Vitamin D und Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist der Körper extremen Belastungen ausgesetzt, und muss doppelte Arbeit leisten, um sowohl Mutter als auch das neu entstehende Leben zu versorgen und gedeihen zu lassen. Vitamin D ist vor, während und nach einer Schwangerschaft besonders wichtig für eine komplikationsfreie Schwangerschaft, Gesundheit des Neugeborenen und optimale Unterstützung der Mutter in der Schwangerschaft und Stillperiode.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, welches durch mit Vitamin D angereicherte Nahrungsmittel, bestimmte Lebensmittel wie öligen Fisch, oder durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen, hauptsächlich aber durch ausreichenden Aufenthalt in der Sonne vom Körper selbst produziert wird. Nach Aufnahme oder Produktion wird Vitamin D in der Leber der Mutter, oder aber in Niere des Babys in seine aktive Form 1,25 Dihydroxylvitamin umgewandelt.[1]

Unzureichende Versorgung oder ein Vitamin D Mangel während der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen für das Neugeborene haben, wie z.B. erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen, sowie verzögerte motorische und mentale Entwicklung.

Vitamin D Mangel während der Schwangerschaft

Obwohl die Bedeutung von Vitamin D für die Knochenentwicklung weitgehend bekannt ist, sind Vitamin D Mangel und Unterversorgung in schwangeren Frauen nach wie vor weit verbreitet. Eine Studie der britischen Princess Anne Hospital Study Group zeigt, dass 31% der untersuchten Schwangeren unzureichende Vitamin D Werte aufwiesen. 18% der Frauen hatten sogar Vitamin D Mangel. Die Untersuchungen wurden im letzten Trimester durchgeführt, wo der Vitamin D Bedarf durch das ausgeprägte Wachstum des Ungeborenen besonders hoch ist.[2]

Bei Frauen mit dunkler Hautfarbe liegt die Rate noch höher, da dunkle Haut bei gleicher Sonneneinstrahlung weniger Vitamin D herstellt. Forscher der University of Michigan haben bei 50% der getesteten hauptsächlich dunkelhäutigen Schwangeren einen Vitamin D Mangel festgestellt.[3]

Ähnliche Werte wurden auch in weiteren amerikanischen Studien belegt, in denen 47% bis 83% der Testpersonen unzureichende Vitamin D Versorgung aufwiesen. Interessant ist hier, dass über 90% der Frauen angaben, spezielle Vitaminpräparate für die Schwangerschaft einzunehmen.[4]

Zu weiteren Risikogruppen für unzureichende Vitamin D Versorgung während der Schwangerschaft gehören Vegetarier, sowie Frauen, die in den nördlichen Breitengraden leben oder deren Kleidung Sonneneinstrahlung weitgehend verhindert.[5]

Vitamin D Mangelversorgung während der Schwangerschaft ist demnach in westlichen Industrieländern weit verbreitet. Herkömmlich empfohlene Nahrungsergänzungsmittel scheinen den erhöhten Bedarf an Vitamin D während der Schwangerschaft nicht ausreichend abzudecken.

Auswirkungen unzureichender Vitamin D Versorgung auf die Mutter

Während der Schwangerschaft werden der Mutter Vitamin D und Kalzium entzogen, um das Kalziumgleichgewicht des Fötus zu optimieren. Unterversorgung mit Vitamin D während der Schwangerschaft verhindert optimale Kalziumaufnahme, es droht Unterversorgung des heranwachsenden Babys. Um diese zu verhindern, werden Kalziumreserven der Mutter aus Zähnen und Knochen mobilisiert, um das Wachstum des Fötus zu unterstützen.

Folgen sind Zahnprobleme oder -verlust während der Schwangerschaft, sowie erhöhtes Risiko, langfristig an Osteoporose zu erkranken. Zu geringe Vitamin D Werte während der Schwangerschaft stellen außerdem einen Risikofaktor für Bluthochdruck und die damit verbundene potentiell lebensbedrohliche Präeklampsie. Hier kann es neben erhöhtem Blutdruck zu übermäßigem Ausscheiden von Proteinen über den Harn kommen (Proteinurie), sowie zu diversen neurologischen Symptomen.

