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Ist Biotin wirklich gut für Haare, Haut und Nägel?

Der vollständige Biotin-Ratgeber: Anwendung, Vorteile und Risiken
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VitaminExpress Editorial Team

Zuletzt aktualisiert: 30. Apr. 2026
21 Minuten
Biotin, auch Vitamin B7 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und Teil des Vitamin B-Komplexes. Die B-Vitamine tragen zu verschiedenen normalen Körperfunktionen bei, darunter einem normalen Energiestoffwechsel und der normalen Funktion des Nervensystems.
Biotin wirkt wie ein Coenzym im Körper und wird für den Stoffwechsel von Fettsäuren, Aminosäuren und Glukose benötigt. Dies bedeutet, wenn wir Nahrungsmittel essen, die Fette, Proteine und Kohlehydrate enthalten, muss Biotin vorhanden sein, um diese Makronährstoffe umzuwandeln, damit diese für Körperenergie, körperliche Aktivitäten und für die Gehirnfunktionen verwendet zu können.
Biotin ist auch ein Nährstoff, der eine wesentliche Rolle beim Erhalt gesunder Haare, Nägel und Haut spielt. Biotin wird auch manchmal als Vitamin H bezeichnet, was sich von Haar und Haut ableitet. 
Biotin ist auch in vielen Haar- und Schönheitspflegeprodukten enthalten, obwohl angenommen wird, dass es nicht sehr gut durch die Haut absorbiert wird und oral eingenommen werden sollte, damit der Körper es aufnehmen kann. 
Ist Biotin wirklich gut für Haare, Haut und Nägel?

Biotin in Lebensmitteln

Tatsächlich gibt es acht verschiedene Formen von Biotin, aber nur eine kommt auf natürliche Weise vor – nämlich jene, die in der Nahrung vorkommt. Diese Form wird D-Biotin genannt und man geht davon aus, dass es die einzige Art ist, die volle Vitaminfähigkeiten hat.

Zu den besten Nahrungsmittelquellen für Biotin gehören:

  • Leber

  • Eier

  • Hefe

  • Lachs

  • Käse

  • Avocado

  • Himbeeren

  • Blumenkohl

  • Vollkornbrot

Zusätzlich gelten auch andere Beeren, Pilze und andere Fischarten als gute Quellen für Biotin.

Interessanterweise findet man Biotin ausschließlich im Eigelb und es kommt überhaupt nicht im Eiklar vor. Manche Berichte haben gezeigt, dass Personen, die auf das Eigelb verzichten und nur das Eiklar essen, nicht nur weniger B-Vitamine zu sich nehmen, sondern dass das Ei-Eiweiß tatsächlich die Fähigkeit hat, die Wirkungen der B-Vitamine zu vermindern – und möglicherweise sogar einen Vitamin-B-Mangel begünstigen kann.

Biotin als Nahrungsergänzung

Biotin kommt meist als Teil von B-Komplex-Nahrungsergänzungsmitteln vor. Diese umfassen gewöhnlich ein volles Spektrum von B-Vitaminen, einschließlich Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin B2 und Vitamin B3 (Niacin). Zusammen unterstützen die B-Vitamin-Komplexe die Stoffwechselaktivität, die Gehirnfunktionen, die Nervensignale und viele andere wichtige tägliche Funktionen. Sie arbeiten auch untereinander zusammen, daher wird empfohlen, B-Vitamine gemeinsam einzunehmen.

Biotin Wirkung

1. Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare, Haut und Nägel bei

Biotin ist nötig, um gesunde Haut, Haare und Nägel zu erhalten. Bei einem Biotinmangel kann es zu dünnerem, splissigem und brüchigem Haar kommen oder zu Dermatitis, die sich in trockener, irritierter Haut äußert.

Biotin wird aus diesem Grund vielen kosmetischen Gesichtscremes, Haarkuren und anderen rezeptfreien Schönheitsprodukten zugesetzt.

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei. Die Bedeutung von Biotin für die Gesundheit von Nägeln und Haaren wurde unter anderem im Rahmen von Beobachtungen bei Tieren untersucht.

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.

2. Biotin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

Biotin reguliert Genexpressionen, die für Funktionen des Stoffwechsels von Bedeutung sind.  

Biotin wird, zusammen mit anderen B-Vitaminen, benötigt, um die Nahrung, die wir essen, in nutzbare Energie umzuwandeln. Biotin trägt hierzu auf mehrere Arten bei:

  • Es unterstützt die Umwandlung von Glukose aus Kohlenhydraten und Zuckerquellen in nutzbare Energie.

  • Es hilft dem Körper, Aminosäuren aus Proteinen für vielfältige Körperfunktionen zu nutzen.

  • Es ist an der Aktivierung von Fettsäuren aus fetthaltigen Nahrungsmitteln wie Ölen oder tierischen Fetten beteiligt.  

Biotin trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Bei unzureichender Biotin-Zufuhr können Symptome wie ein niedriges Energieniveau, Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Verdauungsprobleme, Veränderungen im Appetit und Stimmungsschwankungen auftreten.

