Vitamin E - der gesunde Jungbrunnen

Information, Wirkung, Mangel, Dosierung, Nebenwirkungen

Vitamin E gilt als wahrer Jungbrunnen. In seiner Wirkung als kraftvolles Antioxidans bremst es den Alterungsprozess, schützt Herz und Arterien, steigert die Fruchtbarkeit und stärkt das Immunsystem.

Studien zufolge schaffen es nur 50 Prozent der Bevölkerung ihren täglichen Vitamin E Bedarf über die Nahrung zu decken.

Was ist Vitamin E ?

Unter Vitamin E wird eine Gruppe von Mikronährstoffen verstanden, die für die menschliche Gesundheit und Vitalität von entscheidender Bedeutung sind. Zu Vitamin E gehören acht ähnliche Verbindungen, die auf natürliche Weise in Pflanzen vorkommen und im Körper von Menschen und Tieren wichtige antioxidative Prozesse begünstigen.

Im Bereich der menschlichen Gesundheit und Krankheit übernimmt Vitamin E vor allem eine Rolle als Antioxidans und entzündungshemmende Substanz. Vitamin E stärkt außerdem das Immunsystem und hat sich bei der präventiven Bekämpfung verschiedener chronischer Krankheiten als sehr wirksam herausgestellt.

Vitamin E nimmt der Körper über Nüsse, Samen und Pflanzenöle sowie grünes Blattgemüse und Getreide auf. Obwohl Vitamin E ein lebensnotwendiger Nährstoff ist, muss es nicht täglich aufgenommen werden, da es in fetthaltigem Gewebe im Körper eingelagert werden kann.

Da Vitamin E vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann, muss der lebenswichtige Vitalstoff über die Nahrung zugeführt werden. Studien zufolge schaffen es nur 50 Prozent der Bevölkerung ihren täglichen Vitamin E Bedarf über die Nahrung zu decken.

Formen von Vitamin E

Die Gruppe der E-Vitamine kann in Tocopherole und Tocotrienole unterteilt werden. Die zwei Hauptformen sind Alpha-Tocopherol und Gamma-Tocopherol. Allerdings wird nur Alpha-Tocopherol als für den menschlichen Bedarf lebenswichtige Form von Vitamin E angesehen.

Tocopherole

Es gibt vier Tocopherol-Verbindungen: Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Tocopherol.

Bei Tocopherolen handelt es sich um Lipide (Fette), die sich in der Struktur ihrer gesättigten Seitenketten unterscheiden. Alpha- und Gamma-Tocopherol finden sich im Serum und in den roten Blutkörperchen. Beta- und Delta-Tocopherol im Plasma.

Tocopherole können mit Sauerstoffradikalen (reaktiven Sauerstoffspezies – ROS) reagieren und dadurch wichtige ungesättigte Fettsäuren vor Oxidation schützen. Aufgrund dieser starken antioxidativen Wirkung wird davon ausgegangen, dass sie sich günstig auf eine Reihe von Krankheiten wie Entzündungen, Krebs und degenerative Erkrankungen auswirken.[1]

Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Alpha-Tocopherol die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern könnte. Alpha-Tocopherole schützen Lipoproteine mit niedriger Dichte (LDL), mit deren Hilfe der Körper Cholesterin durch die Blutbahnen transportiert. Wenn LDLs oxidieren, kann dies die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.[2]

Darüber hinaus geht man davon aus, dass natürliche Tocopherol-Mischungen mit hohem Gamma-Tocopherol-Gehalt besser vor Krebs schützen, als solche die mit Alpha-Tocopherol angereichert sind.[3]

Tocotrienole

Es gibt vier Tocotrienol-Verbindungen: Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Tocotrienol. Die Grundstruktur von Tocotrienolen entspricht der von Tocopherolen. [4]

Der einzige Unterschied besteht im Aufbau der ungesättigten Seitenketten. Dadurch sind sie eher in der Lage, bis in das Gehirn und die Leber vorzudringen, wo sie einzigartige und wichtige physiologische Funktionen auf diese beiden Gewebearten ausüben.

