Wie Frauen länger gesund bleiben – Prof. Dr. Sandra Eifert über Longevity, Lebensstil und Selbstfürsorge
Prof. Dr. med. Sandra Eifert
Longevity der Frau verstehen
1. Frau Dr. Eifert, was versteht man unter Longevity aus Sicht der weiblichen Präzisionsmedizin – und warum ist es so wichtig, geschlechtsspezifische Unterschiede stärker in den Blick zu nehmen?
Prof. Dr. S. Eifert: Longevity in der weiblichen Präzisionsmedizin bedeutet, das Altern von Frauen auf mikrobiologischer, hormoneller und sozialer Ebene zu verstehen – und individuell zu steuern, statt die Medizin weiter an männlichen Normdaten auszurichten.
Das umfasst unter anderem:
- hormonelle Übergänge (Pubertät, Schwangerschaften, Perimenopause – also die Übergangsphase zur Menopause)
- kardiometabolische Besonderheiten (andere Manifestationsmuster, andere Risiken)
- immunologische Unterschiede (höhere Autoimmunität – Fehlfunktionen des Immunsystems, aber bessere Impfantworten)
- Mitochondriale Vulnerabilität („Verwundbarkeit“) im Alter und ihr Zusammenhang mit Östrogenmangel
- neurobiologische Geschlechtsunterschiede
- geschlechtsspezifische Pharmakokinetik/-dynamik (Verstoffwechselung eines Arzneimittels)
Longevity bedeutet hier: Frauen über ihre spezifischen Lebensphasen hinweg so zu unterstützen, dass zelluläre, metabolische und systemische Resilienz (Widerstandskraft) maximiert wird.
Longevity in der weiblichen Präzisionsmedizin bedeutet: phasenorientierte, hormonell modulierte, biologisch fein abgestimmte Strategien, die die besonderen Risiken und Stärken des weiblichen Organismus über die Lebensspanne berücksichtigen.
Ohne genderspezifische Differenzierung ist Prävention unvollständig – und Frauen altern unnötig mit höherem Risiko. Manche Menschen altern früher, andere später. Das hängt von vielen, teils komplizierten Faktoren ab.
„Longevity in der weiblichen Präzisionsmedizin bedeutet, das Altern von Frauen auf mikrobiologischer, hormoneller und sozialer Ebene zu verstehen – und individuell zu steuern, statt die Medizin weiter an männlichen Normdaten auszurichten. […] Longevity bedeutet hier: Frauen über ihre spezifischen Lebensphasen hinweg so zu unterstützen, dass zelluläre, metabolische und systemische Resilienz maximiert wird.“
Hormonbalance, Lebensstil und Wohlbefinden
2. Wie verändern sich hormonelle Prozesse im Laufe des Lebens einer Frau, und welche Rolle können Lebensstil, Ernährung und Bewegung dabei spielen, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern?
Prof. Dr. S. Eifert: Die weiblichen Hormone – allen voran die Östrogene – wirken über viele Jahre wie ein natürliches Schutzschild: Sie unterstützen Herz und Kreislauf, stabilisieren den Stoffwechsel und bewahren die Knochengesundheit. Mit dem Eintritt in die Menopause verändert sich dieses fein abgestimmte System jedoch spürbar. Genau an diesem Punkt wird Prävention zur entscheidenden Ressource – durch Ihre eigene, bewusste Vor- und Fürsorge, liebe Leserin. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
Denn ein langes Leben entsteht nicht allein durch Zeit, sondern durch ein tragfähiges Fundament – körperlich, seelisch und geistig. Und es ist nie zu spät, damit zu beginnen. Die hormonellen Prozesse einer Frau durchlaufen im Laufe des Lebens charakteristische Phasen, die jeweils eigene physiologische Anforderungen und Vulnerabilitäten mit sich bringen. Diese Veränderungen betreffen nicht nur die Reproduktionshormone wie Östrogen und Progesteron, sondern wirken sich auf nahezu alle Körpersysteme aus: Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Gehirn, Immunsystem und Knochen.