3. Biotin trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei

Biotin spielt eine Rolle bei der Übertragung von Nervensignalen und der Neurotransmitter-Aktivität. Alle B-Vitamine tragen zur normalen Funktion des Nervensystems bei.

Aufgrund ihrer Rolle bei der Synthese stimmungsregulierender Botenstoffe werden B-Vitamine wie Biotin mit Energie und Konzentration in Verbindung gebracht.

4. Biotin trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei

Biotin trägt, auch in Kombination mit anderen Nährstoffen wie Chrom, zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen, einschließlich Glukose, bei. Biotin trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei.

5. Biotin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

B-Vitamine wie Biotin tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur normalen Funktion des Nervensystems bei.

6. Biotin und das Nervensystem

B-Vitamine wie Biotin tragen zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Schilddrüse und Nebennieren sind an der Regulierung vielfältiger Körperfunktionen beteiligt, einschließlich Hunger, Schlaf, Schmerzwahrnehmung, Stimmung und Energie; ein ausreichender Nährstoffstatus, einschließlich der B-Vitamine, ist für die allgemeine Stoffwechselgesundheit von Bedeutung.

7. Biotin und die Schwangerschaft

Eine ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen, einschließlich Biotin, wird insbesondere während der Schwangerschaft empfohlen, um die normale Entwicklung zu unterstützen.

Biotinmangel

Es gibt eine Vielzahl an körperlichen Faktoren, durch die sich das Risiko erhöht, von Biotinmangel betroffen zu sein. Einige Menschen sind stärker gefährdet, in ausgeprägter Form an dieser Mangelerscheinung bis hin zu chronischer Biotin-Unterversorgung zu leiden. Schwangere und Kleinkinder sind möglicherweise besonders von Biotinmangel betroffen.  

Wenn dem Körper nicht genügend Biotin zur Verfügung steht oder sogar ein Mangel besteht, kann dies eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden hervorrufen. Biotin wurde entdeckt, als man versuchte, die Ursachen für die sogenannte „Egg White Injury” herauszufinden – ein Zustand, bei dem es durch den Verzehr von rohem Ei zu Haarausfall, Hautausschlägen und neurologischen Beschwerden gekommen war.

Werden Eier ungekocht verzehrt, bindet Avidin – eines der Proteine im Eiweiß – Biotin und sorgt so dafür, dass es für den Körper nicht verfügbar ist. Die Substanz, die dazu in der Lage war, diese Eiweiß-Krankheit zu verhindern oder deren Auswirkungen rückgängig zu machen, war Biotin. Diese Bindung von Avidin und Biotin wird außerdem für bestimmte diagnostische Verfahren und in der onkologischen Forschung genutzt, um gezielt bestimmte Molekülgruppen sichtbar zu machen.  

Wenn die Enzyme fehlen, die der Körper benötigt, um Biotin aufzunehmen und zu verarbeiten (wie im Fall von erblich bedingtem Biotinidase- und Holocarboxylase-Synthetase-Mangel), kann dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben (z. B. Hörverlust und Entwicklungsstörungen). Bei einem ärztlich diagnostizierten Biotinmangel kann eine Nahrungsergänzung in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt sinnvoll sein, etwa in einer Dosierung von 5 bis 10 mg.

Bei einem ärztlich diagnostizierten Biotinmangel kann eine gezielte Nahrungsergänzung dazu beitragen, die ausreichende Versorgung des Körpers mit Biotin sicherzustellen. Eine darüber hinausgehende präventive oder therapeutische Wirkung von Biotin auf Erkrankungen ist wissenschaftlich nicht belegt und sollte nicht ohne ärztliche Abklärung angenommen werden.  

Wie äußert sich ein Biotinmangel?

Biotin ist wasserlöslich, was bedeutet, dass es im Blutstrom zirkuliert und überschüssige oder nicht verbrauchte Mengen über den Urin ausgeschieden werden. Der Körper baut also keine Biotinreserven auf. Das bedeutet auch, dass eine regelmäßige tägliche Zufuhr sinnvoll ist, um die Versorgung des Körpers zu gewährleisten.

Zu den Personen, die ein erhöhtes Risiko für einen Biotinmangel haben, gehören unter anderem:  

  • Langzeit-Gebrauch von Medikamenten gegen Krampfanfälle

  • langfristige Einnahme von Antibiotika

  • Probleme mit ungenügender Nahrungsaufnahme aus dem Verdauungstrakt oder ernsten Verdauungsstörungen, wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Leaky-Gut-Syndrom

Ein Biotinmangel kann sich durch Symptome äußern, wie:

  • trockene, irritierte Haut

  • brüchiges Haar oder Haarausfall

  • Energiemangel oder chronische Erschöpfung

  • Probleme mit dem Verdauungstrakt

  • Muskelschmerzen

  • Nervenbeschwerden

  • Stimmungsschwankungen

  • Krämpfe

  • Prickeln in den Gliedmaßen

  • kognitive Beeinträchtigungen

Biotinmangel – was sind die Ursachen?

