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Ginseng: Alles, was Sie wissen müssen

Ginseng – Natürliche Unterstützung für Energie, Konzentration und das Immunsystem
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VitaminExpress Editorial Team

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2026
20 Minuten
Ginseng zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Heilpflanzen Asiens und gewinnt auch in Europa immer mehr an Bedeutung. Die vielseitige Wirkung der Wurzel rückt zunehmend in den Fokus der wissenschaftlich-medizinischen Forschung. Ginseng wird seit Jahrhunderten in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet und ist Gegenstand zunehmender wissenschaftlicher Forschung.
Ginseng enthält aktive Inhaltsstoffe, die sogenannten Ginsenoside, die Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind. Diese natürlichen Wirkstoffe sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu ihrer möglichen Rolle für Energie, Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden. Ob als Tee, Extrakt oder Nahrungsergänzungsmittel – Ginseng wird traditionell im Zusammenhang mit Vitalität und Wohlbefinden verwendet.
Ginseng: Alles, was Sie wissen müssen

Einführung in Ginseng

Ginseng ist eine der weltweit am meisten geschätzten Heilpflanzen, die seit Jahrtausenden wegen ihrer vielfältigen traditionellen Verwendung geschätzt wird. Der Begriff „Ginseng” stammt aus dem Chinesischen rénshēn und bedeutet „Männerwurzel”, da die Wurzel aufgrund ihrer charakteristischen Gabelung an einen menschlichen Körper erinnert. Traditionell wird er als Adaptogen verwendet – eine Substanz, die dem Körper helfen soll, mit Stressoren physischer, chemischer oder biologischer Natur umzugehen.

Er ist vor allem in Ostasien (China, Korea, Japan) und Nordamerika heimisch, wobei sich verschiedene Arten an ihre lokale Umgebung angepasst haben. Das Kraut ist zu einem Symbol für Vitalität, Kraft und Langlebigkeit geworden.

Botanische Klassifizierung und Beschreibung

Familie: Araliaceae

Gattung: Panax

Gängige Arten:

  • Panax ginseng (asiatischer oder koreanischer Ginseng)

  • Panax quinquefolius (amerikanischer Ginseng)

  • Panax japonicus (japanischer Ginseng)

  • Panax notoginseng (wird in der chinesischen Medizin traditionell hauptsächlich bei Blutungsproblemen verwendet)

Morphologie

Ginsengpflanzen werden in der Regel etwa 30–60 cm hoch und haben zusammengesetzte Blätter, die in Gruppen von 3 bis 5 Fiederblättern angeordnet sind. Die Wurzel ist dick, fleischig und oft gegabelt und ähnelt in ihrem Aussehen einer menschlichen Figur.

Wachstumsbedingungen

  • Gedeiht in kühlen, schattigen Waldgebieten mit reichhaltigem, feuchtem Boden.

  • Es dauert etwa 4–6 Jahre, bis die Wurzeln geerntet werden können.

  • Wilder Ginseng ist aufgrund von Übererntung in vielen Regionen geschützt.

Arten von Ginseng

Weißer koreanischer Ginseng ist die bekannteste Panax-Art und wird seit vielen Jahrhunderten traditionell verwendet. Auch andere Ginsengarten werden traditionell verwendet.

Roter Ginseng vs. weißer Ginseng

Sowohl rote als auch weiße Ginsengwurzeln stammen von derselben Pflanze, unterscheiden sich jedoch in ihrer Verarbeitung:

Weißer Ginseng: Die Wurzeln werden geschält und ohne Dämpfen getrocknet. Durch diesen Prozess bleibt ein milderer Geschmack erhalten und die Wurzel erhält eine hellere, weißliche Farbe.

Roter Ginseng: Die Wurzeln werden vor dem Trocknen gedämpft. Durch das Dämpfen verändert sich die chemische Zusammensetzung der Wurzel. Dieser Prozess verleiht rotem Ginseng eine rötliche Farbe und einen reichhaltigeren, stärkeren Geschmack.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der wesentliche Unterschied darin besteht, dass weißer Ginseng auf natürliche Weise getrocknet wird, während roter Ginseng vor dem Trocknen gedämpft wird, was sich sowohl auf seine Farbe als auch auf seine chemischen Eigenschaften auswirkt.

1. Koreanischer Ginseng (Panax ginseng)

Koreanischer Ginseng (Panax ginseng), auch als asiatischer Ginseng bekannt, ist in Berg- und Waldgebieten Koreas, Chinas und Sibiriens beheimatet. Aufgrund des weltweiten Handels mit Ginsengwurzeln ist koreanischer Ginseng inzwischen im Washingtoner Artenschutzübereinkommen als schützenswerte Pflanze aufgeführt.

