Vitamin D - was Sie wissen sollten!

Information, Wirkung, Mangel, Dosierung, Nebenwirkungen

Vitamin D ist der Schlüssel für unsere Gesundheit. Bisher galt Vitamin D vor allem als Knochenstärker. Wie man nun aber entdeckt hat, gibt es in nahezu allen Organen und Geweben Vitamin D Rezeptoren, wodurch dieses einzigartige Vitamin weitreichende Auswirkungen auf die Stoffwechselprozesse im Darm, Gehirn, Herz, Pankreas, Haut, Lymphozyten, etc. hat.

Vitamin D ist nicht nur für starke Knochen und gesunde Zähne wichtig, sondern auch ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen, Krebs und einer Reihe von anderen Krankheiten.

Dazu zählen Rachitis, Psoriasis, PMS, Rücken- und Knochenschmerzen, Knochenschwund, Bluthochdruck, Typ-I-Diabetes, Alzheimer, rheumatoide Arthritis, Depressionen, neurologische Erkrankungen, sowie Störungen des Immunsystems (von der Erkältung bis hin zur Multiplen Sklerose). Fest steht - wer zu wenig Vitamin D bekommt, wird auf Dauer krank.

Vitamin D Mangel - wer hat ein erhöhtes Risiko?

Vitamin D ist kein klassisches Vitamin. Denn der Großteil des Vitamin D Bedarfs (80-90%) sollte eigentlich vom Körper selbst in der Haut durch Sonneneinstrahlung (UVB-Strahlung) produziert werden. Ein wesentlich kleinerer Teil wird mit der Nahrung aufgenommen.

Studien zeigen: 70 bis 90 Prozent aller Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben einen Vitamin D Mangel. Die Gründe für einen Vitamin D Mangel können vielfältig sein, wobei ein oder mehrere Gründe gleichzeitig zutreffen können. Dazu gehören:

  1. Zu wenig Sonne in den Wintermonaten


    Über dem 42. Breitengrad (Höhe Rom) steht im Winter die Sonne zu tief und die Sonneneinstrahlung reicht nicht aus, um genügend Vitamin D in der Haut zu bilden.

  2. Zu wenig Sonnenbäder in den Sommermonaten


    Obwohl ein Sonnenbad von 15-20 Minuten 3mal pro Woche ausreichen würde, um einen normalen Vitamin D Spiegel aufzubauen, schaffen es die meisten Personen wegen Beruf oder Zeitmangel nicht, ihre Vitamin D Speicher im Sommer aufzufüllen.

  3. Aufenthalt in Innenräumen die meiste Zeit des Tages über


    Zu wenig Sonnenstrahlung aufgrund von Arbeit, Krankheit, Bettlägrigkeit oder altersbedingt)

  4. Verwendung von Sonnenschutzmittel


    Bereits ein Sonnenschutzfaktor ab 8 blockiert die Entstehung von Vitamin D in der Haut um 95%.

  5. Unzureichende Vitamin D Aufnahme über die Nahrung


    Veganer sind besonders gefährdet, da Vitamin D vor allem in fettem Fisch, Milch und Eier vorkommt.

  6. Alte, kranke oder bettlägrige Personen


    Sie halten sich die meiste Zeit in Innenräumen auf und auch die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung ist meist stark eingeschränkt.

  7. Vitamin D Mangel D durch Diät und Übergewicht


    Übergewichtige gehen oft nicht in die Sonne und auch die Aufnahme von Vitamin D aufgrund der reduzierten Nahrungszufuhr ist verringert.

  8. Unzureichende Vitamin D Aufnahme aufgrund von Erkrankungen


    Wer z.B. an Morbus Crohn oder Zöliakie hat eine reduzierte Aufnahme von Vitamin D über den Darm.

  9. Dunkelhäutige Personen


    Da Melanin die Vitamin D Produktion in der Haut reduziert, haben dunkelhäutige Personen ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin D Mengel, wenn sie sich nicht lange genug in der Sonne aufhalten.

Grundsätzlich bedeutet dies - je weiter weg vom Äquator man lebt, je dünkler der Hauttyp ist, je mehr Übergewicht man hat und je weniger man sich in der Sonne aufhält, desto eher sollte man Vitamin D als Nahrungsergänzung einnehmen, um einen gesunden 25(OH) Vitamin D Spiegel zu erhalten.

Wie kann man seinen Vitamin D3 Bedarf decken?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um zu mehr Vitamin D3 zu kommen:

  1. Durch Sonnenbestrahlung, wobei ein Großteil der Haut über einen bestimmten Zeitraum der Sonne aussetzt werden sollte.
  2. Durch die Einnahme einer Vitamin D3 Nahrungsergänzung.
  3. Auch einige Lebensmittel enthalten von Natur aus Vitamin D3. Die darin enthaltene Menge ist aber zu gering, um den gesamten Vitamin D3 Bedarf damit zu decken. Durchschnittlich führen Personen in Deutschland nur 80 bis 160 IE (2 bis 4 mcg) Vitamin D über die Nahrung zu.

Produktion von Vitamin D über Sonneneinstrahlung

Die Sonne ist die wichtigste Vitamin D Quelle. Indem man seine Haut den UVB-Strahlen der Sonne aussetzt, wird in der Haut Vitamin D gebildet. Vor allem im Sommer geschieht dies recht rasch und zwar üblicherweise in der Hälfte der Zeit, die es braucht, bis sich die Haut leicht rötlich färbt. Die Gefahr für einen Sonnenbrand ist dabei noch nicht gegeben.

Wie viel Vitamin D man bildet ist abhängig vom Hauttyp, von seinem Wohnort, von der Jahreszeit, von der Tageszeit, von der Bewölkung und wie viel Hautfläche der Sonne aussetzt ist. Auch das Alter spielt eine Rolle, denn je älter man wird, desto schwieriger wird es, Vitamin D in der Haut zu produzieren.

Während der Sommermonate produziert ein Mensch mit heller Haut bei direkter Sonnenstrahlung (in Badekleidung, ohne Sonnenschutz) zur Mittagszeit etwa 10000 IE innerhalb von 10 bis 20 Minuten (je nach Hauttyp). Dreimal pro Woche reicht üblicherweise aus, um ausreichende Mengen Vitamin D zu produzieren und um eine optimalen Vitamin D Spiegel aufzubauen.

Auch wenn man sich täglich noch längere Zeit in der Sonne aufhalten würde, käme es dennoch zu keiner Überdosierung, da die Vitamin D Produktion in der Haut durch die Bildung von Melanin automatisch verringert bzw. gestoppt wird.

Personen mit dunkler Haut produzieren je nach Pigmentierung entsprechend weniger und müssen sich daher länger in der Sonne aufhalten, um die gleiche Menge an Vitamin D zu produzieren wie Personen mit heller Haut.

Wichtig zu wissen ist, dass die Produktion von Vitamin D über die Sonne nicht erfolgen kann, wenn man eine Sonnenschutzmilch aufträgt. Bereits ein Sonnenschutzfaktor von 8 blockiert die Vitamin D bildenden UVB Strahlen um 95%. Daher sollte man erst nach 10-20 Minuten Sonneneinstrahlung einen Sonnenschutz auftragen, wenn man sich weiterhin in der Sonne aufhalten möchte.

Personen, die völlig auf Sonnenschutzmittel verzichten möchten, sollten sich täglich immer nur so lange in der Sonne aufhalten, solange sich die Haut nicht rötet. Sobald die Hautbräunung einsetzt, verlängert sich die Zeit, die man sich ohne Sunblocker in der Sonne aufhalten kann, auf natürliche Weise. Denn das in der Haut gebildete Melanin, welches die Bräunung ausmacht, wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutz.

Nördlich des 42. Breitengrades (nördlich von Rom) steht die Sonne in den Wintermonaten aber zu tief, um genügend UVB-Strahlen durchzulassen, die für die Bildung von Vitamin D notwendig wären. Der oft empfohlene Winterspaziergang, bei dem Gesicht und Hände der Sonne ausgesetzt sind, genügt leider nicht, um ausreichende Mengen an Vitamin D zu bilden.

Auch ein hoher Calciumspiegel im Blut verringert die Bildung von Vitamin D.

Die im Sommer aufgefüllten Vitamin D Speicher sind nach etwa 2 Monaten zur Hälfte entleert, wenn kein zusätzliches Vitamin D über Sonneneinstrahlung gebildet oder über Nahrungsergänzungen eingenommen wird. Denn die Vitamin D Zufuhr über der Nahrung reicht nicht aus, um den Bedarf an Vitamin D zu decken oder den Vitamin D Spiegel auf Sommer-Niveau zu halten.

Vitamin D3 Zufuhr über Nahrungsergänzungmittel

Man kann auch über Vitamin D3 Präparate seinen Vitamin D Bedarf decken. Dies ist die bevorzugte Alternative, wenn man nicht genug Sonneneinstrahung bekommt oder seine Haut aus bestimmten Gründen nicht der Sonne aussetzen möchte. Ob man seinen Vitamin D3 Bedarf über Kapseln, Tropfen, Tabletten oder Sticks deckt, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzung wird empfohlen:

  • bei einem nachgewiesenen Vitamin D Mangel
  • zur Erhaltung eines normalen 25(OH) Vitamin D Spiegels im Blut
  • zur Vorbeugung von Osteoporose (Knochenschwund)
  • für ältere Personen zur Osteoporose-Prophylaxe
  • bei einer Neigung zu Depressionen
  • für Kinder zur Vorbeugung von Rachitis
  • für Personen mit Bluthochdruck
  • zur Vorbeugung von Krebsarten wie Brustkrebs, Nierenkrebs oder Darmkrebs
  • zur Vorbeugung und Therapie von Infekten der Atemwege
  • vorbeugend gegen Autoimmunkrankheiten

Welche Funktionen hat Vitamin D?