Bestimmte Gesundheitsprobleme oder Vorgänge können dazu führen, dass dem Körper zu wenig Biotin zur Verfügung steht, wobei unter anderem Haarausfall auftreten kann. Während der Schwangerschaft kann der Biotin-Bedarf erhöht sein. Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen nach der Entbindung bei einigen Frauen dazu führen, dass diese 30 bis 40 % ihrer Kopfhaare verlieren. Auch lange Stillzeiten werden mit einem Mangel an Biotin und anderen Nährstoffen sowie mit einer chronischen Ausdünnung der Haare in Verbindung gebracht.  

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich eine gezielte Biotin-Gabe bei nachgewiesenem Mangel positiv auf den Zustand der Haare auswirken kann:  

Biotinidase-Mangel

Biotinidase ist das Enzym, das benötigt wird, um Biotin aus dem Protein zu lösen, an das es gebunden ist, und für den Körper verfügbar zu machen. Ein Mangel kann zu Haarausfall und schweren neurologischen Beschwerden führen; Fallstudien zur genetischen Erkrankung Biotinidase-Mangel werden in der Fachliteratur dokumentiert; bei einer entsprechenden Diagnose ist ärztliche Begleitung erforderlich.

Im hier behandelten Fall bekam ein fünf Monate altes Kleinkind mehrmals täglich Krämpfe und fiel in ein Koma. Die Ärzte fanden heraus, dass der Junge aufgrund unzureichender Biotinidase an einem Biotinmangel litt, und verabreichten ihm zweimal täglich 5 mg Biotin und 25 mg Vitamin B1, was innerhalb von drei Tagen zur vollständigen Genesung führte. Das Kind konnte anschließend entlassen werden.

Obwohl die Eltern angewiesen wurden, dem Kind weiterhin täglich Biotin und Vitamin B1 zu geben, wurde das Kind im Alter von sechs Jahren erneut eingewiesen. Nachdem er die Stoffe über sechs Monate nicht ergänzend eingenommen hatte, musste er mit schweren neurologischen Beschwerden und vollständigem Haarausfall erneut ins Krankenhaus. Dort wurden ihm sechs Monate lang zweimal täglich ergänzend 10 mg Biotin und 50 mg Vitamin B1 verabreicht. Danach konnte das Kind wieder gehen und sprechen, und Haare und Augenbrauen waren nachgewachsen. Zurück blieb unglücklicherweise ein teilweiser Hörverlust, der auf Nervenschäden während der Behandlungsunterbrechung zurückgeführt wird.  

Epilepsie-Medikamente

Laut Studien könnte die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzte Valproinsäure (VPA) die Mitochondrien in der Leber stören und die Produktion von Biotinidase hemmen, dem Enzym, das für die Freisetzung von Biotin benötigt wird. Der daraus resultierende Biotinmangel kann Haarausfall und Hautirritationen verursachen. In einer klinischen Studie mit 75 Patienten, die VPA einnahmen, wurden die Auswirkungen auf den Biotin-Spiegel untersucht; die Ergebnisse dieser Studie sind in der Fachliteratur dokumentiert.

Duodenopankreatektomie

Biotin und Zink sind wichtige Eiweißträger für bestimmte Mikronährstoffe, die im Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem proximalen Jejunum aufgenommen werden. In einem Fallbericht wird beschrieben, wie eine 16-jährige Patientin nach einer teilweisen Entfernung der Bauchspeicheldrüse mitsamt des Zwölffingerdarms (Duodenopankreatektomie) einen Biotin- und Zink-Mangel entwickelte und an zahlreichen Symptomen litt, einschließlich Haarausfall am Kopf und am übrigen Körper. Die Erwartung in diesem Fall war, dass die ärztlich begleitete ergänzende Einnahme von Biotin und Zink das klinische Bild verbessern würde.  

Wer ist besonders anfällig für Biotinmangel?

Auch wenn Biotinmangel insgesamt als relativ selten gilt, können bestimmte Ernährungsbedingungen und Gesundheitszustände zu einer Unterversorgung führen.  

  • Antibiotika – Oral eingenommene Antibiotika verringern die Menge des durch Darmbakterien synthetisierten Biotins deutlich und können zu Biotinmangel führen, da die meisten Lebensmittel keine guten Biotin-Quellen sind.  

  • Antikonvulsiva – Bei langfristiger Einnahme krampflösender Mittel kann sich das Risiko für Biotinmangel erhöhen.  

  • Diabetes – Es gibt Hinweise darauf, dass Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Biotinmangel einhergehen kann.  

  • Dialyse – Der Biotin-Spiegel von Dialysepatienten kann niedriger sein als bei gesunden Menschen.

  • Verzehr roher Eier – Wer über mehrere Monate täglich rohes Eiweiß zu sich nimmt, kann dadurch einen Biotinmangel begünstigen, da das im Eiweiß enthaltene Protein Avidin Biotin bindet. Durch gekochtes Eiweiß entsteht dieses Risiko nicht, da Hitze die Struktur von Avidin zerstört.  

  • Erbkrankheiten – Rezessiv vererbte Stoffwechselstörungen, allgemein als multipler Carboxylase-Mangel bezeichnet, können unbehandelt zu Biotinmangel führen.  

