Was ist Maca, wie wirkt es und warum sollten Sie seine echten Effekte kennen?
VitaminExpress Editorial Team
- Was ist Maca?
- Verwendung als Nahrungspflanze
- Maca als Nahrungsergänzungsmittel
- Botanik
- Natürliches Vorkommen und Anbau
- Entdeckung der Maca
- Maca zu Zeiten der Inka
- Entdeckung durch die Spanier
- Die Wiederentdeckung der Wurzel
- Arten der Maca
- Maca gelb
- Maca lila
- Maca schwarz
- Maca rot
- Maca Inhaltsstoffe und Nährwerte
- Primärmetaboliten in Maca
- Aminosäuren in Maca
- Mineralien in Maca
- Maca – sekundäre Pflanzenstoffe
- Maca Wirkung
- Maca gegen Stress
- Maca für mehr Energie und Vitalität
- Lustempfinden und Maca
- Maca und Lustempfinden: Forschungsstand
- Maca und Wechseljahre
- Typische Wechseljahrsbeschwerden
- Maca und Osteoporose in den Wechseljahren
- Maca und der Hormonhaushalt: Forschungsstand
- Maca und emotionales Wohlbefinden in den Wechseljahren
- Potenz und Maca
- Maca und erektile Dysfunktion: Forschungsstand
- Maca und Prostatagesundheit
- Fruchtbarkeit und Maca
- Maca und Spermienqualität
- Maca und Fruchtbarkeit bei Frauen
- Maca und Verdauung
- Ballaststoffe für einen gesunden Darm
- Maca als Ballaststoffquelle
- Cholesterin und Maca
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Maca und Blutfettwerte: Forschungsstand
- Maca und Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
- Maca und Stoffwechsel
- Maca und Blutzucker: Forschungsstand
- Die Schilddrüse als wichtiges Stoffwechselorgan
- Muskelaufbau und Maca
- Maca als Nahrungsergänzungsmittel
- Dosierung
- Neben- und Wechselwirkungen
Was ist Maca?
Die Maca-Pflanze ist ein Gewächs aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Die auch als Peru Ginseng bekannte Pflanze gilt als das Superfood der Anden. Dort wird sie seit rund 2000 Jahren angebaut und von den ansässigen Völkern als Nahrungs- und auch als Heilpflanze genutzt.
Verwendung als Nahrungspflanze
Verwendet werden vor allem die Knollen der Maca-Pflanze. Diese schmecken leicht süßlich und werden langsam gebacken oder nach dem Trocknen gekocht. Zu den Traditionsgerichten der Region gehört ferner ein süßer und sehr aromatischer Brei aus Maca, der als mazamorra bekannt ist.
Die getrockneten Maca-Wurzeln sind mehrere Jahre haltbar. Auch die Inhaltsstoffe sind sehr stabil, der Geschmack wird mit zunehmender Lagerung jedoch leicht moschusartig.
Nicht nur die Knollen, auch die jungen Blätter der Pflanze sind essbar. Sie können roh oder gedünstet verzehrt werden und erinnern mit ihrem leicht scharfen Geschmack an Kresse.
Maca als Nahrungsergänzungsmittel
In Peru wird Maca vor allem von der indigenen Bevölkerung aufgrund des hohen Nährwerts geschätzt. Deshalb verzehren sie die Wurzeln der Pflanze mehrmals täglich. In Europa ist die Maca-Wurzel als Nahrungsmittel nicht erhältlich, wohl aber als Nahrungsergänzungsmittel beliebt.
Zur Nahrungsergänzung wird die Wurzel getrocknet und anschließend zu Pulver gemahlen. Dieses ist dann in der reinen Pulverform sowie als Kapsel oder Tablette erhältlich. Ebenso gibt es Maca-Konzentrate und Tinkturen. Dabei handelt es sich in der Regel um Alkoholauszüge aus der Maca-Wurzel.
Botanik
Die botanisch korrekte Bezeichnung für Maca lautet Lepidium meyenii. Die Pflanze gehört zur Gattung der Kressen (Lepidium) und zur Familie der Kreuzblütler. Somit ist Maca verwandt mit der Wasserkresse, der Gartenkresse, dem Raps und dem Senf.
Die ein- oder zweijährige Pflanze weist einen krautigen Wuchs auf und wird selten höher als 20 cm. Jede Pflanze verfügt über rund 20 liegende Laubblätter, die aus 20 cm langen Stielen rosettenförmig an der Wurzel entspringen. Die Blätter sind fiederschnittig und zudem leicht leierförmig.
