Ubiquinol vs. CoQ10: Was ist der Unterschied und warum ist er wichtig?
VitaminExpress Editorial Team
Was ist Ubiquinol?
Ubiquinol, auch Ubichinol genannt, ist die nicht oxidierte (reduzierte) Form von Coenzym Q10. Im Gegensatz zur oxidierten Form Ubiquinon (konventionelles CoQ10) liegt Ubiquinol in einer Form vor, die der Korper sofort verwenden kann, ohne sie erst umwandeln zu mussen.
Coenzym Q10 ist ein korpereigener Nährstoff, der in nahezu jeder Zelle des menschlichen Korpers vorkommt. Er ist an der zellularen Energieproduktion beteiligt und kann als Antioxidans die Zellen vor oxidativem Stress schutzen. Uber 95 % des im Blut zirkulierenden CoQ10 liegt in der Ubiquinol-Form vor.
Die zwei Formen von Coenzym Q10 im Uberblick
- Ubiquinon – die oxidierte Form (klassisches Coenzym Q10, seit uber 30 Jahren als Supplement bekannt)
- Ubiquinol – die reduzierte, aktive Form mit antioxidativen Eigenschaften
Was ist der Unterschied zwischen Ubiquinol und Ubiquinon?
Beide Formen sind natürlicher Bestandteil des menschlichen Energiestoffwechsels und erganzen sich gegenseitig. Der wesentliche Unterschied liegt in der Bioverfugbarkeit und der direkten Nutzbarkeit durch den Korper.
Merkmal | Ubiquinon (CoQ10) | Ubiquinol |
Form | Oxidierte Form | Reduzierte (aktive) Form |
Funktion im Korper | Muss zunachst in Ubiquinol umgewandelt werden | Direkt nutzbar fur die Energieproduktion |
Antioxidative Wirkung | Geringere antioxidative Kapazitat | Ausgepragte antioxidative Eigenschaften |
Bioverfugbarkeit | Weniger gut absorbierbar (besonders im Alter) | Hohere Bioverfugbarkeit in Studien belegt |
Supplement seit | Uber 30 Jahren bekannt | Seit ca. 2006 als Supplement verfugbar |
Geeignet fur | Jungere Personen mit guter Umwandlungsfahigkeit | Altere Personen oder bei eingeschrankter Umwandlung |
Der Nachteil von herkommlichem Coenzym Q10 (Ubiquinon)
Trotz seiner gesundheitlichen Relevanz weist herkommliches CoQ10 (Ubiquinon) einen Nachteil auf: Es muss vom Korper erst in die aktive Ubiquinol-Form umgewandelt werden. Diese Umwandlungsfahigkeit nimmt mit dem Alter ab – insbesondere ab etwa 45 Jahren. Studien deuten darauf hin, dass Ubiquinol in klinischen Untersuchungen eine bessere Bioverfugbarkeit gezeigt hat als konventionelles CoQ10 [1][2][3].
Was bewirkt Ubiquinol im Korper?
- Unterstutzt die zelluläre Energieproduktion (ATP-Synthese in den Mitochondrien)
- Wirkt als starkes fettlosliches Antioxidans und kann Zellen vor oxidativem Stress schutzen
- Kann die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems unterstutzem (Informationszwecke; kein Heilversprechen)
- Hohere Bioverfugbarkeit gegenuber Ubiquinon, besonders bei alteren Personen
Ubiquinol und zelluläre Energieproduktion
Die Zellen des menschlichen Korpers produzieren Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) – dem universellen Energietrager der Zelle. Dieser Prozess findet in den Mitochondrien statt und ist auf die Anwesenheit von Coenzym Q10 in seiner aktiven Ubiquinol-Form angewiesen. Ohne ausreichend Ubiquinol kann die Atmungskette, die fur die ATP-Produktion entscheidend ist, nicht optimal arbeiten.
Organe mit hohem Energiebedarf – wie Herz, Leber und Muskulatur – sind besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Ubiquinol angewiesen. Der naturliche Spiegel von CoQ10 im Korper sinkt ab dem mittleren Lebensalter messbar ab, was eine ernahrungsphysiologische Zufuhr fur bestimmte Personengruppen relevant machen kann.