  • Kohlenhydratreiche Ernährung – Ein Großteil des Biotins in stark kohlenhydrathaltigem Getreide wird vom Körper schlecht aufgenommen; wer sich stark auf Getreideprodukte stützt, ohne ausreichend Eier, Fleisch oder Milchprodukte zu essen, läuft eher Gefahr einer Unterversorgung.  

  • Unzureichende Nahrungsaufnahme – Bei Menschen, die schnell abnehmen, und Patienten, die langfristig per Infusion ernährt werden, kann sich eine Biotin-Unterversorgung ausprägen.  

  • Malabsorption – Die chirurgische Entfernung des Magens oder großer Teile des Dünndarms (Kurzdarmsyndrom) kann dazu führen, dass Biotin nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann.  

  • Schwangerschaft – Studien deuten darauf hin, dass niedrige Biotin-Werte bei Schwangeren verbreitet sein könnten; Schätzungen reichen von 30 bis 70 % der Schwangerschaften.  

  • Rauchen – Studien deuten darauf hin, dass Biotin durch Tabakkonsum stärker abgebaut wird, was eine grenzwertige Unterversorgung begünstigen kann.  

Biotinmangel – Symptome

Die Symptome von Biotinmangel sind sehr vielfältig, da Biotin an vielen unterschiedlichen biochemischen Prozessen im Körper beteiligt ist. Zu den in der Literatur beschriebenen klinischen Anzeichen zählen unter anderem:

  • Anämie  

  • Ataxie  

  • Depressive Verstimmungen  

  • Entwicklungsverzögerungen  

  • Erhöhte Cholesterinwerte  

  • Erschöpfung  

  • Haarausfall und dünnes Haar  

  • Herzfunktionsstörungen  

  • Erhöhte Anfälligkeit für bakterielle und Pilzinfektionen aufgrund eines beeinträchtigten Immunsystems  

  • Schlaflosigkeit  

  • Leiner-Krankheit  

  • Appetitlosigkeit  

  • Verfärbung der Haare  

  • Hörverlust  

  • Entwicklungsstörungen  

  • Muskelschmerzen  

  • Muskelschwäche  

  • Taubheitsgefühl, Brennen und Kribbeln in Armen, Beinen, Händen und Füßen  

  • Blässe  

  • Roter, schuppiger Hautausschlag (um Augen, Mund, Nase und Genitalien)  

  • Krampfanfälle und andere neurologische Beschwerden  

  • Angegriffene Zunge  

  • Ungewöhnlicher Uringeruch  

  • Sehstörungen  

Biotinmangel und Geburtsfehler

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine Nährstoffunterversorgung bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko für Geburtsfehler in Verbindung stehen könnte, und dass eine ergänzende Einnahme von Vitaminpräparaten diesem Risiko möglicherweise entgegenwirken kann. In einer Studie mit Kontrollgruppe lag der Anteil schwerer Geburtsfehler bei Frauen, die vor der Geburt allgemeine Vitaminpräparate eingenommen hatten, um 48 % niedriger als bei Frauen, die ein Placebo erhielten. Diese Studie untersuchte die Einnahme allgemeiner Vitaminpräparate und nicht speziell Biotin; die Übertragbarkeit auf eine isolierte Biotin-Einnahme ist nicht belegt.

Niedrige Biotin-Werte kommen bei Schwangeren im Übrigen relativ häufig vor – Schätzungen zufolge bei 30 bis 50 % der Schwangerschaften. In der Schwangerschaft kann der Biotin-Spiegel schnell fallen, weil der Bedarf durch die schnelle Zellteilung des Fötus hoch ist. Auch wenn niedrige Werte bei den Müttern selbst keine erkennbaren Symptome hervorrufen, wird in tierexperimentellen Studien ein Zusammenhang mit Entwicklungsstörungen diskutiert. Bei Experimenten mit Mäusen führte eine bei der Muttertier symptomlose Biotin-Unterversorgung in nahezu allen Fällen beim Nachwuchs zu Gaumenspalten und/oder Fehlbildungen der Gliedmaßen.  

Einige Wissenschaftler sehen in diesen Studien Anlass, weitere klinische Untersuchungen durchzuführen, um das Risiko von Geburtsfehlern bei Säuglingen zu bestimmen, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht ausreichend mit Biotin versorgt waren, ohne selbst klinisch relevante Symptome aufzuweisen. Mit 30 µg pro Tag liegt die in den USA empfohlene Aufnahme von Biotin derzeit für nicht-schwangere und schwangere erwachsene Frauen gleich hoch.  

Biotinidase-Mangel (Übersicht)

Biotinidase-Mangel ist eine rezessive Erbkrankheit, bei der dem Menschen ein Enzym fehlt, das der Körper benötigt, um Biotin aus dem Protein zu lösen, an das es chemisch gebunden ist. Dadurch steht dem Körper nicht ausreichend Biotin zur Verfügung. Diese Erbkrankheit kann voll oder nur teilweise ausgeprägt sein, je nach Grad des Biotinmangels.  