Tocotrienole sind stark antioxidativ, sehr wirksam gegen Krebs und Cholesterin senkend. Forscher haben herausgefunden, dass sie entzündungsfördernde Signale unterdrücken können und somit bei der Bekämpfung von Entzündungen helfen können.[5]

Tocotrienole haben sich auch als neuroprotektiv (also das Nervensystem schützend) gegenüber einer Reihe von unterschiedlichen Giftstoffen im Gehirn erwiesen. Insbesondere geht man aufgrund von Forschungsergebnissen davon aus, dass Tocotrienole beim Schutz der Gehirnzellen vor Schlaganfall-induzierter Degeneration eine Schlüsselrolle einnehmen.

Vitamin E Präparate

Vitamin E Präparate variieren in der Konzentration der Vitamin E Einheiten, die sie enthalten, jedoch nur selten in ihrem Hauptbestandteil: Alpha-Tocopherol. Zufuhr von ausschliesslich dieser Form von Vitamin E könnte jedoch nur einen Teil des Bedarfs abdecken.

Natürliches Vitamin E

Natürlich vorkommendes Vitamin E liegt in 8 verschiedenen Formen vor. Es gibt 4 Tocopherole und 4 Tocotrienole. Die beiden Gruppen besitzen dieselbe Kernstruktur, unterscheiden sich jedoch in ihren Seitenketten.

Vitamin E wird in Pflanzen produziert und kommt dort meist in Verbindung mit Fetten vor. Alpha- und Gamma-Tocopherol sind die am häufigsten produzierten Vitamin E Formen. Interessant ist, dass Pflanzenöle mit hohem Alpha-Tocopherol Gehalt oft in Verbindung mit einfach ungesättigten Fettsäuren vorkommt, z.B. in Olivenöl. Ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten, sogenannten essentiellen Fettsäuren, kommt oft zusammen mit Gamma-Tocopherol vor, z.B. in Maiskeimöl.[6]

Dominanz des Alpha-Tocopherol

Das Hauptaugenmerk der Forschung lag bisher auf Alpha-Tocopherol. Diese Form von Vitamin E ist die am häufigsten im Körper vorkommende Form. Unzureichende Aufnahme von Alpha-Tocopherol bedingt auch die für einen Vitamin E Mangel charakteristische Ataxie (Oberbegriff fpr verschiedene Störungen der Bewegungskoordination). Vitamin E Mangel kann auch nur durch Zufuhr von Alpha-Tocopherol behoben werden.

Der Körper zeigt eine klare Präferenz für Alpha-Tocopherol, das auch von allen Vitamin E Formen die höchste Plasmakonzentration im Serum aufweist. Das für die Aufnahme und Verarbeitung von Alpha-Tocopherol verantwortliche Enzym, Alpha-Tocopherol Transfer Protein, dient zur Anreicherung von Alpha-Tocopherol, sowie zur schnelleren Verstoffwechselung von nicht-Alpha-Tocopherol.[6] [7]

Relative moderate Ergebnisse hinsichtlich der Rolle von Alpha-Tocopherol beim Schutz vor Herzkreislauferkrankungen oder vor Krebs ließen Forscher jedoch an der biologischen Dominanz von Alpha-Tocopherol zweifeln.[6]

Heute steht die Forschung auf dem Standpunkt, dass “die Mitglieder der Vitamin E Familie einzigartige biologische Funktionen besitzen, die nicht von anderen Familienmitgliedern geteilt werden.”[8] Hier wird besonders auf die bisher nur wenig erforschte Gruppe der Tocotrienole hingewiesen.

Tocotrienole - das etwas andere Vitamin E

Die 4 Tocotrienole - Alpha-Tocotrienol, Beta-Tocotrienol, Gamma-Tocotrienol und Delta-Tocotrienol sind den Tocopherolen zwar sehr ähnlich, unterscheiden sich von diesen jedoch sowohl in ihrer chemischen Struktur als auch in ihrer biologischen Funktion, belegen Forscher mit einer immer größer werdenden Anzahl an Beweisen:

  • Tocotrienol sowie Gamma- und Delta-Tocopherol wirken entzündungshemmend und könnten bei chronischen Erkrankungen des Immunsystems helfen [6]
  • Tocotrienole helfen, Krebs vorzubeugen [6]
  • Erhöhte Serumkonzentrationen von Tocotrienolen und Gamma-Tocopherol reduzieren das Risiko von altersbedingtem Verlust der kognitiven Fähigkeiten [9]
  • Geringste Konzentrationen von Alpha-Tocotrienol schützen vor Neurodegeneration und neurologischen Erkrankungen. Alpha-Tocoentriol gilt daher als das wirkungsvollste aller E Vitamine [10] [11]
  • Tocotrienole schützen vor Strahlenbelastung und unterstützen damit die Krebsbehandlung [6] [10] [11]

Vitamin E Präparate

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse der Funktionen “anderer” Vitamin E Formen ist die Zusammensetzung sinnvoller Vitamin E Präparate zu überdenken. Eine alleinige Zufuhr von Alpha-Tocopherol beugt einem reinem Vitamin E Mangel vor, bzw. behebt diesen.