Ubiquinol und Herzgesundheit
Das Herz ist der Muskel mit dem hochsten Energiebedarf im menschlichen Korper. Als aktives CoQ10 ist Ubiquinol an der Energieversorgung des Herzmuskels beteiligt. Wissenschaftliche Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Ubiquinol und der Unterstutzung einer normalen Herzfunktion.
Wichtig: Ubiquinol ist kein Arzneimittel und ersetzt keine medizinische Behandlung von Herzerkrankungen. Bei bestehenden Herzproblemen ist arztliche Beratung unerlasslich.
Ubiquinol und Cholesterin
Einige Forschungsarbeiten haben untersucht, ob Ubiquinol zur Unterstutzung eines normalen LDL-Cholesterinspiegels beitragen kann. Bei gesunden Personen kann Ubiquinol im Rahmen einer ausgewogenen Ernahrung dazu beitragen, den oxidativen Stress auf LDL-Partikel zu reduzieren. Dies ist jedoch kein Ersatz fur arztlich empfohlene Massnahmen bei klinisch erhohten Cholesterinwerten.
Ubiquinol und Statine
Statine sind weit verbreitete Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels. Ein bekannter Effekt von Statinen ist die Hemmung des Enzyms HMG-CoA-Reduktase – desselben Enzyms, das auch fur die korpereigene CoQ10-Synthese benotigt wird. Dadurch kann die Statin-Einnahme zu einem messbaren Ruckgang der CoQ10-Spiegel im Blut fuhren.
Einige Studien haben untersucht, ob eine Supplementierung mit CoQ10 oder Ubiquinol bei Statin-Anwendern zur Aufrechterhaltung normaler Coenzym-Q10-Spiegel beitragen kann. Ob und in welchem Umfang eine Supplementierung sinnvoll ist, sollte individuell mit einem Arzt besprochen werden.
Wichtig: Nehmen Sie keine Nahrungserganzungsmittel als Ersatz fur verschriebene Medikamente ein, ohne vorher Ihren Arzt zu konsultieren.
Energie, Leistung und Vitalitat
Da Ubiquinol an der zellularen ATP-Produktion beteiligt ist, konnte eine ausreichende Versorgung zur allgemeinen Vitalitat und Leistungsfahigkeit beitragen. Insbesondere Personen, die sich erschopft oder energielos fuhlen, konnen moglicherweise von einem ausgeglichenen Ubiquinol-Spiegel profitieren – vorausgesetzt, andere Ursachen wurden arztlich ausgeschlossen.
Ubiquinol und Sport
In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde Ubiquinol bei aktiven Personen und Sportlern auf mogliche Effekte auf die korperliche Leistungsfahigkeit untersucht. Einige Studien beobachteten positive Effekte auf Ausdauerleistung und Regeneration. Die Evidenzlage ist jedoch noch nicht abschliessend; individuelle Ergebnisse konnen variieren.
Ubiquinol bei allgemeiner Mudigkeit
Bei anhaltender Mudigkeit, die nicht auf Schlafmangel oder andere erklarbare Ursachen zuruckzufuhren ist, konnte ein abgesunkener Ubiquinol-Spiegel eine Rolle spielen. Studien haben bei bestimmten Personengruppen Zusammenhange untersucht. Anhaltende Mudigkeit sollte arztlich abgeklart werden.
Ubiquinol und Fruchtbarkeit
In der Reproduktionsbiologie wird die Rolle von Coenzym Q10 fur die Qualitat von Ei- und Samenzellen wissenschaftlich diskutiert. Oxidativer Stress gilt als einer der moglichen Einflussfaktoren auf die Fertilitat, und Ubiquinol kann als Antioxidans moglicherweise zur Unterstutzung einer normalen Zellfunktion beitragen. Wer Fragen zur Fruchtbarkeit hat, sollte sich an einen Facharzt wenden.
Hinweis: Nahrungserganzungsmittel sind kein Ersatz fur medizinische Fertilitatbehandlungen.
Ubiquinol und Leberfunktion
Die Leber ist das Organ mit dem hochsten Stoffwechselumsatz im Korper und benotigt dementsprechend viel Energie. Ubiquinol ist als Teil des zellularen Energiestoffwechsels auch in der Leber aktiv. Wissenschaftliche Untersuchungen erforschen mogliche Zusammenhange zwischen CoQ10 und der Unterstutzung einer normalen Leberfunktion.
