Welches Magnesium ist das Beste für mich?
VitaminExpress Editorial Team
Welches Magnesium ist das beste? – Kurzüberblick und Entscheidungshilfe
Um genau zu sein, müsste die Frage lauten: „Welche Magnesium-Nahrungsergänzung ist die beste für mich?“ Aber auch dann ließe sich die Frage nicht pauschal beantworten.
Die individuell ideale Wahl hängt von sehr individuellen Faktoren ab: Wird zum Beispiel eine Basisversorgung benötigt oder soll ein erhöhter Bedarf ausgeglichen werden? Ist ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder wäre eher eine Ergänzung des Speiseplans angebracht? Und wie hoch ist der individuelle Bedarf eigentlich?
Einige Anhaltspunkte in aller Kürze
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfehlen für erwachsene Frauen eine Aufnahme von insgesamt 300 mg Magnesium pro Tag und für erwachsene Männer 350 mg. Die Werte können individuell variieren, für Kinder und Jugendliche sind sie zum Teil deutlich niedriger.
Magnesiumpräparate, also Magnesium-Nahrungsergänzungsmittel, unterscheiden sich vor allem in ihrer Verbindung (organisch oder anorganisch), ihrer Bioverfügbarkeit bzw. ihrer Resorption im Körper. Organische Formen wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumbisglycinat gelten zum Beispiel als gut bioverfügbar. Anorganische Verbindungen wie Magnesiumoxid werden oft schlechter im Körper aufgenommen, enthalten aber vergleichsweise viel elementares Magnesium.
Für viele Anwender kann auch ein Magnesium-Komplex sinnvoll sein, der verschiedene Magnesiumverbindungen kombiniert und dadurch unterschiedliche Anforderungen abdeckt.
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Magnesium-Formen im Überblick: organisch oder anorganisch?
Da Magnesium sehr reaktionsfreudig ist, kommt es in der Natur nicht in elementarer Form, sondern in Magnesiumverbindungen vor. Sehr viele, wenn auch nicht alle, dieser Magnesiumverbindungen sind zur Verwendung als Nahrungsergänzung geeignet.
Man unterscheidet organische (z.B. Magnesiumcitrat, Magnesiumbisglycinat, Magnesiumlactat) und anorganische Formen (z.B. Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat). Organische Verbindungen gelten oft als gut bioverfügbar, während anorganische meist einen höheren elementaren Magnesiumanteil besitzen.
Zugelassen zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln sind nur bestimmte Verbindungen gemäß Verordnung (EG) Nr. 1170/2009, Anhang II / EU-Richtlinie 2002/46/EG. Die Verwendung von Magnesiumaspartat ist beispielsweise nicht erlaubt. Neue Formen unterliegen der Novel-Food-Regulierung.
Anorganische und organische Magnesiumverbindungen im Überblick
Magnesiumverbindung | Einordnung, Zusammensetzung & typische Verwendung |
|---|---|
Magnesiumcarbonat | Anorganisch · Verbindung aus Magnesium und Carbonat (MgCO₃) |
Magnesiumoxid | Anorganisch · Verbindung aus Magnesium und Sauerstoff (MgO) |
Magnesiumhydroxid | Anorganisch · Magnesium + Hydroxidgruppen (Mg(OH)₂) |
Magnesiumchlorid | Anorganisch · Magnesium + Chlorid (MgCl₂) |
Magnesiumsulfat | Anorganisch · Magnesium + Sulfat (MgSO₄), bekannt als Bittersalz |
Magnesiumcitrat | Organisch · Magnesium + Zitronensäure |
Magnesiumbisglycinat | Organisch (Chelat) · Magnesium gebunden an zwei Glycin-Moleküle |
Magnesiummalat | Organisch · Magnesium + Apfelsäure |
Magnesiumgluconat | Organisch · Magnesium + Gluconsäure |
Magnesium-L-Lysinat | Organisch · Magnesium gebunden an die Aminosäure L-Lysin |
Magnesium-L-Pidolat | Organisch · Magnesium + Pyrrolidoncarbonsäure |
Magnesiumlactat | Organisch · Magnesium + Milchsäure |
Magnesiumtaurat | Organisch · Magnesium + Taurin (Aminosäure) |
Magnesiumascorbat | Organisch · Magnesium + Ascorbinsäure (Vitamin C) |
Ebenfalls zugelassen
zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln gemäß Verordnung (EG) Nr. 1170/2009, Anhang II / EU-Richtlinie 2002/46/EG wären außerdem
- Magnesiumacetyltaurat
- Magnesiumsuccinat
- Magnesiumpyruvat
- Magnesiumkaliumcitrat
- Magnesiumsalze der Orthophosphorsäure
- Magnesiumglycerophosphat
- Magnesiumacetat
Hinweise zur Einordnung:
- Organische Verbindungen enthalten Magnesium gebunden an organische Moleküle (z.B. Aminosäuren oder organische Säuren).