Im Zentrum der Rosette bilden sich zur Blütezeit rispige Blütenstände, wobei ein Trieb bis zu 1000 Blüten aufweisen kann. Diese sind cremeweiß und vierzählig.
Die Knollen, die als Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel genutzt werden, sind zwischen 2 und 14 cm lang. Sie haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm und ähneln in ihrer Form einer Birne. Die Maca-Wurzel verfügt über einen großen Wasserspeicher. Je nach Sorte können die Knollen weiß, gelb, lila, schwarz oder rot gefärbt sein. Das Gewicht variiert ebenso wie die Farbe. So wiegt die Wurzel durchschnittlich zwischen 7 und 24 g.
Streng genommen handelt es sich aber eigentlich nicht um eine Wurzel, auch wenn die Bezeichnung Maca-Wurzel geläufig ist. Verwendung findet das sogenannte Hypokytol, das sich zwischen Wurzel und Sprossachse befindet. Die eigentliche Wurzel setzt an diesem Hypokytol an.
Das Hypokytol ist ein Speicherorgan. Die Wuchsbedingungen in den Anden sind schwierig, sodass die Pflanze darauf angewiesen ist, ausreichend Nährstoffe in dem Hypokytol anzusammeln. Diese Nährstoffansammlung macht die Bedeutung der Maca-Pflanze aus.
Natürliches Vorkommen und Anbau
Maca wächst ausschließlich in den Anden auf einer Höhe von 4000 bis 4500 m. Hier ist die Pflanze extremen Wetterbedingungen ausgesetzt. Die Temperaturen schwanken sehr stark und es wehen kontinuierlich kräftige Winde. Zudem ist die UV-Strahlung in dieser Höhenlage äußerst intensiv. Folglich ist Maca eine sehr widerstandsfähige und robuste Pflanze.
Den Ergebnissen der Yunnan Agriculture University in Kunming zufolge wächst Maca am besten auf einer Höhe von 2800 bis 3500 m und bevorzugt Temperaturen zwischen 5 und 10°C. Der Anbau erfolgt heute immer noch in den peruanischen Anden rund um den Junín-See. Zudem wird Maca heutzutage auch in der chinesischen Provinz Yunnan angebaut.
Traditionell beginnt der Anbau im peruanischen Frühling, was in etwa dem europäischen Herbst entspricht. Die Ernte erfolgt in den Monaten Juli und August. Da die Pflanze viele Nährstoffe aus dem Boden zieht, kann sie nur zweimal hintereinander ausgesät werden. Danach liegt das Anbaufeld für rund acht Jahre brach.
Entdeckung der Maca
Die Region Junín gilt als Wiege des Maca-Anbaus. Zwar ist die Pflanze in der gesamten Andenregion bis nach Bolivien heimisch, in Junín wurde sie jedoch erstmalig angebaut. Auch heute noch ist dies die weltweit führende Anbauregion.
Bereits vor mehr als 10.000 Jahren lebten Menschen in Höhlen am Junín-See. Um 1200 bis 100 v. Chr. siedelten sich indigene Völker um den See an. Neben Kartoffeln und Bitterkartoffeln gehörte Maca wohl zu den wenigen Pflanzen, die den harten klimatischen Bedingungen dort trotzen konnten.
Schon vor Beginn der Zeitrechnung nutzten die Völker Maca zur Ernährung und vermutlich auch als Heilpflanze. Davon zeugen Keramikreste mit Maca-Spuren, die Archäologen in diesem Gebiet fanden.
Es wird vermutet, dass die indigenen Völker die Pflanze als Nahrungsmittel durch die Beobachtung von Wildtieren wie Lamas entdeckten. Maca shihua, der wilde Vorgänger der heutigen Kulturform Lepidium meyenii, wächst noch immer in den Anden.
Maca zu Zeiten der Inka
Unter der Herrschaft des Inkakönigs Pachacútec erweiterte das Inkareich seine Grenzen bis auf das Bonbon-Plateau und zum Titicacasee. Neben einer verbesserten Infrastruktur sorgte der König auch für effizientere landwirtschaftliche Fertigungstechniken. So ordnete er eine regionale Spezialisierung in der Landwirtschaft an. Die Region Junín widmete sich fortan ausschließlich dem Maca-Anbau.