Wichtig: Ubiquinol ist kein Arzneimittel und kann keine arztliche Diagnose oder Behandlung von Lebererkrankungen ersetzen.
Ubiquinol und oxidativer Stress – Forschungsstand
Oxidativer Stress entsteht, wenn freie Radikale die korpereigenen Abwehrmechanismen uberlasten. Ubiquinol wirkt als eines der starksten fettloslichen Antioxidantien im menschlichen Korper und kann freie Radikale neutralisieren. Wissenschaftliche Studien haben Ubiquinol in verschiedenen Kontexten untersucht, darunter altersbedingte Veranderungen, chronische Erkrankungen und intensiver Sport.
Hinweis zu Krebs-Forschung: Einige Grundlagenstudien haben den Zusammenhang zwischen oxidativem Stress, Antioxidantien und Krebsentstehung untersucht. Ubiquinol ist KEIN Krebsmittel und darf nicht als solches kommuniziert werden. Entsprechende Abschnitte wurden in dieser uberarbeiteten Version entfernt.
Ursachen fur einen Ubiquinol-Mangel
Der Ubiquinol-Spiegel im Korper kann aus verschiedenen Grunden absinken:
- Zunehmendes Alter (naturlicher Ruckgang ab ca. 30-40 Jahren)
- Einnahme von Statinen (hemmen die korpereigene CoQ10-Synthese)
- Intensive korperliche Belastung
- Ernahrungsbedingte Unterversorgung
- Bestimmte chronische Erkrankungen (bitte arztlich abklaren)
- Genetische Faktoren (seltenere Stoffwechselbesonderheiten)
Ubiquinol in Lebensmitteln
Ubiquinol kommt in verschiedenen Lebensmitteln naturlich vor, allerdings in vergleichsweise geringen Mengen. Gute naturliche Quellen sind:
- Fettreiche Fische (Sardinen, Makrele, Lachs)
- Organe wie Herz und Leber (Rind, Schwein)
- Nussen und Ölsamen (besonders Sesam, Pistazien)
- Pflanzliche Öle (Soja-, Raps-, Olivenol)
- Gemuse (Brokkoli, Spinat, Blumenkohl)
Da der Ubiquinol-Gehalt in Lebensmitteln gering ist und durch Kochen weitgehend abgebaut werden kann, kann eine Supplementierung fur bestimmte Personengruppen ernahrungsphysiologisch sinnvoll sein.
Dosierung und Anwendung von Ubiquinol
Es gibt keinen offiziell festgelegten Tagesbedarf (NRV) fur Ubiquinol/CoQ10 durch die Europaische Behorde fur Lebensmittelsicherheit (EFSA). In klinischen Studien wurden verschiedene Dosierungen untersucht, typischerweise zwischen 100 mg und 300 mg pro Tag.
Wichtige Einnahmehinweise:
• Ubiquinol ist fettloslich und wird am besten zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen.
• Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese bei Bedarf schrittweise. • Bei der Einnahme von Medikamenten – insbesondere Statinen, Antikoagulanzien (Blutverdunner) oder Chemotherapeutika – ist vor der Supplementierung unbedingt arztlicher Rat einzuholen.
• Schwangere und Stillende sollten Ubiquinol nur nach Rucksprache mit einem Arzt einnehmen.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Ubiquinol gilt bei oraler Einnahme in ublichen Supplementdosen als gut vertraglich. In Studien wurden in seltenen Fallen folgende mild ausgepragte Effekte berichtet:
- Leichte Magenprobleme oder Ubelkeit (meist bei Einnahme auf nuchternen Magen)
- Schlaflosigkeit bei Einnahme am Abend (in Einzelfallen beschrieben)
- In sehr hohen Dosen mogliche Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Mitteln
Bisher gibt es keine Belege fur ernsthafte Nebenwirkungen bei kurzfristiger Einnahme in ernahrungsphysiologischen Dosen. Fur eine Langzeitsupplementierung in hohen Dosen sollte arztlicher Rat eingeholt werden.