- Anorganische Verbindungen bestehen aus Magnesium und anorganischen Verbindungen wie Oxid oder Carbonat.
Bioverfügbarkeit von Magnesium: Was bedeutet das?
Bioverfügbarkeit beschreibt, wie viel des aufgenommenen Magnesiums tatsächlich vom Körper im Darm resorbiert wird, im Blutkreislauf ankommt und nutzbar ist (systemische Verfügbarkeit). Entscheidend sind:
- Wasserlöslichkeit: Organische Verbindungen lösen sich besser in wässriger Umgebung (z.B. Darmschleimhaut).
- pH-Wert und Magensäure: Säure fördert die Aufnahme, besonders bei schlechter löslichen anorganischen Formen; bei Personen mit geringer Magensäure (z.B. ältere Menschen) kann die Magnesiumaufnahme dadurch vermindert sein.
- Gleichzeitige Nahrungsaufnahme: Fette verlangsamen die Magenentleerung und können die Aufnahme verzögern, Ballaststoffe können Magnesium binden, Proteine und bestimmte organische Säuren können die Aufnahme fördern.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Studien wie Shechter et al. (2012) weisen darauf hin, dass organische Verbindungen (z.B. Magnesiumcitrat) eine höhere Bioverfügbarkeit aufweisen können als anorganische. Die Messung erfolgt oft indirekt über die Urinausscheidung – je mehr Magnesium im Urin nachweisbar ist, desto besser wurde es resorbiert.
Aber: Eine exakte Bestimmung der Magnesiumaufnahme allein über die Urinausscheidung ist nur eingeschränkt möglich, da sie zusätzlich von Faktoren wie Nierenfunktion, Magnesiumstatus und hormoneller Regulation beeinflusst wird.
Welches Magnesium hat die beste Bioverfügbarkeit?
Die Bioverfügbarkeit von Magnesium hängt von verschiedenen Faktoren ab. Viele davon sind personenbezogen, hängen vom Lebensstil oder der Ernährungsweise ab, was in einem Vergleich nicht berücksichtigt werden kann.
Die Resorptionsgeschwindigkeit von Magnesium ist zwar wissenschaftlich erfassbar, aber nicht präzise standardisiert. Auch sie unterliegt vielen Einflussfaktoren, die nicht allgemein objektiv vergleichbar sind.
Die allgemeine Frage nach der Bioverfügbarkeit von Magnesium kann daher nur mit Tendenzen beantwortet werden.
Bioverfügbarkeit gängiger Magnesiumverbindungen im Überblick
Magnesiumverbindung | Einordnung | Bioverfügbarkeit (Tendenz) |
|---|---|---|
Magnesiumbisglycinat | organisch | hoch |
Magnesiumcitrat | organisch | hoch |
Magnesiumgluconat | organisch | hoch |
Magnesium-L Threonat | organisch | hoch |
Magnesiumtaurat | organisch | hoch |
Magnesiummalat | organisch | hoch |
Magnesiumorotat | organisch | mittel bis hoch |
Magnesiumchlorid | anorganisch | mittel |
Magnesiumcarbonat | anorganisch | gering bis mittel |
Magnesiumoxid | anorganisch | gering bis mittel |
Magnesiumbisglycinat: gut verträglich und vielseitig
Magnesiumbisglycinat (auch Magnesiumglycinat oder chelatiertes Magnesium) ist eine organische Verbindung, bei der Magnesium an die Aminosäure Glycin gebunden ist. Diese Bindung ermöglicht eine schonende Aufnahme über den Aminosäure-Transportmechanismus der Darmschleimhaut – ideal für Menschen mit empfindlichem Magen.