Zu dieser Zeit nutzten die Inka Maca als Stärkungsmittel für ihre Soldaten. Ansonsten war die Knolle ausschließlich dem Adel und der Oberschicht vorbehalten. So kam die Wurzel zum Beispiel in heiligen Ritualen zur Fruchtbarkeitssteigerung zum Einsatz.
Entdeckung durch die Spanier
Zwischen 1532 und 1536 eroberten die Spanier die Anden. Erstmalige Erwähnung findet Maca in den Notizen des spanischen Chronisten Cieza de Leon im Jahr 1553.
Rund 100 Jahre später dokumentierte Pater Cobo den Namen der Pflanze und ihre traditionell zugeschriebene fruchtbarkeitsfördernde Wirkung. Ihren botanischen Namen erhielt die Pflanze jedoch erst 1843. Während der 200 Jahre andauernden Kolonialzeit sollen die Spanier jährlich 9 Tonnen Maca von den Urvölkern gefordert haben und ließen sich häufig statt in Gold in Maca bezahlen.
Mit dem Ende der spanischen Fremdherrschaft und der Gründung der heutigen Region Junín kam auch der Anbau der Maca-Pflanze nahezu zum Erliegen. Viele Indios verließen die Provinz, um in die Städte zu gehen oder fanden in anderen Regionen Arbeit in Minen.
Die Wiederentdeckung der Wurzel
Erst in den 1960er Jahren geriet Maca wieder in den Fokus und weckte das Interesse der Forscher. Heute hat der Export von Maca-Produkten einen bedeutenden Anteil an der peruanischen Wirtschaft.
Arten der Maca
Die Maca-Wurzel lässt sich anhand der Farben ihrer Außenhaut differenzieren. Zwar ist die Varianz in den Inhaltsstoffen nicht so groß, dennoch gibt es Unterschiede in der traditionellen Anwendung.
Die genaue Farbzusammensetzung hängt zum einen von der Anbauregion und zum anderen von der dortigen Bodenzusammensetzung ab. So gibt es neben cremefarbenen und weißen auch gelbe, violette, rötliche oder schwarze Knollen. Gelbe Knollen sind am häufigsten, gefolgt von den violetten, roten und schwarzen Farbvarianten.
Sogenannte Anthocyane sind für die unterschiedlichen Färbungen verantwortlich. Je mehr von diesem sekundären Pflanzenstoff enthalten ist, desto dunkler erscheint die Knolle.
Bezüglich der Inhaltsstoffe unterscheiden sich die Wurzeln kaum. Unterschiede zeigen sich vor allem bei den sekundären Pflanzenstoffen Beta-Sitosterol und Campesterol.
Maca gelb
Rund die Hälfte aller Maca-Wurzeln, die in der Region Junín geerntet werden, sind gelb. Die gelben Wurzeln sind aufgrund ihres angenehm süßlichen Geschmacks bei der einheimischen Bevölkerung besonders beliebt. Mischpulver enthält in der Regel mindestens zur Hälfte Maca in der gelben Variante. Wenn bei einem Maca-Nahrungsergänzungsmittel keine genaue Bezeichnung vorhanden ist, handelt es sich im Normalfall ebenfalls um die gelbe Form. Die gelbe Maca-Wurzel wird traditionell im Zusammenhang mit der Prostatagesundheit eingesetzt.
Maca lila
Das lilane Maca ist eher selten zu finden. Zusammen mit rotem Maca verfügt es über den höchsten Kaliumgehalt und wird zudem traditionell im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden in den Wechseljahren eingesetzt.
Maca schwarz
Studien deuten darauf hin, dass schwarzes und rotes Maca einen Zusammenhang mit der Knochengesundheit aufweisen. Zudem wird ein möglicher Einfluss auf die Spermatogenese untersucht.
Maca rot
Rotes Maca wird traditionell überwiegend im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden in den Wechseljahren eingesetzt. Studien untersuchen zudem einen möglichen Zusammenhang zwischen rotem und schwarzem Maca und der Knochengesundheit sowie der Prostatagesundheit.
Maca Inhaltsstoffe und Nährwerte
Das Hypokytol der Pflanze enthält eine Vielzahl an Nährstoffen. Dazu gehören neben Aminosäuren wie Leucin, Arginin und Phenylalanin auch Mineralstoffe wie Kalzium oder Eisen. Ebenso enthält Maca verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.