2. Chinesischer Ginseng (Panax pseudoginseng)

Der chinesische Ginseng (Panax pseudoginseng) gehört ebenso wie Panax ginseng zur Gattung Panax und wächst in China und Japan. Panax pseudoginseng und Panax ginseng ähneln sich in ihren Inhaltsstoffen, doch im Gegensatz zum koreanischen Ginseng gehört der chinesische nicht zu den sogenannten Adaptogenen.

3. Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius)

Panax quinquefolius, der amerikanische Ginseng, wird hauptsächlich in Nordamerika, aber auch in China und Südkorea angebaut. Koreanischer Ginseng enthält etwa 30 verschiedene Ginsenoside, die amerikanische Variante etwa die Hälfte.

4. Japanischer Ginseng (Panax japonicus)

Die japanische Ginsengwurzel wird traditionell ähnlich wie die Wurzel des koreanischen Ginsengs verwendet. Panax japonicus wird ein von koreanischem Ginseng abweichendes Wirkstoffprofil zugeschrieben.

Es werden verschiedene Varietäten des japanischen Ginsengs traditionell verwendet, unter anderem:

  • Panax japonicus var. Angustifolius

  • Panax japonicus var. Bipinnatifidus

  • Panax japonicus var. Japonicus

  • Panax japonicus var. Major

Nicht-Panax-„Ginsengs”

Verschiedene Pflanzen werden als Ginseng bezeichnet, obwohl sie nicht zur Gattung Panax gehören, darunter:

  • Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus): Ein Adaptogen, aber botanisch andersartig.

  • Indischer Ginseng (Ashwagandha): Ein weiteres Adaptogen, botanisch nicht verwandt.

  • Brasilianischer Ginseng (Pfaffia paniculata): Wird traditionell ähnlich verwendet, ist aber kein echter Ginseng.

Obwohl sie denselben Namen tragen, unterscheiden sich diese Pflanzen deutlich in ihren Inhaltsstoffen von echtem Ginseng.

Inhaltsstoffe von Ginseng

Ginseng (Panax ginseng) enthält eine Vielzahl bioaktiver Verbindungen, die hauptsächlich in seiner Wurzel vorkommen und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind.

1. Ginsenoside

Ginsenoside sind einzigartige Triterpensaponine, die überwiegend in Ginseng vorkommen und als Hauptwirkstoffe gelten.

Klassifizierung: Gehören zur Gruppe der Saponine, die für ihre seifenartigen Schaumeigenschaften in Wasser bekannt sind.

Ginsenoside werden in der Forschung mit folgenden Eigenschaften in Verbindung gebracht:

  • Ein möglicher Einfluss auf die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Stress (adaptogene Wirkung).

  • Eine mögliche Beeinflussung der Neurotransmitteraktivität.

  • Ein möglicher Zusammenhang mit geistiger Klarheit, Aufmerksamkeit und kognitiven Funktionen, der Gegenstand laufender Forschung ist.

Es sind mehr als 20 Ginsenosid-Varianten bekannt, wobei Rg1 und Rb1 am besten untersucht und standardisiert sind. Die höchste Konzentration findet sich in den äußeren Schichten und Haarwurzeln; Nebenwurzeln enthalten teils mehr Ginsenoside, unterscheiden sich jedoch in der Zusammensetzung und werden oft nicht verwendet.

2. Ätherische Öle

Ginsengwurzeln enthalten auch ätherische Öle, flüchtige aromatische Verbindungen. Ihre chemische Zusammensetzung ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung; mögliche Eigenschaften werden untersucht.

3. Peptidoglykane

Diesen Verbindungen wird in der Forschung eine mögliche unterstützende Rolle für das Immunsystem zugeschrieben, deren genaue Bedeutung Gegenstand weiterer Untersuchungen ist.

4. Polyacetylene

In Laboruntersuchungen zeigten Polyacetylene unter anderem antioxidative Eigenschaften; mögliche Effekte im Zusammenhang mit Bakterien und Entzündungsprozessen sind Gegenstand weiterer Forschung. Diese Verbindungen werden in der Wissenschaft im Zusammenhang mit Immunfunktion und Zellschutz diskutiert.

Traditionelle und moderne Verwendung

Historische Bedeutung

  • Seit über 2.000 Jahren in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin verwendet.

  • Wird als „Wurzel des Lebens” bezeichnet.

  • Wird seit Jahrtausenden angebaut und war aufgrund seines hohen Wertes ursprünglich vor allem dem Adel vorbehalten.

  • Aufgrund seiner Kostbarkeit stand der Export einst unter Todesstrafe.

Einführung in Europa

  • Kam 1610 durch niederländische Seefahrer nach Europa, wurde jedoch zunächst wenig beachtet.

  • Im 19. Jahrhundert wurde er im Zusammenhang mit Vitalität und Wohlbefinden bekannter.

Moderne Anerkennung

Ginseng wurde im 20. und 21. Jahrhundert umfassend wissenschaftlich untersucht. Die deutsche Kommission E (Behörde für pflanzliche Arzneimittel) hat in ihrer Monographie Ginseng als pflanzliches Mittel bei Ermüdung und nachlassender Leistungsfähigkeit anerkannt.  