Eigenschaften:
- Gute Verträglichkeit: kaum Risiko für Durchfall (im Gegensatz zu abführend wirkenden Formen).
- Zur Langzeiteinnahme geeignet: Durch die milde Wirkung eignet es sich für die tägliche Einnahme, bevorzugt abends, um die nächtliche Regeneration zu unterstützen.
- Magnesiumbisglycinat enthält 12 bis 16% elementares Magnesium.
Magnesiumbisglycinat |
|---|
ist ein chelatiertes Magnesium mit guter Verträglichkeit und eignet sich für eine kontinuierliche Magnesiumversorgung. |
Magnesiumcitrat: flexibel und gut löslich
Magnesiumcitrat ist eine Verbindung aus Magnesium und Zitronensäure. Sie zählt zu den gut löslichen Magnesiumformen.
Eigenschaften:
- Ideal für die tägliche Einnahme als Basisversorgung zur Unterstützung des Magnesiumhaushalts.
- Gute Bioverfügbarkeit: wird schnell vom Körper aufgenommen.
- Magnesiumcitrat enthält 10 bis 16% elementares Magnesium.
Magnesiumcitrat |
|---|
ist gut wasserlöslich und wird häufig zur Basisversorgung eingesetzt. Es lässt sich flexibel dosieren und kombinieren. |
Magnesium L Threonat: spezielle Struktur
Magnesium-L-Threonat (auch als Magtein bekannt) ist eine einzigartige Verbindung von Magnesium mit L-Threonsäure, einem Abbauprodukt von Vitamin C. Diese Struktur unterscheidet sich von klassischen Magnesiumverbindungen.
Eigenschaften:
- Magnesium-L-Threonat kann aufgrund seiner Struktur die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
- Wird in Nahrungsergänzungsmitteln insbesondere zur Unterstützung der normalen psychischen Funktion eingesetzt.
- Magnesium-L-Threonat enthält 7 bis 8% elementares Magnesium.
Magnesium-L-Threonat |
|---|
ist eine spezielle Magnesiumverbindung mit geringem elementaren Magnesiumanteil. Sie unterscheidet sich strukturell von klassischen Formen wie Citrat oder Oxid und kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden. |
Magnesiumtaurat: spezielle Verbindung
Magnesiumtaurat verbindet Magnesium mit der Aminosäure Taurin, die in Herzmuskelzellen und Nervengewebe vorkommt. Magnesiumtaurat zählt zu den organischen Formen.
Eigenschaften:
- Magnesiumtaurat enthält 8 bis 10% elementares Magnesium.
- Eine Kombination mit Kalium kann sinnvoll sein (z.B. in einem Magnesium-Kalium-Komplex).
Magnesiumtaurat |
|---|
ist eine organische Magnesiumverbindung mit spezifischer Struktur und geringem Anteil an elementarem Magnesium. |
Magnesiummalat: Verbindung mit Apfelsäure
Magnesiummalat kombiniert Magnesium mit Apfelsäure (Malat). Malat spielt eine Rolle bei der Energieproduktion in den Zellen. Im Citratzyklus wird es durch das Enzym Malatdehydrogenase umgewandelt, wobei wichtige Bausteine für die ATP-Synthese entstehen. Außerdem ist dieser Prozess mit Acetyl-CoA verbunden, das als zentraler Bestandteil des Energiestoffwechsels gilt. Dadurch ist Malat indirekt an der Energiegewinnung im Körper beteiligt.
Eigenschaften:
- Gut bioverfügbare Magnesiumverbindung.
- Gut mit anderen Magnesiumverbindungen kombinierbar.
- Magnesiummalat enthält 11 bis 15% elementares Magnesium.