Vitamin D ist an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen und Funktionen im Körper beteiligt. Dazu zählen:

  • Aufbau von Knochen, Zähnen und Gelenken
  • Steuerung der Aufnahme von Calcium im Darm
  • Intaktes Immunsystem und Abwehr von Infekten
  • Synthese von körpereigenen Antibiotika
  • Aufbau und Erhalt normaler Muskelfunktion
  • Normale Zellteilung
  • Reduktion von Entzündungen im Körper
  • Hormonelles Gleichgewicht
  • Reduktion von oxidativem Stress
  • Optimale Signalübertragung zwischen den Zellen
  • Innere Ruhe und besseren Schlaf
  • Angepasste Stressbewältigung
  • Geistige Leistungsfunktion
  • Lebensfreude und Aufmerksamkeit

Vitamin D - der kraftvolle Schutzschild

Einer Studie der Universität Oxford zufolge, benötigen Genrezeptoren überall im Körper ausreichende Mengen an Vitamin D, um die genannten Erkrankungen zu verhindern. Unsere Gene benötigen Vitamin D, damit die Genexpression (Umsetzung der genetischen Information) normal funktionieren kann.

Bei einem Mangel an Vitamin D kann es deshalb zu ernsten Erkrankungen kommen. Der Grund, warum Vitamin D der Schlüssel für unsere Gesundheit ist, liegt also in unseren Genen.

Studien zeigen, dass Vitamin D3 mit vielen Beschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen in Verbindung steht.

Daher gilt Vitamin D vorbeugend als natürlicher Schutzschild gegen:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Erkältungen
  • Knochenerkrankungen (einschließlich Rachitis)
  • Osteoporose
  • Rücken- und Knochenschmerzen
  • Depressionen
  • Diabetes
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Chronische Entzündungen
  • Störungen des Immunsystems
  • Muskelschwäche
  • Psoriasis
  • Gelenkrheumatismus
  • Rheumatoider Arthritis
  • Alzheimer und neurologische Erkrankungen
  • PMS
  • Krebs

Vitamin D schützt vor Erkältungen

Ein niedriger Vitamin D Spiegel erhöht das Risiko für Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege um etwa 40%. Dies ergab die Auswertung der Daten von 19 000 Menschen, welche im Durchschnitt einen 25(OH) Vitamin D3 Wert von 10 bis 29 ng/ml aufwiesen.

Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Patienten mit Asthma. Die Forscher konnten aber keine genaue Erklärung über den dahinter liegenden Wirkungsmechanismus liefern. Daher könnte man daraus nicht automatisch den Schluss ziehen, dass Vitamin D Präparate Erkältungskrankheiten vorbeugen können.

Vitamin D verringert das Diabetes Risiko

Vitamin D schützt die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Außerdem steigert es die Insulinempfindlichkeit. Mit Hilfe von Vitamin D kann also der Zucker viel schneller aus dem Blut in die Zellen transportiert werden. Ingesamt mindert es so das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Vitamin D stärkt die Knochen

Vitamin D ist verantwortlich dafür, dass Kalzium aus dem Darm in den Körper aufgenommen wird. Zusammen mit Kalzium und Vitamin K2 spielt Vitamin D eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel unserer Knochen, insbesondere beim Aufbau neuer Knochenmasse und beim Erhalt von fester Knochenstruktur. Folglich kann ein Mangel an Vitamin D die Gefahr für Osteoporose und damit für Knochenbrüche erhöhen.

Vitamin D aktiviert das Gehirn

Menschen mit einem hohen Spiegel an Vitamin D können sich besser konzentrieren, sind aufmerksamer und zeigen eine bessere Verarbeitungsgeschwindigkeit als Mangelpatienten. Zu diesem Schluss kommen Forscher der britischen Universität Manchester, die in einer europaweiten Studie 3000 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren untersucht hatten.

Vitamin D sorgt für kräftigere Muskeln

Ein Mangel an Vitamin D kann zu einer reduzierten Muskelfunktion und Muskelschwäche führen. Die Tatsache, dass Vitamin D Mangel auch zu einer geschwächten Knochenstruktur führt, führt gemeinsam mit Muskelschwäche zu einem gesteigerten Risiko für Knochenbrüche aufgrund der erhöhten Sturzgefahr.

Studien zeigen, dass ältere Personen mit einem niedrigen Vitamin D Spiegel häufer stürzen als jene mit ausreichend Vitamin D im Blut. Die Zufuhr von Vitamin D als Nahrungsergänzung führt erfahrungsgemäß zu einem bis zu 22% verringerten Risiko eines Knochenbruches aufgrund eines Sturzes.

Vitamin D Mangel hat auch eine Auswirkung auf einen geschwächten Quadrizeps der Oberschenkelmuskulatur, verringerter Muskelleistung und Reaktionszeit sowie schlechter Haltung aufgrund von Muskelschwäche.

Vitamin D schützt vor Krebs

Vitamin D reguliert eine Vielzahl an genetischen Funktionen, welche dazu beitragen, Zellwucherung zu reduzieren. Viele Studien weisen tatsächlich darauf hin, dass ein hoher Vitamin D Spiegel im Blut das Risiko, an Krebsarten wie zum Beispiel Darm- oder Brustkrebs zu erkranken, um bis zu 40 bis 50 Prozent verringern kann.

Vitamin D wirkt vermutlich der Entartung von Zellen und damit der Entstehung von Tumoren entgegen. Selbst geringe Mengen Vitamin D (400 IE) können das Brustkrebsrisiko bereits um bis zu 24 Prozent senken.

Eine Studie beruhte auf einen geographischen Zusammenhang. Dabei wurde für bestimmte Krebsarten ein Zusammenhang zwischen der Krebshäufigkeit und der Zeit, welche die Betroffenen der Sonne ausgesetzt waren, gefunden.

Vitamin D Mangel - warum?

Vitamin D ist kein klassisches Vitamin, denn es wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen. Vitamin D entsteht, indem durch Sonneneinstrahlung (UVB-Strahlen) in der Haut einen inaktive Vorstufe aktiviert wird und erst danach dem Körper zur Verfügung steht.

Bis zu 90% des Vitamin D Bedarfs sollte auf diese Weise gebildet werden. Nur etwa 5 bis 10% des benötigten Vitamin D wird über die Nahrung aufgenommen, vorausgesetzt, man isst regelmäßig fetten Fisch, Butter, Milch, Eidotter und Käse.

Studien zeigen, dass etwa 80-90% der Zivilisationsgesellschaft an einem leichten bis stark ausgeprägten Vitamin D Mangel leidet. Die Gründe für einen Vitamin D Mangel können vielfältig sein und hängen mit dem Lebensstil oder mit dem Lebensraum zusammen. Dabei können ein oder mehrere Gründe gleichzeitig zutreffen.

Die häufigsten Gründe für einen Vitamin D Mangel sind:


  1. Zu wenig Sonne in den Wintermonaten


    Wer über dem 42. Breitengrad lebt (nördlich von Rom), bildet auch bei direkter Sonneneinstrahlung im Winter kein Vitamin D. Die Sonne zwischen Oktober und März steht einfach zu tief und hat nicht das richtige Strahlenspektrum, um genügend UVB Strahlen durchzulassen.

    Im Winter täglich 20 Minuten spazieren zu gehen, ist daher zwar ein gut gemeinter Rat, reicht aber für die Bildung von Vitamin D nicht aus. Zusätzlich trägt Smog in den Städten noch zusätzlich dazu bei, dass die UV Strahlen nicht durchkommen.

    Die Vitamin D Depots, welche in den Sommermonaten aufgefüllt werden, sind üblicherweise in etwa 2 Monaten zur Hälfte aufgebraucht. Daher verfallen viele Menschen um den Jahreswechsel in ein Stimmungstief und sind anfälliger für Erkältungskrankheiten. Ein zweiwöchiger Winterurlaub an der Sonne ist daher ideal, um die Vitamin D Speicher wieder aufzufüllen.


  2. Zu wenig Sonnenbäder auch in den Sommermonaten


    3 mal wöchentlich für 15-20 Minuten ein Sonnenbad zu nehmen (in Badekleidung) reicht aus, um einen normalen Vitamin D Spiegel aufzubauen und zu erhalten. Da man aber auch im Sommer tagsüber seinem Beruf nachgehen muss oder sich oft aus anderen Gründen nicht die Zeit nimmt, schaffen es viele Personen auch im Sommer nicht, ausreichend Sonnenbäder zu nehmen.

    Tatsächlich sollte man aber in unseren Breitengraden besonders darauf achten, dass man seinen Körper in den Sommermonaten oft der Sonne aussetzt.


  3. Aufenthalt in Innenräumen (beruflich und in der Freizeit)


    Wer einen Beruf in geschlossenen Räumen ausübt, während der Nacht arbeitet und auf dem Weg zur und von der Arbeit die Haut mit Kleidung bedeckt, bekommt zu wenig Vitamin D - auch während den Sommermonaten.

    Fernseher und Computer machen die Menschen zu Stubenhockern. Dies trifft auch auf die Sommermonate zu, in denen man eigentlich Sonne tanken sollte. Diese Risiko ist besonders für Stadtmenschen sehr hoch, wo die Gelegenheit, Sonnenbäder zu nehmen, nicht so bequem ist als am Land.

    Dieser Faktor zählt gemeinsman mit der Tatsache, dass man während den Wintermonaten zu wenig Sonne bekommt, zu den häufigsten Ursachen eines Vitamin D Mangels.


  4. Übertriebene Verwendung von Sonnenschutzmitteln


    Ständig wird man wegen der Gefahr vor Hautkrebs oder vorzeitiger Hautalterung vor zuviel Sonneneinstrahlung gewarnt. Aber tatsächlich trägt diese Panikmache vor zuviel Sonne wesentlich zur Entstehung eines Vitamin D Mangels bei.