Perimenopause – hormonelle Transition (Übergang)
In der Perimenopause werden die hormonellen Schwankungen ausgeprägter. Progesteron fällt früh ab und Östrogen wird unregelmäßig, was zu verschiedenen Symptomen führen kann: Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Gewichtszunahme, Hitzewallungen und eine veränderte Glukosetoleranz.
Hier wirken Lebensstilfaktoren besonders stark hormonmodulierend (die Wirkung der körpereigenen Hormonproduktion beeinflussend):
- Ausreichender Schlaf kann die Insulinsensitivität und Stresshormonregulation verbessern.
- Krafttraining schützt vor sarkopenischem Fettanstieg (Sarkopenie = Abnahme der Skelettmuskulatur) und kann den Grundumsatz stabilisieren.
- Mediterrane Ernährung und stabile Blutzuckerspiegel können vasomotorische Symptome (veränderte Gefäßdurchblutung z. B. „Hitzewallungen“) und Entzündungslevel reduzieren.
Menopause und Postmenopause – Verlust des Schutzschildes
Mit der endgültigen Abnahme der Östrogenproduktion kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen in Bezug auf die Fettverteilung (mehr viszerales Fett/ inneres Bauchfett), Gefäßelastizität, Knochendichte, den kognitiven Energiehaushalt und das Immunsystem (mehr Inflammaging/ altersbedingte Entzündungen).
In dieser Phase können Bewegung, Ernährung und Verhalten den biologischen Alterungsprozess entscheidend beeinflussen:
- Krafttraining + moderates Ausdauertraining verbessern Insulinsensitivität, Gefäßfunktion, Knochenmechanik und kognitive Resilienz.
- Proteinreiche Ernährung unterstützt Muskelerhalt, Hormonsynthese und Mikrobiomdiversität (Vielfalt der Darmbesiedlung).
- Stressmanagement (z. B. Achtsamkeit, Yoga, Atemtechniken) stabilisiert die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (Regelkreis des Gehirns zwischen Hirnanhangsdrüse und Nebennieren), die in der Menopause stärker belastet wird.
„Die weiblichen Hormone – allen voran die Östrogene – wirken über viele Jahre wie ein natürliches Schutzschild: Sie unterstützen Herz und Kreislauf, stabilisieren den Stoffwechsel und bewahren die Knochengesundheit. Mit dem Eintritt in die Menopause verändert sich dieses fein abgestimmte System jedoch spürbar.“
Side Fact: Hormonelle Umstellung & Herzrisiko
Mit dem Rückgang der Östrogenproduktion in der Menopause verändert sich der Stoffwechsel: Das Risiko für inneres Bauchfett (Viszeralfett) und Insulinresistenz steigt, während die Gefäßelastizität abnimmt. Diese kardiometabolischen Veränderungen machen eine gezielte Anpassung des Lebensstils in dieser Phase medizinisch besonders sinnvoll.
Quelle: El Khoudary, S. R., et al. (2020). Menopause Transition and Cardiovascular Disease Risk: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation, 142(25), e506–e532. https://doi.org/10.1161/CIR.0000000000000912
Wie Ernährung und Nährstoffe die Gesundheit unterstützen
3. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass eine ausgewogene Ernährung und bestimmte Nährstoffe – im Rahmen ihrer zugelassenen Wirkungen – die normalen Körper- und Stoffwechselfunktionen bei Frauen unterstützen können?
Prof. Dr. S. Eifert: Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass eine ausgewogene Ernährung und darin enthaltene Mikronährstoffe essentiell für die Aufrechterhaltung normaler Stoffwechsel-, Hormon- und Körperfunktionen bei Frauen sind. Die Evidenz zeigt Effekte auf Energiehaushalt, Immunfunktion, Knochengesundheit, neuroendokrine (Beziehung zwischen Nerven- und Hormonsystem) Regulation und kardiometabolische (Beziehung zwischen Herz-Kreislauf und Stoffwechsel) Prozesse.