Schwangere Frauen mit zu geringen Vitamin D Werten sind wesentlich häufiger von dieser Komplikation betroffen als solche mit ausgeglichenen Vitamin D Spiegeln. Wichtig ist hier, dass sich die Symptome bei Auftreten nur bedingt durch Vitamin D Aufnahme behandeln lassen.[1]

Optimale Vorsorge sollte hier durch erhöhte Einnahme von Vitamin D am besten bereits vor Beginn einer Schwangerschaft geleistet werden.

Auswirkungen unzureichender Vitamin D Versorgung auf das Kind

Der Vitamin D Status des Neugeborenen geht mit der Vitamin D Konzentration im Serum der Mutter einher. Bei einer Mutter mit unzureichender Vitamin D Versorgung ist der Säugling ab Geburt ebenfalls unterversorgt. Vitamin D Mangel während der Entwicklung im Mutterleib kann die Gesundheit des Neugeborenen akut und langfristig beeinträchtigen:[1]

Babys von Müttern mit unzureichender Vitamin D Versorgung kommen häufiger als Frühgeburten auf die Welt, oder haben ein zu geringes Geburtsgewicht. Dies kann zu einer verzögerten Entwicklung oder Komplikationen führen.[1] [6]

Neugeborene von Müttern, die an Vitamin D Mangel litten, haben dünnere Knochen mit geringerer Knochendichte. Diese Babys haben ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen. Die geringere Knochendichte ist selbst im Schulalter noch nachweisbar, und könnte daher das langfristige Osteoporose Risiko erhöhen.[1] [7]

Unterversorgung mit Vitamin D während der Entwicklung im Mutterleib scheint die Muskelentwicklung zu beeinträchtigen. Im Alter von 4 Jahren haben Kinder von Müttern mit geringerem Vitamin D Status während der Schwangerschaft schwächere Muskeln und weniger Muskelmasse.[8]

Vitamin D Mangel im Mutterleib kann die kognitiven und die motorischen Fähigkeiten des Babys und Kleinkindes beeinträchtigen. Kinder von Müttern mit ausgeglichenen Vitamin D Werten während der Schwangerschaft schneiden hier im Alter von 1 bis 3 Jahren besser ab.[1]

Einige Studien zeigen eine Verbindung zwischen Vitamin D und dem Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom (ADHD) auf - so soll das Risiko von ADHD um 11% pro 10 ng/ml Vitamin D der Mutter in der Schwangerschaft gesenkt werden. Je höher der Vitamin D Wert während der Schwangerschaft, desto geringer ist das ADHD Risiko.[1]

Ein Vitamin D Mangel während der Schwangerschaft, besonders im ersten Trimester, scheint auch das Risiko von Autismus zu erhöhen.[1]

Ausreichende Zufuhr von Vitamin D während der Schwangerschaft senkt das Risiko des Kindes, im Kleinkind- oder Schulalter an Asthma zu erkranken.[1] [9]

Eine angemessene Anpassung an den erhöhten Bedarf an Vitamin D während der Schwangerschaft ist daher nicht nur für das Wohl der Mutter erforderlich, sondern auch unabdingbar für einen gesunden Start in das Leben des Neugeborenen. Unterversorgung mit Vitamin D kann hier langfristige körperliche und geistige Folgen für das Kind haben.

Wieviel Vitamin D braucht man während der Schwangerschaft?

Die Frage, wie hoch der Vitamin D Wert während der Schwangerschaft mindestens sein muss, um Mutter und Kind ausreichend zu versorgen, ist noch nicht ganz geklärt. Viele Studien nehmen 20 ng/ml als Schwellenwert, unter dem ein Vitamin D Mangel besteht.