    Denn bereits ein Sonnenschutzfaktor ab 8 blockiert die Entstehung von Vitamin D in der Haut um 95%. Idealerweise sollte man sich daher die ersten 10-30 Minuten ohne Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen. Diese Zeit muss selbstverständlich dem jeweiligen Hauttyp angepasst werden. Die Zeitdauer sollte so gewählt werden, dass es während dieser Zeit zu keiner Hautrötung kommt.

    Erst danach sollte man Sonnenmilch auftragen, um einen Sonnenbrand zu vermeiden, falls man weiterhin in der Sonne liegen möchte, Der Zeitraum, den man ohne Sonnenschutzfaktor in der Sonne verbringt, kann mit zunehmender Bräunung ausgedehnt werden.


  5. Unzureichende Vitamin D Aufnahme über die Nahrung


    Die Auswahl an Lebensmitteln in denen Vitamin D vorkommen kann ist relativ gering. Zu den Vitamin D reichsten Lebensmittel gehören (Angaben pro 100g):

    • 250 - 300 mcg in Lebertran
    • 8-25 mcg in Räucheraal, Hering
    • 16 mcg in Lachs
    • 4 mcg in Makrele
    • 3,8 mcg in Kalbfleisch
    • 1,7 mcg in Rindsleber
    • 2,9 mcg in Hühnerei (gesamt)
    • 1,2 mcg in Butter
    • 2,5 - 7,5 mcg in Vitamin D angereicherter Margarine
    • 1,3 mcg in Goudakäse
    • 0,19 mcg in Speisequark (40%Fett)
    • 0,06 - 0,09 mcg in Vollmilch und Joghurt (3,5%)

    Bei diesen Angaben ist zu beachten, dass diese Mengen in 100g enthalten sind und nicht alle Lebensmittel in gleicher Menge konsumiert werden. Lebertran enthält den höchsten Gehalt an Vitamin D, es werden davon aber nur geringe oder gar keine Mengen verzehrt.

    Der Konsum von fettem Fisch ist in unseren Breitengraden eher gering. Eigelb, Butter und Käse stehen öfter am Speiseplan. Davon werden aber pro Tag eher geringe Mengen konsumiert. Sie haben aber den größten Anteil an der Vitamin D Versorgung über Lebensmittel.

    Veganer sind besonders gefährdet, da Vitamin D vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten sind. Pilze enthalten zwar Vitamin D2, eine Vorstufe von Vitamin D3. Dieses muss aber erst duch Sonneneinstrahlung auf die Haut in Vitamin D3 umgewandelt werden.

    Wenn man sich wirklich bemüht, schafft man es eventuell, pro Tag auf die von der DGE empfohlene Mindesteinnahme von 5 mcg (200 IE) zu kommen. Diese Menge reicht aber nicht aus, um einen gesunden Vitamin D Spiegel aufzubauen bzw. zu erhalten.


  6. Zufuhr von Medikamenten und Alkohol


    Antidepressiva, Blutgerinnungshemmer, Corticosteroide und Medikamente gegen Magengeschwüre und Epilepsie können die Absorption von Vitamin D aus der Nahrung hemmen. Auch Menschen, die viel Alkohol zu sich nehmen, haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin D Mangel.


  7. Übergewicht


    Bei Personen mit Übergewicht ist die Fähigkeit, in der Haut erzeugtes Vitamin D zu nutzen, im Vergleich zu schlanken Personen auf weniger als die Hälfte reduziert. Untersuchungen zeigen, dass übergewichtige Personen in den meisten Fällen einen geringeren 25(OH) Vitamin D Wert haben als schlanke Personen.

    Übergewichtige gehen oft nicht in die Sonne und auch die Aufnahme von Vitamin D aufgrund der reduzierten Nahrungszufuhr ist verringert.


  8. Hohes Lebensalter


    Mit steigendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers, Vitamin D über die Sonneneinstrahlung zu synthetisieren, allmählich ab. Gleichzeitig steigt aber der Bedarf an Vitamin D.

    Bei Personen über 65 Jahren produziert die Haut nur mehr halb so viel Vitamin D wie die Haut bei einem jungen Menschen. Außerdem halten sich alte Menschen oft nicht viel im Freien auf, wodurch der Körper noch weniger Möglichkeit hat, Vitamin D zu produzieren.


  9. Bettlägrigkeit oder Behinderung


    Wer bettlägrig ist oder nicht ohne fremde Hilfe ins Freie gehen kann, entwickelt rasch einen Vitamin D Mangel. Dazu kommt, dass diese Menschen weniger Appetit haben und auch über die Nahrung fast kein Vitamin D zu sich nehmen.


  10. Vitamin D Mangel durch Krankheit


    Kranke Personen sind durch die meist geringe bzw. fehlende Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung vor allem auf die Bildung von Vitamin D durch die Sonne angewiesen. Diese Personengruppe verbringt die meiste Zeit in Innenräumen, ist krankheitsbedingt motivationslos oder in schwereren Fällen sogar depressiv. Sonnenbäder stehen daher nicht auf der Tagesordnung, wodurch bei langfristiger Krankheit ein Vitamin D Mangels vorprogrammiert ist.


  11. Personen mit dunkler Hautfarbe


    Die Haut Personen mit dunkler Hautfarbe oder von schwarzen Personen enthält sehr viel Melanin. Je mehr dieses Hautpigment vorhanden ist, desto weniger Sonnenstrahlen können eindringen, wodurch die Produktion von Vitamin D dementsprechend reduziert ist.

    Dunkelhäutige Personen müssen sich also viel länger in der Sonne aufhalten wie hellhäutige, um die gleiche Menge an Vitamin D über die Sonneinstrahlung zu bilden.

    Wenn sich dunkelhäutige Personen in nördlichen Breiten niederlassen, entwickeln sie durch die geringe Sonneneinstrahlung mit der Zeit einen Vitamin D Mangel. Da Schwarze durch die meist angeborene Laktoseintoleranz auch keine Milchprodukte konsumieren können, ist auch die Vitamin D Aufnahme über die Nahrung großteils nicht gegeben.


Hält die Vitamin D Unterversorgung aus einem oder mehreren der oben erwähnten Gründe über mehr als 3 Monate an, besteht mit ziemlicher Sicherheit ein leichter bis stark ausgeprägter Vitamin D Mangel.

Da es meist nicht möglich ist, seinen Lebenstil unmittelbar zu ändern oder in einen Land zu leben, in dem es ganzes Jahr über sonnig ist, ist die zusätzliche Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzung absolut sinnvoll. Durch ihre genaue Dosierung sind sie optimal für die Auffüllung der Vitamin D Speicher und für den Erhalt eines gesunden Vitamin D Haushalts das ganze Jahr hindurch geeignet.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin D Mangel?

  • Personen, die oberhalb des 42. Breitengrades wohnen
  • Stadtbewohner in allen Breitengraden
  • Personen, die immer Sonnencremes verwenden (ab LSF 8 und höher)
  • Personen, die sich viel in Innenräumen aufhalten (arbeitsbedingt, chronisch Kranke, körperlich Behinderte, Inhaftierte)
  • Nachtschichtarbeiter
  • Veganer und Vegetarier
  • Übergewichtige
  • Alkoholkranke
  • dunkelhäutige Personen
  • Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen

Grundsätzlich bedeutet dies: Je weiter weg vom Äquator man lebt, je dünkler der Hauttyp, je mehr Übergewicht man hat und je weniger man sich in der Sonne aufhält, desto mehr Vitamin D sollte man über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzungen zuführen, um einen gesunden Blutspiegel an Vitamin D zu erhalten.

Wie erkennt man einen Vitamin D Mangel ?

Die Symptome, die auf einen Vitamin D Mangel hinweisen, sind vielfältig und werden umso schwerwiegender, je länger der Mangel anhält.

Anfangssymptome sind

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Pessimismus und depressive Verstimmung
  • Lustlosigkeit
  • Nervosität
  • leichte Erregbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Heißhunger auf Süßes
  • Muskelschwäche
  • Kurzsichtigkeit
  • Karies und Zahnfleischentzündung

In weiterer Folge kommt es unter andem zu folgenden Symptomen, die bei ausreichender Vitamin D Zufuhr reversibel sind:

  • Rachitis
  • Osteomalzie (Knochenerweichung)
  • Osteoporose (brüchige Knochen)
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Allergieanfälligkeit
  • Infektionen der Atemwege
  • Organbeschwerden bei Normalbefund

Besteht der Vitamin D Mangel weiterhin, kann es zu folgenden Symptomen kommen, welche durch eine Behandlung gelindert werden können:

  • Autoimmunerkrankungen
  • rheumatische und degenerative Beschwerden
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Knochenbrüchen
  • Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel und Stoffe des Alltags
  • körperliche Funktionsausfälle

Neuste Studien deuten darauf hin, dass ein Vitamin D Mangel im Zusammenhang steht mit der Entwicklung von:

  • Herzkreislauferkrankungen
  • Arteriosklerose
  • Fibromyalgie
  • Psoriasis
  • Muskelschwäche
  • PMS
  • Rücken- und Knochenschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Typ-I-Diabetes
  • Multipler Sklerose
  • Alzheimer
  • Rheumatoider Arthritis
  • Krebs
  • usw.

Dies bedeutet nicht, dass diese Erkrankungen alleine durch einen Vitamin D Mangel hervorgerufen werden. Vitamin D Forscher meinen aber, dass ein Vitamin D Mangel ein entscheidender Faktor ist, und eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D das Risiko für ihre Entstehung reduzieren kann.

Vitamin D3 Spiegel messen

Nur mithilfe eines Bluttests können Sie Ihren Vitamin D Spiegel messen lassen um festzustellen, ob Sie ausreichend versorgt sind. Tatsächlich wird bei dem Test aber nicht die aktive Vitamin D Form gemessen, sondern die Konzentration von 25(OH)D (25-Hydroxyvitamin D) im Blut.

