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Wohlfühlgewicht verstehen: Dr. Mareike Awe über intuitives Essen, innere Balance und einen entspannten Umgang mit dem Körper

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Dr. med. Mareike Awe

5. März 2026
9 Minuten
Dr. Mareike Awe plädiert für eine intuitive Ernährung – weg von Optimierungsdruck und pauschalen Diätregeln, hin zu Selbstfürsorge und einer verbesserten Wahrnehmung der Signale unseres Körpers. Dabei gilt es, typische Muster wie das emotionale Essen (bspw. aus Stress oder zur Belohnung) zu erkennen und zu überwinden und Schritt für Schritt eine individuell stimmige Routine zu entwickeln: intuitives Essen mit gesunden Mahlzeiten und einer bedarfsorientierten Versorgung mit Mikronährstoffen, als nachhaltiger Weg zu Wohlbefinden, Vitalität und Longevity.

„Wohlfühlgewicht“ statt „Idealgewicht“ – was bedeutet das im Kontext von Longevity?

1. Im Podcast beschreiben Sie das Wohlfühlgewicht als einen Zustand, der weit über Zahlen auf der Waage hinausgeht. Wie würden Sie erklären, inwiefern ein inneres Gleichgewicht – zwischen Ernährung, Emotionen und Körperwahrnehmung — langfristig das eigene Wohlbefinden unterstützen kann?

Dr. Mareike Awe: Für mich ist das Wohlfühlgewicht kein Ziel auf der Waage, sondern ein Zustand im Körper. Ein Zustand, in dem Essen wieder einfach wird, der Körper verlässlich reagiert und man sich innerlich stabil fühlt. Wenn wir Ernährung, Emotionen und Körperwahrnehmung wieder miteinander verbinden, entsteht ein Fundament, das langfristig trägt: Wir essen mehr nach echten Bedürfnissen statt nach Regeln, wir spüren früher, was uns guttut und wir kommen aus dem ständigen „Bewerten“ und „Korrigieren“ heraus.

Dieses innere Gleichgewicht unterstützt Wohlbefinden auf mehreren Ebenen: mehr Ruhe im Kopf, mehr Energie im Alltag, ein natürlicheres Maß an Genuss und ein Körpergefühl, das nicht von Kontrolle, sondern von Vertrauen geprägt ist. Und genau dieses Vertrauen ist für mich ein zentraler Hebel für ein Leben, das sich nicht nach Optimierungsdruck anfühlt, sondern nach Stabilität und Lebendigkeit.

„Für mich ist das Wohlfühlgewicht kein Ziel auf der Waage, sondern ein Zustand im Körper. Ein Zustand, in dem Essen wieder einfach wird, der Körper verlässlich reagiert und man sich innerlich stabil fühlt. […] Und genau dieses Vertrauen ist für mich ein zentraler Hebel für ein Leben, das sich nicht nach Optimierungsdruck anfühlt, sondern nach Stabilität und Lebendigkeit.“

Side Facts: Wohlfühlgewicht: Die Frage, welches Körpergewicht das “richtige” und damit wünschenswert sei, versuchte man lange mit universellen Formeln zu bestimmen. Zu den gängigsten Kennzahlen gehören der Broca-Index und der Body-Mass-Index (BMI), die Körpergröße, Geschlecht und zum Teil auch das Alter berücksichtigen. Das Wohlfühlgewicht dagegen legt den Fokus nicht auf allgemeingültige Normen, sondern auf die individuelle Wertung - nämlich auf das Gewicht, bei dem sich der jeweilige Mensch gesund, fit und zufrieden fühlt.

Warum Diäten scheitern – und was das für gesundes Altern bedeutet

2. Sie sagen, dass rund 90 % aller Diäten scheitern. Welche Verhaltens- oder Denkmechanismen sind nach Ihrer Erfahrung entscheidend dafür — und welche Rolle spielt es für unsere langfristige Vitalität, aus diesen Mustern bewusst auszusteigen?