Heute wird Ginseng häufig als Nahrungsergänzungsmittel im Zusammenhang mit Energie, Müdigkeit und geistiger Leistungsfähigkeit verwendet.

Zu welchen Themen Ginseng wissenschaftlich untersucht wird

Ginseng ist Gegenstand vielfältiger wissenschaftlicher Forschung. Nachfolgend ein Überblick über Bereiche, in denen mögliche Zusammenhänge untersucht werden – eine gesicherte Wirksamkeit beim Menschen ist dabei nicht in allen Fällen belegt:

  • Energie und Müdigkeit: Die körperliche Ausdauer und Müdigkeit im Zusammenhang mit der zellulären Energieproduktion wird untersucht, unter anderem laut Kommission E.

  • Gehirnfunktion: Ein möglicher Zusammenhang mit Gedächtnis, Konzentration und geistiger Klarheit ist Gegenstand laufender Forschung.

  • Immunsystem: Eine mögliche unterstützende Rolle für Immunzellen wird in Studien untersucht.

  • Entzündungsbezogene Prozesse: Ginsenoside werden im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen im Körper erforscht.

  • Blutzuckerstoffwechsel: Ein möglicher Einfluss auf die Insulinsensitivität und den Blutzuckerspiegel wird wissenschaftlich untersucht.

  • Herz- und Gefäßgesundheit: Ein möglicher Einfluss auf Durchblutung, Blutdruck und Cholesterinspiegel ist Gegenstand von Studien.

  • Leberzellen: Ein möglicher Zusammenhang mit dem Schutz von Leberzellen vor bestimmten Belastungen wird erforscht.

  • Traditionelle Anwendung bei männlicher Vitalität: Ginseng wird traditionell in der asiatischen Medizin in diesem Zusammenhang verwendet; eine wissenschaftlich belegte Wirkung beim Menschen liegt bislang nicht vor.

  • Wechseljahre: Ein möglicher Zusammenhang mit Beschwerden in den Wechseljahren wird untersucht.

  • Kognitive Funktion im Alter: Ein möglicher Zusammenhang mit oxidativem Stress und kognitiven Prozessen ist Gegenstand der Forschung.

Wirkung von Ginseng – Forschungsüberblick

Laut der Monographie der Kommission E wird Ginseng traditionell als allgemeines Tonikum eingesetzt. Die Wurzel wird im Zusammenhang mit Müdigkeit und Schwäche verwendet. Nahrungsergänzungsmittel mit Ginseng werden auch im Zusammenhang mit Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen diskutiert.  

Ginseng wird in wissenschaftlichen Studien auf seine mögliche Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems untersucht.  

Ein möglicher Zusammenhang zwischen Ginseng und Stimmung bzw. Gehirnaktivität wird erforscht. Untersucht wird unter anderem, ob die Wurzel die Produktion und Verteilung von 5-HTP, der Vorstufe des Botenstoffs Serotonin, sowie die Konzentration des Neurotransmitters Dopamin im Blut beeinflussen kann.  

Ginseng wird traditionell in der asiatischen Medizin im Zusammenhang mit männlicher Vitalität verwendet; eine wissenschaftlich belegte Wirkung auf die Potenz beim Menschen liegt bisher nicht vor. Der legendäre Kaiser Shennong, der vor mehr als 5000 Jahren lebte, erwähnte Ginseng in seinem dreiteiligen Buch über Heilpflanzen und Kräuter.  

1. Ginseng und Müdigkeit – Wissenschaftliche Forschung

Müdigkeit und Erschöpfung sind häufige Beschwerden, die unterschiedliche Ursachen haben können. Oft verbirgt sich dahinter ein Schlafmangel, aber auch Infektionskrankheiten, Stress oder Autoimmunerkrankungen können mit erhöhter Müdigkeit einhergehen. Ginseng wird in Asien traditionell im Zusammenhang mit Erschöpfung verwendet.

Ginseng und chronische Erschöpfung – Forschung bei onkologischen Patientinnen und Patienten

Chronische, anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung treten häufig auch bei Menschen mit einer Krebserkrankung auf. Auch bei dieser Patientengruppe wurde die Einnahme von Ginseng-Präparaten im Rahmen wissenschaftlicher Studien im Zusammenhang mit Erschöpfungssymptomen untersucht (u. a. Barton et al.; Yennurajalingam et al.). Die Ergebnisse werden von den jeweiligen Autoren als vorläufig eingestuft und bedürfen weiterer Bestätigung durch kontrollierte klinische Studien; sie ersetzen keine ärztliche Behandlung.  