Beim 25(OH)D Wert handelt es sich um eine Vorstufe von Vitamin D, in welcher es im Blut transportiert wird. Diese wird bei Bedarf in die aktive Vitamin D Form (Calcitriol) umgewandelt.

Der 25(OH)D Wert zeigt die momentane Gesamtversorgung mit Vitamin D über die Ernährung und die körpereigene Vitamin D Produktion über die Haut. Dieser Wert sagt aber nichts über die ganzjährige Vitamin D Versorgung aus, die aufgrund der Sonneneinstrahlung auf die Haut und der Vitamin D Zufuhr beachtlichen Schwankungen unterliegen kann.

Die Halbwertszeit für 25(OH) Vitamin D beträgt etwa 2 Monate. Dies bedeutet, dass der 25(OH)D Wert nach dieser Zeit auf die Hälfte gefallen ist, vorausgesetzt, dass kein Vitamin D in irgendeiner Form zugeführt wurde und keine Besonnung stattgefunden hat.

Was bedeutet der 25(OH)D Wert?

Niemand kann mit Sicherheit sagen, was der optimale 25(OH)D Wert ist. Daher variieren die Empfehlungen je nach Author. Nach Durchsicht verschiedener Empfehlungen sind wir zu folgendem Schluss gekommen:

  • unter 20 ng/ml - Vitamin D Mangel - es besteht ein erhöhtes Risiko für Rachitis, Osteoporose, Calciummangel und alle anderen Vitamin D Mangelsymptome

  • von 21 - 40 ng/ml - unzureichende Vitamin D Versorgung - kann langfristig zu Mangelsymptomen führen

  • von 41 - 60 ng/ml - ausreichende bis optimale Versorgung - ideal für den Erhalt der Gesundheit

  • von 61 - 80 ng/ml - normal bis hoher Vitamin D Spiegel - liegt nach wie vor im normalen Bereich

  • von 81 - 100 ng/ml - geringfügig erhöhter Wert - stellt aber nicht zwingend ein Gesundheitsrisiko dar. Diese Werte sind normalerweise nur durch die Einnahme von Vitamin D Nahrungsergänzungen zu erreichen.

  • von 101 - 150 ng/ml - Vitamin D Überversorgung - diese Werte gelten aber noch nicht als gesundheitsschädlich

  • über 151 ng/ml - Vitamin D Intoxikation - die Vitamin D Zufuhr und Sonnenbestrahlung sollte eingestellt werden

  • über 280 ng/ml - führt zu einer Störung des Calciumstoffwechsels

Menschen in südlichen Ländern, die sich viel in der Sonne aufhalten, haben oft Werte von 100 ng/ml und mehr, zeigen aber keine Anzeichen einer Überdosierung. Dunkelhäutige Personen benötigen je nach Hauttyp eine 5-10mal längere Besonnung als Personen mit heller Haut, um die gleiche Menge an Vitamin D in der Haut zu produzieren.

Vitamin D Spiegel kann trotz gleicher Vitamin D Zufuhr stark individuell variieren

Die Fähigkeit einer Person, den Vitamin D Spiegel durch Sonneneinstrahlung oder mit Vitamin D Präparaten aufzubauen, variiert beträchtlich und ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen das Alter, das Körpergewicht, die Hautfarbe, die Intensität der Sonnenbestrahlung, der Lebensstil, der individuelle Vitamin D Bedarf sowie die Vitamin D Aufnahmefähigkeit und dessen Verstoffwechslung.

Es ist daher nicht gesagt, dass jede Person mit einer bestimmten Vitamin D Dosierung den gleichen 25(OH)D Wert erreichen bzw. halten kann. Manche Personen benötigen mehr oder weniger Vitamin D pro Tag.

Die empfohlenen Richtlinien zur Berechnung der optimalen Vitamin D Dosierung liefern deshalb nur Anhaltspunkte. Man kommt um den 25(OH)D Bluttest nicht herum, wenn man Gewissheit haben möchte, wie sich der persönliche Vitamin D Spiegel durch die Einnahme verändert.

Was ist der Unterschied zwischen 25(OH)D Wertes in ng/ml oder in nmol/l?

Üblicherweise wird in Europa der 25(OH)D Wert in ng/ml angegeben. Manche Labors geben den Wert auch in nmol/l an.

- Zur Umrechnung eines Testergebnisses in nmol/l in einen Wert der Maßeinheit ng/ml ist der Wert nmol/l durch 2,5 zu dividieren. Zum Beispiel entsprechen 50 nmol/l dem Wert 20 ng/ml (50 ÷ 2,5).

- Zur Umrechnung eines Testergebnisses in ng/ml in einen Wert der Maßeinheit nmol/l ist der Wert ng/ml mit 2,5 zu multiplizieren. Zum Beispiel entsprechen 20 ng/ml dem Wert 50 nmol/l (20 x 2,5).

Vitamin D Kapseln, Vitamin D Tabletten, Vitamin D Tropfen - welches Vitamin D Präparat ist am besten für Sie geeignet?

Wenn Sie ein Vitamin D Präparat kaufen möchten, werden Sie bemerken, dass es diese als Vitamin D Tabletten, Vitamin D Kapseln oder Vitamin D flüssig zur Einnahme in Tropfenform gibt.

  • Vitamin D Kapseln

  • Vitamin D Kapseln sind lose mit Pulver befüllt und werden im Unterschied zu Tabletten nicht unter hohem Druck und Einsatz von Tablettierungshilfsmittel gepresst. Vitamin D Kapseln lösen sich innerhalb weniger Minuten im Magen vollständig auf und garantieren so eine rasche Aufnahme des enthaltenen Vitamin D.

    Achten Sie beim Vitamin D kaufen darauf, dass die Vitamin D3 Kapseln keine Abfüllhilfsmittel, Farbstoffe oder sonstige Zusatzstoffe enthalten, wie z.B. Laktose.

    Obwohl die Kapseln meist recht klein sind, kommt es vor, dass manche Personen diese nicht schlucken können. In diesem Fall können die Vitamin D Kapseln auseinandergezogen und der Kapselinhalt direkt mit einem Löffel eingenommen werden. Mit einigen Schluck Wasser kann man das Pulver dann hinunterspülen. Üblicherweise schmeckt das Pulver neutral.

  • Vitamin D Tabletten

  • Vitamin D Tabletten sind ebenfalls eine sehr gängige Darreichungsform. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie oft viele unerwünschte Tablettierungshilfsmittel enthalten, wie z.B. Magnesiumstearat, Siliziumdioxid, Sucrose, Talkum, usw.

  • Vitamin D Tropfen

  • Vitamin D Tropfen enthalten üblicherweise nur Vitamin D Öl, ein Basisöl wie Olivenöl, Hanföl, Distelöl oder Sonnenblumenöl und Vitamin E als Antioxidans. Manchmal ist auch ein Fruchtgeschmack zur Geschmacksverbesserung zugesetzt. Dies ist allerdings nicht unbedingt notwendig, da Vitamin D Öl einen zwar öligen, aber ansonsten neutralen Geschmack hat.

    Vitamin D Tropfen sind praktisch, da man sie bei Bedarf durch die eingenommene Tropfenanzahl auf einfache Weise höher oder geringer dosieren kann. Vitamin D Tropfen gibt es in Dosierungen von 200 IE bis zu 5000 IE pro Tropfen.

  • Vitamin D Softgels

  • Die Vitamin D Weichgelatinkapseln sind mit Vitamin D Öl befüllt und relativ leicht zu schlucken. Wie bei den Vitamin D Tropfen enthalten sie meist keine unnötigen Hilfsstoffe. Die Kapselhülle selbst ist aber oft aus Gelatine, weshalb dieses Vitamin D Präparat nicht von Vegetarier oder Veganer eingenommen werden kann.

  • Vitamin D Sticks

  • Vitamin D Sticks sind einerseits recht praktisch, da man sie auf bequeme Weise überall hin mitnehmen kann. Außerdem gibt es diese in verschiedenen Geschmacksrichtungen, was von Kindern oft bevorzugt wird. Andererseits können Vitamin D Sticks unerwünschte Zusatzstoffe, Rieselhilfsmittel und Geschmackstoffe enthalten. Lesen Sie daher immer die Zusammensetzung, falls Sie empfindlich auf diese reagieren.

    Vitamin D Sticks sind aber aufgrund der Verpackung pro Portion teurer als andere Vitamin D Präparate.

  • Vitamin D und Vitamin K2 Kombinationspräparate

  • Wer regelmäßig Vitamin D als Nahrungergänzung einnimmt, sollte immer auch Vitamin K2 zu sich nehmen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass das durch Vitamin D3 aufgenommene Calcium in die Knochen eingelagert und nicht in den Arterien deponiert wird, wo es zu Arteriosklerose führen kann.

    Ideal ist daher ein Präparat, welches Vitamin D und Vitamin K2 kombiniert. Bei der Auswahl eines solches Produktes sollte man darauf achten, dass Vitamin D in natürlicher Form aus Lanolin oder Flechten (Lichen) mit natürlichem Vitamin K2 als MK7, hergestellt aus Natto, enthält.

    Wenn Sie ein Vitamin D Präparat kaufen, sollten Sie auf folgendes achten:

    • Vitamin D Form

    • Bevorzugen Sie Vitamin D3 aus Lanolin oder veganes Vitamin D3 aus Lichen.
    • Vitamin D Dosierung

    • Diese sollte auf den momentanen Bedarf angepasst bzw. flexibel dosierbar sein. Möchten Sie z.B. 2000 IE pro Tag einnehmen, könnten Sie auch zwei Kapseln zu je 1000 IE einnehmen.
    • Zusammensetzung

    • Das Produkt sollte so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten.
    • Kombination mit Vitamin K

    • Ideal ist ein Produkt, welches auch Vitamin K2 als MK-7 enthält. Steht dieses nicht zur Verfügung, sollte man es separat dazu kombinieren.