Zudem ist Alpha-Tocopherol, wie alle Vitamin E Formen, ein wirksames Antioxidans. Das gesamte Spektrum der nützlichen und schützenden Funktionen der Vitamin E Formen ist jedoch nur durch die Zufuhr einer Kombination aller Vitamin E Formen gegeben. Daher sollte bei Einnahme von Vitamin E Präparaten immer auf die Zusammensetzung der enthaltenen Vitamin E Formen geachtet werden.

Vitamin E Wirkung

Die wichtigste Funktion von Vitamin E im menschlichen Körper ist seine Wirkung als Antioxidans. Es neutralisiert die freien Radikale, die im Körper durch Stoffwechselvorgänge oder durch Umwelteinflüsse entstehen. Integriert in die Membranen der Zellen schützt Vitamin E die Körperzellen vor der Zerstörung durch Oxidation.

Gleichzeitig beeinflusst Vitamin E die Blutgerinnung und schützt sowohl vor Blutgerinnseln als auch vor Ablagerungen in den Blutgefäßen. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und ist es am Stoffwechsel von Nuklein-, Amino- und Fettsäuren beteiligt.

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans im Körper, das Zellen vor oxidativem Stress und Lipidperoxidation schützt. Vitamin E ist

  • entzündungshemmend
  • ist ein wichtiger Antioxidant im Körper
  • hat krebshemmende Eigenschaften[12]
  • unterstützt einen gesunden Cholesterinspiegel
  • schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • schützt die Gehirnzellen
  • schützt vor Diabetes
  • stärkt das Immunsystem

Vitamin E Mangel

Ein Vitamin E Mangel kann sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar machen.

  • Konzentrationsschwäche
  • Muskelschwäche
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Sehschwäche
  • Welke Haut, Altersflecken
  • Müdigkeit
  • Entzündungen und Wundheilungsstörungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Herz- Kreislauf-Erkrankungen

Risikogruppen für Vitamin E Mangel

  • Raucher
  • Werdende und stillende Mütter
  • Personen mit Fettabsorptionsstörungen
  • Kranke und Patienten, um die Rekonvaleszenz zu verbessern
  • Sportler
  • Patienten mit Altersdemenz
  • Menschen, die unter einer Abwehrschwäche oder Stress leiden
  • Personen, die dauerhaft Medikamente wie die Anti-Baby-Pille einnehmen
  • Frauen, die unter dem prämenstruellen Syndrom leiden
  • Diabetiker
  • Menschen, die sich einseitig ernähren
  • Personen, die an einer Erkrankung der Galle oder Bauspeicheldrüse leiden

Vitamin E Dosierung

Um optimalen Schutz und Wirkung zu garantieren, muss bei Vitamin E auf die richtige Dosierung geachtet werden. Die empfohlene Tageszufuhr ist bei Vitamin E altersabhängig. Während der Schwangerschaft und Stillperiode benötigt der Körper etwas mehr Vitamin E. Der Vitamin E Bedarf sollte hier durch Nahrungsergänzungsmittel abgedeckt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr von Tocopherol (in mg-Äquivalent pro Tag) an:[13]


ALTER MÄNNLICH WEIBLICH
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 3 3
4 bis unter 12 Monate 4 4
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 6 5
4 bis unter 7 Jahre 8 8
7 bis unter 10 Jahre 10 9
10 bis unter 13 Jahre 13 11
13 bis unter 15 Jahre 14 12
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 15 12
19 bis unter 25 Jahre 15 12
25 bis unter 51 Jahre 14 12
51 bis unter 65 Jahre 12 12
65 Jahre und älter 11
Schwangere 13
Stillende 17

Bei der Angabe von Vitamin E in internationalen Einheiten (IE) sind folgende Umrechnungen zu beachten:[14]

  • 1 mg alpha-Tocopherol entspricht 1,49 IE der natürlich vorkommenden Form von Tocopherol, bzw. 2,22 IE der synthetischen Form
  • 1 IE der natürlich vorkommenden Form von Tocopherol entspricht 0,67 mg alpha-Tocopherol
  • 1 IE der synthetischen Form von Tocopherol entspricht 0,45 mg alpha-Tocopherol

Vitamin E in Nahrungsmitteln

Zu den Nahrungsmitteln, die einen besonders hohen Gehalt an Vitamin E haben, gehören Nüsse und Samen, Vollkorngetreide, pflanzliche Öle, sowie Spinat und anderes grünes Blattgemüse.