- Energie- und Zellstoffwechsel: B-Vitamine (B1, B2, B3, B6, B12, Folat)
- Knochenstoffwechsel und Muskelfunktion: Calcium, Vitamin D, Magnesium, Vitamin K2
- Immunsystem und Entzündung: Vitamin D, Vitamin C, Zink
- Hormonelle Regulation (indirekt): Einzelne Nährstoffe wirken nicht hormonmodulierend (hormonregulierend) im pharmakologischen Sinn, können aber normale physiologische Abläufe unterstützen (Omega-3-Fettsäuren, Jod, Selen, Eisen)
- Kardiometabolische Funktionen: Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate können eine normale Blutzuckerregulation und den Lipidstoffwechsel (Fettstoffwechsel) unterstützen
- Gehirn- und Nervenfunktion: Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Magnesium
Side Fact: Herzgesundheit bei Frauen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Studien zeigen, dass Symptome bei Frauen häufig atypisch verlaufen und Erkrankungen später diagnostiziert werden als bei Männern. Geschlechtersensible Prävention und Diagnostik gelten daher als zentrale Faktoren für eine verbesserte Gesundheitsspanne bei Frauen.
Quelle: Appelman, Y., Gulati, M., Roeters van Lennep, J. E., Shaw, L. J., & Bairey Merz, C. N. (2024). Cardiovascular disease in women: traditional and sex-specific risk factors. European Heart Journal. Advance online publication.
Link: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaf1001
Warum Stress und Schlaf entscheidend sind
4. Viele Frauen sind im Alltag stark gefordert. Wie beeinflussen Stress und Schlafqualität das Wohlbefinden – und welche Rolle spielt Regeneration im Kontext von Longevity?
Prof. Dr. S. Eifert: Stress, Schlaf und Regeneration gehören zu den entscheidenden Stellschrauben der weiblichen Longevity. Für Frauen wirken sie besonders sensibel (und viel sensibler als bei Männern!), weil neuroendokrine, metabolische und immunologische Prozesse geschlechtsabhängig reguliert werden.
Für Frauen ist die Fähigkeit zur Regeneration kein Wellnesskonzept, sondern ein biologischer Schlüssel zu:
- stabilen Hormonen
- gesunden Mitochondrien
- resilienten Stresssystemen
- kognitiver Klarheit
- metabolischer Balance
- einem langfristig gesünderen Herzen
Die Evidenz zeigt deutlich: Wer Stress, Schlaf und Regeneration ernst nimmt, beeinflusst Langlebigkeit substanziell – messbar, physiologisch, hormonell und klinisch relevant.
Side Fact: Stressregulation bei Frauen
Frauen zeigen eine spezifische Reaktion der Stressachse (HPA-Achse), die eng mit dem Hormonhaushalt verknüpft ist. Chronischer Stress und Schlafmangel können diese sensiblen Regulationsprozesse stören und Entzündungswerte sowie den Stoffwechsel negativ beeinflussen. Regeneration ist daher eine biologische Notwendigkeit für die weibliche Gesundheit.
Quelle: Kajantie, E., & Phillips, D. I. (2006). The effects of sex and hormonal status on the physiological response to stress. Psychoneuroendocrinology, 31(2), 151–178.
Link: https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2005.07.002
Prävention als Basis für gesundes Altern
5. Welche präventiven Maßnahmen aus Forschung und Praxis halten Sie für Frauen besonders wichtig, um ihre Gesundheit langfristig zu erhalten?
Prof. Dr. S. Eifert: Prävention für Frauen ist am wirksamsten, wenn sie sich an biologischen Besonderheiten, Lebensphasen und den spezifischen Risikoprofilen orientiert. Die Studienlage ist in mehreren Bereichen eindeutig: Es gibt Maßnahmen, die den größten Effekt auf Langlebigkeit, Stoffwechsel, Herzgesundheit, mentale Gesundheit und Resilienz haben.
- Die kardiovaskuläre Prävention hat höchste Priorität: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen, oft mit atypischen Verläufen und späterer Diagnosestellung.
- Ernährung für Stoffwechsel, Hormone und Longevity.
- Schlaf- und Stressmedizin zum Schutz der neuroendokrinen Balance. Frauen sind in allen Lebensphasen hormonell sensibler gegenüber Stress, Schlafmangel und circadianen Störungen (den biologischen Rhythmus betreffend).