Magnesiummalat |
|---|
kombiniert Magnesium mit Apfelsäure und gehört zu den gut löslichen Formen mit Bezug zum Energiestoffwechsel. |
Magnesiumoxid & Magnesiumcarbonat: hohe Magnesiumdichte
Magnesiumoxid und Magnesiumcarbonat zählen zu den anorganischen Magnesiumverbindungen. Beide Formen sind aufgrund der geringeren Bioverfügbarkeit weniger effizient als gut lösliche Magnesiumverbindungen.
Eigenschaften Magnesiumoxid:
- Hoher elementarer Magnesiumanteil von ca. 60 %, aber geringere Bioverfügbarkeit.
- Wird oft als säureneutralisierendes Mittel (Antazidum) eingesetzt.
- Abführende Wirkung: kann bei höherer Dosierung aufgrund seiner osmotischen Eigenschaften die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen.
Eigenschaften Magnesiumcarbonat:
- Kohlensäure-Salz mit säureneutralisierender Wirkung.
- Langsame Resorption, muss zunächst im Magen gelöst werden, bevor es resorbiert werden kann.
- Mittlerer elementarer Magnesiumanteil von 28 bis 29%, aber geringe Bioverfügbarkeit.
- Als natürliche Magnesiumcarbonat-Quelle gilt die Sango Meeres Koralle, die Calcium und Magnesium in einem als ideal angesehenen Verhältnis von 2:1 enthält.
Magnesiumoxid und Magnesiumcarbonat |
|---|
liefern viel (Magnesiumoxid) bzw. vergleichsweise viel (Magnesiumcarbonat) elementares Magnesium. Beide gehören zu den anorganischen Magnesiumformen und verfügen über eine relativ geringe Bioverfügbarkeit. |
Magnesiumchlorid, Magnesiumsulfat und Magnesiumgluconat – besondere Formen, spezielle Anwendungsgebiete
Neben den klassischen Magnesiumverbindungen gibt es einige „Sonderformen“, die sich durch ihre spezifischen Eigenschaften oder Anwendungen unterscheiden.
Magnesiumchlorid
ist besonders gut wasserlöslich und wird besonders häufig äußerlich verwendet. Als sogenanntes „Magnesiumöl“ (eine gesättigte Lösung) wird es auf die Haut aufgetragen. Solche Anwendungen sind vor allem in Form von Bädern oder Fußbädern bekannt, z.B. mit Salz aus dem Toten Meer oder aus dem Zechsteinmeer. Die Frage, in welchem Umfang Magnesium über die Haut aufgenommen wird, wird wissenschaftlich diskutiert – gesicherte Aussagen gibt es jedoch nicht.
Magnesiumsulfat
(auch Bittersalz oder Epsom-Salz) ist ebenfalls gut löslich. Es wird traditionell als Badezusatz oder in bestimmten Ernährungskontexten eingesetzt. Bei oraler Aufnahme kann es deutlich abführend wirken, weshalb es vor allem kurzfristig verwendet wird.
Magnesiumgluconat
ist eine organische Verbindung mit sehr geringem Magnesiumanteil (ca. 5 bis 6 %), dafür jedoch in der Regel sehr gut verträglich und daher für Personen mit empfindlichem Magen besonders geeignet.
Liposomales Magnesium & pflanzliches Magnesium
Liposomales Magnesium ist keine klassische Magnesiumverbindung, sondern eine spezielle Darreichungsform. Hier wird Magnesium in Liposomen (künstliche Bläschen aus Phospholipiden) eingekapselt.
Ziel dieser Technik ist es, das Magnesium vor äußeren Einflüssen im Verdauungstrakt zu schützen und durch eine Zellmembranen-ähnliche Struktur eine möglichst gleichmäßige Aufnahme zu ermöglichen. Dies ist besonders für Menschen mit empfindlicher Verdauung interessant.
Eine alternative Magnesiumquelle ist pflanzliches Magnesium, etwa aus Meerlattich (Meersalat-Alge). Diese natürliche Form enthält Magnesium in komplex gebundenen Strukturen und kann zusätzlich Jod liefern (z.B. etwa 135 µg pro Tagesdosis). Solche natürlichen Komplexe sind beispielsweise als ganzheitliche Mikronährstofflösungen mit rund 300 bis 330 mg Magnesium pro Tagesdosis erhältlich.