Dr. Mareike Awe: Viele Diäten scheitern nicht, weil Menschen „zu wenig Disziplin“ hätten, sondern weil das System dahinter gegen Grundbedürfnisse arbeitet. Typische Mechanismen sind: strikte Verbote, ein ständiges Schwarz-Weiß-Denken („gut“ vs. „schlecht“), das Gefühl von Mangel und die Erwartung, dass der Körper sich dauerhaft einem Plan unterordnet. Das führt häufig zu einem inneren Stresszustand, der Essen emotional auflädt – und dann wird aus „ich esse“ schnell „ich kämpfe“.
Für langfristige Vitalität ist der Ausstieg aus diesen Mustern entscheidend, weil er uns zurückführt zu nachhaltigem Verhalten: Essen wird wieder regulierbar, der Körper darf sich stabilisieren, und wir treffen Entscheidungen nicht aus Angst, sondern aus Klarheit. Das ist die Basis für gesunde Ernährungsroutinen, die über Jahre funktionieren – nicht nur über zwei Wochen.

„Viele Diäten scheitern nicht, weil Menschen ‚zu wenig Disziplin‘ hätten, sondern weil das System dahinter gegen Grundbedürfnisse arbeitet. […] Das führt häufig zu einem inneren Stresszustand, der Essen emotional auflädt – und dann wird aus ‚ich esse‘ schnell ‚ich kämpfe‘.“

Intuitives Essen als Longevity-Strategie?

3. Welche Erkenntnisse zeigen, dass ein achtsamer Umgang mit Hunger- und Sättigungssignalen langfristig zu einem stabileren Essverhalten beitragen kann — und wie kann dies Menschen unterstützen, Entscheidungen zu treffen, die ihre natürlichen Körperfunktionen berücksichtigen?

Dr. Mareike Awe: Ein achtsamer Umgang mit Hunger- und Sättigungssignalen kann Menschen dabei unterstützen, wieder eine stabile innere Orientierung zu entwickeln. Wenn wir lernen, echten Hunger vom Essen aus Gewohnheit, Stress oder „Kopf-Appetit“ zu unterscheiden, werden Entscheidungen einfacher: Wir essen passender, stoppen natürlicher und erleben weniger extremes Pendeln zwischen Kontrolle und Kontrollverlust.

Intuitives Essen ist dabei keine „Mach-was-du-willst“-Idee, sondern eine Kompetenz, die es zu erarbeiten gilt: Ich nehme meinen Körper ernst, beobachte Ursache-Wirkungs-Mechanismen statt starre Regeln einzuhalten, und entwickle Schritt für Schritt ein Verhalten, das zu meinen Bedürfnissen und meinem Alltag passt. Dadurch können wir natürliche Körperfunktionen wieder mehr berücksichtigen – und das ist aus meiner Sicht ein sehr moderner, langfristig tragfähiger Weg.

Stress, Emotionen & Essen – die unterschätzte Verbindung

4. Viele Menschen erleben Stressphasen, in denen Essen eine emotionale Funktion übernimmt. Welche Ihrer Beobachtungen zeigen, wie sich ein bewusster Umgang mit Gefühlen und Stressstrategien positiv auf das Essverhalten und das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann?

Dr. Mareike Awe: Viele Menschen nutzen Essen als schnellen Regulationsmechanismus: es beruhigt, lenkt ab, gibt kurzfristig Sicherheit oder Belohnung. Das ist menschlich. Entscheidend ist nur, dass Essen nicht die einzige Regulationsstrategie bleibt. In meiner Arbeit sehe ich immer wieder: Wenn Menschen lernen, ihre Gefühle früher wahrzunehmen und sich alternative Strategien beispielsweise zur Stressreduktion aufzubauen, verändert sich das Essverhalten oft ganz automatisch.