Die Erkrankung zeigt sich normalerweise zwischen Geburt und dem zehnten Lebensjahr. In einigen Ländern gehört die Prüfung auf Biotinidase-Mangel zu den Routineuntersuchungen bei Neugeborenen. Als vollausgeprägter Biotinidase-Mangel wird die Erkrankung bezeichnet, wenn die Aktivität des Biotinidase-Enzyms im Blut weniger als 10 % der Aktivität bei gesunden Menschen ausmacht. Von teilweisem Biotinidase-Mangel spricht man bei einem Wert zwischen 10 und 30 %.  

Bei ärztlich diagnostiziertem Biotinidase-Mangel wird die Biotin-Versorgung in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt individuell beurteilt; Biotin wird vom Körper gut aufgenommen. Bleibt ein Biotinidase-Mangel unbehandelt, treten bei betroffenen Kindern häufig einige oder alle der folgenden Symptome auf:  

  • Alopezie (Haarausfall)

  • Verschwommene Sicht

  • Entwicklungsverzögerungen

  • Hörverlust

  • Schwacher Muskeltonus und Muskelschwäche

  • Neurologische Beschwerden

  • Krämpfe

  • Hautausschläge

  • Degenerative Veränderungen der Myelinscheiden im Rückenmark

  • Pilzinfektionen

Auch wenn die durch Biotinidase-Mangel verursachten Symptome denen eines durch andere Faktoren ausgelösten Biotinmangels (z. B. Fehlernährung) ähneln, sind sie nicht identisch. Einige der neurologischen Veränderungen, die mit Biotinidase-Mangel in Verbindung gebracht werden (z. B. irreversibler Hörverlust, Sehprobleme), finden sich nicht bei Biotin-Unterversorgung, die durch nicht-vererbte Ursachen oder durch eine Unterversorgung des Holocarboxylase-Synthetase-Enzyms hervorgerufen wird.  

Biotin Dosierung

Empfohlener Tagesbedarf von Biotin

Um einen Mangel zu vermeiden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgende tägliche Zufuhr:

  • 5 µg täglich für Säuglinge

  • 5–10 µg täglich für Säuglinge von 4–12 Monaten

  • 10–20 µg täglich für Kinder von 1–10 Jahren

  • 20–35 µg täglich für Kinder von 10–15 Jahren

  • 25 µg für Jugendliche

  • 30–60 µg für Erwachsene über 19 Jahren

  • 30–60 µg für Schwangere und Stillende

Das ist die über die Nahrung benötigte Menge – die meisten Menschen decken diese problemlos durch eine normale Ernährung ab (z. B. Eier, Nüsse, Haferflocken, Leber).

Höhere Dosierungen (z. B. im Zusammenhang mit Haarausfall oder brüchigen Nägeln):

In Nahrungsergänzungsmitteln werden oft 2.500–10.000 µg (2,5–10 mg) täglich angeboten. Diese Dosen gelten als sicher, es gibt jedoch keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine höhere Dosis mehr bewirkt. Ein Nutzen ist vor allem dann zu erwarten, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt.

Wichtig: Sehr hohe Dosen können bestimmte Laborwerte verfälschen (z. B. Schilddrüsenhormone, Troponin bei Verdacht auf Herzinfarkt). Wer Bluttests durchführen lässt, sollte den Arzt über die Einnahme von Biotin informieren.

Biotin Einnahme

Täglich, am besten morgens mit oder ohne Essen. Biotin wird gut aufgenommen – ob mit Wasser oder zusammen mit einem Smoothie eingenommen, spielt keine Rolle.

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Nährstoffe werden Kombinationen mit Zink, Vitamin-B-Komplex oder Silizium häufig als sinnvoll für Haut und Haare beschrieben.

Biotin ist wasserlöslich – überschüssige Mengen werden ausgeschieden. Das bedeutet ein geringeres Risiko für eine Überdosierung als bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K); eine unbegrenzt hohe Dosierung ist deshalb dennoch nicht sinnvoll.

Biotin Wechselwirkungen

Eine übermäßige Einnahme von Biotin gilt nicht als gefährlich, und bislang wurden nur sehr wenige Fälle von Biotin-Toxizität berichtet.

Der Biotin-Spiegel im Blut kann jedoch beeinträchtigt werden, wenn jemand Medikamente gegen Krampfanfälle oder orale Antibiotika einnimmt oder eine Verdauungsstörung vorliegt, welche die normale Darmbakterienbesiedlung stört.

Bestimmte Medikamente – einschließlich des Hautmedikaments Isotretinoin (Accutane), das bei Akne verschrieben wird – können die Aktivität von Biotin reduzieren. Besonders hohe Dosierungen anderer B-Vitamine, wie Pantothensäure, können den Biotinspiegel im Körper ebenfalls senken.

Für alle B-Vitamine gilt, dass sehr hohe Dosen aus Nahrungsergänzungsmitteln die Aufnahme anderer B-Vitamine beeinträchtigen können. Es wird daher empfohlen, B-Vitamine gemeinsam über ein Vitamin-B-Komplex-Präparat einzunehmen.

Biotin Nebenwirkungen

Biotin gilt allgemein als sicher und gut verträglich. Nebenwirkungen sind nicht bekannt, sofern eine Dosierung von bis zu 10 mg/Tag nicht überschritten wird (zur Sicherheit höherer Biotin-Dosierungen liegen einige offene Fragen vor). Bestimmte Medikamente, wie Antibiotika, können Biotinmangel verursachen. Durch die Einnahme von Biotin können bei bestimmten Labortests zur Schilddrüsenfunktion Ungenauigkeiten auftreten.  