Ginseng und Erschöpfung bei Multipler Sklerose

Auch bei Menschen mit Multipler Sklerose, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des Nervensystems, bei der Erschöpfung ein häufiges Symptom ist, wurde die Einnahme von Ginseng-Präparaten im Zusammenhang mit Erschöpfungssymptomen wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse deuten auf mögliche Zusammenhänge hin, die einer Bestätigung durch weitere Studien bedürfen.  

Die Wahl der Ginsengart könnte für die Ergebnisse relevant sein: In einer Studie aus dem Jahr 2011 konnten Kim et al. mit einem Extrakt aus amerikanischem Ginseng keine Verbesserung der Müdigkeit ihrer Probanden feststellen, während einzelne Untersuchungen zu koreanischem Ginseng andere Ergebnisse zeigten.  

2. Blutdruck – Allgemeine Informationen

Bluthochdruck ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Jeder dritte bis zweite Deutsche zwischen 35 und 64 Jahren ist betroffen. Chronisch erhöhter Blutdruck verursacht häufig kaum Symptome, erhöht aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weshalb er ärztlich behandelt werden sollte.

Ursachen von Bluthochdruck

Bluthochdruck tritt in zwei Formen auf: primär und sekundär. Sekundäre Hypertonie ist Folge einer Grunderkrankung oder verschiedener nachweisbarer Faktoren, darunter:

  • Nierenerkrankungen

  • Störungen des Hormonhaushalts, z. B. Schilddrüsenüberfunktion oder Cushing-Syndrom

  • Gefäßerkrankungen

  • Tumore

  • Psychiatrische Störungen wie soziale Phobien oder Panikstörungen

Die primäre Hypertonie entsteht ohne erkennbare Ursache. Mehr als 80 Prozent aller Bluthochdruckpatienten leiden an einer primären Hypertonie.

Endotheliale Dysfunktion als möglicher Faktor

Wissenschaftler vermuten, dass viele primäre Hypertonieerkrankungen mit einer endothelialen Dysfunktion zusammenhängen könnten – einer Fehlfunktion des Gefäßendothels, jener dünnen Zellschicht, die die Innenseite der Blutgefäße auskleidet und deren Verengung, Erweiterung und Durchlässigkeit beeinflusst.

Ginseng und das Gefäßendothel – Wissenschaftliche Forschung

Einige Studien untersuchen mögliche Zusammenhänge zwischen Ginseng-Inhaltsstoffen und der Funktion des Gefäßendothels bei Menschen mit Bluthochdruck, unter anderem im Zusammenhang mit der Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO). Die Ergebnisse werden als vorläufig eingestuft; wer an Bluthochdruck leidet, sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem behandelnden Arzt abstimmen.  

Weitere Untersuchungen befassen sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen Ginsenosiden und blutdruckregulierenden Botenstoffen sowie Blutfettwerten; eine gesicherte Wirkung beim Menschen ist bislang nicht belegt.  

3. Ginseng und Blutzuckerstoffwechsel – Wissenschaftliche Forschung

Diabetes mellitus äußert sich durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Während Typ-1-Diabetes in der Regel durch einen absoluten Mangel des Hormons Insulin im Kindes- oder Jugendalter verursacht wird, tritt Typ-2-Diabetes meist später auf und beruht auf einer Insulinresistenz, bei der die Körperzellen nicht ausreichend auf Insulin reagieren.

Typ-2-Diabetes – Hintergrund

Der erhöhte Blutzuckerspiegel verursacht zunächst häufig keine Symptome, sodass Diabetes oft lange unentdeckt bleibt. Langfristig kann Zucker im Blut kleine und große Blutgefäße schädigen. Zu den bekannten Komplikationen von Diabetes zählen:

  • Herzinfarkt

  • Schlaganfall

  • Nervenschäden

  • Schädigungen der Netzhaut bis zur Erblindung

  • Nierenschwäche oder Nierenversagen

Ginseng und Blutzucker – Wissenschaftliche Studienergebnisse

Verschiedene Studien untersuchen, ob Ginseng einen Einfluss auf den Nüchternblutzucker und den postprandialen Blutzucker (nach dem Essen) haben könnte.  

Eine präklinische Studie von Sen et al. aus dem Jahr 2013 untersuchte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme eines Ginsengwurzelextrakts und der Regeneration der insulinproduzierenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die ß-Zell-Funktion ist sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes beeinträchtigt.  

Ob Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes von einer Ginseng-Einnahme profitieren könnten, ist Gegenstand laufender Forschung und nicht abschließend belegt; für eine Anwendung in diesem Zusammenhang ist in jedem Fall eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Einige Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Ginseng und Insulinfreisetzung bzw. -sensitivität hin; die Insulinsensitivität beschreibt, wie empfindlich Körperzellen auf das Hormon Insulin reagieren.  

Ein möglicher Wirkmechanismus wird in der Aktivierung des Enzyms AMP-Kinase (AMPK) vermutet, das auch beim Wirkmechanismus einiger verschreibungspflichtiger Diabetes-Medikamente eine Rolle spielt. Ob sich daraus eine relevante Wirkung durch Ginseng-Einnahme ergibt, ist nicht belegt.  