Ein bewusster Umgang bedeutet zum Beispiel: innehalten, benennen, was gerade wirklich gebraucht wird (Pause, Verbindung, Bewegung, klare Grenzen), und dem Körper wieder zu zeigen: „Ich muss das nicht mit Essen lösen.“ Das schafft nicht nur mehr Ruhe rund ums Essen, sondern häufig auch ein stabileres allgemeines Wohlbefinden, weil der Alltag weniger von innerem Druck gesteuert wird.

Side Facts: Emotionales Essen: Essen ist ein Grundbedürfnis und dient in erster Linie der Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe. Doch auch die kulturelle, soziale und vor allem emotionale Komponente des Essens ist für uns Menschen wichtig! Emotionen wie Liebeskummer oder Stress können dazu führen, dass wir entweder gar nichts essen – oder viel mehr und vor allem ganz andere Lebensmittel, als wir eigentlich bräuchten. Wenn sich solche gestörten Essmuster verstetigen, kann dies zu einer Belastung von Körper und Psyche werden.

Körpersignale richtig deuten – eine Kompetenz, die wir verlernt haben?

5. Im Podcast sprechen Sie darüber, wie wichtig es ist, wieder Zugang zu Hunger- und Sättigungssignalen zu finden. Welche Rolle spielt diese Fähigkeit in einer Welt voller Reize und wie kann sie uns helfen, Entscheidungen zu treffen, die unsere natürliche Vitalität unterstützen?

Dr. Mareike Awe: Wir leben in einer Welt, in der Reize und Regeln lauter sind als unser Körper: Unser Alltag ist geprägt durch eine ständige Verfügbarkeit von Essen, Social Media, Taktung, Leistungsdruck – und gleichzeitig bekommen wir sehr viele Ernährungstipps, die uns von außen steuern. Dadurch verlernen viele, die feinen Signale wahrzunehmen: leichten Hunger, angenehme Sättigung, echte Bedürfnisse.
Diese Fähigkeit ist heute eine Schlüsselkompetenz, weil sie uns unabhängiger macht. Wer wieder spürt, was der eigene Körper wirklich braucht, trifft Entscheidungen, die natürlicher sind: passendere Portionsgrößen, mehr echte Regeneration, weniger Essen „gegen“ den Körper. Und das unterstützt eine Vitalität, die nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus guter Selbstführung

Side Facts: Hunger- und Sättigungssignale: Hunger und Sättigung regulieren die Nahrungsaufnahme. Dieses Gefühl “jetzt bin ich satt” entsteht, anders als man vielleicht meinen könnte, nicht direkt im Magen, sondern im Gehirn – insbesondere im Hypothalamus. Hier treffen eine Vielzahl von Signalen zusammen, die von den Mechanorezeptoren der Magenwand und von den Chemorezeptoren in Darm und Leber ausgesendet werden. Kommuniziert werden diese Signale durch die Ausschüttung verschiedener Hormone wie Leptin, Ghrelin, GLP-1 und Insulin. Dieser Regulierungsmechanismus kann sowohl durch Erkrankungen als auch durch psychologische Faktoren beeinflusst werden.

Die Rolle von Mikronährstoffen – aber richtig eingeordnet

6. Viele Menschen interessieren sich für Mikronährstoffe. Wie lässt sich eine bedarfsorientierte Versorgung so gestalten, dass sie die im Rahmen ihrer zugelassenen Wirkungen bekannten normalen Körperfunktionen unterstützt — und welche Rolle spielt dabei die individuelle Situation?