Primärmetaboliten in Maca
Primärmetaboliten sind Produkte des sogenannten Primärstoffwechsels. Sie werden unter anderem zum Aufbau von Makromolekülen genutzt. Mit einem Eiweißgehalt von 13 bis 16 Prozent ist die Maca-Wurzel reich an essenziellen Aminosäuren. Die Wurzel besteht zudem durchschnittlich aus 59 Prozent Kohlenhydraten, 8,5 Prozent Ballaststoffen und 2,2 Prozent Fetten.
Von diesen rund 2 Prozent Fetten entfällt der höchste Anteil auf ungesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel für den Aufbau der Zellmembranen wichtig sind. Durchschnittlich 40 Prozent der Fettsäuren sind gesättigt und sind so gute Energielieferanten.
Aminosäuren in Maca
Maca enthält verschiedene wichtige Aminosäuren. Diese benötigt der Körper unter anderem für den Sauerstofftransport, die Bildung verschiedener Biomoleküle und unterschiedliche Stoffwechselprozesse. Die Maca-Wurzel enthält folgende Aminosäuren (mg/g Protein):
Leucin: 91 | Arginin: 99,4 | Phenylalanin: 55,3 | Lysin: 54,3 | Glycin: 68,3 | Alanin: 63,1 | Valin: 79,3 | Isoleucin: 47,4 | Histidin: 21,9 | Tyrosin: 30,6 | Methionin: 28,0
Mineralien in Maca
Ebenso speichert die Wurzel zahlreiche Mineralstoffe. Dies wird auch daran deutlich, dass nach zweimaligem Anbau die Böden so ausgelaugt sind, dass eine Kultivierung erst viele Jahre später wieder möglich ist. Maca ist reich an (mg/100 g getrocknete Wurzel):
Eisen: 16,6 | Kalzium: 150 | Kupfer: 5,9 | Zink: 3,8 | Kalium: 2050
Maca – sekundäre Pflanzenstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe sind bioaktive Substanzen, die zwar für die Pflanze selbst nicht lebensnotwendig sind, für den Menschen aber einen hohen gesundheitlichen Stellenwert haben.
Maca enthält zahlreiche dieser wichtigen Sekundärmetaboliten. Einige davon findet man ausschließlich in der Maca-Pflanze. Dazu gehören die Macaridine, Macaene, Macamide und die Maca-Alkaloide.
Weitere sekundäre Pflanzenstoffe aus der Wurzel sind: Beta-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Glucosinolate wie Glucotropaeolin.
Ebenfalls enthalten sind die Vitamine B1, B2, C und B3.
Maca Wirkung
Seit der Entdeckung vor mehr als 2000 Jahren wird Maca vor allem im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und als Aphrodisiakum für Männer und Frauen traditionell eingesetzt. Die Vielzahl der Inhaltsstoffe ist dafür verantwortlich, dass die Maca-Knolle traditionell bei zahlreichen Anwendungsgebieten genutzt wird und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist.
Folgende Zusammenhänge werden in wissenschaftlichen Studien untersucht:
- wird im Zusammenhang mit der Knochengesundheit untersucht
- wird im Zusammenhang mit dem Lustempfinden untersucht
- wird im Zusammenhang mit emotionalem Wohlbefinden untersucht
- trägt als nährstoffreiche Pflanze zur täglichen Ernährung bei
- wird im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden in den Wechseljahren untersucht
Maca gegen Stress
Maca ist ein sogenanntes Adaptogen. Adaptogene sind biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Körper bei der Stressbewältigung helfen können. Sie sollen sowohl die körperliche als auch die psychische Resilienz erhöhen.
So wie die Maca-Pflanze sich den rauen Lebensbedingungen in den Anden anpassen kann, wird sie auch im Zusammenhang mit dem menschlichen Hormonhaushalt und der Stressbewältigung untersucht. Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Maca und dem Cortisolspiegel im Blut hin.
Maca für mehr Energie und Vitalität
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Maca den energieaufbauenden Pflanzen zugeordnet. Die Nährstoffe in der Maca-Wurzel können dazu beitragen, den täglichen Bedarf an bestimmten Mineralstoffen zu decken.
Maca enthält Eisen, das zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und zum Sauerstofftransport beiträgt. Ein Eisenmangel beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme sowie den Sauerstofftransport und ist einer der häufigsten Gründe für Müdigkeit und Energielosigkeit.
Lustempfinden und Maca
Unter Störungen des Lustempfindens können Männer ebenso wie Frauen leiden. Wenn die Lust auf Sex fehlt, können sowohl körperliche als auch psychische Faktoren eine ursächliche Rolle spielen.