Ginseng und Gefäßparameter bei Diabetes – Tierstudien

Herz- und Gefäßerkrankungen sowie die diabetische Retinopathie (Augenerkrankung) zählen zu den gefürchteten Folgeerscheinungen von Diabetes. In Tierversuchen wurde ein möglicher Einfluss von Ginseng auf Herzaktivität und Gefäßelastizität bei Versuchstieren mit Diabetes beobachtet. Eine Übertragung dieser Beobachtungen auf den Menschen ist bislang nicht belegt; weitere klinische Studien wären erforderlich, um einen möglichen Stellenwert von Ginseng in diesem Zusammenhang zu klären.  

4. Leberzellen und Ginseng – Wissenschaftliche Forschung

Die Leber ist die größte Drüse des menschlichen Körpers und übernimmt zentrale Stoffwechselaufgaben: Sie produziert lebenswichtige Proteine, verwertet Nahrungsbestandteile, produziert Galle und dient der Ausscheidung von Giftstoffen, Medikamenten und Stoffwechselendprodukten.

Nicht nur Alkohol, sondern auch bestimmte Medikamente, Zucker und fettreiche Ernährung können die Leber belasten. Fettleber, Leberzirrhose, Hepatitis oder Leberstauung können zu einer Abnahme der Leberfunktion führen; Beschwerden treten dabei oft erst spät auf und können unter anderem Müdigkeit, Druckgefühl im rechten Oberbauch, Gewichtsverlust, Hautverfärbung, Übelkeit und Juckreiz umfassen.

Ginseng und Leberzellen

Einige wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen Ginseng-Inhaltsstoffen und der Leberzellgesundheit. Eine belegte Wirkung von Ginseng auf Lebererkrankungen beim Menschen liegt nicht vor.

In Laborstudien zeigten Ginsenoside Wechselwirkungen mit bestimmten leberbelastenden Substanzen wie Aflatoxinen (Pilzgiften), Cadmiumchlorid oder Benzpyren, das unter anderem beim Grillen entstehen kann; eine Übertragung dieser Beobachtungen auf den Menschen ist nicht belegt.  

Ginseng und Leberregeneration – Tierstudien

Tierversuche untersuchten einen möglichen Einfluss von Ginseng auf die Regenerationsfähigkeit der Leber nach einer teilweisen Organentfernung; die Forscher beobachteten dabei ein Wachstum der Leberzellen und eine Zunahme des Lebergewichts bei den Versuchstieren. Ob sich diese Beobachtungen auf den Menschen übertragen lassen, ist nicht untersucht.  

Eine Studie von Xu et al. (2011) untersuchte den Einsatz von rotem koreanischem Ginseng bei Patientinnen und Patienten nach Lebertransplantation im Zusammenhang mit der sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, einer Komplikation, die nach Blutstammzell-, Knochenmark- oder Lebertransplantationen auftreten kann. Die Ergebnisse werden als vorläufig eingestuft; weitere Forschung ist erforderlich, um belastbare Aussagen zu treffen. Diese Anwendung erfolgt ausschließlich im Rahmen ärztlicher Behandlung.  

Ginseng und Fettleber – Wissenschaftliche Forschung

Eine Fettleber kann durch übermäßigen Alkoholkonsum oder starkes Übergewicht begünstigt werden. Einige Studien untersuchen mögliche Zusammenhänge zwischen Ginseng und HDL-, LDL-Cholesterin sowie Triglyceridwerten im Kontext einer Fettleber; eine belegte schützende Wirkung beim Menschen liegt nicht vor.  

Ginseng und Lebergesundheit – Wissenschaftliche Forschung

Einige wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen Ginseng-Inhaltsstoffen und Leberzellen, unter anderem im Kontext viraler Belastungen und zellulärer Schutzmechanismen. Eine Studie von Abdel-Wahhab et al. (2011) untersuchte hierzu bestimmte Laborparameter bei Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung; die Ergebnisse werden von den Autoren als erste Hinweise gewertet, die einer Bestätigung durch weitere klinische Forschung bedürfen. Eine belegte Wirkung beim Menschen liegt bislang nicht vor.  

Einige Studien untersuchen mögliche Zusammenhänge zwischen Ginseng-Inhaltsstoffen und dem zellulären Schutz. Weitere klinische Forschung ist erforderlich.  

Ginseng – Mögliche Wirkmechanismen

Wissenschaftler diskutieren verschiedene Mechanismen, über die Ginseng-Inhaltsstoffe mit der Leberzellgesundheit in Verbindung stehen könnten. Zum einen werden die Ginsenoside als Antioxidantien beschrieben, die Zellen in Laborstudien vor freien Radikalen schützen können. Zum anderen wird Ginseng eine mögliche entzündungsbezogene Wirkung zugeschrieben, da er die Produktion bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe (Chemokine, Zytokine) im Labor beeinflussen konnte; klinische Belege beim Menschen hierzu liegen bislang nicht vor.  

