acid and vitamin B12. J Psychopharmacol. 2005 Jan;19(1):59-65.
    15. Green R, Allen LH, Bjørke-Monsen AL. Vitamin B12 deficiency. Nat Rev Dis Primers. 2017;3:17040.
    16. Bird JK, Murphy RA, Ciappio ED. Risk of Deficiency in Multiple Concurrent Micronutrients in Children and Adults in the United States. Nutrients. 2017;9(7).
    17. Watanabe F. Vitamin B12 sources and bioavailability. Exp Biol Med (Maywood). 2007;232(10):1266-74.
    18. Vitamin B12 Level
    19. Mizrahi EH, Lubart E, Leibovitz A. Low Borderline Levels of Serum Vitamin B12 May Predict Cognitive Decline in Elderly Hip Fracture Patients. Isr Med Assoc J. 2017;19(5):305-308.
    20. Jameson R. Lam, MPH1; Jennifer L. Schneider, MPH1; Wei Zhao, MPH1; et al Douglas A. Corley, MD, PhD1 Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency JAMA. 2013;310(22):2435-2442. doi:10.1001/jama.2013.280490
    21. Oh R, Brown DL. Vitamin B12 deficiency. Am Fam Physician. 2003;67(5):979-86.
    22. Green R. Vitamin B12 deficiency from the perspective of a practicing hematologist. Blood. 2017;129(19):2603-2611.
    23. Hodgkin DC, Kamper J, Mackay M. Structure of vitamin B12. Nature. 1956;178(4524):64-6.
    24. Obeid R, Fedosov SN, Nexo E. Cobalamin coenzyme forms are not likely to be superior to cyano- and hydroxyl-cobalamin in prevention or treatment of cobalamin deficiency. Mol Nutr Food Res. 2015;59(7):1364-1372.
    25. Kapadia CR. Vitamin B12 in health and disease: part I--inherited disorders of function, absorption, and transport. Gastroenterol. 1995 Dec;3(4):329-44.
    26. Quadros EV. Advances in the Understanding of Cobalamin Assimilation and Metabolism. Br J Haematol. 2010;148(2):195-204.
    27. Farquharson J, Adams JF. The forms of vitamin B12 in foods. Br J Nutr. 1976;36(1):127-36.
    28. Neale G. B12 Binding proteins Gut, 1990, 31, 59-63.
    29. Festen HP. Intrinsic factor secretion and cobalamin absorption. Physiology and pathophysiology in the gastrointestinal tract. Scand J Gastroenterol Suppl. 1991;188:1-7.
    30. Kapadia CR. Vitamin B12 in health and disease: Part I - Inherited disorders of function, absorption, and transport. Gastroenterologist. 1995 Dec;3(4):329-44.
    31. Boina Abdallah A, Ogier de Baulny H, Kozyraki R. How can cobalamin injections be spaced in long-term therapy for inborn errors of vitamin B(12) absorption? Mol Genet Metab. 2012 Sep;107(1-2):66-71.
    32. Berlin H, Berlin R, Brante G. Oral treatment of pernicious anemia with high doses of vitamin B12 without intrinsic factor. Acta Med Scand. 1968 Oct;184(4):247-58.
    33. Vidal-Alaball J, Butler C, Cannings-John R, et al. Oral vitamin B12 versus intramuscular vitamin B12 for vitamin B12 deficiency. Cochrane Database Syst Rev. 2005;(3):CD004655.
    34. Ankar A, Bhimji S. Vitamin, B12 (Cobalamin), Deficiency. [Updated 2017 Jun 20]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2017 Jun
    35. Bunting RW, Bitzer AM, Kenney RM. Prevalence of intrinsic factor antibodies and vitamin B12 malabsorption in older patients admitted to a rehabilitation hospital. J Am Geriatr Soc. 1990 Jul;38(7):743-7.