Elementarer Magnesiumanteil in verschiedenen Magnesiumverbindungen
Ein zentraler Punkt bei Magnesiumpräparaten ist der Unterschied zwischen der enthaltenen Menge der Magnesiumverbindung und der tatsächlich enthaltenen Menge Magnesium (elementares Magnesium). Der elementare Magnesiumanteil gibt an, wie viel reines Magnesium in einer Verbindung enthalten ist.
Der elementare Magnesiumanteil zeigt die tatsächlich verfügbare Menge Magnesium. In Nährwerttabellen auf Produktetiketten ist sie häufig mit dem Zusatz „davon Magnesium“ verbunden.
Elementarer Magnesiumanteil gängiger Magnesiumverbindungen im Überblick
Magnesiumverbindung | elementarer Magnesiumanteil in % |
|---|---|
Magnesiumoxid | ca. 60% |
Magnesiumcarbonat | ca. 28 - 29% |
Magnesiumcitrat | ca. 10 - 16% |
Magnesiumbisglycinat | ca. 12 - 16% |
Magnesiummalat | ca. 11 - 15% |
Magnesiumchlorid | ca. 12% |
Magnesiumsulfat | ca. 10% |
Magnesiumtaurat | ca. 8 - 10% |
Magnesium-L-Threonat | ca. 7 - 8% |
Magnesiumorotat | ca. 6 - 7% |
Magnesiumgluconat | ca. 5 - 6% |
Magnesium gezielt wählen: Orientierung an Alltagssituationen
Wer bestimmte Magnesiumverbindungen gezielt auswählt, orientiert sich dabei häufig an persönlichen Bedürfnissen in Alltagssituationen. Zwar gelten die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigten Funktionen von Magnesium im menschlichen Körper für alle Arten von Magnesium, aufgrund der jeweiligen Eigenschaften der Verbindungen ergibt eine solche Auswahl dennoch Sinn.
Welches Magnesium für welchen Anwendungsbereich? Ein Überblick
Anwendungsbereiche | Magnesiumformen | relevante Eigenschaften und Funktionen |
|---|---|---|
Abendroutine vor dem Schlafengehen | Magnesiumbisglycinat | Gut verträglich; trägt zur normalen psychischen Funktion bei. |
Herz | Magnesiumtaurat | Gut kombinierbar mit Kalium; trägt zur normalen Muskelfunktion bei. |
Gehirn & kognitive Funktion | Magnesium-L-Threonat | Kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden; trägt zu einer normalen Funktion von Nervensystem und Psyche bei. |
Muskeln | Magnesiumcitrat, Magnesiummalat | Gut wasserlöslich, gut bioverfügbar; tragen zur normalen Muskelfunktion bei. |
Sport | Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid | Gut bioverfügbar (Citrat), hohe Dosierung möglich (Oxid); tragen zur normalen Muskelfunktion, zum Elektrolytgleichgesicht, zum normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
Verdauung | Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid | Magnesiumsalze, können durch ihre osmotische Wirkung die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen; tragen zum Elektrolytgleichgewicht bei. |
Mentales Wohlbefinden | Magnesiumbisglycinat, Magnesium-L-Threonat | Gut verträglich (Bisglycinat), kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden (L-Threonat); tragen zu einer normalen Funktion von Nervensystem und Psyche und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
Kann man verschiedene Magnesiumverbindungen kombinieren?
Die Kombination mehrerer Magnesiumverbindungen kann eine sinnvolle Strategie sein, um unterschiedliche Eigenschaften zu nutzen.