5. Immunsystem und Ginseng – Wissenschaftliche Forschung

In der fernöstlichen Medizin gilt Ginseng traditionell als Tonikum für das Immunsystem. Die Heilpflanze wird in verschiedenen wissenschaftlichen Studien auf eine mögliche Wirkung auf das Immunsystem untersucht.  

Einige Untersuchungen befassen sich mit einer möglichen Beeinflussung der Aktivität von Makrophagen, Fresszellen des angeborenen Immunsystems, sowie von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) durch Ginseng.  

Ginseng und Bakterien – Wissenschaftliche Forschung

Bakterien nutzen im Körper unter anderem den sogenannten Glykokalix, eine Schicht an der äußeren Zelloberfläche, als Verankerungspunkt. In Laboruntersuchungen wurde beobachtet, dass Ginseng-Polysaccharide diese Anhaftung von Bakterien an Körperzellen beeinflussen konnten.  

In Laboruntersuchungen wurden Wechselwirkungen zwischen Ginseng-Bestandteilen und verschiedenen Bakterienstämmen beobachtet, darunter Helicobacter pylori, Staphylococcus aureus und Escherichia coli; eine therapeutische Wirkung beim Menschen ist damit nicht belegt.  

Ginseng und virale Erreger – Wissenschaftliche Forschung

Einige Studien untersuchen, ob Ginsengextrakt die Produktion bestimmter Antikörper (IgG, IgA) sowie die Ausschüttung von Interleukinen wie IL-4 und IL-5 beeinflussen und dadurch in einem möglichen Zusammenhang mit dem Verlauf einer Influenza-Erkrankung stehen könnte. Eine belegte Wirkung beim Menschen liegt bislang nicht vor.  

6. Ginseng und Immunparameter – Studienergebnisse

In wissenschaftlichen Studien wurde der Einsatz von Ginsengpräparaten bei verschiedenen Patientengruppen auch im Zusammenhang mit Immunparametern untersucht. In einer Studie aus dem Jahr 2017 untersuchten Young-Keol und Jung-Eun einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Panax Ginseng und der Anzahl der CD4+-Zellen bei Menschen mit einer HIV-Infektion.

CD4-Zellen, auch T-Helferzellen genannt, tragen einen speziellen Oberflächenrezeptor. Die Anzahl der CD4+-Zellen im Blut gilt als wichtiger Marker für den Krankheitsverlauf: Je weniger Zellen vorhanden sind, desto ausgeprägter ist die Infektion in der Regel.

Die Autoren berichteten über Veränderungen der CD4+-Werte im Studienverlauf. Diese Ergebnisse werden als vorläufig eingestuft und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Menschen mit HIV sollten die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt abstimmen, insbesondere im Zusammenhang mit einer antiretroviralen Therapie.  

Ginseng als Immunmodulator

Eine Steigerung der Immunabwehr ist nicht in jedem Fall erwünscht: Eine übermäßige Immun- und Entzündungsreaktion, etwa bei Allergien oder Autoimmunerkrankungen, kann Körperstrukturen belasten. Ob Ginseng auch in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen könnte, wird ebenfalls erforscht; Ginseng wird daher sowohl im Zusammenhang mit einer möglichen immunstärkenden als auch einer immunmodulierenden Wirkung diskutiert.

Die immunmodulierende Wirkung von Ginseng ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.  

Ob Menschen mit atopischem Ekzem (Neurodermitis), einer chronischen, nicht ansteckenden Hauterkrankung, von einer möglichen immunmodulierenden Wirkung von Ginseng profitieren können, ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen; die Eigenschaften von koreanischem Ginseng werden dazu in Studien an Hautzellen erforscht.  

7. Ginseng und Gefäßgesundheit – Wissenschaftliche Forschung

Ginseng wird in Studien im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel und der Gefäßgesundheit untersucht. Ginseng wird in Studien im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel und der Gefäßgesundheit untersucht; ein möglicher Einfluss auf das Hormon Leptin ist Gegenstand laufender Forschung.  

Einige Studien deuten auf einen möglichen Einfluss von Ginseng auf Cholesterin- und Triglyceridwerte hin, unter anderem im Zusammenhang mit einer sogenannten Hypertriglyceridämie. Es ist jedoch zu beachten, dass die meisten dieser Studien auf Tiermodellen basieren; weitere klinische Studien könnten den möglichen Stellenwert von Ginseng in diesem Zusammenhang klären.