    36. Herzlich BC, Schiano TD, Moussa Z. Decreased intrinsic factor secretion in AIDS: relation to parietal cell acid secretory capacity and vitamin B12 malabsorption. Am J Gastroenterol. 1992 Dec;87(12):1781-8.
    37. Ayesh MH, Jadalah K, Al Awadi E. Association between vitamin B12 level and anti-parietal cells and anti-intrinsic factor antibodies among adult Jordanian patients with Helicobacter pylori infection. Braz J Infect Dis. 2013 Nov-Dec;17(6):629-32.
    38. Mottram L, Speak AO, Selek RM. Infection Susceptibility in Gastric Intrinsic Factor (Vitamin B12)-Defective Mice Is Subject to Maternal Influences. MBio. 2016 Jun 21;7(3). pii: e00830-16.
    39. DGE Referenzwerte Vitamin B12
    40. Kapadia CR. Vitamin B12 in health and disease: part I--inherited disorders of function, absorption, and transport. Gastroenterol. 1995 Dec;3(4):329-44.
    41. Berlin R, Berlin H, Brante G. Vitamin B12 body stores during oral and parenteral treatment of pernicious anaemia. Acta Med Scand. 1978;204(1-2):81-4.
    42. Eussen SJ, de Groot LC, Clarke R. Oral cyanocobalamin supplementation in older people with vitamin B12 deficiency: a dose-finding trial. Arch Intern Med. 2005;165(10):1167-72.
    43. Bor MV, von Castel-Roberts KM, Kauwell GP. Daily intake of 4 to 7 microg dietary vitamin B-12 is associated with steady concentrations of vitamin B-12-related biomarkers in a healthy young population. Am J Clin Nutr. 2010;91(3):571-7.
    44. MacFarlane AJ, Shi Y, Greene-Finestone LS. High-Dose Compared with Low-Dose Vitamin B-12 Supplement Use Is Not Associated with Higher Vitamin B-12 Status in Children, Adolescents, and Older Adults. J Nutr. 2014;144(6):915-20.
    45. izzo G, Antonio Simone Laganà AS, Rapisarda AMC. Vitamin B12 among Vegetarians: Status, Assessment and Supplementation. Nutrients 2016, 8(12), 767.
    46. American Dietetic Association. Position of the American Dietetic Association:Vegetarian Diets. J Am Diet Assoc. 2009;109:1266-1282.
    47. Obersby D, Chappell DC, Dunnett A Plasma total homocysteine status of vegetarians compared with omnivores: a systematic review and meta-analysis. Br J Nutr. 2013 Mar 14;109(5):785-94.
    48. Green R, Allen LH, Bjørke-Monsen AL. Vitamin B12 deficiency. Nat Rev Dis Primers. 2017;3:17040.
    49. Pawlak R, Parrott SJ, Raj S. How prevalent is vitamin B(12) deficiency among vegetarians? Nutr Rev. 2013 Feb;71(2):110-7.
    50. Herrmann W, Schorr H, Obeid R. Vitamin B-12 status, particularly holotranscobalamin II and methylmalonic acid concentrations, and hyperhomocysteinemia in vegetarians. Am J Clin Nutr. 2003 Jul;78(1):131-6.
    51. Herbert V. Vitamin B-12: plant sources, requirements, and assay. Am J Clin Nutr. 1988 Sep;48(3 Suppl):852-8.
    52. Watanabe F. Vitamin B12 sources and bioavailability. Exp Biol Med. 2007 Nov;232(10):1266-74.
    53. Watanabe F1, Katsura H, Takenaka S. Pseudovitamin B(12) is the predominant cobamide of an algal health food, spirulina tablets. J Agric Food Chem. 1999 Nov;47(11):4736-41.
    54. Watanabe F, Yabuta Y, Bito T. Vitamin B12-containing plant food sources for vegetarians. Nutrients. 2014 May 5;6(5):1861-73.