Andere Forscher sind der Meinung, dass eine Mindestserumkonzentration von 30 ng/ml notwendig ist. Fest steht, dass beide Werte die absolute Untergrenze angeben. Die optimale Konzentration während der Schwangerschaft hängt von mehreren Faktoren ab, zu denen Stoffwechsel und Genetik von Mutter und Kind gehören.[1]

Herkömmlich Schwangerschaftspräparate enthalten meist zwischen 200 und 400 IE Vitamin D. Diese Konzentrationen eignen sich für Frauen, die vor der Schwangerschaft einen ausreichenden Vitamin D Status hatten und sich ausreichend im Freien aufhalten, als zusätzliche Vitamin D Quelle.

Diese Mengen an Vitamin D sind jedoch keinesfalls geeignet, einen bestehenden oder drohenden Vitamin D Mangel während der Schwangerschaft zu beheben. Hierzu werden Konzentrationen von mindestens 1000 IE pro Tag empfohlen. Aufnahmen bis zu 4000 IE gelten zudem als vertretbar und sicher.

Vorsicht bei höheren Einnahmen mag geboten sein, da es möglicherweise zu neonanaler Hyperkalzämie führen kann. Dies ist eine meist vorübergehende Störung des Kalzium- und Phosphathaushaltes. Höhere Einnahmen von Vitamin D während der Schwangerschaft sollten daher nur unter ärztlicher Aufsicht vorgenommen werden.[1]

Die meisten Vitaminpräparate für Schwangere und Stillende den erhöhten Vitamin D Bedarf während dieser Zeit, vor allem bei bestehender Unterversorgung, nicht optimal abdecken. Zusätzliche Faktoren, wie z.B. eine Winter-Schwangerschaft, können zu einer mangelnden Abdeckung des Vitamin D Bedarfs von Mutter und Kind führen. Es sollte daher auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D während dieser wichtigen Phase geachtet werden, um Mutter und Kind optimal zu versorgen und zu schützen.

Vitamin D und Schwangerschaft Studien und Referenzen

  1. Larqué E, Morales E, Leis R. Maternal and Foetal Health Implications of Vitamin D Status during Pregnancy. Ann Nutr Metab. 2018;72(3):179-192.
  2. Javaid MK, Crozier SR, Harvey NC. Maternal vitamin D status during pregnancy and childhood bone mass at age 9 years: a longitudinal study. Lancet. 2006 Jan 7;367(9504):36-43.
  3. Lee JM, Smith JR, Philipp BL. Vitamin D deficiency in a healthy group of mothers and newborn infants. Clin Pediatr (Phila). 2007 Jan;46(1):42-4.
  4. Bodnar LM, Simhan HN, Powers RW. High prevalence of vitamin D insufficiency in black and white pregnant women residing in the northern United States and their neonates. J Nutr. 2007 Feb;137(2):447-52.
  5. Lisa M. Bodnar, et al. High Prevalence of Vitamin D Insufficiency in Black and White Pregnant Women Residing in the Northern United States and Their Neonates Women´s Health Care Physician, Number 495, July 2011.
  6. Park SH, Lee GM, Moon JE. Severe vitamin D deficiency in preterm infants: maternal and neonatal clinical features. Korean J Pediatr. 2015 Nov;58(11):427-33.
  7. Javaid MK, Crozier SR, Harvey NC. Maternal vitamin D status during pregnancy and childhood bone mass at age 9 years: a longitudinal study. Lancet. 2006 Jan 7;367(9504):36-43.
  8. Harvey NC, Moon RJ, Sayer AA. Maternal antenatal vitamin D status and offspring muscle development: findings from the Southampton Women's Survey. J Clin Endocrinol Metab. 2014 Jan;99(1):330-7.
  9. Camargo CA, Rifas-Shiman SL, Litonjua AA. Maternal intake of vitamin D during pregnancy and risk of recurrent wheeze in children at 3 y of age. Am J Clin Nutr. 2007;85(3):788-795.
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17.03.2017