Vitamin E in Nahrungsmitteln kommt am häufigsten als alpha-Tocopherol sowie als gamma-Tocopherol vor. Die normalerweise angegebenen Richtwerte für die tägliche Zufuhr von Vitamin E beziehen sich jedoch meist nur auf alpha-Tocopherol.[15]

Vitamin E Gehalt in Nahrungsmitteln

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Vitamin E Gehalt einiger Lebensmittel. Wenn möglich, werden sowohl der alpha-Tocopherol, als auch der gamma-Tocopherol Wert angegeben. Angaben sind in Milligram pro 100 Gramm Lebensmittel.[15] [16] [17] [18]


NAHRUNGSMITTEL ALPHA TOCOPHEROL GAMMA TOCOPHEROL
Weizenkeimöl 174 keine Angabe
Mehrkornmüsli 126 keine Angabe
Sonnenblumenöl 62 keine Angabe
Sonnenblumenkerne 34 0
Mandeln 26 weniger als 1
Haselnüsse 15 0
Pinienkerne 9 11
Tiefkühlspinat 4 0
Grüne Oliven 4 0
Spinat roh 2 0
Walnüsse 2 28
Mohn 2 9
Brokkoli 2 0,4
Avocado 2 0
Thunfisch in der Dose 1,7 keine Angabe
Brombeeren 1,4 0
Kiwi 1,3 0
Spargel 1 0
Sesam 1 28
Kürbiskerne 0 19

Um den täglichen Bedarf von ungefähr 12 bis 15 mg an Vitamin E abzudecken, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Im Bedarfsfall sollte Vitamin E durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Hier sollte besonders auf die Zusammensetzung der natürlichen Vitamin E Formen geachtet werden, da diese unterschiedliche Funktionen im Körper ausüben.[15]

Vitamin E und Vitamin C

Vitamin E und Vitamin C sind Vitamine, die sich gegenseitig ergänzen und kombiniert eine antioxidative Wirkung haben.[19]

Der Körper braucht ausreichend viel Vitamin C, um die positiven Eigenschaften von Vitamin E voll ausschöpfen zu können. Das liegt daran, dass Vitamin C die Regeneration von oxidiertem Vitamin E bewirken kann.

Das Zusammenspiel dieser beiden Vitamine hat sich bei der Reduzierung von durch starke Anstrengung ausgelöstem oxidativem Stress, welcher mit der Schädigung der Skelettmuskulatur in Verbindung gebracht wird, als nützlich erwiesen.

Darüber hinaus kann die Kombination dieser beiden Stoffe UV-Schäden und Sonnenbrand hemmen und somit das Risiko der Hautalterung durch Sonnenstrahlung und das Hautkrebsrisiko verringern.

Vitamin E - Herz und Cholesterin

Arteriosklerose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich in den Arterien Ablagerungen bilden. Ein hoher Cholesterinspiegel und Bluthochdruck tragen zur Bildung von Ablagerungen bei, wodurch sich die Arterien verhärten und verengen. Arteriosklerose ist eine häufige Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Ein zentraler Faktor bei der Entstehung und Entwicklung von Arteriosklerose ist oxidativer Stress. Sauerstoffradikale liegen den Anfängen entzündlicher Prozesse zugrunde, die zur Bildung von Ablagerungen führen und schließlich die gesundheitlichen Komplikationen verursachen, die dann auftreten.

Oxidation spielt bei der Arteriosklerose eine zentrale Rolle. Vitamin E wiederum hat sich als wirksam erwiesen, die Resistenz gegenüber der Oxidation zu erhöhen und die Bildung von Ablagerungen zu verhindern. Diese Erkenntnis beruht auf Studien an Menschen aus dem Mittelmeerraum, die für ihre Vitamin-E-reiche Ernährung bekannt sind.