    55. Bito T, Bito M1, Asai Y. Characterization and Quantitation of Vitamin B12 Compounds in Various Chlorella Supplements. J Agric Food Chem. 2016 Nov 16;64(45):8516-8524.
    56. Dagnelie PC, van Staveren WA, van den Berg H. Vitamin B-12 from algae appears not to be bioavailable. Am J Clin Nutr. 1991 Mar;53(3):695-7.
    57. Merchant RE, Phillips TW, Udani J. Nutritional Supplementation with Chlorella pyrenoidosa Lowers Serum Methylmalonic Acid in Vegans and Vegetarians with a Suspected Vitamin B12 Deficiency. J Med Food. 2015 Dec;18(12):1357-62.
    58. Kapoor A, Baig M, Tunio SA. Neuropsychiatric and neurological problems among Vitamin B12 deficient young vegetarians. Neurosciences (Riyadh). 2017 Jul;22(3):228-232.
    59. Coppen A, Bolander-Gouaille C. Treatment of depression: time to consider folic acid and vitamin B12. J Psychopharmacol. 2005 Jan;19(1):59-65.
    60. Tiemeier H, van Tuijl HR, Hofman A. Vitamin B12, folate, and homocysteine in depression: the Rotterdam Study. Am J Psychiatry. 2002 Dec;159(12):2099-101.
    61. Bjelland I, Tell GS, Vollset SE. Folate, vitamin B12, homocysteine, and the MTHFR 677C->T polymorphism in anxiety and depression: the Hordaland Homocysteine Study. Arch Gen Psychiatry. 2003 Jun;60(6):618-26.
    62. Gougeon L, Payette H, Morais JA. Intakes of folate, vitamin B6 and B12 and risk of depression in community-dwelling older adults: the Quebec Longitudinal Study on Nutrition and Aging. Eur J Clin Nutr. 2016 Mar;70(3):380-5.
    63. Almeida OP, Ford AH, Flicker L. Systematic review and meta-analysis of randomized placebo-controlled trials of folate and vitamin B12 for depression. Int Psychogeriatr. 2015 May;27(5):727-37.
    64. de Koning EJ, van der Zwaluw NL, van Wijngaarden JP. Effects of Two-Year Vitamin B12 and Folic Acid Supplementation on Depressive Symptoms and Quality of Life in Older Adults with Elevated Homocysteine Concentrations: Additional Results from the B-PROOF Study, an RCT. Nutrients. 2016 Nov 23;8(11). pii: E748.
    65. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen
    66. Athanasopoulos D, Karagiannis G, Tsolaki M. Recent Findings in Alzheimer Disease and Nutrition Focusing on Epigenetics. Advances in Nutrition. 2016;7(5):917-927.
    67. Alam P, Siddiqi MK, Chaturvedi SK. Vitamin B12 offers neuronal cell protection by inhibiting Aβ-42 amyloid fibrillation. Int J Biol Macromol. 2017 Jun;99:477-482.
    68. Ma F, Wu T, Zhao J. Plasma Homocysteine and Serum Folate and Vitamin B12 Levels in Mild Cognitive Impairment and Alzheimer's Disease: A Case-Control Study. Nutrients. 2017 Jul 8;9(7).
    69. Troesch B, Weber P, Mohajeri MH. Potential Links between Impaired One-Carbon Metabolism Due to Polymorphisms, Inadequate B-Vitamin Status, and the Development of Alzheimer’s Disease. Nutrients. 2016;8(12):803.
    70. Flicker L, Martins RN, Thomas J. B-vitamins reduce plasma levels of beta amyloid. Neurobiol Aging. 2008 Feb; 29(2):303-5.
    71. Smith AD, Smith SM, de Jager CA. Homocysteine-lowering by B vitamins slows the rate of accelerated brain atrophy in mild cognitive impairment: a randomized controlled trial. PLoS One. 2010 Sep 8;5(9):e12244.