    Umrechnung von Vitamin D von mcg in IE

    Die Umrechnungsrate ist 1:40. Demnach entspricht 1 mcg (Microgramm) Vitamin D3 40 IE (Internationale Einheiten) bzw. IU (International Units).

    Hier einige Beispiele:
    - 5 mcg Vitamin D entsprechen 200 IE
    - 25 mcg entsprechen 1000 IE
    - 125 mcg entsprechen 5000 IE
    - 250 mcg entsprechen 10000 IE

    Woraus wird Vitamin D3 hergestellt?

    Vitamin D kommt in zwei verschiedenen Formen vor:
    - als Vitamin D3 (Cholecalciferol)
    - als Vitamin D2 (Ergocalciferol)

    • Vitamin D3 - gilt als die aktivere Form und wird deshalb in den meisten am Markt enthaltenen Nahrungsergänzungen enthalten.

    Vitamin D3 wird üblicherweise aus Lanolin (Schafwollfett) gewonnen. Es ist aber auch in Lebertran enthalten. Ist dies der Fall, sollte es auf der Etikette angeführt sein.

    Wenn auf dem Etikett Vitamin D3 (Cholecalciferol) steht, stammt es üblicherweise aus Lanolin. Dieses gilt als vegetarisch, aber nicht als vegan. Denn dem Tier wird kein Schaden zugefügt, es wird lediglich geschoren.

    Vor kurzem ist es aber gelungen, veganes Vitamin D3 aus Lichen (Flechten) zu extrahieren.

    Dieses pflanzliche Vitamin D ist genauso wertvoll wie Vitamin D3 und wird immer beliebter. Vor allem wird es von Veganer sehr geschätzt, welche nun eine Alternative zu Vitamin D2 haben.

    Vitamin D3 gilt für die Einnahme als Nahrungergänzung als die überlegene Vitamin D Form. Untersuchungen haben gezeigt, dass es 1,7mal effektiver ist als Vitamin D2, um den 25(OH) Vitamin D Spiegel zu steigern.

    • Vitamin D2 - ist vor allem in Pilzen enthalten. Dort liegt es in Form von Ergosterin vor, welches eine Provitamin D Funktion hat. Unter dem Einfluss von UV-Strahlen entsteht daraus in der Haut Vitamin D2 (Ergocalciferol).

    Vitamin D und Solarium

    Vitamin D genießt einen Sonderstatus unter den Vitaminen, da es als einziges nicht über die Nahrung aufgenommen werden muss, sondern vom Körper mithilfe der Sonne selbst produziert werden kann.

    Die Produktionskette zur Herstellung von Vitamin D beginnt mit dem Cholesterin 7-Dehydro Cholesterol, das in der obersten Hautschicht oder Epidermis sitzt. Dieses Cholesterin absorbiert Sonneneinstrahlung mit einer Wellenlänge von 290-315 nm, also im Bereich der UVB Strahlung. Mithilfe der UV Strahlung wird das Cholesterin in Prävitamin D3, eine Vorstufe von Vitamin D3 umgewandelt. Danach wird die Wärme der UV Strahlung benötigt, um aus der Vorform die nächste Stufe, Vitamin D3 herzustellen.

    Ein cleverer Schutzmechanismus verhindert hier, dass wir bei übermäßiger Sonneneinwirkung zu viel Vitamin D3 herstellen. Bis zu 20.000 IE Vitamin D3 kann der Körper herstellen, danach wird überschüssiges Vitamin D3 in inaktive Photoprodukte abgebaut. [1]

    Das in der Haut produzierte Vitamin D3 gelangt nun durch das Blut zu verschiedenen Geweben, wo es lokal in das Vitamin-D Hormon Calcitriol umgewandelt wird. Ein weiterer Teil des Vitamin D3 Depots wird in die Niere und Leber transportiert, und dort in die stabilere Speicher- und Transportform 25(OH)D3 umgewandelt. Dies ist die häufigste Form von Vitamin D im Körper, die daher auch zur Bestimmung des Vitamin D Spiegels herangezogen wird.

    Kurbelt das Solarium die Vitamin D Produktion an?

    Solarien wurden erfunden, um die Sonne zu imitieren und diese an kalten Wintertagen zu ersetzen. Die Hauptfunktion des Solariums liegt in der Bräunung der Haut. Dazu wird im Solarium jedoch nicht das gesamte Spektrum des Sonnenlichts verwendet.

    Solarien produzieren weniger UVB Strahlung als die Sonne, sind also nicht ganz so effizient wie diese für die Produktion von Vitamin D. Auf der anderen Seite wird im Solarium in der Regel die gesamte Hautoberfläche zur Bräunung, und damit auch zur Vitamin D Produktion, eingesetzt.

    Will man die Aktivität des Solariums mit der Kraft der Sonne vergleichen, drückt man dies normalerweise in der Einheit der Sonnenbestrahlung aus - in MED, der minimalen Erythemdosis.

    Als Anhaltspunkt sollte eine MED eine leicht sichtbare Rötung der Haut hervorrufen. Zur besseren Vorstellung ist eine MED als jene Sonnenbestrahlung definiert, die man bei einer 30 minütigen Bestrahlung in Oslo mittags im Hochsommer erhält.

    Wer sich lieber nicht in mittäglicher Stunde in skandinavischen Hauptstädten entblößt, kann eine äquivalente Dosis in einer etwa 20minütigen Solariumsitzung nachholen. Dabei wird dieselbe Menge an Vitamin D3 gebildet, die man auch unter Sonneneinstrahlung bilden würde, in etwa 10.000 bis 20.000 IE. Dies ist die Menge an Vitamin D, die 2 bis 3mal pro Woche gebildet werden sollte, um einen angemessenen Vitamin D Spiegel aufrecht zu erhalten. [1] Solarien eignen sich daher als ebenso gute Vitamin D Spender wie die Sonne.

    Solarium - gesund oder schädlich?

    Nun besteht natürlich das Dilemma, das Sonnenstrahlen und Solarien zwar unsere Vitamin D Produktion ankurbeln, was uns vor Osteoporose, Darmkrebs, Alzheimer und anderen Erkrankungen schützt, dafür aber für Hautkrebs verantwortlich sind. Oder?

    Es stimmt, dass Sonnenlicht für die Entstehung von hellem und schwarzem Hautkrebs verantwortlich ist. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken hängt aber von der Art der Sonnenbestrahlung ab. Während bei hellem Hautkrebs, wie Basalzell- und Plattenepithelkarzinom die gesamte Sonnenbestrahlung zählt (“die Haut vergisst keinen Strahl”), sind es die kurzen, hochintensiven Sonnenbäder, die das Risiko für schwarzen Hautkrebs mit bösartigen Melanomen erhöhen.

    Sonnenbrände sind daher unbedingt zu vermeiden! Gleichmässige Sonnenbestrahlung mit niedrigerer Intensität scheint zumindest bei schwarzem Hautkrebs jedoch auch eine schützende Wirkung zu haben.

    Dem ist gegenüber zu stellen, dass Sonnenlicht absolut notwendig für die Produktion von Vitamin D ist. Außerdem hebt die Sonne unsere Stimmung, indem sie uns die Glückshormone Endorphin und Serotonin ausschütten lässt. Wir müssen also “mit der Sonne leben lernen”, ohne wie Ikarus von ihr ins Verderben gestürzt zu werden. Ein maßvoller Umgang mit Sonnenlicht und UV Bestrahlung scheint hier ein vernünftiger Kompromiss zu sein.

    Hautkrebsrisiko im Solarium

    Man war lange der Meinung, dass UVB Strahlung, die Hautrötung hervorruft, für die Entstehung bösartiger Melanome und des schwarzen Hautkrebses verantwortlich sei. Dadurch entstand für Solarien die Auflage, diese “schädliche” UVB Strahlung zu drosseln, um das Hautkrebsrisiko zu senken.

    Optimale Pigmentproduktion der Haut, und damit der gewünschte Solarium Bräunungseffekt, wird hauptsächlich durch UVA Strahlung erreicht. Neueren Erkenntnissen zufolge ist es jedoch Strahlung in der UVA Wellenlänge, die bestimmte Formen von Hautkrebs verursachen kann. Dies stellt die momentane Konfiguration der meisten Solarien damit wieder in Frage. [1]

    Einige Studien haben sich mit der Frage des Hautkrebsrisikos durch Solarien beschäftigt, sind jedoch nicht unbedingt schlüssig geworden. Es gibt Hinweise, dass die Benützung eines Solariums das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, leicht erhöht. Dieses erhöhte Risiko ist jedoch gegen die vielfach positive Wirkung des Sonnenlichts und des Solariums abzuwägen.

    Eine interessante Tatsache lässt auch eine direkte Verbindung zwischen Vitamin D und Hautkrebs vermuten: Bei Melanomen, die im Sommer diagnostiziert werden, ist die Überlebensrate höher als bei jenen, die im Winter entstehen. Wissenschaftler vermuten, dass der im Sommer höhere Vitamin D Spiegel einen teilweisen Schutz vor Hautkrebs bietet. Regelmäßige Benützung eines Solariums könnte daher diesen “Sommerschutz” durch Vitamin D das ganze Jahr hindurch aufrecht erhalten. [1]

    Der größte Nachteil des Solariums ist aber, dass UVA Strahlung eine schnellere Hautalterung bewirken kann. Wer dies vermeiden, aber seinen Vitamin D Spiegel ganzes Jahr über auf einem optimalen Niveau halten möchte, kann Vitamin D als Nahrungsergänzung in Form von Vitamin D Tabletten, Kapseln oder Vitamin D Tropfen einnehmen.

    Vitamin D und das Immunsystem

    Vitamin D ist für seine Schlüsselfunktion für die Gesundheit bekannt, und bietet Schutz vor einer Vielzahl an Erkrankungen, von Osteoporose, Atemwegserkrankungen, und Alzheimer bis hin zu chronischen Entzündung und Krebs.