Beispiele für gängige Kombinationen von Magnesiumverbindungen
Kombination | Synergie |
|---|---|
Magnesiummalat und Magnesiumcitrat | Energie und Verdauung: gemeinsame Einnahme mit dem Frühstück zum Start in den Tag; Malat ist an der Energieproduktion der Zellen beteiligt, Magnesiumcitrat kann durch die osmotische Wirkung die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen. |
Magnesiumcitrat und Magnesium-L-Threonat | Verdauung und kognitive Funktion: gemeinsame Einnahme mit dem Frühstück zum Start in den Tag; Magnesiumcitrat kann durch die osmotische Wirkung die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen, Magnesium-L-Threonat kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden. |
Magnesiumbisglycinat und Magnesiumcitrat | Entspannung und Verdauung: getrennte Einnahme; am Abend gut verträgliches Magnesiumbisglycinat für die normale psychische Funktion; morgens mit dem Frühstück Magnesiucitrat, das durch die osmotische Wirkung die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen kann. |
Eine gute Alternative zur Nutzung von so genannten Mono-Präparaten (die jeweils nur eine Magnesiumverbindung enthalten) sind in diesem Zusammenhang hochwertige Magnesium-Komplex-Produkte. Sie kombinieren Magnesiumverbindungen, die sorgfältig nach Anwendung, Einnahme, Zielgruppen etc. ausgewählt wurden.
Wichtig:
- Bei der Nutzung von Mono-Präparaten darauf achten, dass die Gesamt-Tagesdosis der Kombination die Empfehlungen von DGE, EFSA oder BfR nicht überschreitet.
- Nicht mit der angestrebten Dosis beginnen, sondern langsam „einschleichen“, also Dosis schrittweise erhöhen, um den Körper an die Einnahme zu gewöhnen.
Magnesiumbedarf im Alltag
Der Magnesium-Tagesbedarf hängt von Alter, Geschlecht und anderen individuellen Faktoren ab. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung DGE liegt der Schätzwert für Erwachsene bei:
- 300 mg pro Tag für Frauen
- 350 mg pro Tag für Männer
Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche gelten abweichende, altersabhängige Werte.
Individuelle Faktoren wie Sport, starkes Schwitzen, Hitzearbeit oder Stress können den Bedarf erhöhen. Auch bestimmte Lebensphasen wie Schwangerschaft und Stillzeit erfordern eine angepasste Zufuhr. Ein generell erhöhter Bedarf wird von der DGE bei Erwachsenen aber auch bei Berücksichtigung dieser Faktoren nicht angenommen.
Die genaue Aufschlüsselung der DGE nach Alter und Geschlecht mit Werten für Kinder, Schwangere und Stillende finden Sie im Internet: DGE Referenzwert Magnesium
Die Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, die ebenfalls in vielen Publikationen zitiert werden, können von jenen der DGE abweichen, da die zugrunde liegenden Daten und Berechnungen variieren.
Übersicht Magnesiumbedarf laut EFSA
Altersgruppe | Bedarf Frauen (mg/Tag) | Bedarf Männer (mg/Tag) |
|---|---|---|
7 - 11 Monate | 80 mg | 80 mg |
1 - 2 Jahre | 170 mg | 170 mg |
3 - 9 Jahre | 230 mg | 230 mg |
10 - 17 Jahre | 250 mg | 300 mg |
≥ 18 Jahre | 300 mg | 350 mg |
Schwangerschaft | 300 mg | - |
Stillzeit | 300 mg | - |
Quelle: DRV Finder der EFSA
Einordnung der EFSA-Werte
- Die Werte basieren auf durchschnittlichen Beobachtungen der Aufnahme in gesunden Bevölkerungsgruppen und gelten als angemessene Zufuhr (AI). [efsa.europa.eu]
- Für Schwangere und Stillende wird kein erhöhter Bedarf angenommen, weshalb die gleichen Werte wie für erwachsene Frauen gelten. [efsa.europa.eu]
- Der individuelle Bedarf kann je nach Lebensstil, Ernährung oder körperlicher Belastung variieren.
- Auch die EFSA nimmt keinen generell erhöhten Bedarf bei bestimmten Lebensstilfaktoren oder Lebensphasen an.
Magnesium Nebenwirkungen – worauf achten?
Magnesium wird im Allgemeinen gut vertragen. Bei höheren Mengen können jedoch Verdauungsreaktionen auftreten.
- Durchfall: Magnesiumsalze wie Magnesiumcitrat, Magnesiumsulfat oder Magnesiumoxid können durch ihre osmotische Wirkung die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen, bei sehr hoher Dosis können auch andere Magnesiumverbindungen laxative Wirkungen haben.