    72. Douaud G, Refsum H, de Jager CA. Preventing Alzheimer's disease-related gray matter atrophy by B-vitamin treatment. Proc Natl Acad Sci U S A. 2013 Jun 4;110(23):9523-8.
    73. Scott JM, Molloy AM. The discovery of vitamin B(12). The discovery of vitamin B(12).
    74. What is Pernicious Anaemia ?
    75. Sirdah MM, Yassin MM, El Shekhi S. Homocysteine and vitamin B12 status and iron deficiency anemia in female university students from Gaza Strip, Palestine. Rev Bras Hematol Hemoter. 2014 May-Jun;36(3):208-12.
    76. Robier C, Körber C, Quehenberger F. The frequency of occurrence of fish-shaped red blood cells in different haematologic disorders. Clin Chem Lab Med. 2017 Jul 21.
    77. Bolaman Z, Kadikoylu G, Yukselen V. Oral versus intramuscular cobalamin treatment in megaloblastic anemia: a single-center, prospective, randomized, open-label study. Clin Ther. 2003 Dec;25(12):3124-34.
    78. Chan CQ, Low LL, Lee KH. Oral Vitamin B12 Replacement for the Treatment of Pernicious Anemia. Front Med (Lausanne). 2016 Aug 23;3:38.
    79. Distatis - Statistisches Zentralamt Deutschland Anstieg der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um 2 %
    80. Gilfix BM. Vitamin B12 and homocysteine. CMAJ. 2005;173(11):1360.
    81. Ganguly P, Alam SF. Role of homocystein in the development of cardiovascular disease. Nutrition Journal. 2015;14:6.
    82. McCully KS, Wilson RB. Homocysteine theory of arteriosclerosis. Atherosclerosis. 1975 Sep-Oct;22(2):215-27.
    83. Refsum H, Nygard O. Homocysteine and cardiovascular disease. Annu. Rev. Medicine 1998. 49:31–62.
    84. Jacobsen DW. Homocysteine and vitamins in cardiovascular disease. Clinical Chemistry 1998;44:8(B):1833–1843
    85. Martí-Carvajal AJ, Solà I, Lathyris D. Homocysteine-lowering interventions for preventing cardiovascular events. Cochrane Database Syst Rev. 2017 Aug 17;8:CD006612.
    86. Krebserkrankungen steigen weltweit drastisch an Zeit Online
    87. Zahl der Krebs-Neuerkrankungen gestiegen. Spiegel online, 29.11.2016.
    88. Zhang SM, Willett WC, Selhub J. Plasma Folate, Vitamin B6, Vitamin B12, Homocysteine, and Risk of Breast Cancer. JNCI. 2003;95(5):373–380.
    89. Lajous M, Romieu I, Sabia S. Folate, vitamin B12 and postmenopausal breast cancer in a prospective study of French women. Cancer Causes Control. 2006;17(9):1209-1213.
    90. Zhang SM, Cook NR, Albert CM. Effect of Combined Folic Acid, Vitamin B6, and Vitamin B12 on Cancer Risk: Results from a Randomized Trial. JAMA. 2008;300(17):2012-2021.
    91. Miranti EH, Stolzenberg-Solomon R, Weinstein SJ. Low vitamin B12 increases risk of gastric cancer: A prospective study of one-carbon metabolism nutrients and risk of upper gastrointestinal tract cancer. Int J Cancer. 2017 Sep 15;141(6):1120-1129.
    92. Zulfiqar AA, Sebaux A, Dramé M. Hypervitaminemia B12 and malignant diseases: report of a cross-sectional study in an acute geriatric unit. Ann Biol Clin. 2017 Apr 1;75(2):193-203.
    93. Thomas Müller Erhöhte Krebsgefahr bei hohen Vitamin-B12-Werten Ärzte Zeitung, 18.12.2013.
    94. Ebbing M, Bønaa KH, Nygård O. Cancer Incidence and Mortality After Treatment With Folic Acid and Vitamin B12. JAMA. 2009;302(19):2119–2126.