Bluttests zur Ermittlung des Biotin-Gehalts im Plasma gelten nicht als zuverlässige Methode, um die Biotin-Versorgung im Körper genau zu bestimmen; Urintests können hier eine größere Genauigkeit bieten. Bei bestimmten Epilepsie-Medikamenten, die den Biotinspiegel senken können, wird in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt teilweise ergänzend Biotin verabreicht.  

Biotin Überdosierung

Da Biotin ein wasserlösliches Vitamin ist, kommt eine Überdosierung im eigentlichen Sinne nicht vor. Überschüssige Mengen werden über die Nieren ausgeschieden. Eine allgemein anerkannte Obergrenze für die Dosierung gibt es daher nicht.

Biotin für gesundes Haar

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei. Biotin gehört zu den B-Vitaminen, die zur Pflege der Haarfollikel beitragen. Bei Untersuchungen an Tieren wurde festgestellt, dass sich Biotinmangel negativ auf die Neubildung der Zellen auswirken kann, aus denen Haarfollikel gebildet werden.  

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einer der Faktoren, die Biotin für die Haargesundheit relevant machen, seine Rolle bei der Umwandlung von Fettsäuren sein könnte. Ein Biotinmangel bringt den Fettsäurestoffwechsel durcheinander, was mit Haarausfall in Verbindung gebracht wird. Darüber hinaus enthält das Biotin-Molekül Schwefel; die schwefelbasierte Aminosäure Cystin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Haare.  

Alopezie bzw. Haarausfall kann sich stark auf das psychische Wohlbefinden auswirken. Auch wenn anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) häufig als eine vor allem Männer betreffende Form beschrieben wird, sind auch Frauen häufig davon betroffen. Der wesentliche Unterschied scheint in Verlauf und Ausprägung zu liegen.  

Die Gene spielen bei der Entstehung von androgenetischer Alopezie eine wichtige Rolle, sind jedoch nicht die einzige Ursache. Hormonelle Veränderungen, Nebenwirkungen von Medikamenten sowie weitere Vorerkrankungen können anlagebedingten und diffusen Haarausfall (telogenes Effluvium) begünstigen. Auch Mangelernährung, einschließlich einer zu geringen Aufnahme von Biotin, Proteinen und/oder Kalorien, kann beide Formen des Haarausfalls begünstigen.  

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei. In einer Studie zur oralen Einnahme von Biotin gaben sieben von neun Studienteilnehmern mit Haarausfall (sowohl androgenetische Alopezie als auch telogenes Effluvium) an, dass sich ihr Haarwuchs subjektiv verbesserte. Diese Patienten nahmen täglich 2,5 mg Biotin ein. Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl lassen sich daraus keine abschließenden Rückschlüsse ziehen.  

Neben der oralen Einnahme von Biotin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln sind auch Produkte zur äußerlichen Anwendung verfügbar. Laut der US-amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA enthalten viele Kosmetik- und Körperpflegeprodukte Biotin, meist Shampoos, Conditioner, Haartonika und andere Haarpflegemittel sowie Makeup- und Hautpflegeprodukte. Die Biotin-Konzentration reicht dabei von etwa 0,0001 % bis 0,6 %.  

Haarvitamine: Nährstoffkombinationen für die Haargesundheit

Biotin spielt eine Rolle bei der Versorgung der Haarwurzeln mit Mikronährstoffen. Auch eine ausreichende Zufuhr weiterer Vitamine des B-Komplexes, des Spurenelements Selen und des Mineralstoffs Zink gilt als relevant für die Haargesundheit.

Biotin und Nägel

Brüchige Nägel zeichnen sich durch Brüchigkeit, Risse, Rillen und abnorme, abschälende Verdickungen aus. Dies kommt relativ häufig vor – etwa 20 % der Bevölkerung sind betroffen, davon ungefähr doppelt so viele Frauen wie Männer.  

Die Festigkeit und Härte von Nägeln geht in erster Linie auf einen hohen Schwefelgehalt zurück, der die faserartigen Keratin-Proteine in der Nagelplatte stabilisiert. Menschen mit brüchigen Nägeln weisen im Vergleich zu gesunden Nägeln häufig einen geringeren Schwefelgehalt auf, während sich die Konzentration anderer Spurenelemente (z. B. Kalzium) in Untersuchungen nicht deutlich unterschied. Ein geringeres Vorkommen schwefelbasierter Moleküle wird als altersbedingte Erscheinung diskutiert.  

Faktoren, die mit brüchigen Nägeln in Verbindung gebracht werden, sind unter anderem:  

  • Acryl- und Gel-Anwendungen

  • Anämie

  • Arteriosklerose

  • Niedriger Blutkreislauf

  • Pilzinfektionen

  • Schäden durch Nagelpflege

  • Nagellack

  • Nageltumore

  • Physische Verletzungen

  • Nagellackentferner

  • Schuppenflechte

  • Schwerwiegende chronische Infektionskrankheiten

Brüchige Nägel sind nicht nur ein kosmetisches Anliegen. In einer Studie berichteten mehr als 1.738 Menschen mit Schuppenflechte über Schmerzen im Zusammenhang mit Nagelveränderungen; in einer anderen Studie berichteten 75 % der Befragten über Schmerzen oder Unwohlsein beim Tragen von Schuhen. Dieses körperliche Erleben kann sich auf Selbstwertgefühl und Lebensqualität auswirken.  