- Magen-Darm-Beschwerden: Bei empfindlichem Magen können insbesondere weniger gut lösliche anorganische Formen wie Magnesiumcarbonat Blähungen oder Völlegefühl verursachen.
- Überdosierung (Hypermagnesiämie): Sehr selten, kann bei Nierenproblemen oder extrem hohen Dosen auftreten. Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall.
- Wechselwirkungen: Magnesium kann die Wirkung bzw. Resorption bestimmter Medikamente (insbesondere z.B. Antibiotika, aber auch Blutdrucksenker) beeinflussen.
Tipps zur Vermeidung von Nebenwirkungen
- nicht mit der angestrebten Dosis beginnen, sondern langsam „einschleichen“, also Dosis schrittweise erhöhen, um den Körper an die Einnahme zu gewöhnen
- Verzehrempfehlung beachten – empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten; werden mehrere Präparate eingenommen, auf die Gesamtmenge achten
- bei Nierenproblemen, Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen
Das passende Magnesium finden
Bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels spielen Qualität und Zusammensetzung eine wichtige Rolle. Ein Vergleich von Produkten – beispielsweise basierend auf Kriterien wie Reinheit, Deklaration und Preis Leistung – kann hilfreich sein.
Solche Vergleiche sind im Internet und in anderen Medien in großer Zahl zu finden. Auch renommierte Institute wie Stiftung Warentest oder Öko-Test nehmen Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe. Um aber einschätzen zu können, ob der Testsieger wirkich zu Ihnen passt - oder ob eher ein anderes Produkt Ihren Bedürfnissen entspricht - sollten Sie zu einigen Aspekten Präferenzen festlegen, anhand derer Sie die Produkte individuell bewerten können.
Das beste Magnesium ist das, das zu Ihren Bedürfnissen passt. Magnesiumverbindung(en), Dosierung und Qualität sind die zentrale Faktoren für eine sinnvolle Nahrungsergänzung.
Checkliste Magnesium Nahrungsergänzungsmittel
Zu beachtende Aspekte ... | ... relevante Details |
|---|---|
Magnesiumverbindung(en) |
|
Darreichungsform |
|
Zusatzstoffe | Produkte ohne unnötige Trennmittel oder Süßstoffe werden in der Regel bevorzugt. |
Vegetarisch / vegan |
|
Dosierung und Verzehrempfehlung |
|
Qualität und Herkunft | Erfüllt der Hersteller übliche europäische Qualitätsstandards wie HACCP, GMP, ISO 22000? |
Wichtige Hinweise
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und der Wissensvermittlung. Sie sind nicht zur Selbstdiagnose, Behandlung oder Prävention von Erkrankungen geeignet. Sie ersetzen weder eine medizinische Beratung noch eine individuelle ernährungswissenschaftliche, therapeutische oder ärztliche Betreuung.
Beschreibungen zu Magnesium beziehen sich auf allgemein bekannte physiologische Zusammenhänge. Es wird kein therapeutischer Nutzen beschrieben oder zugesichert. Die Erwähnung von Nähr- und Wirkstoffen dient nur der Information über deren Einsatz. Dieser Beitrag wirbt nicht für verschreibungspflichtige Medikamente.
Ernährungsempfehlungen und Lebensstilfaktoren werden im Kontext eines gesunden und ausgewogenen Lebensstils dargestellt. Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung ergänzen, jedoch keine gesunde Ernährung oder medizinische Maßnahmen ersetzen. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu behandeln, zu lindern oder zu verhindern. Die Erwähnung von Nahrungsergänzungsmitteln dient der allgemeinen Information über deren Einsatz in der Ernährung.
Bei bestehenden gesundheitlichen Beschwerden, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder der Einnahme von Medikamenten sollte vor Änderungen der Ernährung oder der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln stets eine qualifizierte Fachperson (z.B. Arzt oder Ernährungsfachkraft) konsultiert werden.
Die Autor:innen und der Betreiber dieses Beitrags übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die Anwendung der hier bereitgestellten Informationen entstehen. Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko.
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- Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt
- eine:n Ernährungsberater:in
- Ihre Apotheke
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