    95. Neugut AI, Rosenberg DJ, Ahsan H. Association between coronary heart disease and cancers of the breast, prostate, and colon. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 1998 Oct;7(10):869-73.
    96. Kim PY, Johnson CE. Chemotherapy-induced peripheral neuropathy: a review of recent findings. Curr Opin Anaesthesiol. 2017 Oct;30(5):570-576.
    97. Gaskins AJ, Chiu Y-H, Williams PL, et al. Association between serum folate and vitamin B-12 and outcomes of assisted reproductive technologies. The American Journal of Clinical Nutrition. 2015;102(4):943-950.
    98. Bennett M. Vitamin B12 deficiency, infertility and recurrent fetal loss. J Reprod Med. 2001 Mar;46(3):209-12.
    99. Elena Wilkins Can Vitamin B12 be a Cure for Infertility and stop Miscarriages?
    100. Banihani SA. Vitamin B12 and Semen Quality. Bähler J, ed. Biomolecules. 2017;7(2):42.
    101. Deutsche Gesellschaft für Ernährung Referenzwerte Vitamin B12
    102. Carretti N, Eremita GA, Porcelli B. Pattern of vitamin B12 and folic acid during pregnancy. Gynecol Obstet Invest. 1994;38(2):78-81.
    103. Molloy AM, Kirke PN, Brody LC. Effects of folate and vitamin B12 deficiencies during pregnancy on fetal, infant, and child development. Food Nutr Bull. 2008 Jun;29(2 Suppl):S101-11.
    104. Lai JS, Pang WW, Cai S. High folate and low vitamin B12 status during pregnancy is associated with gestational diabetes mellitus. Clin Nutr. 2017 Mar 24.
    105. Rogne T, Tielemans MJ, Chong MF. Associations of Maternal Vitamin B12 Concentration in Pregnancy With the Risks of Preterm Birth and Low Birth Weight: A Systematic Review and Meta-Analysis of Individual Participant Data. Am J Epidemiol. 2017 Feb 1;185(3):212-223.
    106. Allen L. Vitamin B12 Metabolism and Status during Pregnancy, Lactation and Infancy. Aus: Nutrient Regulation During Pregnancy, Lactation, and Infant Growth. Springer Science and Business Media New York 1994.
    107. Molloy AM, Kirke PN, Troendle JF. Maternal Vitamin B12 Status and Risk of Neural Tube Defects in a Population With High Neural Tube Defect Prevalence and No Folic Acid Fortification. Pediatrics. 2009;123(3):917-923.
    108. Caramaschi D, Sharp GC, Nohr EA. Exploring a causal role of DNA methylation in the relationship between maternal vitamin B12 during pregnancy and child's IQ at age 8, cognitive performance and educational attainment: a two-step Mendelian randomization study. Hum Mol Genet. 2017 Aug 1;26(15):3001-3013.
    109. Yajnik CS, Deshpande SS, Jackson AA. Vitamin B12 and folate concentrations during pregnancy and insulin resistance in the offspring: the Pune Maternal Nutrition Study. Diabetologia. 2008 Jan;51(1):29-38.
    110. Krikke GG, Grooten IJ, Vrijkotte TG. Vitamin B12 and folate status in early pregnancy and cardiometabolic risk factors in the offspring at age 5-6 years: findings from the ABCD multi-ethnic birth cohort. BJOG. 2016 Feb;123(3):384-92.
    111. Rush EC, Katre P, Yajnik CS. Vitamin B12: one carbon metabolism, fetal growth and programming for chronic disease. Eur J Clin Nutr. 2014 Jan;68(1):2-7.
    112. Duggan C, Srinivasan K, Thomas T. Vitamin B-12 Supplementation during Pregnancy and Early Lactation Increases Maternal, Breast Milk, and Infant Measures of Vitamin B-12 Status. J Nutr. 2014;144(5):758-764. doi:10.3945/jn.113.187278.