    Diese enorme Vielseitigkeit liegt daran, dass jede Zelle des Körpers die Fähigkeit besitzt, Vitamin D herzustellen. Alles, was dazu benötigt wird ist ausreichend Sonnenlicht, und die darin enthaltene UVB Strahlung. Besonders in nördlichen Gebieten, wie auch durch unseren Lebensstil bedingt, gelangt oft nicht genügend Sonnenlicht auf unsere Haut, um uns optimal mit Vitamin D zu versorgen. Vitaminpräparate können hier sinnvoll einem Mangel vorbeugen.

    Eine ganz besonders wichtige Rolle spielt Vitamin D im Immunsystem des Körpers. Dieses stützt sich auf zwei Säulen - die angeborene allgemeine Immunabwehr und die spezifische erworbene Abwehr (auch adaptive Immunabwehr). Die Aufgaben beider Immunsystem Teile greifen jedoch ineinander um den Körper vor Viren, Bakterien, Pilzen und anderen Krankheitserregern zu schützen.

    Ein erster bedeutender Hinweis auf die Kooperation zwischen Vitamin D und dem Immunsystem ist nicht nur die eben erwähnte Fähigkeiten jeder Zelle - und damit auch jeder Immunzelle - Vitamin D herzustellen, sondern auch die Tatsache, dass jeder Immunzelle an ihrer Oberfläche einen Rezeptor für Vitamin D besitzt. Damit kann Vitamin D auch zur Kommunikation zwischen Immunzellen eingesetzt werden, und im Bedarfsfall schnellstmöglich eine breite Immunabwehr zu aktivieren.

    Vitamin D und das angeborene Immunsystem

    Das angeborene Immunsystem reagiert mit einer schnellen Abwehr gegen eindringende Krankheitserreger wie z.B. Bakterien, die in Wunden oder Schleimhäute gelangen. Die Immunantwort ist damit relativ unspezifisch und ist gegen eine breite Palette von Keimen wirksam. Die Abwehrreaktion findet meist lokal und ohne lange Anlaufphase statt, sodass Bakterien in Wunden innerhalb von Stunden erkannt und bekämpft werden können.

    Zu den Komponenten des angeborenen Immunsystems zählen die Haut und Schleimhäute als äußere Barrieren, verschieden weiße Blutkörperchen (Leukozyten), sowie verschiedene Stoffe im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. In den Körper eingedrungene Bakterien und Viren können, oft in Kooperation mit dem erworbenen Immunsystem, durch sogenannte Phagozyten oder Fresszellen eliminiert werden. Dazu gehören Makrophagen im Gewebe und neutrophile Granulozyten in Blut und Gewebe.

    Die Entschlüsselung der Rolle von Vitamin D im angeborenen Immunsystem begann vor mehr als 30 Jahren, als Forscher erstmals herausfanden, dass Vitamin D für die Reifung der Makrophagen notwendig ist. Bei einem Angriff auf das Immunsystem aktiviert Vitamin D diese Fresszellen, um bakterielle Angreifer durch das zelluläre Entsorgungssystem abzubauen und auszuscheiden. [2]

    Vitamin D als Dirigent des Immun-Orchesters

    Die Aktivierung von Immunzellen durch Vitamin D erfolgt durch die Bindung von Vitamin D an die Vitamin-D-Rezeptoren (VDR) an der Zelloberfläche. Durch die Bindung werden diese von der Zelle aufgenommen, und können dort direkt die DNA regulieren. In einem eleganten Experiment fand die Forschungsgruppe des amerikanischen Professors Michael F. Holick, Entdecker der aktiven Form von Vitamin D, heraus, dass Vitamin D 291 Gene in weißen Blutkörperchen des Immunsystems aktiviert.

    Diese DNA Abschnitte werden durch Vitamin D dazu angeregt, zur Immunabwehr wichtige Eiweißkörper und Peptide (sehr kurze Eiweißproteine) herzustellen. Diese erstaunlich hohe Anzahl an Vitamin D regulierten Genen lässt darauf schließen, dass Vitamin D eine übergeordnete Rolle hat, und verschiedene Aspekte der angeborenen Immunabwehr dirigiert. [3]

    Vitamin D und das erworbene Immunsystem

    Die erworbene oder adaptive Immunabwehr wirkt - im Gegensatz zum angeborenen Immunsystem - wie ein Langzeitgedächtnis. Wurde ein Angreifer erkannt, werden spezifische Antikörper gebildet, die sich die Antigene, wie z.B. Viren, merken. Durch die höhere Spezifität ist die erstmalige Immunantwort oft langsamer und braucht ein paar Tage, bis sie effizient arbeitet. Dafür wird dieser Erreger im Immun-Gedächtnis gespeichert, und ein weiterer Angriff verläuft meist harmlos.

    Zu den wichtigsten Komponenten der adaptiven Immunabwehr gehören spezielle weiße Blutkörperchen, sogenannte B-Lymphozyten und T-Lymphozyten, lösliche Eiweißkörper im Blut, und spezifische Botenstoffe, sogenannte Zytokyne, in Blut und Gewebe, die das Immunsystem aktivieren. B-Lymphozyten sind für die spezielle Antikörper Produktion zuständig, und T-Lymphozyten für die Zerstörung und Entsorgung der Krankheitserreger.

    Vitamin D hält das Immun-Gedächtnis fit

    Vitamin D unterstützt das erworbene Immunsystem durch Regulierung verschiedener Komponenten. So wurde durch den Vergleich von detaillierten Blutanalysen mit dem Vitamin D Spiegel festgestellt, dass Vitamin D T-Gedächtnis Zellen und T-Helfer Zellen aktiviert, die beide maßgeblich zum Immun-Gedächtnis beitragen.

    Ähnlich wie beim angeborenen Immunsystem scheint Vitamin D auch bei der adaptiven Immunabwehr eine leitende Rolle zu spielen. Jene Faktoren, die Entzündungen unterstützen werden gedrosselt, um das Immunsystem zu entlasten, während solche Zytokyne, die Entzündungen aktiv bekämpfen, noch weiter aktiviert werden. [4]

    Vitamin D wirkt sich damit ganzheitlich auf das Immunsystem auf und reguliert fast alle Aspekte der Immunabwehr bei Angriff eines Krankheitserregers. Dies unterstreicht den enormen Einfluss des Vitamin D Spiegels auf das Immunsystem. Während eine ausreichende Abdeckung mit Vitamin D beide wichtigen Teile des Immunsystems unterstützt, führt ein Vitamin D Mangel zu einer geschwächten Immunabwehr, schwererem und längerem Krankheitsverlauf und höherer Behandlungsnotwendigkeit.

    Vitamin D und Autoimmunerkrankungen

    Ausgehend von den leitenden Funktion, die Vitamin D bei der Regulierung des Immunsystems innehat, stellt sich fast selbstverständlich die Frage der Rolle von Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen.

    Eine Reihe von klinischen Studien haben gezeigt, das der Vitamin D Spiegel eng mit dem Krankheitsbild von verschiedenen Erkrankungen wie z.B. Rheuma, Morbus Crohn, Multiple Sklerose, und Diabetes verknüpft ist. Sowohl das Auftreten als auch die Schwere der Erkrankung werden von Vitamin D Einnahme und Vitamin D Produktion durch Sonnenlicht beeinflusst. Genetische Veränderungen in jenen DNA Abschnitten, die für die Rezeptoren von Vitamin D auf der Zelloberfläche kodieren, werden ebenfalls mit dem Risiko an einer Autoimmunerkrankung zu leiden in Verbindung gebracht.

    Erste Versuche, Vitamin D als Therapie für Autoimmunerkrankungen einzusetzen, lieferten äußerst positive Ergebnisse. In Mäusen, die an einer Form der Multiplen Sklerose erkranken, gelang es sogar, den Krankheitsausbruch durch eine zweiwöchige Einnahme von Vitamin D völlig zu verhindern. [5] Längerfristige Studien im Menschen, die eindeutig klären sollten, ob eine Vitamin D Einnahme den Krankheitsverlauf bei bestehender Autoimmunerkrankung verändern kann, stehen noch aus.

    Zusammenfassung

    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Vitamin D zur optimalen Funktion des Immunsystems absolut notwendig ist. Vitamin D Unterversorgung oder Mangel bremsen demnach die Immunabwehr und verringern so den Schutz gegen bakterielle und virale Krankheitserreger.

    Der Vitamin D Spiegel sollte daher durchgehend (nicht nur in den Sommermonaten!) auf einem ausreichend bis hohem Niveau gehalten werden, um gestärkt in die Grippe- und Hustensaison zu gehen. Ein kontinuierlich abgedeckter Vitamin D Bedarf kann außerdem dazu beitragen, Autoimmunerkrankungen teilweise zu verhindern, oder deren Verlauf abzuschwächen.

    Vitamin D und Osteoporose

    Wussten Sie, dass man trotz ausreichender Zufuhr von Calcium an Osteomalazie (Knochenerweichung) und Osteoporose erkranken kann? Der Grund dafür ist ein Mangel an Vitamin D. Denn es ist genau dieses Vitamin, welches sowohl für die Aufnahme von Calcium und Phosphor aus dem Darm als auch für dessen Einlagerung in die Knochen zuständig ist.

    Gleichzeitig verhindert es, dass über die Niere zu viel Kalzium ausgeschieden wird. Vitamin D reguliert gemeinsam mit Vitamin K den gesamten Calciumstoffwechsel. Es verhindert Rachitis bei Kindern und Knochenerweichung bei Erwachsenen. Es verbessert die Gesundheit und den Aufbau der Knochen und verhindert gemeinsam mit Calcium und Vitamin K Osteoporose bei älteren Menschen.