Biotin und Nagelgesundheit – Wissenschaftliche Forschung

Die Beobachtung, dass sich brüchig gewordene Pferdehufe unter Biotin-Gabe besserten, hat Überlegungen zum potenziellen Nutzen des Vitamins für Menschen mit brüchigen Nägeln angeregt. Aufgrund biochemischer Parallelen zwischen Pferdehufen und menschlichen Fuß- und Fingernägeln wurden diese Überlegungen in einer Reihe klinischer Vorstudien untersucht, deren Ergebnisse darauf hindeuten, dass Biotin zur Nagelgesundheit beitragen könnte.  

Sowohl Vitamin B6 als auch Biotin unterstützen den Körper bei der Bildung von Keratin, dem in Nägeln am häufigsten vorkommenden Protein. Biotin ist zudem an der Kollagen- und Elastin-Produktion beteiligt, zwei Proteinen, die für eine gesunde Hautstruktur unterhalb der Nägel relevant sind.  

Wissenschaftliche Untersuchungen zu Biotin und Nagelgesundheit

Einige Fachleute diskutieren, ob die tägliche Einnahme höherer Biotin-Dosierungen (2,5 bis 5 mg) zur Nagelgesundheit beitragen kann. Eine kleine Anzahl klinischer Studien deutet darauf hin, dass Biotin als Nahrungsergänzungsmittel bei brüchigen Nägeln einen Effekt haben könnte.  

Eine klinische Studie berichtete, dass die Einnahme von Biotin als Nahrungsergänzungsmittel (2,5 mg/Tag) mit einer Stärkung brüchiger Nägel einherging: Die Dicke der Nägel nahm um 25 % zu, und Risse sowie Brüche verbesserten sich im Vergleich zur nicht mit Biotin behandelten Kontrollgruppe. Alle Teilnehmer dieser 6- bis 15-monatigen Studie zeigten Verbesserungen der Nagelqualität. In einer weiteren Studie ohne Kontrollgruppe, bei der Biotin über 1,5 bis 7 Monate eingenommen wurde, zeigten sich bei 67 % der Teilnehmer Verbesserungen der Nagelstruktur.  

Eine 2006 veröffentlichte klinische Studie mit 54 überwiegend weiblichen Patienten mit brüchigen, gerissenen oder weichen Nägeln teilte die Teilnehmer in zwei Gruppen: Eine erhielt täglich 2,5 mg Biotin, die andere ein Placebo, in einer Doppelblind-Studie. Obwohl sich sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten Verbesserungen der Nagelqualität zeigten, waren die Ergebnisse statistisch nicht signifikant.

In einer weiteren, überwiegend an weiblichen Patientinnen mit brüchigen Nägeln durchgeführten Studie gaben 91 % der Teilnehmerinnen an, festere Nägel mit weniger Brüchen und Abschabungen zu bemerken, nachdem sie täglich 2,5 mg Biotin eingenommen hatten; die übrigen Teilnehmerinnen berichteten von leichteren Verbesserungen. Es dauerte drei bis knapp acht Monate, bis sich Veränderungen zeigten – ungefähr die Zeit, die ein Nagel für eine vollständige Erneuerung benötigt.

Biotin für gesunde Haut

Biotin ist ein essentieller Nährstoff, der zur Erhaltung normaler Haut beiträgt. Bei einem nachgewiesenen Biotinmangel werden in der Literatur unter anderem folgende Hautveränderungen beschrieben:

  • Bindehautentzündung  

  • Ekzeme  

  • Ichthyosis (im Zusammenhang mit einer nicht-malignen Erkrankung)  

  • Leiner-Krankheit

Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass dies möglicherweise mit der Rolle von Biotin bei der Fettsäuresynthese zusammenhängt. Biotin wird für die Aktivierung der Acetyl-CoA-Carboxylase benötigt, eines Enzyms, das an der Fettproduktion beteiligt ist. Ein gestörter Fettsäurenstoffwechsel im Zusammenhang mit Biotinmangel wird als eine mögliche Ursache von Hautveränderungen diskutiert.  

Fette werden benötigt, um die Zellfunktion im ganzen Körper aufrechtzuerhalten. Hautzellen hängen in besonderem Maße von der Fettproduktion ab, da sie äußeren Einflüssen ausgesetzt sind und andauernd erneuert werden müssen. Erste Anzeichen für einen Biotinmangel zeigen sich häufig an der Haut.  