    113. Bailey RL, van Wijngaarden JP. The Role of B-Vitamins in Bone Health and Disease in Older Adults. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26017584
    114. Lewerin C, Nilsson-Ehle H, Jacobsson S. Low holotranscobalamin and cobalamins predict incident fractures in elderly men: the MrOS Sweden. Osteoporos Int. 2014 Jan;25(1):131-40.
    115. Zhang H, Tao X, Wu J. Association of homocysteine, vitamin B12, and folate with bone mineral density in postmenopausal women: a meta-analysis. Arch Gynecol Obstet. 2014 May;289(5):1003-9.
    116. Tucker KL. Vegetarian diets and bone status. Am J Clin Nutr. 2014 Jul;100 Suppl 1:329S-35S.
    117. van Wijngaarden JP, Doets EL, Szczecińska A. Vitamin B12, Folate, Homocysteine, and Bone Health in Adults and Elderly People: A Systematic Review with Meta-Analyses. J Nutr Metab. 2013; 2013: 486186.
    118. van Wijngaarden JP, Swart KM1, Enneman AW. Effect of daily vitamin B-12 and folic acid supplementation on fracture incidence in elderly individuals with an elevated plasma homocysteine concentration: B-PROOF, a randomized controlled trial. Am J Clin Nutr. 2014 Dec;100(6):1578-86.
    119. Watanabe F. Vitamin B12 sources and bioavailability. Exp Biol Med. 2007 Nov;232(10):1266-74.
    120. United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service, USDA Food Composition Databases.
    121. Watanabe F, Yabuta Y, Bito T. Vitamin B12-containing plant food sources for vegetarians. Nutrients. 2014 May 5;6(5):1861-73.
    122. Herbert V. Vitamin B-12: plant sources, requirements, and assay. Am J Clin Nutr. 1988 Sep;48(3 Suppl):852-8.
    123. National Institutes of Health Vitamin B12 Dietary Supplement Fact Sheet National Institutes of Health, Feb 11, 2016
    124. Hirschowitz BI, Worthington J, Mohnen J. Vitamin B12 deficiency in hypersecretors during long-term acid suppression with proton pump inhibitors. Aliment Pharmacol Ther. 2008 Jun 1;27(11):1110-21.
    125. Peyman MA. A fatal case of pernicious anaemia associated with chloramphenicol treatment. Br Med J. 1955 May 7;1(4922):1135-6.
    126. Peek AC, Lavy CB, Thyoka M. Does long-term chloramphenicol cause anaemia in Malawi? Trop Doct. 2006 Apr;36(2):114-5.
    127. Linder L, Tamboue C2 Clements JN. Drug-Induced Vitamin B12 Deficiency: A Focus on Proton Pump Inhibitors and Histamine-2 Antagonists. J Pharm Pract. 2016 Aug 12.
    128. Presse N, Perreault S, Kergoat MJ. Vitamin B12 Deficiency Induced by the Use of Gastric Acid Inhibitors: Calcium Supplements as a Potential Effect Modifier. J Nutr Health Aging. 2016;20(5):569-73.
    129. Force RW, Nahata MC. Effect of histamine H2-receptor antagonists on vitamin B12 absorption. Ann Pharmacother. 1992 Oct;26(10):1283-6.
    130. Damião CP, Rodrigues AO, Pinheiro MF. Prevalence of vitamin B12 deficiency in type 2 diabetic patients using metformin: a cross-sectional study. Sao Paulo Med J. 2016 Nov-Dec;134(6):473-479.
    131. Bauman WA, Shaw S, Jayatilleke E, Spungen AM. Increased intake of calcium reverses vitamin B12 malabsorption induced by metformin. Diabetes Care. 2000 Sep;23(9):1227-31.