Zu den möglichen Ursachen eines Libidoverlustes gehören:
- Herz- und Gefäßkrankheiten (z. B. Arteriosklerose)
- neurologische Störungen im Rahmen von Erkrankungen wie Schlaganfall oder Multiple Sklerose
- die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus
- Leberzirrhose
- Niereninsuffizienz
- Depressionen und Antidepressiva
- berufliche und familiäre Belastungen
- Stress
- Beziehungsprobleme
- gynäkologische Erkrankungen wie Scheidentrockenheit oder Funktionsstörungen der Hoden mit Testosteronmangel
Nicht selten leiden die Betroffenen unter ihrem Verlust des sexuellen Verlangens. Ein Libidoverlust kann die Partnerschaft zudem schwer belasten.
Maca und Lustempfinden: Forschungsstand
Schon bei den Inkas war Maca als traditionell luststeigernde Pflanze bekannt. Verschiedene wissenschaftliche Studien untersuchen diesen Zusammenhang.
In einer Studie aus dem Jahr 2008 verabreichten die Wissenschaftler Probanden, die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) einnahmen und deshalb unter Libidoverlust litten, 1,5 bzw. 3 g Maca pro Tag. Insbesondere die Probanden, die 3 g Maca pro Tag einnahmen, berichteten über eine Veränderung ihres Lustempfindens.
Gonzales et al. untersuchten in einer placebokontrollierten, randomisierten Studie gesunde Männer im Alter zwischen 21 und 56 Jahren. Diese erhielten entweder einen Placebo, 1500 mg oder 3000 mg Maca. Nach 8 Wochen berichteten die Männer in der Maca-Gruppe über Veränderungen des sexuellen Verlangens. Die Testosteron- und Östrogenspiegel im Blut blieben jedoch gleich.
Maca und Wechseljahre
Unter Wechseljahren wird die Zeit vor und nach der letzten Regelblutung verstanden. Das Klimakterium beginnt durchschnittlich ab dem 50. Lebensjahr. Die Wechseljahre sind zwar keine Krankheit, der Übergang kann aber dennoch durch verschiedene Beschwerden begleitet werden.
Typische Wechseljahrsbeschwerden
In den Wechseljahren bildet der weibliche Körper immer weniger Östrogen. Auch die Progesteronproduktion nimmt ab. Dadurch können verschiedene Wechseljahrsbeschwerden entstehen:
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche
- Schwindel
- depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen
- Libidoverlust
- Scheidentrockenheit
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
Je nach Ausprägung können die Wechseljahrsbeschwerden die betroffenen Frauen in ihrem Alltag stark beeinträchtigen. Viele Frauen suchen eine natürliche Ergänzung zu bestehenden Therapien.
Maca und Osteoporose in den Wechseljahren
Nach der Menopause erhöht sich bedingt durch den veränderten Hormonhaushalt das Risiko für Frauen, eine Osteoporose zu entwickeln. Osteoporose, auch als Knochenschwund bekannt, ist durch einen Verlust an Knochensubstanz und ein erhöhtes Knochenbruchrisiko charakterisiert.
In einer Tierversuchsstudie erhielten Ratten, denen zuvor die Eierstöcke entfernt wurden, einen Extrakt aus der Maca-Wurzel in einer Dosierung von 0,096 oder 0,24 g/kg Körpergewicht über einen Zeitraum von 28 Wochen. In der Studie wurde der durch den Östrogenmangel bedingte Knochenverlust beobachtet.
Gonzales et al. vermuten eine östrogenähnliche Wirkung, die zu einem Großteil auf die Knochen beschränkt ist. Das Gewebe von Gebärmutter und Brust weist hingegen keine Empfindlichkeit für diese mögliche östrogenähnliche Wirkung von Maca auf.
Insbesondere rote und schwarze Maca-Wurzeln werden im Zusammenhang mit der Knochengesundheit von Frauen in den Wechseljahren untersucht.
Maca und der Hormonhaushalt: Forschungsstand
Ein Großteil der Beschwerden in den Wechseljahren wird durch den Mangel an Östrogenen und auch an Progesteron hervorgerufen. Studien untersuchen mögliche Zusammenhänge zwischen Maca und dem Hormonhaushalt in den Wechseljahren.
So konnten Meissner et al. in einer Studie aus dem Jahr 2005 mit gelatiniertem Maca Veränderungen des Gehalts an follikelstimulierendem Hormon (FSH) im Blut der postmenopausalen Studienteilnehmerinnen beobachten. Der Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH) veränderte sich ebenfalls.