8. Ginseng und männliche Gesundheit – Traditionelle Verwendung und Forschung

Eine erektile Dysfunktion liegt vor, wenn ein Mann in mehr als zwei Dritteln aller Fälle keine Erektion mehr bekommt oder aufrechterhalten kann, sodass Geschlechtsverkehr nicht möglich ist. Gelegentliche Erektionsstörungen gelten in der Regel nicht als behandlungsbedürftig; von einer erektilen Dysfunktion spricht man erst, wenn die Beschwerden mindestens sechs Monate anhalten. Bei anhaltenden Beschwerden wird eine ärztliche Abklärung empfohlen.

Während Erektionsstörungen bei älteren Männern häufig körperliche Ursachen haben, sind sie bei jüngeren Männern häufiger psychisch bedingt.

Ginseng und männliche Gesundheit – Studienergebnisse

Seit mehreren tausend Jahren wird die Ginsengwurzel in Asien traditionell im Zusammenhang mit männlicher Vitalität verwendet. Ginseng wird bereits in der rund 3000 Jahre alten chinesischen Pharmakopöe des Kaisers Shennong als bedeutende Heilpflanze erwähnt.

In einer Studie aus dem Jahr 2006 untersuchten Choi et al. subjektive Angaben von Männern mit erektiler Dysfunktion zur Lebensqualität nach Einnahme von Ginseng; die Ergebnisse werden als vorläufig eingestuft.  

De Andrade et al. führten eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 60 Probanden durch, bei der eine Hälfte der Teilnehmer ein Placebo und die andere Hälfte dreimal täglich 1000 mg koreanischen Ginseng erhielt. Die Autoren berichteten über Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich bestimmter subjektiver Parameter der Erektionsfähigkeit. Die Ergebnisse einer einzelnen Studie lassen jedoch keine abschließende Bewertung zu.  

Eine Metastudie, die Ergebnisse von 20 Studien zu Ginseng bei erektiler Dysfunktion zusammenfasste, kam zu gemischten, teils positiven Befunden hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen Ginseng-Einnahme und Symptomen der erektilen Dysfunktion, auch im Zusammenhang mit psychogener erektiler Dysfunktion. Eine gesicherte Wirksamkeit ist daraus nicht abzuleiten; bei erektiler Dysfunktion sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.  

9. Ginseng und die Wechseljahre

Die Menopause bezeichnet die Jahre vor und nach der letzten Menstruation; die sogenannte Klimakteriumphase beginnt in der Regel im Alter von etwa 40 Jahren, verbunden mit abnehmenden Sexualhormonen und nachlassender Fruchtbarkeit.

Die Menopause ist keine Krankheit, sondern ein normaler biologischer Vorgang. Dennoch berichten viele Frauen in den Wechseljahren über Beschwerden im Zusammenhang mit Veränderungen im Hormonhaushalt, darunter:

  • Hitzewallungen

  • Schwitzen

  • Nächtliches Schwitzen

  • Scheidentrockenheit

  • Schlafstörungen

  • Stimmungsschwankungen

  • Nervosität

  • Gewichtszunahme

Ginseng in den Wechseljahren – Wissenschaftliche Forschung

Einige Studien untersuchen, ob Ginseng im Zusammenhang mit Beschwerden in den Wechseljahren stehen könnte. In Studien mit Frauen in den Wechseljahren wurden verschiedene Parameter des Wohlbefindens nach der Einnahme von Ginseng erfasst, darunter auch subjektive Angaben zur sexuellen Erregung; eine gesicherte Wirkung ist daraus nicht abzuleiten.  

Ginseng, Wechseljahre und Herz-Kreislauf-Parameter

Der veränderte Hormonhaushalt in den Wechseljahren wird mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Diabetes, Osteoporose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein möglicher Einfluss von Ginseng auf kardiovaskuläre Parameter bei Frauen in den Wechseljahren wird in wissenschaftlichen Studien untersucht.

Eine Studie von Kim et al. untersuchte den Zusammenhang zwischen der Einnahme von drei Gramm Ginseng (mit einem standardisierten Ginsenosidgehalt von 60 mg) und Cholesterinwerten sowie der Intima-Media-Dicke der Halsschlagader bei Frauen in den Wechseljahren; die Autoren berichteten über Veränderungen dieser Parameter im Studienverlauf. Eine gesicherte präventive Wirkung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist daraus nicht abzuleiten.  

Konzentration und Leistungsfähigkeit mit Ginseng

Konzentration ist eine wichtige Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Ginsengpräparate werden in diesem Zusammenhang häufig diskutiert, auch wenn eine gesicherte Wirkung beim Menschen bislang nicht abschließend belegt ist.

Einige Studien untersuchen einen möglichen Zusammenhang zwischen Ginseng-Einnahme und dem Arbeitsgedächtnis, das die kurzfristige Speicherung und Verarbeitung von Informationen ermöglicht.  

Ein möglicher Zusammenhang zwischen Ginseng-Einnahme und kognitiven Leistungen wird auch bei Menschen mit geistig anspruchsvollen Tätigkeiten untersucht.  