    132. Selhub J. Folate, vitamin B12 and vitamin B6 and one carbon metabolism. J Nutr Health Aging. 2002;6(1):39-42.
    133. Audhya T. Role of B vitamins in biological methylation. Health Diagnostics and Research Institute.
    134. Scott JM. Folate and vitamin B12. Proc Nutr Soc. 1999 May;58(2):441-8.
    135. de Benoist B. Conclusions of a WHO Technical Consultation on folate and vitamin B12 deficiencies. Food Nutr Bull. 2008 Jun;29(2 Suppl):S238-44.
    136. Kennedy DO. B Vitamins and the Brain: Mechanisms, Dose and Efficacy—A Review. Nutrients. 2016;8(2):68.
    137. Pezacka E, Green R, Jacobsen DW. Glutathionylcobalamin as an intermediate in the formation of cobalamin coenzymes. Biochem Biophys Res Commun. 1990 Jun 15;169(2):443-50.
    138. Mackenzie IL, Donaldson RM. Effect of divalent cations and pH on intrinsic factor-mediated attachment of vitamin B12 to intestinal microvillous membranes. J Clin Invest. 1972;51(9):2465-2471.
    139. Nemazannikova N, Mikkelsen K, Stojanovska L. Is there a link between vitamin B and multiple sclerosis? Med Chem. 2017 Sep 6.
    140. Expert Panel. Vitamin B-12. Br Med J. 1968 Oct 19;4(5624):167-8.
    141. Ross GI, Mollin DL, Cox EV. Hematologic responses and concentration of vitamin B12 in serum and urine following oral administration of vitamin B12 without intrinsic factor. Blood. 1954 May;9(5):473-88.
    142. Shepherd G, Velez LI. Role of hydroxocobalamin in acute cyanide poisoning. Ann Pharmacother. 2008 May;42(5):661-9.
    143. Veraldi S, Benardon S, Diani M. Acneiform eruptions caused by vitamin B12: A report of five cases and review of the literature. J Cosmet Dermatol. 2017 Jun 8
    144. Bilwani F, Adil SN, Sheikh U. Anaphylactic reaction after intramuscular injection of cyanocobalamin (vitamin B12): a case report. J Pak Med Assoc. 2005 May;55(5):217-9.
    145. Moloney FJ, Hughes R, O'Shea D. Type I immediate hypersensitivity reaction to cyanocobalamin but not hydroxycobalamin. Clin Exp Dermatol. 2008 Jul;33(4):412-4.
    146. Heyworth-Smith D, Hogan PG. Allergy to hydroxycobalamin, with tolerance of cyanocobalamin. Med J Aust. 2002 Aug 5;177(3):162-3.
    147. Valente E, Scott JM, Ueland PM. Diagnostic accuracy of holotranscobalamin, methylmalonic acid, serum cobalamin, and other indicators of tissue vitamin B₁₂ status in the elderly. Clin Chem. 2011;57(6):856-63.
    148. Obeid R, Herrmann W. Holotranscobalamin in laboratory diagnosis of cobalamin deficiency compared to total cobalamin and methylmalonic acid. Clin Chem Lab Med. 2007;45(12):1746-50.
    149. Matchar DB, McCrory DC, Millington DS. Performance of the serum cobalamin assay for diagnosis of cobalamin deficiency. Am J Med Sci. 1994;308(5):276-83.
    150. Gilfix BM. Vitamin B12 and homocysteine. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1283514/
    151. Norman EJ, Morrison JA. Screening elderly populations for cobalamin (vitamin B12) deficiency using the urinary methylmalonic acid assay by gas chromatography mass spectrometry. Am J Med. 1993;94(6):589-94.
    152. Bolann BJ, Solli JD, Schneede J. Evaluation of indicators of cobalamin deficiency defined as cobalamin-induced reduction in increased serum methylmalonic acid. Clin Chem. 2000;46(11):1744-50.
    153. Herrmann W, Obeid R, Schorr H. The usefulness of holotranscobalamin in predicting vitamin B12 status in different clinical settings. Curr Drug Metab. 2005;6(1):47-53.