Eine Studie aus dem Jahr 2006 untersuchte mögliche Zusammenhänge zwischen Maca und der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Hormonachse. Die Teilnehmerinnen der Studie berichteten über Veränderungen ihrer Symptomatik.
Maca und emotionales Wohlbefinden in den Wechseljahren
Depressionen und depressive Verstimmungen gehören zu den häufigen Wechseljahrsbeschwerden. Die aktuelle Studienlage untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen Maca und dem emotionalen Wohlbefinden bei Frauen in den Wechseljahren.
Potenz und Maca
Potenzstörungen werden in der Medizin als erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet. Eine erektile Dysfunktion liegt dann vor, wenn ein Mann in zwei Drittel aller Fälle keine Erektion mehr bekommen oder diese nicht aufrechterhalten kann. Die Probleme müssen zudem über einen Zeitraum von 6 Monaten bestehen.
Während die erektile Dysfunktion bei jüngeren Männern zumeist psychisch bedingt ist, liegen bei älteren Männern oft körperliche Ursachen vor. Dazu gehören unter anderem:
- Durchblutungsstörungen (beispielsweise durch Arteriosklerose oder Diabetes mellitus)
- Testosteronmangel
- Medikamente wie Betablocker gegen hohen Blutdruck oder Antidepressiva
- chronischer Alkoholmissbrauch
- Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson
Maca und erektile Dysfunktion: Forschungsstand
Zenico et al. untersuchten in einer Studie aus dem Jahr 2009 den Zusammenhang zwischen Maca und erektiler Dysfunktion. Sie verabreichten Männern mit einer milden erektilen Dysfunktion über einen Zeitraum von 2 Wochen täglich 2500 mg getrocknete Maca-Wurzel oder ein Placebopräparat.
Vor und nach der Studienphase beantworteten die Teilnehmer die Fragen aus dem International Index of Erectile Dysfunction (IIEF-5). Nach der zweiwöchigen Testphase zeigte sich ein Unterschied im Testscore zwischen der Maca-Gruppe und der Placebo-Gruppe.
Maca und Prostatagesundheit
Eine vergrößerte Prostata (benigne Prostatahyperplasie) kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Insbesondere die rote und die gelbe Maca-Wurzel werden im Zusammenhang mit der Prostatagesundheit untersucht. Verantwortlich für mögliche Effekte sind vermutlich die sogenannten Benzylglucosinolate.
Fruchtbarkeit und Maca
Immer mehr Paare haben einen unerfüllten Kinderwunsch. Das Institut für Demoskopie Allensbach schätzt, dass rund 1,4 Millionen Deutsche zwischen 25 und 49 Jahren ungewollt kinderlos sind.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. So können sowohl beim Mann als auch bei der Frau hormonelle Störungen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Veränderungen der Eileiter und der Gebärmutter, Endometriose oder Nebenhoden- und Prostataentzündungen können ebenfalls eine Schwangerschaft verhindern.
Maca und Spermienqualität
Studien haben den Zusammenhang zwischen Maca und Spermienqualität bei Männern untersucht.
In einer Studie aus dem Jahr 2011 wurden bei den männlichen Studienteilnehmern nach der Einnahme von Maca über einen Zeitraum von 4 Monaten Veränderungen der Spermienparameter beobachtet.
Es stellte sich zudem heraus, dass die schwarze Wurzel in dieser Studie die stärksten beobachteten Effekte im Hinblick auf die Spermienparameter aufwies.
In weiteren Studien wurde bereits nach einem Tag eine Veränderung der Spermienanzahl in den Hoden beobachtet. Nach einer Einnahme von 7 Tagen war die Spermienzahl auch im Ejakulat verändert.
Maca und Fruchtbarkeit bei Frauen
Im Hinblick auf Maca und Fruchtbarkeit bei Frauen gibt es bisher vor allem Tierstudien. Diese legen nahe, dass Maca die Entwicklung des Embryos in Tiermodellen beeinflusst. So waren die Jungen von Mäusen in einer Studie größer und kräftiger, wenn die Muttertiere während ihrer Trächtigkeit Maca erhielten.
Wissenschaftler vermuten, dass mögliche Effekte auf einer progesteronähnlichen Wirkung von Maca basieren könnten.
Maca und Verdauung
Das menschliche Verdauungssystem sorgt für eine Versorgung des Körpers mit Nähr- und Vitalstoffen. Kommt es hier zu Störungen, kann dies nicht nur unangenehme Beschwerden hervorrufen, sondern auch zu Mangelzuständen führen.