Die ergänzende Aufnahme von Vitamin E konnte darüber hinaus nachweislich die Risikofaktoren für die Bildung von Ablagerungen in den Arterien verringern. Erstens konnte nachgewiesen werden, dass Tocopherole eine hemmende Wirkung auf die Lipidperoxidation haben und zweitens hemmen Tocotrienole die Cholesterinsynthese. Beides sind bekannte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Allerdings gibt es Hinweise aus klinischen Studien, die besagen, dass die ergänzende Einnahme von Vitamin E zwar das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls verringert, dafür aber das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöht.

Dies gilt insbesondere bei älteren Menschen, bei denen das Vorhandensein von Vitamin E die Gerinnung des Bluts beeinträchtigen kann, wodurch sich das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöht.

Vitamin E und das Nervensystem

Vitamin E ist als lipophile Verbindung eingestuft, was bedeutet, dass es in Fetten löslich ist. Diese lipophile Eigenschaft hat zur Folge, dass es leicht von Hirnzellen aufgenommen wird und dort in Membranen abgesondert wird. Hier wirkt Vitamin E als Schutzschild gegen oxidative Schäden.[20]

Hirnzellen sind für oxidativen Stress sehr anfällig. Die durch oxidativen Stress verursachten Schäden werden pathologisch mit verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Vitamin E ist ein hochwirksames Antioxidans, das Neuronen vor oxidativen stressbedingten Schäden und dem Einsetzen neurodegenerativer Prozesse schützen kann.[21]

Tocotrienol und Tocopherol sind starke neuroprotektive Verbindungen, die Gehirnzellen durch ihre antioxidativen Eigenschaften schützen können. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass die ergänzende Einnahme von Vitamin E die antioxidativen Fähigkeiten der Hirnzellen fördert und dabei hilft, oxidative Schäden zu verhindern.

Vitamin E für gesunde Augen

Die ergänzende Einnahme von Vitamin E über einen langen Zeitraum kann sich bei altersbedingtem Verlust der Sehkraft, wie bspw. der Bildung von grauem Star, positiv auswirken. Altersbedingte Katarakte, also die Trübung der Linse, sind üblicherweise das Ergebnis von über die Jahre angefallener Schädigungen.

In einer Langzeitstudie kam heraus, dass Personen, die über mindestens 10 Jahre Vitamin E als Nahrungsergänzung eingenommen haben, klarere Augenlinsen hatten. Im Vergleich zu jenen Personen, die keine Vitamin-E-Zusätze einnahmen, fiel die Trübung der Linsen und die damit zusammenhängende Bildung von Katarakten erheblich geringer aus.[22]

Vitamin E und Krebs

Seit vielen Jahren ist Forschern bekannt, dass Vitamin E das Potenzial besitzt, Krebserkrankungen zu hemmen. Diese Einsicht beruht auf der Erkenntnis, dass Vitamin-E-Mangel das Krebsrisiko erhöht. Darüber hinaus scheint die Kombination von Vitamin C und Vitamin E eine erhebliche Schutzwirkung zu haben.

Außerdem konnten Forscher aufzeigen, dass Gamma- und Delta-Tocopherole sogar dabei helfen könnten, Lungen-, Brust-, Darm- und Prostatakrebs zu verhindern. In diesen Studien führte die tägliche ergänzende Einnahme von Vitamin E zu einem verringerten Auftreten dieser Krebsarten sowie zur Verlangsamung des Voranschreitens anderer Krebsarten.

Tocotrienole werden ihrerseits auch damit in Verbindung gebracht, die Ausbreitung von Krebszellen zu unterbinden und die Apoptose (den programmierten Zelltod) in Krebszellen auszulösen.[12] Unter den vier Tocotrienolen haben Delta- und Gamma-Tocotrienole die größere krebshemmende Wirksamkeit als Alpha- und Beta-Tocotrienole.

Vitamin E und Sport

Im menschlichen Körper sind Gehirn, Herz und Skelettmuskulatur dafür bekannt, die meiste Energie, Nährstoffe und Sauerstoff zu verbrauchen. Innerhalb der Zellen des Gehirns und der Muskeln werden beim Energiestoffwechsel Sauerstoffradikale erzeugt, die erhebliche Schäden verursachen können, wenn sich die Zellen nicht schützen.

Vitamin E findet sich in angereicherter Form in den Zellmembranen des Gehirns und der Muskeln genau an der Stelle, an der die Sauerstoffradikale erzeugt werden. Neben wichtigen antioxidativen Enzymen und weiteren antioxidativen Molekülen hilft Vitamin E als Bestandteil des Oxidationsschutzschilds die Zellen vor oxidativen Schäden zu schützen.