Ginseng und kognitive Leistungsfähigkeit – Wissenschaftliche Studien

Bei der Demenzerkrankung Alzheimer ist die geistige Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt: Betroffene sind häufig sehr vergesslich, haben Schwierigkeiten im Alltag und beim sprachlichen Ausdruck, verlieren die Orientierung und haben Konzentrationsschwierigkeiten.

In einer klinischen Studie von Lee et al. erhielten Alzheimer-Patienten über zwölf Wochen täglich 4,5 g Ginseng; die kognitive Leistungsfähigkeit wurde mit dem Mini-Mental-Status-Test (MMSE) und der Alzheimer Disease Assessment Scale (ADAS) erfasst. Die Autoren berichteten über Veränderungen der Testergebnisse im Studienverlauf, die nach Beendigung der Einnahme nicht mehr nachweisbar waren. Diese Ergebnisse werden als vorläufig eingestuft und ersetzen keine ärztliche Behandlung der Alzheimer-Erkrankung.  

Heo et al. (2012) berichteten in einer weiteren Studie über vergleichbare Veränderungen der kognitiven Testergebnisse bei Alzheimer-Patienten nach Ginseng-Einnahme; auch hier handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, die weiterer Bestätigung bedürfen.  

Ginseng – Dosierung und Anwendung

Die geeignete Dosierung von Ginseng kann je nach Verwendungszweck, Ginseng-Art und Ginsenosidgehalt variieren. Allgemeine Richtwerte:

  • Allgemeine Anwendung (Deutsches Arzneibuch – DAB): Eine typische Tagesdosis beträgt 1 bis 2 Gramm Ginsengwurzel.

  • Traditionelle chinesische Medizin (TCM): Traditionell werden hier je nach individueller Situation bis zu 8 Gramm pro Tag verwendet.

  • Allgemeines Wohlbefinden: Für das allgemeine Wohlbefinden werden häufig niedrigere Dosen von 200 bis 400 mg täglich verwendet.

Hinweis: Bei bestehenden Erkrankungen, in besonderen gesundheitlichen Situationen oder bei geplanter höherer Dosierung sollte die Anwendung grundsätzlich mit einem Arzt besprochen werden. Die genaue Dosierung sollte sich zudem an der Ginsengart (z. B. rot oder weiß) und ihrem Ginsenosidgehalt orientieren, da diese für die Zusammensetzung der Wirkstoffe maßgeblich sind. Diese Angaben ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.  

Nebenwirkungen von Ginseng

Ginseng gilt grundsätzlich als gut verträglich. Bei Einnahme hoher Dosen treten Nebenwirkungen selten auf. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Schlaflosigkeit

  • Unruhe

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Magenkrämpfe

Eine Studie berichtete auch über Hypoglykämie (Unterzuckerung) bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Da Ginseng in einigen Studien im Zusammenhang mit dem Blutzuckerspiegel untersucht wurde, könnte dies bei entsprechender Dosierung eine Rolle spielen; unabhängig davon sollten Menschen mit Diabetes die Einnahme von Ginseng grundsätzlich mit ihrem Arzt besprechen.  

Wechselwirkungen von Ginseng

Bislang gibt es nur wenige Studien, die Wechselwirkungen von Ginseng mit Medikamenten und anderen Substanzen systematisch untersuchen. Die vorliegenden Daten lassen derzeit keine eindeutigen Wechselwirkungen erkennen. Vorsichtshalber sollte die Einnahme von Ginseng während der Einnahme von Medikamenten grundsätzlich mit dem Arzt besprochen werden.  

Häufig gestellte Fragen zu Ginseng

Der Verzehr von Ginseng als Lebensmittel und die Einnahme von Ginseng-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ist in Deutschland legal bzw. erlaubt.

Es wird empfohlen, Ginseng-Präparate über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten als Kur oder nach ärztlicher Rücksprache auch regelmäßig einzunehmen.

Ginseng enthält verschiedene Inhaltsstoffe, von denen insbesondere die Ginsenoside – sekundäre Pflanzenstoffe der Kategorie Triterpensaponine – aus medizinischer Sicht interessant sind. Abgerundet wird das Nährstoffspektrum von Ginseng mit ätherischen Ölen, Aminosäuren und zahlreichen Mikronährstoffen.

Ginseng (u.a. roter Ginseng, sibirischer Ginseng und Panax Ginseng) gilt allgemein als gut verträglich. Um das Risiko möglicher Nebenwirkungen einer zu hohen Dosierung zu minimieren, sind die Empfehlungen zur Einnahme zu berücksichtigen.

Die Einnahme eines Ginseng-Präparates unterliegt individuellen Bedürfnissen und sollte ärztlich besprochen werden – insbesondere bei einer bestehenden Medikation (z. B. Antidiabetika) und Erkrankungen.

Zwar gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die Ginseng positive Eigenschaften zuschreiben, eindeutige Belege für einzelne Indikationen fehlen jedoch.

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