Ballaststoffe für einen gesunden Darm
Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die für den menschlichen Darm weitgehend unverdaulich sind. Dennoch haben sie eine wichtige Aufgabe. Sie binden zum einen Wasser und sorgen so für eine Volumenzunahme des Speisebreis im Darm. Dadurch entsteht Druck auf die Darmwand, welcher wiederum die Peristaltik, also die Darmbewegung, anregt. Ballaststoffe sorgen so für eine verkürzte Darmpassage.
Zum anderen dienen Ballaststoffe den Bakterien der Darmflora als Futter. Die Darmflora umfasst viele nützliche Bakterien, die in ihrer Gesamtheit auch als Mikrobiom bezeichnet werden. Das Mikrobiom gerät zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung.
Maca als Ballaststoffquelle
Maca ist eine ballaststoffreiche Pflanze mit einem Ballaststoffanteil von rund 9 Prozent und kann als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung zur ausreichenden Ballaststoffzufuhr beitragen.
Cholesterin und Maca
Cholesterin ist ein Fett, das der Körper selbst herstellt. Es wird aber zusätzlich auch über die Nahrung aufgenommen. Das Fettmolekül ist nicht nur Bestandteil der Zellwände, sondern auch Grundbaustein verschiedener Hormone.
Im Wesentlichen kann zwischen drei verschiedenen Cholesterinformen unterschieden werden: HDL, LDL und Gesamtcholesterin.
Erhöhte Cholesterinwerte
Cholesterin ist also lebensnotwendig. Problematisch wird es dann, wenn zu viel Cholesterin im Blut ist. Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht vor allem dann, wenn das 'schlechte' LDL-Cholesterin erhöht ist und zugleich zu wenig von dem 'guten' HDL-Cholesterin vorhanden ist.
HDL-Cholesterin kann Cholesterin aus dem Blut aufnehmen und auch bereits in der Gefäßwand abgelagertes Cholesterin abtransportieren. Befindet sich zu viel LDL-Cholesterin im Blut, lagert es sich in den Gefäßwänden ab. Im Laufe der Zeit bilden sich Plaques, die die Gefäße verengen und so den Blutfluss behindern.
Maca und Blutfettwerte: Forschungsstand
Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Maca und Blutfettwerten. Maca scheint als möglicher Ligand für PPRα zu fungieren. Diese Peroxisomen-Proliferator-aktivierten Rezeptoren in Leber, Herz und Skelettmuskeln fördern unter anderem die Ketonkörpersynthese.
Im Tierversuch wurden Veränderungen des Gesamtcholesterins und des LDL-Gehalts beobachtet. Zugleich veränderte sich in diesem Versuch auch die Aktivität von Antioxidantien wie Glutathion.
Maca und Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
Peruanische Schulkinder in den Anden erhalten häufig Maca als Nahrungsmittel. Auch die Forschung untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen Maca und der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.
So zeigt vor allem die schwarze Maca-Wurzel in Tierstudien Beobachtungen im Zusammenhang mit der Lern- und Merkfähigkeit. Eine Dosis von 0,5 bzw. 2 g/kg Körpergewicht veränderte die Gedächtnisleistung von Mäusen im Tierversuch signifikant.
Maca und Stoffwechsel
Ein funktionierender Stoffwechsel, auch Metabolismus genannt, ist die Basis aller lebensnotwendigen Vorgänge im menschlichen Körper. Alle biochemischen Vorgänge, die in den Körperzellen ablaufen, sind Teil des Stoffwechsels.
Diese Stoffwechselvorgänge können nur dann reibungslos ablaufen, wenn ausreichend Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zur Verfügung stehen.
Maca und Blutzucker: Forschungsstand
Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Maca und dem Blutzuckerspiegel. Forscher konnten in einer Studie aus dem Jahr 2018 mit schwarzer Maca-Wurzel bei Hamstern Veränderungen der Glukoneogenese und der Glykolyse beobachten.
Die Schilddrüse als wichtiges Stoffwechselorgan
Die Schilddrüse ist ein wichtiges Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Sie produziert die Schilddrüsenhormone T3 und T4, die neben dem gesamten Stoffwechsel auch den Grundumsatz der Körperzellen regulieren.