    Ist der Vitamin D Spiegel zu niedrig (unter einem 25(OH) Vitamin D3 Wert von 40 ng/ml), ist keine ausreichende Calciumaufnahme aus dem Darm mehr möglich. Dadurch ist zu wenig Calcium vorhanden, welches in die Knochen eingelagert werden kann, damit diese stabil bleiben. Um den Calciumspiegel im Blut konstant zu halten, wird dieses aus den Knochen herausgelöst. Osteoporose ist daher bei alten Menschen, die wenig in die Sonne gehen und sich schlecht ernähren, vorprogrammiert.

    Es werden zwar 99% des gesamten Calciums für Knochen und Zähne verwendet. Aber das restliche Prozent an Calcium ist absolut notwendig für die Reizübertragung in den Nerven- und Gehirnzellen, die Koordination der Muskeln, die Übertragung von Hormonen, Wachstumshormonen und Neurotransmittern. Diese wirken beruhigend, stimmen optimistisch und wecken die Lebensfreude.

    Erschreckende Vitamin D Statistik

    Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann in Deutschland weist ab dem 50. Lebensjahr Symptome von Osteoporose auf. Weltweit leiden 250 Mio. Menschen an Knochenschwund.Tatsächlich ist es die häufigste Ursache für Knochenbrüche bei Menschen über dem 65. Lebensjahr.

    Da die Zahl alter Menschen laufend ansteigt, ist Osteoporose ein absolut ernstzunehmendes Problem. In Deutschland erleiden etwa 120 000 Personen pro Jahr eine Halsschenkelbruch. Dies kostet dem Gesundheitssystem nicht nur eine Menge Geld. Noch schwerwiegender ist, dass 30% der Betroffenen innerhalb von 6 Monaten sterben und weitere 30% dauerhaft pflegebedürftig werden. Die Vorsorge mit Vitamin D und Calcium könnte viel Leid vermeiden und lebensverlängernd wirken.

    Die meisten Osteoporose-Kranken haben einen niedrigen Vitamin D Spiegel. Etwa 40% der Patienten mit schwierigen Beckenbrüchen haben sogar einen massiven Vitamin D Mangel. Meistens bekommen die Betroffenen auch zu wenig Calcium. In einer placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde bewiesen, dass man durch die gleichzeitige Zufuhr von Calcium und 800 IE Vitamin D3 täglich die Knochendichte steigern und die Häufigkeit der Hüftfrakturen um 43% verringern kann.

    Bekommt der Mensch nicht ausreichend Vitamin D, Vitamin K und Calcium, gehen pro Jahr 1 bis 2 Prozent Knochenmasse verloren. Bis es zu Symptomen von Osteoporose kommt, dauert es 10 bis 20 Jahre. Es sollte also schon frühzeitig darauf geachtet werden, dass man genug Sonnenbäder nimmt, um ausreichend Vitamin D in der Haut zu bilden. Ist dies nicht möglich, sollte man Vitamin als Nahrungsergänzung zu sich nehmen.

    Vitamin D und Entzündungen

    Das Sonnenvitamin D erfüllt eine Vielzahl von Funktionen im Körper, und ist wohl am besten für seinen Einfluss auf die Erhaltung der Knochenstabilität und Vorbeugung gegen Osteoporose bekannt.

    Vitamin D hilft jedoch auch bei Entzündungen. Diese spezifische Aufgabe erfüllt Vitamin D durch vielfältige Interaktionen mit dem Immunsystem, mit dem es dieses aktiv im Kampf gegen Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger unterstützt.

    Bei einem Angriff auf das Immunsystem aktiviert Vitamin D spezielle mikrobenhemmende Mechanismen, die Entzündungen hemmen. Ausreichende Versorgung mit Vitamin D kann daher entscheidend dazu beitragen, akute sowie chronische Entzündungen zu verhindern, oder deren Heilungsprozess zu beschleunigen.

    Vitamin D statt Antibiotika

    Die Funktion von Vitamin D gegen Entzündungen und Infektionskrankheiten ist eine keineswegs neue Erkenntnis. Eine der ersten klinischen Studien im Jahre 1848 zeigte, dass Lebertranöl, eine Quelle hochkonzentrierten Vitamin Ds, die Sterblichkeitsrate bei Tuberkulose Patienten von einem Drittel auf weniger als ein Fünftel senkte.

    Zudem ging der Nobelpreis für Medizin im Jahre 1903 an Niels Finsen, für die Entdeckung der Photo- oder Lichttherapie zur Behandlung von Lupus vulgaris, einer Form der Hauttuberkulose. Wirkstoff dieser Therapie war das durch die UVB Strahlung der Sonne körpereigen hergestellte Vitamin D. Vitamin D war damit ein Vorläufer der später angewendeten Antibiotika und Chemotherapien zur Eindämmung von Tuberkulose, einer die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Europa wütete.

    Möglicherweise zeugt das wachsende Interesse an Vitamin D zur Bekämpfung von Entzündungen im Zeitalter sich rasant ausbreitender Antibiotika Resistenzen von einem Weg zurück zum Ursprung? Tuberkulose hat zwar nicht mehr den Status einer Epidemie, fordert jedoch weltweit noch jährlich bis zu 1.5 Millionen Todesopfer. [4]

    Beugt Vitamin D gegen Entzündungen vor?

    Vorbeugende Einnahme von Vitamin D ist sicher die wirkungsvollste Methode zur Bekämpfung von Entzündungen. Eine breit gefächerte Palette wissenschaftlicher Studien belegt, dass Personen mit einer ausreichender Versorgung an Vitamin D weniger häufig an Atemwegserkrankungen und Lungenentzündung, Grippe, Ohrenentzündungen, Urogenital- und anderen Infektionen erkranken. Ein adäquater Vitamin D Spiegel verringert außerdem das Risiko einer Krankenhausinfektion und Blutvergiftung nach Operationen. [4] [6] [7] [8]

    Bei den hier genannten Studien handelt es sich weitgehend um retrospektive Studien, was bedeutet, dass die Konzentration von Vitamin D im Blut mit der Wahrscheinlichkeit einer später auftretenden Infektion verglichen wurde. In allen genannten Fällen zeigte sich, dass ein unzureichender Vitamin D Spiegel (60 ng/ml). Diese Ergebnisse zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D Schutz vor Infektionen und Entzündungen bietet.

    Diese Untersuchungen liefern also auch die Erklärung, warum viele Infektionen, wie zum Beispiel Grippe, aber auch Tuberkulose, in den sonnenarmen Monaten Hochsaison haben - weil der in diesen Monaten niedrigere Vitamin D Spiegel der meisten Menschen den Viren und Bakterien geringeren Widerstand leistet.

    Kann Vitamin D Entzündungen heilen?

    Die brennende Frage, ob Vitamin D Einnahme bei bereits bestehenden Infektionen wirkungsvoll ist, wurde eigentlich schon mit den anfangs beschriebenen historischen Versuchen an Tuberkulose Patienten belegt, gilt allerdings immer noch als umstritten.

    Eine vorsichtigere und vermutlich auch näherliegende Antwort lautet, dass Vitamin D das Immunsystem bei bestehenden Entzündungen optimal unterstützt. Neuere klinische Belege dafür stammen unter anderem von Untersuchungen an HIV Patienten. Nach Messung des Vitamin D Spiegels von bereits infizierten HIV Patienten wurde dieser mit einer Reihe von Entzündungsmarkern verglichen. Patienten mit niedrigen Vitamin D Konzentrationen im Blut zeigten dabei bedeutend höhere Konzentrationen von Interleukinen und anderen Faktoren, die auf einen höhere Aktivität des Immunsystems schließen lassen.

    Dies bedeutet, das Vitamin D das Immunsystem selbst bei einem so aggressiven Angriff wie durch das HIV Virus entlastet und effizienter macht. [9] Heilung von einer HIV Infektion ist leider durch Vitamin D auch nicht möglich, das Vitamin könnte und sollte jedoch einen sicheren Platz in der Therapie von HIV und anderen Viruserkrankungen finden.

    Dies kann, wie oft empfohlen, durch “ausreichen Frischluft” an der Sonne geschehen, doch ist direkte Sonneinstrahlung bei z.B. Grippeerkrankungen nicht empfehlenswert oder angenehm. Hier helfen Vitaminpräparate, um das fehlende Sonnenlicht auszugleichen und den Vitamin D Spiegel anzuheben.

    Wie ist Vitamin D bei Entzündungen anzuwenden?

    Die genaue Einnahmenmenge, die den größtmöglichen Schutz vor Entzündungen bietet, ist noch unklar, da viele Studien retrospektiv durchgeführt wurden. Eindeutig ist jedoch, dass der herkömmlich empfohlene Spiegel an Vitamin D von mindestens 40 ng/ml nicht unterschritten werden sollte, besonders nicht in den sonnenarmen Monaten. Eine tägliche Einnahme von mindestens 1000 IU pro Tag ist empfohlen, um den Vitamin D Spiegel auf >40-80 ng/ml anzuheben. Vitamin D Präparate bieten hier eine einfache Alternative, um optimal gegen die nächste Grippewelle gewappnet zu sein.

    Eine Meta Analyse aller zu diesem Thema veröffentlichten Studien zeigte auf, dass eine regelmäßige, tägliche Einnahme von Vitamin D wirkungsvoller ist als die Boluseinnahmen von größeren Mengen in weiteren Zeitabständen, um vor akuten Atemwegserkrankungen zu schützen. [4] [10] Eine Einnahme von Vitamin D bei bestehenden akuten und chronischen Entzündungen ist ebenfalls empfehlenswert, um das Immunsystem optimal zu unterstützen und den Krankheitsverlauf einzudämmen.

    Alternative Anwendungsmöglichkeiten von Vitamin D bei Entzündungen

    Eine interessante Anwendungsalternative von Vitamin D wurde bei Frauen mit chronisch entzündlichen und häufig wiederkehrenden Scheide- und Muttermundentzündungen getestet. Bei sogenannten “Problempatientinnen”, die bis zu viermal jährlich aufgrund von Infektionen auffällige Abstriche hatten, wurde eine Anwendung von Tampons mit Olivenöl und Vitamin D Tropfen empfohlen.