Es gibt Fallberichte, wonach sich Hautausschläge, einschließlich schwerer Fälle von seborrhoischer Dermatitis, nach ergänzender Einnahme von 1 bis 10 mg Biotin pro Tag verbesserten. Auch bei gestillten Säuglingen mit seborrhoischem Ekzem, deren Mütter selbst unterversorgt waren, wurde eine Besserung nach Biotin-Gabe an Mutter oder Kind beschrieben. Diese Beobachtungen sind allerdings nicht eindeutig, da sich Biotin in einer klinischen Doppelblind-Studie als wirkungslos herausstellte. Dies deutet darauf hin, dass die Ursache von seborrhoischer Dermatitis bei Säuglingen nicht immer in einem Biotinmangel liegt.  

Es wird diskutiert, ob die gemeinsame Einnahme von Biotin und Mangan die Wirkung optimieren kann. Mangan kann zusammen mit Biotin zur Erhaltung normaler Haut beitragen, da Biotin bestimmte Enzyme benötigt, um in der Haut wirken zu können, und Mangan zur Aktivierung dieser Enzyme beitragen kann.  

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Ergebnisse einer kleinen, placebokontrollierten klinischen Studie mit Patienten, bei denen eine Access-Flap-Operation im Zusammenhang mit Parodontitis durchgeführt worden war, untersuchten die Rolle von Vitamin B. Die 30 teilnehmenden Erwachsenen wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt: Eine erhielt einen Vitamin-B-Komplex (unter anderem mit 50 µg Biotin), die andere ein Placebo.  

Die Wundheilung wurde zu Behandlungsbeginn sowie nach einer, zwei, vier, zwölf und 26 Wochen anhand mehrerer klinischer Parameter beurteilt, darunter Blutung bei Sondeneinsatz, Zahnfleischindex, Plaque-Index, Clinical-Attachment-Level sowie ein Test auf bestimmte Bakterien.  

Für einzelne Beurteilungskriterien zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Placebo- und Vitamin-B-Gruppe; beim Clinical-Attachment-Level fiel das Ergebnis der Testgruppe bei tiefen Wunden jedoch günstiger aus. Die Autoren werten dies als Hinweis auf einen möglichen positiven Effekt von Vitamin B, einschließlich Biotin, auf bestimmte Wundheilungsparameter nach solchen Eingriffen; weitere Studien sind erforderlich, um dies zu bestätigen.

Häufig gestellte Fragen zu Biotin

Biotin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur Erhaltung normaler Haut, normaler Schleimhäute und normaler Haare, zur normalen psychischen Funktion, zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.

Am einfachsten ist es über Lebensmittel wie Eier, Nüsse, Samen, Lachs und Süßkartoffeln, die alle reich an Biotin sind. Wenn du nicht genug über die Ernährung bekommst, kann ein Supplement helfen.

Das hängt vom Grund ab. Bei einem Mangel nur, bis die Werte wieder normal sind. Für Haar- oder Nagelwachstum braucht es meist mindestens 2–3 Monate.

Für die meisten Menschen ist das unbedenklich. Hohe Dosen können jedoch manche Blutwerte verfälschen, deshalb den Arzt informieren.

Ein Zuviel des wasserlöslichen B-Vitamins wird zwar generell über die Nieren ausgeschieden, allerdings sollten Sie die empfohlene Dosierung nicht überschreiten, um gesundheitliche Risiken wie Verdauungsprobleme auszuschließen.

Medikamente wie Antibiotika und Antiepileptika können das Risiko eines Biotinmangels erhöhen. Gleiches gilt für den hohen Verzehr von rohem Hühnereiweiß.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Biotin und bei Nierenfunktionsstörungen ist außerdem die Einnahme von Biotin kontraindiziert.

Typische Symptome einer unzureichenden Biotin-Versorgung sind Müdigkeit, Haarausfall, Hautausschlag, neurologische Störungen und depressive Verstimmungen.

Es gibt verschiedene tierische, vegetarische und vegane Quellen, die sich zur gezielten Biotin-Versorgung eignen. Besonders reich an Biotin sind Eigelb, Leber, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Äpfel, Bananen und Erdbeeren können zur Versorgung mit Biotin beitragen, enthalten allerdings nur moderate Mengen des Vitamins.

Sollten die oben genannten Symptome eines Biotinmangels nicht auftreten, ist eine Unterversorgung unwahrscheinlich. Für eine konkrete Einschätzung ist jedoch eine ärztliche Diagnose erforderlich.

Die Biotin-Einnahme kann unabhängig von der Tageszeit – am besten nach einer Mahlzeit – erfolgen.

Hohe Mengen an rohem Hühnereiweiß (z.B. beim Bodybuilding) können die Biotinaufnahme reduzieren. Antibiotika und Antiepileptika können sich außerdem negativ auf die Biotinversorgung auswirken.

Da Biotin verschiedene Laborwerte (u.a. Herz- und Schilddrüsenparameter) beeinflussen kann, sollten Sie Ihren Arzt über die Einnahme eines Biotinpräparats informieren.

Nein. Beide Vitamine gehören zwar zum Vitamin B-Komplex, aber Pantothensäure wird als Vitamin B5 und Biotin als Vitamin B7 bezeichnet.

Das Kürzel „H“ bezieht sich lediglich auf den Begriff Vitamin H, wie Biotin früher aufgrund der Bedeutung für Haut und Haare genannt wurde.

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VitaminExpress Editorial Team

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