Körperliche Betätigung ist bekannt dafür, die Bildung von Sauerstoffradikalen in den Muskelzellen durch den erhöhten Bedarf an Energieerzeugung zu verschärfen. Diese reaktiven Spezies rufen oxidative Schäden und Muskelverletzungen hervor und sind möglicherweise der Grund für das verzögerte Auftreten von Muskelschmerzen in diesem Gewebe.

Die ergänzende Einnahme von Vitamin E kann dabei helfen, oxidative Schäden durch körperliche Anstrengungen zu verhindern, indem die antioxidativen Eigenschaften der Substanz abgerufen werden.

Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin E das Vorkommen von Kreatinkinase steigert, welche als Biomarker für erhöhte Muskelreparaturaktivitäten angesehen wird.[23]

Vitamin E Wechselwirkungen

Vitamin E wirkt sich auf Cyclosporin aus, dessen Aufnahme es erhöht, was zu verstärkten Nebenwirkungen führen kann.

Die ergänzende Einnahme von Vitamin E verbessert die Leberfunktion, was den Abbau von Medikamenten verstärken kann, die von der Leber verstoffwechselt werden. Dazu zählen: Lovastatin, Ketoconazol, Itraconazol und andere Medikamente.

Vitamin E Überdosierung

Wird Vitamin E über die Nahrung aufgenommen, ist eine Überdosierung nicht möglich, und etwaige Nebenwirkungen sind auszuschließen. Bei der langfristigen Einnahme von sehr hohen Dosen in Form von Vitamin E Nahrungsergänzungsmitteln könnte jedoch Vorsicht geboten sein.

Ein leicht erhöhtes Schlaganfallsrisiko wurde in einer Langzeitstudie an amerikanischen Männern beobachtet, die jeden zweiten Tag 400 IE Vitamin E zu sich nahmen. Weder Vitamin E noch Vitamin C hatten in dieser Studie einen Einfluss auf das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[24]

Interessanterweise wurde dies in einer vergleichbaren Studie an Frauen, die jeden zweiten Tag 600 IE Vitamin E aufnahmen, nicht bestätigt.[25]

Eine finnische Studie zeigte, dass die tägliche Einnahme von 50mg Vitamin E kein erhöhtes Auftreten von Lungenkrebs hat. Im Gegensatz dazu zeigte sich, dass Beta Carotin das Auftreten von Lungenkrebs steigerte. Dazu ist aber zu bemerken, dass die Studie mit Rauchern im Alter von 50 bis 69 Jahren gemacht wurde. Gleichzeitig zeigte sich, dass es in der Gruppe, die alpha Tocopherol einnahm, weniger Fälle von Prostatakrebs gab.[26]

Diese unterschiedlichen Ergebnisse deuten darauf hin, dass möglicherweise weitere Faktoren für die beobachtete Risikoerhöhung mitverantwortlich sind.

Ausgehend von den vorliegenden Ergebnissen empfiehlt das amerikanische National Institute of Health jedoch, folgende Höchstwerte bei der Einnahme von Vitamin E (in IE / Internationale Einheiten) nicht zu überschreiten:[14]


ALTER MÄNNLICH WEIBLICH
Kinder
1 bis 3 Jahre 200 IE 200 IE
4 bis 8 Jahre 300 IE 300 IE
9 bis unter 13 Jahre 600 IE 600 IE
Jugendliche und Erwachsene
14 bis unter 18 Jahre 800 IE 800 IE
19 Jahre und älter 1000 IE 1000 IE
Schwangere 1000 IE
Stillende 1000 IE

Gründe für die Einnahme von Vitamin E

Vitamin E ist für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung.

Vitamin-E-Mangel kann schwere neurologische Schäden verursachen, die mit Muskelschwäche, Degeneration der Netzhaut und daraus resultierenden Sehstörungen einhergehen. Darüber hinaus wirkt sich ein solcher Mangel negativ auf das Immunsystem und die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus.

Vitamin E kann ebenfalls eingenommen werden, um folgende Funktionen zu unterstützen:

  • Schützt Hirnzellen vor Schäden
  • Gesundes Herz und Blutgefäße
  • Verbesserte Nachtsicht
  • Gesundes Altern
  • Krebshemmende Eigenschaften

Vitamin E Studien und Referenzen

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