Wichtige klinische Studien
Die Forschung zu Ubiquinol hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Bedeutende Studien umfassen:
- Die Q-SYMBIO Studie: Untersuchte CoQ10 bei Herzinsuffizienz-Patienten und zeigte positive Ergebnisse fur das kardiovaskulare Risiko.
- Studien zur Bioverfugbarkeit: Mehrere vergleichende Studien bestatigten die hohere Bioverfugbarkeit von Ubiquinol gegenuber Ubiquinon.
- Mitochondriale Funktion: Studien zur Rolle von CoQ10 bei mitochondrialer Dysfunktion und altersassoziierten Veranderungen.
Alle genannten Studien wurden in Peer-Reviewed-Journals veroffentlicht. Unsere Produktseite verweist auf die relevante Literatur. Einzelne Studienergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf den allgemeinen Bevolkerungsdurchschnitt ubertragen.
Rechtlicher Hinweis: Alle Inhalte dieses Artikels dienen ausschliesslich zu allgemeinen Informationszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar und ersetzen nicht den Rat eines qualifizierten Arztes oder Apothekers. Nahrungserganzungsmittel sind kein Ersatz fur eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernahrung sowie eine gesunde Lebensweise. Aussagen uber Nahrungserganzungsmittel in Deutschland unterliegen der EU-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims Verordnung). Alle hier gemachten Aussagen wurden auf Basis dieser Vorgaben formuliert.
Quellenangaben / Literaturhinweise
[1] Hosoe K, et al. Study on safety and bioavailability of ubiquinol after single and 4-week multiple oral administration to healthy volunteers. Regul Toxicol Pharmacol. 2007.
[2] Langsjoen PH, Langsjoen AM. Comparison study of plasma coenzyme Q10 levels in healthy subjects supplemented with ubiquinol versus ubiquinone. Clin Pharmacol Drug Dev. 2014.
[3] Molyneux SL, et al. Coenzyme Q10: Is there a clinical role and a case for measurement? Clin Biochem Rev. 2008.
[4] Mortensen SA, et al. The effect of coenzyme Q10 on morbidity and mortality in chronic heart failure (Q-SYMBIO). JACC Heart Fail. 2014.
Häufig gestellte Fragen zu Ubiquinol
CoQ10 (Coenzym Q10) ist der Oberbegriff fur beide Formen: Ubiquinon (oxidiert) und Ubiquinol (reduziert). Ubiquinol ist die aktive, sofort verwertbare Form mit antioxidativer Wirkung. Ubiquinon muss im Korper erst in Ubiquinol umgewandelt werden.
Ubiquinol kann besonders interessant sein fur: Personen uber 40 Jahre (naturlicher CoQ10-Abfall), Personen, die Statine einnehmen, sportlich sehr aktive Menschen sowie Personen, die sich allgemein erschopft fuhlen und andere Ursachen ausgeschlossen haben.
Ideale Einnahme ist morgens oder mittags zu einer fetthaltigen Mahlzeit, da Ubiquinol fettloslich ist. Abendliche Einnahme kann in Einzelfallen den Schlaf beeinflussen.
Studien haben untersucht, ob eine Ubiquinol-Supplementierung bei Statin-Anwendern die CoQ10-Spiegel ausgleichen kann. Die Entscheidung sollte jedoch immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden, da Wechselwirkungen moglich sind.
In klinischen Studien wurden signifikante Veranderungen der Plasma-Ubiquinol-Spiegel nach 4-12 Wochen regelmasiger Einnahme beobachtet. Individuelle Ergebnisse konnen variieren.
Fur Schwangere und Stillende gibt es keine ausreichenden Sicherheitsdaten. Eine Einnahme sollte nur nach Rucksprache mit einem Arzt erfolgen.
Gute Quellen sind fettreiche Fische, Innereien (Herz, Leber), Nusse, pflanzliche Öle und bestimmte Gemuse wie Brokkoli und Spinat. Der Gehalt in Lebensmitteln ist jedoch gering.
Ja. Mogliche Wechselwirkungen bestehen mit Antikoagulanzien (z.B. Warfarin), Blutdruckmedikamenten und Chemotherapeutika. Bitte konsultieren Sie vor der Einnahme immer Ihren Arzt, wenn Sie Medikamente einnehmen.
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