- Bewegung und Muskelgesundheit: die Deutsche Herzstiftung empfiehlt 5 x 30 min Bewegung pro Woche zur Stabilisierung von Stoffwechsel, Mitochondrien, Insulinsensitivität und Knochen.
- Endokrine Prävention – besonders relevant ab der Perimenopause
„Prävention für Frauen ist am wirksamsten, wenn sie sich an biologischen Besonderheiten, Lebensphasen und den spezifischen Risikoprofilen orientiert.“
Hochwertige Supplemente im ganzheitlichen Ansatz
6. Welche Rolle können gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungen – im Rahmen ihrer wissenschaftlich belegten und zugelassenen Wirkungen – spielen, wenn es darum geht, die normalen Körperfunktionen bei Frauen zu unterstützen?
Prof. Dr. S. Eifert: Nahrungsergänzungen können – innerhalb ihrer zugelassenen Wirkungen und auf Basis gesicherter Evidenz – einen wichtigen Beitrag leisten, wenn Ernährungssituation oder spezielle Lebensphasen zu einem erhöhten Bedarf führen. Sie ersetzen keine Ernährung, können aber physiologische Prozesse stabilisieren, die bei Frauen besonders sensibel auf Belastungen, hormonelle Veränderungen und Lebensphasen reagieren.
Im Zentrum stehen Mikronährstoffe, deren Rolle in normalen Körperfunktionen wissenschaftlich eindeutig belegt ist.
- Energie- und Zellstoffwechsel: B-Vitamine (B1, B2, B3, B6, B12, Folat) – Während Vitamin B1, B2, B3, B6 und Vitamin B12 zu einem normalen Energiestoffwechsel beitragen, trägt Vitamin B2 zusätzlich dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Vitamin B12 und Folsäure haben wiederum eine Funktion bei der Zellteilung.
- Knochenstoffwechsel und Muskelfunktion: Calcium, Vitamin D, Magnesium, Vitamin K2 – Während alle 4 Mikronährstoffe zur Erhaltung normaler Knochen beitragen, tragen Calcium, Vitamin D und Magnesium zusätzlich zu einer normalen Muskelfunktion bei
- Immunsystem: Vitamin D, Vitamin C und Zink tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems (körperliche Abwehr) bei
- Schilddrüse und Stoffwechsel: Jod, Selen und Eisen – Während Jod und Selen zu einer normalen Schilddrüsenfunktion beitragen, tragen Eisen und Jod zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
- Gehirn und psychische Funktion: Omega-3 (DHA), Magnesium, B6, B12, Folat – Während Magnesium und die Vitamine Vitamin B6, B12 und Folsäure zur normalen psychischen Funktion beitragen, trägt DHA zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei
- Gehirn- und Nervenfunktion: Omega-3-Fettsäuren (DHA), B-Vitamine, Magnesium – Während DHA zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion beiträgt, tragen Magnesium und B-Vitamine wie B1 und B6 zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
Aktuelle Trends in der Longevity-Forschung
7. Welche aktuellen Entwicklungen oder Studien in der Longevity-Forschung für Frauen finden Sie besonders spannend?
Prof. Dr. S. Eifert: Spannende „Aging Clocks“ und biologische Altersmodelle wie epigenetische Altersschätzer, Proteom- oder Metabolom (Protein- oder Stoffwechselprodukt)-basierte Altersmodelle und KI-gestützte Risiko-Scores für altersassoziierte Krankheiten werden zunehmend in der Forschung genutzt.