    Bei knapp der Hälfte der Patientinnen führte eine 8-wöchige Anwendung dieser Methode zu klinisch verbesserten Abstrichen und einer Verbesserung der Beschwerden, sowie einer Reduzierung der Infektionshäufigkeit. [11] Eine interne Anwendung von Vitamin D sollte jedoch auf alle Fälle vorher mit dem Arzt besprochen werden.

    Zusammenfassung

    Die Einnahme von Vitamin D kann in der Vorbeugung und Behandlung von Entzündungen und infektiösen Erkrankungen empfohlen werden, um das Immunsystem bestmöglich zu unterstützen und einen Schutz gegen Erkrankungen aufzubauen. Während die Einnahme von Vitaminpräparaten unbedenklich ist, sollten alternative Anwendungsmethoden ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

    Vitamin D und Alzheimer

    Alzheimer ist eine irreversible neurokognitive Erkrankung, die zu Gedächtnisverlust, Wahrnehmungs- und Verhaltensänderungen führt. Alzheimer ist die häufigste aller auftretenden Demenzerkrankungen. In Deutschland leben etwa 700.000 Menschen mit Alzheimer.

    Wissenschaftliche Untersuchungen haben vor kurzem deutlich gezeigt, dass sich das Risiko an Alzheimer zu erkranken durch einen zu niedrigen Vitamin D Spiegel deutlich erhöht. Der Grund dafür liegt vermutlich an der schützenden Wirkung der gesunden Hirnfunktion von Vitamin D. Vitamin D unterstützt die lebensnotwendige Kommunikation der Nervenzellen und könnte diese damit langfristig vor dem Absterben bewahren.

    Wie entsteht Alzheimer?

    Nervenzellen im Gehirn kommunizieren durch Botenstoffe, und die Summe dieser Kommunikation bildet die Grundlage der Hirnfunktionen - von Atmung und Lidschlag bis zu Erinnerungen und Träumen. Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf sind daher gesunde und funktionstüchtige Nervenzellen.

    In Gehirnen von Alzheimer Patienten werden Nervenzellen, auch Neuronen genannt, geschädigt und sterben ab. Grund dafür sind Ansammlungen von abnormal gefalteten Eiweißkörpern (Proteinen), die sich zu unauflöslichen Plaques zwischen den Zellen zusammenballen und die normale Kommunikation beeinträchtigen. Andere Proteine (Tau Proteine) bilden Fibrillen, fest gedrehte Faserstränge, im Inneren der Nervenzellen. Diese behindern die wichtige Nährstoffversorgung der Nervenzellen.

    Neuronen können diesen Angriffen von aussen und innen keine ausreichenden Schutzfunktionen entgegensetzen, degenerieren, und sterben ab. Eine Zeit lang können andere Neuronen die Funktionen abgestorbener Nervenzellen übernehmen und so den Verlust kompensieren. Die typischen Alzheimer Symptome setzen ein, wenn eine kritische Anzahl an Nervenzellen verloren wurde.

    Kann Alzheimer geheilt werden?

    Für Alzheimer gibt es im Moment keine Heilung. Es gibt einige Medikamente, welche die durch das Neuronensterben hervorgerufenen Schwankungen an Botenstoffen im Gehirn einige Zeit lang kompensieren können. Dadurch werden die Symptome verbessert, und kognitive Fähigkeiten bleiben eine Zeit lang stabil. Die Medikamente verlieren jedoch nach ungefähr ein bis spätestens zwei Jahren ihre Wirkung.

    Kann man Alzheimer vorbeugen?

    Wissenschaftler rätseln nach wie vor, warum manche Leute an Alzheimer erkranken, und andere nicht. Es gibt Hinweise darauf, dass Leute mit besseren kognitiven Fähigkeiten weniger selten an Alzheimer erkranken.

    Zu den kognitiven Fähigkeiten gehören Gedächtnisleistung, Lernvermögen und Wahrnehmung. Umwelt und Ernährung könnten weitere Faktoren sein, welche das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, beeinflussen. Eine sehr wichtige Rolle wird auch bestimmten Vitaminen zugeschrieben [12]. Vitamin D könnte hier ein entscheidender Faktor sein, Alzheimer vorzubeugen.

    Vitamin D - Funktionen im Gehirn

    Die Vorstufe zu Vitamin D, 25-Hydroxyvitamin D, wird in vielen verschiedenen Regionen und Zellen des Gehirns produziert. Die lokale Produktion zeigt damit bereits die wichtigen Funktionen von Vitamin D in diesem Organ auf. Der für Alzheimer wohl ausschlaggebende Faktor ist die neuroprotektive Wirkung von Vitamin D, durch die Vitamin D die Nervenzellen vor dem Absterben beschützen könnte.

    Wie genau Vitamin D dies bewirkt, ist nur teilweise geklärt. Bekannt ist jedoch, dass Vitamin D an der Regulierung vieler Gene beteiligt ist, die für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verantwortlich sind. Weiters ist Vitamin an der Produktion verschiedener neuroprotektiver Substanzen beteiligt, wie dem neuronalen Wachstumsfaktoren NGF und Neurotrophin 3, sowie des Enzyms Acetylcholintransferase. Letzteres scheint in der Entstehung von Alzheimer eine besonders wichtige Rolle zu spielen.

    Acetylcholin ist ein neuronaler Botenstoff, der durch das Absterben der Neuronen in Alzheimer Patienten nicht mehr in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Dies stört die Kommunikation zwischen den Nervenzellen, was wiederum zu den geläufigen Symptomen wie Gedächtnisverlust und eingeschränktem Erinnerungsvermögen führt [12] [13].

    Besteht ein Zusammenhang zwischen Vitamin D und Alzheimer?

    Verschiedene langfristige Studien haben mittlerweile einen deutlichen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Alzheimer belegt. Eine Meta-Analyse von 37 wissenschaftlichen Studien bestätigt, dass ein geringer Spiegel von Vitamin D im Blut mit geringeren kognitiven Fähigkeiten und größerem Risiko, an Alzheimer zu erkranken, einhergeht [14].

    Dies wurde kürzlich durch eine groß angelegte Studie, die 1658 älteren Menschen über einen Zeitraum von 6 Jahren beobachtete, erneut gezeigt. In dieser Studie wurden bei den Teilnehmern, die zu Beginn der Studie keine Anzeichen für Demenz oder eingeschränkte kognitive Fähigkeiten zeigten, der Vitamin D Spiegel im Blut bestimmt.

    Über einen Zeitraum von ungefähr 6 Jahren wurde nun das Auftreten von Demenz dokumentiert. Innerhalb dieser 6 Jahre erkrankten 171 Studienteilnehmer an Demenz, bei 102 Personen davon wurde Alzheimer diagnostiziert. Wurden nun diese Ergebnisse mit den anfangs bestimmten Vitamin D Konzentration verglichen, zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Leuten mit geringer Vitamin D Konzentration im Blut (25 bis 50 nmol pro Liter 25-Hydroxyvitamin D) 53 Prozent höher war. Bei Leuten mit ausgeprägtem Vitamin D Mangel (weniger als 25 nmol pro Liter 25-Hydroxyvitamin D) stieg die Wahrscheinlichkeit sogar um 125 Prozent [15].

    Diese Studie beendete eine jahrelange wissenschaftlich Kontroverse, ob nun Vitamin D Mangel die Ursache oder die Folge von abnehmender Gedächtnisleistung sei. Dadurch, dass sich zu Studienbeginn alle Teilnehmer auf demselben kognitiven Niveau befanden, wird hier eindeutig belegt, dass der Vitamin D Mangel der Demenzerkrankung voranschreitet.

    Vitamin D als wirksame Waffe gegen Alzheimer

    Während ein Mangel an Vitamin D mit erhöhtem Alzheimer Risiko einhergeht, kann eine angemessene Deckung des Vitamin D Bedarfs vor Alzheimer schützen.

    Die Strategie, mit der Vitamin D Alzheimer abwehren könnte, gleicht einem molekularen Schutztrupp. Mehrere Funktionen greifen hier ineinander, um die Wirkung von Vitamin D in den Nervenzellen zu potenzieren. Hier einige Beispiel dafür:

    • Vitamin D unterstützt Produktion und Funktion von neuronalen Wachstumsfaktoren, um angegriffene Nervenzellen zu stabilisieren.
    • Vitamin D reguliert ein Enzym, das zur Produktion des Botenstoffes Acetylcholin notwendig ist. Abnahme von Acetylcholin führt zu Gedächtnisverlust in Alzheimer.
    • Vitamin D unterdrückt die Produktion des Amyloid Precursor Proteins, das massgeblich für die Entstehung der Aß Plaques verantwortlich ist [13] [16].

    Was bisher als endgültiger Beweis für die Fähigkeit von Vitamin D, Alzheimer zu bekämpfe, fehlte, war der direkte Beleg für die Wirkung von Vitamin D in bereits erkrankten Alzheimer Patienten.

    Dieses wichtige Puzzleteil wurde nun durch eine Pilotstudie an 43 Patienten mit Alzheimer hinzugefügt. Alle Patienten waren kürzlich diagnostiziert worden, und hatten vor Studienbeginn weder Medikamente gegen Alzheimer noch Vitamin D eingenommen. Über einen Zeitraum von 6 Monaten wurde den Patienten nun entweder das Alzheimer Medikament Memantine alleine, oder in Kombination mit Vitamin D verabreicht.

    Die Ergebnisse zeigen ganz deutlich, dass nur in der Gruppe mit der Kombination von Medikament und Vitamin D die kognitiven Leistungen gesteigert werden konnten, während diese in der reinen Medikamentengruppe unverändert blieben [17]. Diese wichtige Studie belegt, dass Vitamin D maßgeblich zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung in Alzheimer Patienten beiträgt.

    Vitamin D Studien und Referenzen

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