Dr. Mareike Awe: Mikronährstoffe sind ein spannendes Thema – und gleichzeitig ist es wichtig, sie in ein Gesamtbild einzuordnen. Eine bedarfsorientierte Versorgung beginnt für mich immer bei der Basis: abwechslungsreiche, nährstoffdichte Ernährung, regelmäßige Mahlzeiten, gute Routinen und das Verständnis der eigenen Lebenssituation. Denn der Nährstoffbedarf ist sehr individuell: Lebensstil, Ernährungsmuster, Sonnenexposition, Stresslevel und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Wenn man über Mikronährstoffe spricht, sollte man keine überzogenen Erwartungen wecken: Sie können – im Rahmen ihrer nachweisbaren Wirkmechanismen – zu normalen Körperfunktionen beitragen, zum Beispiel zur normalen Funktion des Energiestoffwechsels, des Immunsystems oder des Nervensystems, je nach Nährstoff. Entscheidend ist auch hier die richtige Auswahl und Dosierung: nicht „mehr ist besser“, sondern „passend ist besser“. Dafür braucht es eine Orientierung an der eigenen Situation und einen Fokus auf die Grundlagen, statt Mikronährstoffe als Abkürzung zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit zu sehen.

Vom Diät-Denken zum Gesundheits-Denken – wie gelingt der mentale Shift?

7. In Ihrer Arbeit geht es stark um Glaubenssätze und innere Dialoge. Welche mentalen Strategien haben sich bewährt, damit Menschen vom kurzfristigen „Gewichtsmanagement“ hin zu langfristiger Selbstfürsorge finden, die auch ihre Gesundheitsspanne positiv beeinflussen kann?

Dr. Mareike Awe: Der wichtigste Shift ist weg vom „Ich muss meinen Körper kontrollieren“ hin zum „Ich kann meinen Körper führen“. Drei Strategien haben sich besonders bewährt:

  1. Wirkung statt Regeln: Nicht fragen „darf ich das?“, sondern „wie geht es mir danach?“ – körperlich und emotional.
  2. Innere Sprache verändern: Viele leben mit einer inneren Stimme, deren Tonfall Druck macht. Wenn wir lernen, freundlich und klar mit uns zu sprechen, entstehen bessere Entscheidungen – nicht durch Zwang, sondern durch Selbstrespekt.
  3. Kleine, stabile Schritte: Statt alles auf einmal zu ändern, bauen wir Schritt für Schritt alltagstaugliche Routinen, die sich im echten Leben bewähren.
    So wird aus kurzfristigem Gewichtsmanagement eine langfristige Form von Selbstfürsorge – und genau diese Kontinuität ist es, die Menschen über Jahre in eine stabilere Energie und innere Balance bringt.

Blick in die Zukunft: Was bedeutet „Wohlfühlgewicht“ für die Longevity-Debatte?

8. Die Longevity-Bewegung wird oft mit Laborwerten, Routinen und Optimierung verbunden. Was glauben Sie: Welche Rolle spielt die innere Haltung — also Themen wie Selbstakzeptanz, Ernährungsfrieden und intuitive Körpersignale — für ein gesundes Altern in einer Welt voller Trends und Perfektionsdruck?

Dr. Mareike Awe: Ich glaube, die Zukunft von Longevity wird nicht nur in Routinen und Messwerten liegen, sondern in der inneren Haltung. Denn Optimierung ohne innere Sicherheit führt bei vielen zu Druck – und Druck ist selten ein guter Begleiter für langfristige Verhaltensänderungen hin zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit.

Das Wohlfühlgewicht steht für mich für drei Dinge, die in der Debatte oft unterschätzt werden: SelbstakzeptanzErnährungsfrieden und Körpersignale als Kompass. Wer in sich ruhiger wird, trifft stabilere Entscheidungen. Wer sich nicht ständig bewertet, bleibt leichter dran. Und wer wieder spürt, was der Körper braucht, lebt gesünder, ohne sich dauerhaft „zusammenreißen“ zu müssen.
Longevity darf aus meiner Sicht gerne mehr werden als ein Projekt – nämlich eine Lebensweise, die sich gut anfühlt und gerade dadurch langfristig tragfähig ist.

„Longevity darf aus meiner Sicht gerne mehr werden als ein Projekt – nämlich eine Lebensweise, die sich gut anfühlt und gerade dadurch langfristig tragfähig ist.“

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