- Identifizierung von Risikofaktoren erlaubt gezielte Vorsorge: Groß angelegte Studien zeigen, dass bspw. rund 36 Prozent aller Demenzerkrankungen mit Risikofaktoren zusammenhängen, die sich aktiv beeinflussen lassen – durch gesunden Lebensstil, eine gute medizinische Versorgung oder verbesserte gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Möglicherweise können KI-gestützte Tools auch zur Erhaltung der geistigen Gesundheit durch gezieltes “Erinnerungstraining” beitragen. Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Mehr als ein Drittel der Demenzfälle vermeidbar, Mittwoch, 10. Dezember 2025, https://www.aerzteblatt.de/news/mehr-als-ein-drittel-der-demenzfalle-vermeidbar-60a187f1-c15f-4e4c-82f2-7e93b34fe66f sowie Nebot, À. et al. (2022): LONG-REMI: An AI-Based Technological Application to Promote Healthy Mental Longevity Grounded in Reminiscence Therapy. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, 19(10), 5997. https://doi.org/10.3390/ijerph19105997.
- KI für Longevity: Die KI-gestützte Identifizierung von Biomarkern für Alterungsprozesse, Erkrankungsrisiko und Prognose ermöglicht die Entwicklung komplexer Modelle zur Bestimmung des biologischen Alters. Quelle: Lyu, Y. X. et al. (2024): Longevity biotechnology: bridging AI, biomarkers, geroscience and clinical applications for healthy longevity. In: Aging, 16(20), 12955–12976. https://doi.org/10.18632/aging.206135.
- Mit KI gegen den Gender Health Gap: Neben der allgemeinen Verbesserung der bildgebenden Diagnostik (bspw. im Rahmen der Brustkrebsvorsorge) kann KI gerade bei Krankheitsbildern mit geschlechterspezifischer Symptomatik (wie bspw. bei Herzinfarkten), dazu beitragen, die Risikoindikatoren geschlechterspezifisch zu identifizieren und damit eine bessere Diagnostik zu ermöglichen. Sie müssen jedoch sehr bewusst eingesetzt werden, um bestehende Biases nicht zu verstärken. Quelle: Diehl, A. et al. (2024): Mit Künstlicher Intelligenz in die Zukunft der Medizin. Auf dem Weg zur geschlechtergerechten Medizin. In: Journal Netzwerk Frauen-und Geschlechterforschung, 55, 70-76. https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00082282/Journal_Netzwerk_FGF_55_70.pdf sowie Groß, C. et al. (2024): Geschlechtersensible Medizin und künstliche Intelligenz – vom „Normmann“ bis zur Gleichberechtigung. In: Gondlach, K., Brinkmann, B., Brinkmann, M., Plath, J. (Hg.): Regenerative Zukünfte und künstliche Intelligenz. SDG - Forschung, Konzepte, Lösungsansätze zur Nachhaltigkeit. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-44852-3_5
Ausblick – was die Zukunft bringt
8. Sie beschäftigen sich intensiv mit den biologischen und lebensstilbezogenen Faktoren weiblicher Gesundheit. Welche Ihrer zentralen Erkenntnisse halten Sie im Hinblick auf die Zukunft der Longevity-Forschung für besonders wichtig?
Prof. Dr. S. Eifert: Eine erste wichtige Erkenntnis ist, dass wir als Mediziner und Gesellschaft darauf hinarbeiten sollten, die Menopause herauszuzögern, ohne Schaden anzurichten. Denn unser Ziel muss sein, die Frauen so lange wie möglich zu befähigen, ihre „eigenen“ Hormone zu produzieren und damit das natürliche “Schutzschild” für ihr Herz-Kreislauf-System, ihren Stoffwechsel und ihre Knochen aufrechtzuerhalten. Die zweite wichtige Erkenntnis ist, dass wir Frauen dazu bringen sollten, ihre Wut und Aggression zu äußern, also nach außen und nicht nach innen zu kehren, um so ihre seelische Gesundheit und Resilienz zu stärken.
Hinweis: Dieses Interview dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die dargestellten Einschätzungen und Aussagen geben die persönliche wissenschaftliche Meinung sowie die klinische Erfahrung der interviewten Expertin bzw. des interviewten Experten wieder und basieren unter anderem auf deren eigener Forschung.
Die Inhalte stellen keine im Sinne der EU-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zugelassenen Health Claims dar und sind nicht als Aussagen zur Prävention, Behandlung oder Heilung von Krankheiten zu verstehen.
Das Interview ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.
Über die Autor
Prof. Dr. med. Sandra Eifert
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