Maca wird im Zusammenhang mit dem Schilddrüsenstoffwechsel in Tierstudien untersucht. Im Tierversuch mit Ratten, denen die Eierstöcke entfernt wurden, wurden Veränderungen der TSH- und T3-Konzentration nach der Verabreichung von Maca beobachtet.
Nicht in allen Studien konnte dieser Effekt jedoch repliziert werden. Weitere Humanstudien sind erforderlich, um den beobachteten Zusammenhang genauer zu verstehen.
Muskelaufbau und Maca
Bereits bei den Inkas wurde Maca als Stärkungsmittel für die Soldaten der Armee genutzt. Auch heute ist Maca Teil zahlreicher Supplemente für den Bereich Sport und Aktivität.
Die Maca-Wurzel enthält verschiedene essentielle Aminosäuren, Spurenelemente und wertvolle Omega-Fettsäuren sowie Vitamine. Von diesen Nährstoffen können Sportler profitieren.
Zudem wird schwarze Maca-Wurzel im Zusammenhang mit dem Testosteronstoffwechsel untersucht. In einer Studie aus dem Jahr 2015 bei Ratten wurden Veränderungen der Kapazität der Leydig-Zellen im Hoden nach der Verabreichung von Maca-Extrakt beobachtet.
Studien untersuchen den möglichen Zusammenhang zwischen Maca und Energiestoffwechsel sowie oxidativem Stress bei körperlicher Belastung.
Maca als Nahrungsergänzungsmittel
Maca wird als Nahrungsergänzungsmittel von verschiedenen Personengruppen eingesetzt, darunter Menschen, die ihre tägliche Ernährung mit einem nährstoffreichen Lebensmittel ergänzen möchten, Sportler, die von dem ausgewogenen Nährstoffprofil der Wurzel profitieren möchten, sowie Frauen und Männer, die sich für traditionelle Heilpflanzen der Andenregion interessieren.
Dosierung
Es gibt keine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für die Maca-Wurzel. Die genaue Dosierung hängt zum einen von dem eigenen gesundheitlichen Zustand und zum anderen vom gewünschten Ergebnis ab. Die Standarddosis liegt in Abhängigkeit vom Körpergewicht zwischen 5 und 40 g Rohpulver pro Tag. Es empfiehlt sich, nicht direkt mit der höchsten Dosis zu beginnen, sondern diese langsam zu steigern.
Neben- und Wechselwirkungen
Maca gilt als recht sicheres Nahrungsergänzungsmittel. Nebenwirkungen treten nur sehr selten bei hohen Dosierungen auf. Im Tierversuch riefen Dosen von bis zu 17 g/kg Körpergewicht keinerlei toxische Wirkung hervor. Auch Ratten, die über einen Zeitraum von 84 Tagen 1 g/kg Körpergewicht erhielten, hatten keine Nebenwirkungen.
Gelegentlich kann es unter der Einnahme von Maca zu Magenschmerzen, Durchfall und Übelkeit kommen. Hier hilft es meistens, die Dosis zumindest vorübergehend zu reduzieren.
Über die Wechselwirkung von Medikamenten und Maca ist bisher nur wenig bekannt. Wer Medikamente einnimmt und ein Nahrungsergänzungsmittel mit Maca zuführen möchte, sollte dies deshalb zuvor mit dem behandelnden Arzt absprechen.
Häufig gestellte Fragen zu Maca
Ja. Um das Risiko möglicher unerwünschter Reaktionen zu minimieren, sollten Sie die auf dem Produkt angegebene Verzehrmenge nicht überschreiten. Bei Unsicherheiten konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.
Bei einer Überdosierung von Maca oder bei einer Überempfindlichkeit kann es zu Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen kommen.
Bei Maca handelt es sich um eine peruanische Krautpflanze, die aus botanischer Sicht zur Kategorie der Kreuzblütengewächse gehört. Zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln wird die Maca-Knolle verwendet, die getrocknet und pulverisiert (Maca-Pulver und Superfood-Mischungen) und für Maca-Kapseln anschließend zusätzlich verkapselt wird.
Maca wird traditionell als Lebensmittel genutzt. Achten Sie auf die Einhaltung der angegebenen Verzehrmenge. Bei der Einnahme von Medikamenten, bei Erkrankungen und während Schwangerschaft und Stillzeit ist vor der Anwendung ärztliche Rücksprache zu halten.
Maca-Präparate können neben der Maca-Knolle auch weitere Inhaltsstoffe enthalten, darunter Mikronährstoffe wie Vitamin C, B-Vitamine, Kalium und Eisen sowie Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Senfölglykoside.
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